Eine Kehlkopfentzündung, medizinisch Laryngitis genannt, ist eine schmerzhafte Erkrankung des Kehlkopfes und der Stimmbänder. Man kann die Laryngitis in eine akute und chronische Form unterteilen. Darüber hinaus kann man je nach Lokalisation der Entzündung unterscheiden. Eine Entzünndung oberhalb der Stimmlippen (Glottis) wird supraglottis, eine direkte der Stimmlippen Glottitis und eine unterhalb der Stimmlippen Subglottis genannt.

Die akute Kehlkopfentzündung zeichnet sich meistens durch plötzliche Heiserkeit, Halsschmerzen, trockenen husten und Fieber bis 40°C aus. Erreger einer akuten Laryngitis sind häufig Viren. Aber auch eine starke Stimmbelastung in trockenen, heißen Räumen, wie zum Beispiel beim Schreien auf einem Konzert in einer Halle, kann zu einer akuten Laryngitis führen. Die akute Laryngitis kann in eine chronische Kelhkopfentzündung übergehen, wenn sie länger als 3 Wochen andauert.

Insbesondere, wenn bei einer akuten Kehlkopfentzündung die Stimme nicht geschont wird, kann sich eine chronische daraus entwickeln. Aber es gibt auch weitere Faktoren, die eine chronische Kehlkopfentzündung begünstigen. Zu diesen gehören regelmäßiges und starkes Rauchen und Alkoholmissbrauch. Das Arbeiten in trockenen und staubigen Räumen kann ebenfalls zu einer chronischen Laryngitis führen. Eine behinderte Nasenatmung zum Beispiel durch Polypen fördert die Mundatmung, welches über Nacht zu einem trockenen Hals führt und somit Entzündungen im Rachenraum erleichtert. Eine aufsteigende Infektion zum Beispiel durch eine Bronchitis mit ständigen Husten kann ebenfalls als Ursache angesehen werden. Seltener, aber auch möglich, ist die falsche Technik beim Singen und die dadurch zu stark beanspruchten Stimmlippen, die eine Laryngitis auslösen können.

Damit die Therapie einer Kehlkopfentzündung erfolreich sein kann, muss das Rauchen unbedingt eingestellt werden. © Fotolia.com

Damit die Therapie einer Kehlkopfentzündung erfolreich sein kann, muss das Rauchen unbedingt eingestellt werden.
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Die Therapie beginnt mit dem vollständigen Absetzen der Noxe, also dem Rauchen. Das Rauchen ist und wird es wahrscheinlich auch bleiben, die häufigste Ursache für Kehlkopfentzündungen. Anschließend steht die Stimmschonung im Vordergrund. Im Idealfall sollten die Patienten gar nicht mehr reden. Auf alle Fälle ist aber das Flüstern zu vermeiden, da beim Flüstern die Stimmlippen noch stärker angespannt werden als beim normalen Reden. Wenn nötig, sollte nur mit einer leisen Stimme gesprochen werden. Zusätzlich können Dampfbäder zur Inhalation mit Kamillenblüten oder Salbeiblättern genutzt werden. Diese Pflanzen wirken antiseptisch und antibakteriell. Ein Schal um den Hals und heiße Getränke sind ebenfalls wohltuend. Die akute Kehlkopfentzündung wird meistens schon nach ein bis zwei Tagen besser, wenn darauf geachtet wird, dass die Stimme geschont wird.

Die chronische Kehlkopfentzündung muss immer beobachtet werden und sollte unter ärztlicher Aufsicht sein, da die Übergänge zu einem Kehlkopfkrebs fließend sind. Die chronische Kehlkopfentzündung stellt nämlich eine Präkanzerose dar, also die Vorstufe vom Krebs.

Entzündete Mandeln

Die Mandelentzündung, medizinisch Tonsillitis genannt oder bei Mitbeteiligung des ganzen Rachenraums Pharyngitis genannt, ist eine schmerzhafte Entzündung der Mandeln, die gehäuft im Winterhalbjahr in jedem Alter auftreten kann. Die Symptome einer Mandelentzündung sind jedem bekannt: Fieber, Schüttelfrost, starke Halsschmerzen, die beim Schlucken stärker werden, allgemeine Abgeschlagenheit, eventuelle Heiserkeit und Husten.

Die häufigsten Auslöser der Tonsillitis sind Bakterien. Aber auch Viren können eine solche Mandelentzündung verursachen. Eine virale Entzündung ist nicht ansteckend und wurde vom Betroffenen wahrscheinlich über kontaminierte Lebensmittel oder durch direkten Kontakt mit den Viren auf einer Oberfläche aufgenommen. Die virale Mandelentzündung lässt sich medikamentös nicht behandeln. Der Patient muss sich stattdessen schonen, viel Flüssigkeit zu sich nehmen und sein Immunsystem stärken, damit dieses gegen die Erreger ankämpfen kann.

Nach einigen Tagen bis eine Woche ist die Erkrkankung meistens ausgeheilt. Bakterielle Mandelentzündungen sind ansteckend. Dies ist gleichzeitig auch die häufgste Quelle der Ansteckung. Die auslösenden Bakterien sind meistens Streptokokken oder Staphylokokken. Diese Baktrien sind nur bedingt umweltresistent und können somit nur in einem Wirt überleben und sich dort vermehren. Daher ist die Verbreitung von Mensch zu Mensch bei einer bakteriellen Entzündung von großer Bedeutung.

Eis sorgt bei einern Mandelentzündung für Linderung der Halsschmerzen. © Fotolia.com

Eis sorgt bei einern Mandelentzündung für Linderung der Halsschmerzen.
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Bakterien können mit einem Antibiotikum abgetötet werden. Meistens wird ein Breitspektrum Antibiotikum verabreicht, welches gegen viele Erreger wirkt. Sollten diese Tabletten, meist Penicilline, keine Wirkung zeigen, ist es notwendig, dass der Arzt die Bakterienart typisiert und ein darauf abgestimmtes Antibiotikum verschreibt. Darüber hinaus ist es sehr wichtig, dass der Patient das Antibiotikum regelmäßig und bis zum Verbrauch der gesamten Packung einnimmt, auch wenn die Symptome schon nach 1-2 Tagen abklingen! Ein zu schnelles absetzten der Tabletten oder unregelmäßige Einnahme begünstigen die Resistenzentwicklung der Bakterien und erschweren die Heilung sehr. Neben der Einnahme der Antibiotika gilt das gleiche wie bei einer Erkrankung durch Viren. Ruhe und Stärkung des Immunsystems können den Heilungsprozess beschleunigen.

Zur Linderung der Halsschmerzen können entweder heiße Getränke, wie zum Beispiel Zitronentee, getrunken oder Eis gegessen werden. Sowohl Wärme als auch Kälte können die Schmerzen verhindern. Die Wärme beruhigt den Hals und die Kälte betäubt den schmerzenden Bereich. Auch sind Lutschbonbons sehr hilfreich, da sie den Mund zusätzlich über einen längeren Zeitraum feucht halten können. Wenn die Schmerzen sehr stark sein sollten, können auch anästhesierende Halsbonbons verwendet werden, solange die Mandelentzündung andauert.

Die Verwechslung einer Mandelentzündung mit einer Kehlkopfentzündung, der Laryngitis, ist aufgrund der Symptome denkbar. Genau so wie bei einer Mandelentzündung können bei einer Laryngitis Heiserkeit, Fieber und Husten entstehen. Oftmals ist es auch schwierig, die genaue Lokalisation der Schmerzen im Rachenraum zu definieren. Bei einer Kehlkopfentzündung fehlen jedoch die typischen weißen Punkte auf den Mandeln.

Kehlkopfkrebs

Unter Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom) versteht man eine bösartige Tumorerkrankung im Kehlkopf. Es sind wesentlich häufiger Männer davon betroffen – von jährlich etwa 3250 Erkrankungen sind nur 450 Frauen. Durchschnittlich sind die Patienten etwa 63 Jahre alt.

Rauchen ist die Hauptursache für Kehlkopfkrebs. © Fotolia.com

Rauchen ist die Hauptursache für Kehlkopfkrebs.
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Die Hauptursache für Kehlkopfkrebs ist das Rauchen, vor allem in Kombination mit häufigem Alkoholkonsum.Die Entstehung von bösartigen Zellen im Kehlkopf werden durch Nikotin und Alkohol gefördert. Eine weitere Ursache können Viren sein, außerdem sind Schadstoffe wie Asbest weitere Risikofaktoren für die Entstehung von Kehlkopfkrebs. Die Symptome für Kehlkopfkrebs ähneln zunächst denen einer Kehlkopfentzündung. Anhaltende Heiserkeit und eine Veränderung der Stimme sind typisch, aber auch ein Fremdkörpergefühl im Hals, trockener Reizhusten, Räusperzwang sowie Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sind möglich. Es können auch starke Schmerzen auftreten, die bis ins Ohr ausstrahlen, genau wie blutiger Auswurf oder Atemnot.

Je nachdem, in welchem Stadium sich der Tumor befindet, gibt es unterschiedliche Behandungsmethoden für Kehlkopfkrebs. Möglich sind eine Operation, Bestrahlung, Chemotherapie oder eine Kombination dieser Varianten. Bei der Operation ist es wichtig, dass so wenig wie möglich vom Kehlkopf entfernt wird. Es wird deswegen nur das betroffene Gewebe entfernt. Die Operation erfolgt durch den Mund oder durch einen kleinen Schnitt im Hals. Ist der Kehlkopfkrebs schon zu weit fortgeschritten, muss manchmal der komplette Kehlkopf entfernt werden. Da häufig auch die Halslymphknoten betroffen sind, werden diese oft mit entfernt. Nach der Entfernung des Kehlkopfes kann der Patient nicht mehr normal durch Mund oder Nase atmen und es muss eine künstliche Öffnung in den Hals gelegt werden.

Auch das normale Sprechen ist nicht mehr möglich, jedoch gibt es durch viel Training eine Möglichkeit, mit einer anderen Technik zu sprechen. Es kann auch eine elektronische Sprachhilfe genutzt werden. Um die noch im Körper vorhandenen Krebszellen zu bekämpfen, wird im Anschluss an die Operation oft noch eine zusätzliche Strahlen- und/oder Chemotherapie angesetzt. Je früher der Kehlkopfkrebs erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Wenn der Patient nach der Operation und Behandlung wieder anfängt zu rauchen, ist das Risiko einer Neuerkrankung sehr hoch, da die Schleimhaut bereits geschädigt ist. Um Kehlkopfkrebs vorzubeugen, ist es vor allem wichtig, nicht oder wenig zu rauchen und Alkohol nur in kleinen Maßen zu genießen. Sobald eine Heiserkeit oder ähnliche Symptome über mehrere Wochen auftreten, sollte der HNO-Arzt gezielt auf Kehlkopfkrebs untersuchen.

Schluckbeschwerden

Unter Schluckbeschwerden, medizinisch Dysphagie genannt, werden alle Störungen zusammengefasst, die beim gesamten Schluckvorgang auftreten können. Das umfasst den Mundraum, den Rachen, die Speiseröhre und den Mageneingang. Schluckbeschwerden können unterschiedlichste Ursachen haben. Das können sowohl neurologische und körperliche als auch psychische Ursachen sein. Schluckbeschwerden stellen eine erhebliche Beeinträchtigung des körperlichen, sozialen und psychischen Wohlbefindens dar und müssen immer von einem Arzt untersucht werden.

Die Symptome von Schluckbeschwerden können Druckgefühl im Hals, Würgen beim Schlucken, Hochwürgen von bereits geschluckter Nahrung, Husten während der Mahlzeit als Anzeichen, dass der Körper meint, etwas Ungewolltes tritt in den Organismus ein, stark erhöhter Speichelfluss oder im Extremfall völlige Unfähigkeit zur Nahrungsaufnahme sein. Als Folge dieser Symptome und der Erkrankung können immer wiederkehrende Lungenentzündungen auftreten, da die Nahrung statt in die Speiseröhre in die Luftröhre gelangen kann.

Die Ursachen unterscheiden sich nach dem Alter. Bei eher jüngeren Patienten unter 30 Jahren werden vermehrt psychische Ursachen angenommen. Diese Diagnose ist aber erst zu stellen, wenn alle möglichen körperlichen Ursachen ausgeschlossen werden können. Zu den körperlichen Ursachen können Verletzungen im Mund, Rachenraum oder der Speiseröhre gehören, aber auch eine Austrocknung des Mundes, eine Mandelentzündung oder Rachenentzündung, welche das Schlucken sehr schmerzhaft machen können, Abszesse im Mundraum oder sogar schlecht sitzende Prothesen gehören dazu.

Druckgefühl im Hals kann ein Symptom von Schluckbeschwerden sein. © Fotolia.com

Druckgefühl im Hals kann ein Symptom von Schluckbeschwerden sein.
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Diverse Erkrankungen an der Speiseröhe, wie Ösophagusdivertikel (Speiseröhrenausstülpungen), Ösophagitis (Entzündung der Speiseröhre), Speiseröhrenkrebs oder eine Ösophagusstenose (Verengung der Speiseröhre) können zu Schluckbeschwerden führen. Eine stark vergrößerte Schilddrüse kann den Ösophagus zudrücken und das Schlucken behindern. Zu den neurologischen Ursachen von Schluckbeschwerden zählen Grundkrankheiten wie Myastenia gravis (eine Krankheit, bei der allmählich alle Muskeln erschlaffen), Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Demenz, Schlaganfall und Schädel-Hirn-Traumata.

Mit verschiedenen bildgebenden Verfahren kann der Schluckakt vom Arzt beobachtet und beurteilt werden, um die Stelle ausfindig zu machen, an der die Schluckbeschwerden auftauchen. Die Therapie erfolgt, sofern der Patient noch selbstständig essen kann, mittels unterschiedlicher Sprach- und Schlucktherapie, bei der die Patienten wieder lernen, richtig zu schlucken. Vorrangiges Ziel ist es dabei, die essentiellen Reflexe wie Würgereflex, Hustenreflex und Schluckreflex sicherzustellen. Patienten, die nicht mehr in der Lage sind, oral Nahrung aufzunehmen, müssen mit einer PEG (perkutane endoskopische Gastrostomie) künstlich über eine Sonde durch die Nase bis zum Magen ernährt werden.

In allen Fällen ist das Aufsuchen eines Arztes nötig, eigenständig können Schluckbeschwerden in der Regel nicht behandelt werden. Sie können zu schweren Komplikationen führen, wie zum Beispiel gefährlicherm Gewichtsverlust oder Aspiration von Nahrung in die Lunge.

Wenn der Hals schmerzt

Halsschmerzen kennt jeder. Wenn nicht schon im Kindesalter, spätestens in der Schule oder im Beruf wird jeder einmal an einer Erkältung leiden und die Bekanntschaft mit Halsschmerzen machen. Halsschmerzen sind meistens die ersten Symptome bei verschiedensten Krankheiten. Allen voran die Erkältung oder, medizinisch korrekter, der grippale Infekt (nicht zu verwechseln mit der saisonalen Grippe). Aber auch eine Mandelentzündung (Tonsillitis), die Entzündung des gesamten Rachenraums (Pharyngitis), die Kehlkopfentzündung (Laryngitis) oder eine Seitenstrangangina beginnen mit Halsschmerzen.

Warmer Tee ist sehr heilsam bei Halsschmerzen. © Fotolia.com

Warmer Tee ist sehr heilsam bei Halsschmerzen.
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Halsschmerzen entstehen durch die Reizung des Rachens und hinterlassen meistens ein brennendes Gefühl, welches beim Schlucken schlimmer wird, da der Schluckvorgang und das Befördern von Flüssigkeit oder Nahrungsmitteln lokal zu weiteren Reizungen führen. Ein gereizter Hals ist trocken und benötigt viel Flüssigkeit. Besonders, wenn die Halsschmerzen bakteriell bedingt sind, sollte viel Wasser oder Tee getrunken werden, um den Bakterien keine Möglichkeit zu geben, sich zu vemehren. Das Brennen entsteht durch sogenannte langsamleitende Schmerzfasern.

Diese Schmerzfasern leiten neben Schmerz auch Hitzeempfindungen weiter, so dass der Schmerz als brennend empfunden wird. Auch wenn es auf diesem Hintergrund paradox klingt, warme Flüssigkeiten zu sich zu nehmen, so lindert es die Schmerzen enorm, wie sicherlich schon jeder in Erfahrung gebracht hat. Die Wärme des Tees zum Beispiel, weicht den Hals ein, hält ihn feucht und je nach Teesorte, kann dieser sogar die Bakterien abtöten. Besonders antibakteriell und antiseptisch wirken Kamillentee und Salbeitee. Zitronentee enthält zudem viel Vitamin C, was für ein starkes Immunsystem essentiell ist und so den Heilungsprozess beschleunigen kann.

Auf der anderen Seite aber kann auch Eis Halsschmerzen lindern. Wem die Mandeln entfernt worden sind, wird diese Methode kennen: Nach der OP gibt es zu jeder Mahlzeit Eis. Sollte das Brennen im Hals stärker sein als die Schmerzempfindung, ist das Behandeln mit Eis sinnvoller. Dies kühlt ab und betäubt den Hals. Die Betäubung verhindert das Weiterleiten der Schmerzen an das zentrale Nervensystem. Viral bedingte Halsschmerzen verhalten sich genauso, jedoch können diese im Gegensatz zur bakteriellen Erkrankungen meistens nicht medikamentös behandelt , sondern müssen mit Hilfe des eigenen Immunsystems bekämpft werden. Eine andere Ursache für Halsschmerzen kann die falsche Benutzung der Stimme sein.

Wenn die Stimmbänder zu lange und zu laut in Anspruch genommen werden, z.B nach einem langen, hitzigen Wortgefecht in erhöhter Lautstärke oder nach einem Konzert, kann der Hals im Anschluss schmerzen. Dies kann man sich am leichtesten als eine Art Muskelkater vorstellen. Durch die unnatürliche Belastung wird der Hals überreizt und schmerzt. Die beste und efolgsversprechende Methode für die Therapie ist Stimmschonung. Nach einem Tag ohne Sprechen sollten die Beschwerden abgeklungen sein. Wichtig ist, darauf zu achten, dass Flüstern absolut vermieden werden muss! Flüstern überspannt die Stimmbänder sehr stark und führt zu einer vermehrten Reizung.