Keuchhusten, die Mediziner sprechen von Pertussis, ist eine schwere Erkrankung der Atemwege. Für Säuglinge und Kleinkinder ist die Erkrankung besonders gefährlich und auch Erwachsene müssen mit gesundheitlichen Folgen rechnen.

Der Keuchhusten zieht sich über mehrere Wochen hin und besonders auffällig sind die krampfartigen Hustenattacken. Zuerst glauben die Patienten, dass sie eine einfache Bronchitis haben, doch die Länge und der Grad der Beschwerden ist Ursache, dass diese Menschen einen Arzt aufsuchen.

Weitere Symptome beim Keuchhusten sind die typisch keuchenden Geräusche und die Patienten fürchten zu ersticken. Kinder können auf dieses Erscheinungsbild schlecht reagieren und ersticken. In der Zeit von 1900 war Keuchhusten eine der häufigsten Todesfälle bei Kindern. Auf der gleichen Stufe standen Diphtherie, Scharlach und die Masern.

Eine weitere Folge der Erkrankung kann auch eine schwere Lungenentzündung sein oder es kommt zur gefährlichen Hirnhautentzündung. In diesem Fall können gesundheitliche Schäden beim Kind auftreten, welche irreparabel sind. Trotz moderner Medizin sind in einigen Fällen die Bakterien die Sieger, welche den Keuchhusten ausgelöst haben.

In der Zeit von 1900 war Keuchhusten eine der häufigsten Todesfälle bei Kindern. © Fotolia.com

In der Zeit von 1900 war Keuchhusten eine der häufigsten Todesfälle bei Kindern.
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Auch die heutigen Ärzte müssen ihr gesamtes Können einbringen, um den Patienten zu helfen. Unterstützend kann heutzutage auf moderne Technik zurückgegriffen werden. Zur Therapie kommen auch Antibiotika zum Einsatz. Der Übertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion, wo die Bakterien beim Husten meterweit durch die Luft geschleudert werden, wobei die Inkubationszeit beim Keuchhusten von 7 bis 20 Tagen liegt.

Die meisten Betroffenen wissen deshalb gar nicht, wo sie sich angesteckt haben. Im Infektionsschutzgesetz ist festgehalten, welche Krankheiten meldepflichtig sind und der Keuchhusten gehört auch dazu.

Die beste Vorbeugung gegen Keuchhusten ist eine Impfung, welche bei einem Baby ab dem 3. Monat erfolgen sollte. In der ehemaligen DDR gab es eine Impfpflicht und jede Maßnahme in dieser Richtung wurde in einem Impfkalender festgehalten.

Viele gefährlichen Krankheiten waren fast ausgerottet. Heute ist der Keuchhusten wieder auf dem Vormarsch und der Grund ist eine gewisse Impfmüdigkeit. Einige Eltern sehen in einer Impfung sogar ein Gefahrenpotenzial für ihre Säuglinge und berufen sich auf einige Nebenwirkungen.

Die möglichen Beschwerden nach einer Impfung stehen in keinem Vergleich zu der Tatsache, wie schwer die Folgen sind, wenn es zum Ausbruch von Keuchhusten kommt. Wer sich als erwachsene Person nicht sicher ist, ob er in der Kindheit geimpft wurde, kann bei seinem Hausarzt einen Test beantragen. Im Labor wird schnell festgestellt, ob im Körper die entsprechenden Abwehrstoffe vorhanden sind. Übrigens schützt eine Impfung für das gesamte Leben.

Reizhusten

Reizhusten entsteht, wie der Name schon andeutet, als eine Reaktion auf einen von außen kommenden Reiz. Dieser, einen Reizhusten verursachende Außenreiz, kommt heute in einem großen Umfang direkt aus der Umwelt.

Wer in einer Großstadt oder in der Nähe einer solchen lebt, ist Abgasen von Autos und LKWs ausgesetzt, aber auch Schadstoffen, die von Fabriken, Kraftwerken etc. ausgehen. Die Schadstoffe senken sich sozusagen ab, und die Menschen atmen sie ein. Das Resultat ist oft eine Reizung der, die Bronchien auskleidenden, Flimmerhärchen. Der Körper versucht, dieser Reizung Herr zu werden, indem er einen Husten produziert: den Reizhusten. Dieser kann als Abwehrreaktion gewertet werden; das System versucht, sich selbst zu reinigen, den lästigen Reiz los zu werden.

Reizhusten: die chronische Form als Gefahr

Menschen, die mit Chemikalien zu tun haben leiden öfters an Reizhusten. © Fotolia.com

Menschen, die mit Chemikalien zu tun haben leiden öfters an Reizhusten.
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Auch Pollen verschiedenster Art können zu einem Husten führen. Die Reaktion ist im Grunde dieselbe. Etwas, in dem Fall von den Pollen ausgehende Allergene, greift den Körper an, dringt in das respiratorische System ein. Der Reizhusten, oft begleitet von geröteten Augen oder sogar Atemnot, ist ein Kampf des Körpers. Glücklicherweise sind Pollenflüge saisonal bedingt und damit auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt.

Wer jedoch auch fern der Pollenflugzeiten einen chronischen Husten hat, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Ein permanenter Kampf, den der Körper ausficht, wenn er zudem noch von Fieber begleitet ist, schadet dem Körper. Und in manchen Fällen kann ein Reizhusten, wenn er von Gewichtsabnahme und Schwäche begleitet ist, auch auf ein Bronchialkarzinom hinweisen. Also: unbedingt bei einem chronischen Reizhusten die Ursache abklären lassen! Es könnte sich nämlich auch um eine Lungenentzündung oder sogar um Keuchhusten handeln. Letzterer müsste laut Infektionsschutzgesetz sogar gemeldet werden.

Berufsbedingter Husten

Auch weisen Menschen, die mit Chemikalien oder auch in größerer Dichte mit Asbest zu tun haben, oft einen Reizhusten als berufsbedingte Schädigung auf. Dieser kann in einigen Fällen so stark ausfallen, dass der Betroffene nicht mehr schlafen kann, da sich ein Husten im Liegen noch verschlimmert.

Wer auf Dauer unter krankmachenden Umständen arbeitet, muss damit rechnen, dass das Bronchialgewebe entartet, und sich ein Krebs bildet. Auch wenn dies oft nicht einfach zu bewerkstelligen ist: Im Sinne der Gesunderhaltung sollte man solche Berufe meiden bzw. auf eine Umschulung hinarbeiten. Ein Reizhusten ist ein Warnzeichen!

Therapien verschiedenster Art

Um einen Reizhusten los zu werden, sind manchmal einfache Maßnahmen wirksam, wenn die Ursache eher saisonal ist. Gurgellösungen sorgen für Erleichterung, sie dringen auch in den Rachenraum ein und befreien die Atemwege. Salbei ist eine bewährte Pflanze, die als Tee oder Bonbons gute Dienste tut.

In einigen Fällen helfen Inhalationen gut. Wenn der Husten allerdings chronisch ist, klar erkennbar Umwelt bedingt, sollte man mittelfristig nach einer anderen Wohn- oder eben auch Arbeitsumgebung Ausschau halten.

Bronchitis

Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchien, mit häufig starkem Husten und Sekretabsonderung. Bei dieser Krankheit sind die Luftwege durch entzündete Flimmerhärchen, Schleim und Entzündungszellen verengt, das Atmen fällt schwer.

Die geläufigste Form ist die akute Bronchitis im Rahmen eines grippalen Infekt oder Grippeinfektion, sie kann sich aber auch zu einer chronischen Bronchitis oder gar einer Lungenentzündung entwickeln, wenn sie nicht richtig behandelt wird. Auch bei einer Keuchhusteninfektion können Bronchitissymptome auftreten.

Ursachen

Viren, Bakterien, Pilze und Reizstoffe sind die häufigsten Auslöser. Meist ist eine Infektion mit Viren die Ursache, aber auch Reizstoffe wie Rauchen, Passivrauchen, Gase und Staub können eine Bronchitis auslösen. Häufiger sind Viren die Auslöser, seltener Bakterien.

Die geläufigsten Krankheitserreger sind Rhino-, Corona-, Influenza- oder Adenoviren, sowie die Bakterien Hämophilus influenzae oder Pneumokokken, die sich bei einem geschwächten Immunsystem schnell vermehren. Das Risiko an einer chronischen Bronchitis zu erkranken, liegt bei Rauchern und Menschen, die dauerhaft Stäube einatmen, etwa durch von Feinstaub belasteter Luft, deutlich höher. Eine chronische Bronchitis sorgt für immer wiederkehrende Hustenphasen oder sogar dauerhaftem Reizhusten.

Symptome

Die geläufigste Form ist die akute Bronchitis im Rahmen eines grippalen Infekt. © Fotolia.com

Die geläufigste Form ist die akute Bronchitis im Rahmen eines grippalen Infekt.
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Die häufigsten Symptome sind:

  • Husten und schmerzhafter Hustenreiz
  • keuchende Atmung, Atemgeräusche und empfindliche Atemwege
  • weißer bis gelbgrüner Auswurf; Weißlich-gelber Schleim bei einer viralen Infektion, grünlicher Schleim bei einer Ansteckung mit Bakterien
  • Schmerzen im Brustkorb, meist im Bereich des Brustbeins
  • Allgemeines Unwohlsein, Erschöpfungszustände, Müdigkeit, Fieber, Kopfschmerzen

Aus einer einfachen Erkältung kann eine Bronchitis leicht zu einer Lungenentzündung übergehen. Daher ist ein Besuch beim Arzt immer ratsam wenn die Beschwerden länger als eine Woche andauern und wenn Symptome auftreten wie:

  • Atemnot und Brustschmerzen
  • hohes Fieber
  • starker grün-gelblicher Auswurf
  • Husten von Blut
  • Wenn Vorerkrankungen wie Asthma, Krebs oder eine Immunschwäche bei einer HIV-Infektion bestehen

Weiterhin sollten unbedingt Kinder und ältere Menschen immer zu einem Arzt, da ihr Immunsystem oft nicht ganz ausgereift oder geschwächt ist.

Behandlung

Bronchitis ist für viele Patienten unangenehm und stört vor allem den Schlaf. Um bei einer viralen Infektion die Symptome zu reduzieren, kann der Arzt Hustenstiller oder schleimlösende Mittel verabreichen, um den Körper bei der Eigentherapie zu unterstützen.

Auch Bronchodilatoren können helfen, die Bronchien zu erweitern und den Betroffenen leichter atmen lassen. Dies ist vor allem nachts günstig, da im Rahmen einer Erkältung das Atmen ohnehin schwieriger fällt. Pflanzliche Hustenstiller in Form von Tee, Tropfen, Bonbons oder Kapseln, mindern Schwellungen und wirken beruhigend auf die gereizten Atemwege.

Dem Körper sollte genügend Flüssigkeit zugeführt werden um den Schleim zu verflüssigen damit dieser besser abgehustet werden kann.

Antibiotika sind nur von begrenzter Wirksamkeit bei der Behandlung von Patienten mit akuter Bronchitis, die durch eine bakterielle Infektion ausgelöst wurde.

Lungenentzündung

Die Lungenentzündung ist eine Krankheit, die in Medizinerkreisen, auch unter der Bezeichnung Pneumonie, bekannt ist. Hierbei handelt es sich um eine akute Erkrankung und meist auch chronische Erkrankung, der Lunge, bzw. des Lungengewebes.

Die Infektion wird oft durch Bakterien oder Viren hervorgerufen. Auch Pilze können eine Ansteckung begünstigen. In seltenen Fällen, erkrankt ein Mensch, durch die Einatmung von toxischen Gasen, an einer solchen Krankkeit. Dies ist jedoch, nicht so häufig der Fall.

Bei der Lungenentzündung wird zweierlei unterschieden. Auf der einen Seite, die primäre und auf der anderen Seite, die sekundäre Erkrankung. Die primäre Pneunomie liegt vor, wenn ein Mensch, ohne ersichtlichen Grund, daran erkrankt. Die Sekundäre liegt vor, wenn eine Vorerkrankung vorliegt, die die Pneunomie, begünstigt.

Zu den Haupterregern zählen:

Neben der Behandlung mit Medikamenten, sollte man bei einer Lungenentzündung auch viel trinken. © Fotolia.com

Neben der Behandlung mit Medikamenten, sollte man bei einer Lungenentzündung auch viel trinken.
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  • Pneumokokken
  • Staphylokokken
  • Mykoplasmen
  • Chlamydien
  • Herpesviren

Sofern eine bakterielle Lungenentzündung vorliegt, treten schnell, diverse Symptome auf, die sehr grippeähnlich sind. Ein schneller Anstieg der Körpertemperatur auf 40°C, einhergehend mit Schüttelfrost, ist nicht untypisch und kann auf eine mögliche Erkrankung, hinweisen. Das Atmen kann ebenfalls schwerfallen.

Durch die geringe Sauerstoffzufuhr, können Nagelbett und Lippen, blau anlaufen. Diese Symptomatik bezeichnet der Mediziner als Zyanose. Sie ist eine verbreitete Begleiterscheinung der allgemeinen Lungenentzündung.

Als Hauptsymptom gilt jedoch immer noch der Reizhusten, der anfangs normal erscheint und im späteren Verlauf der Lungenentzündung, rostbraunen Auswurf, mit sich bringt. Der seelische Zustand kann sich ebenfalls verändern. Hierbei sind Schwindelanfälle, Depressionen, negative Stimmungen und allgemeine Müdigkeit, nicht unüblich.

Behandlungstipps

Nach der Bronchitis, kommt meist die Lungenentzündung. Dieser Krankheitsverlauf, ist nicht unüblich und tritt in vielen Fällen, ein. Auch der Keuchhusten kann zu einer Lungenentzündung werden.

Die allgemeine Behandlung der Erkrankung, erfolgt meist, in Form von Medikamenten. Hierbei werden meist Breitspektren-Antibiotika eingesetzt, die den Erreger erkennen und gezielt bekämpfen sollen. Eine Behandlung mit Penicilin, ist ebenfalls sehr verbreitet. Diese Medikation, wird vor allem bei Kindern, häufig angewandt. Bei starkem Auswurf, werden Sekretolytika verschrieben, die den Schleim lösen sollen. Die allgemeine Behandlung zu Hause, kann durch Klopfmassagen auf dem Brustkorb und spezieller Atemgymnastik, unterstützt werden.

Die Zufuhr von ausreichend Flüssigkeit, ist ebenfalls notwendig. Basierend auf dem Infektionsschutzgesetz, müssen Erkrankte zu Hause bleiben und dürfen weder zur Schule, noch zur Arbeit gehen, um andere nicht anzustecken.

Infektionsschutzgesetz

Das Infektionsschutzgesetz ist das zentrale Instrument des deutschen Staates um übertragbare Infektionen, so weit wie möglich, zu unterbinden oder ihre Ausbreitung im Falle erster Erkrankungen zu verhindern.

Es handelt sich um ein Bundesrecht, das im schlimmsten Fall sogar die Grundrechte der einzelnen Bürger einschränken kann. Insgesamt 16 Abschnitte regeln die einzelnen Vorschriften.

Verhinderung von Epidemien

Besondere Bestimmungen hält das Infektionsschutzgesetz  für Schulen bereit. © Fotolia.com

Besondere Bestimmungen hält das Infektionsschutzgesetz für Schulen bereit.
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Das Infektionsschutzgesetz dient vor allem dazu, die Bevölkerung vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen. Hierzu wird das Robert-Koch-Institut als zentrale Koordinations- und Überwachungsstelle bestimmt. Es soll frühzeitig Erkrankungen erkennen, überwachen, erforschen und die Gegenmaßnahmen organisieren.

So werden meldepflichtige Erkrankungen an dieses Institut weitergegeben. Hierzu zählen zum Beispiel Keuchhusten oder einige bakterielle Erreger, die für Lungenentzündungen verantwortlich sein können. Harmlosere Erkrankungen wie die Bronchitis müssen hingegen in der Regel nicht gemeldet werden.

Doch das Infektionsschutzgesetz schreibt nicht nur vor, bestimmte Krankheiten zu melden, es soll auch dabei helfen, eine Verbreitung dieser zu unterbinden und so Epidemien zu verhindern. So ist nach dem Infektionsschutzgesetz die Förderung und Durchführung von Impfungen vorgesehen, es schreibt darüber hinaus auch vor, wann Personen in Quarantäne genommen werden müssen. Auch lässt das Gesetz teilweise Berufsverbote zu.

Besondere Bestimmungen hält das Infektionsschutzgesetz auch für Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten oder Justizvollzugsanstalten bereit. Da hier viele Personen auf engen Raum zusammen sind, ist die Gefahr der Verbreitung von Krankheiten besonders hoch. Sie können unter bestimmten Umständen geschlossen werden, auch können erkrankte Personen vom Besuch ausgeschlossen werden.

Übertragungswege abschneiden

Da sich Infektionskrankheiten nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern auch über Lebensmittel oder das Trinkwasser verbreiten können, hält das Infektionsschutzgesetz auch hierfür Vorschriften bereit. Sie regeln zum Beispiel die Kontrolle des Wassers und dessen Beschaffenheit. Darüber hinaus sind auch die Gesundheitsanforderungen beim Umgang mit Lebensmitteln festgehalten.

Dort wo mit Krankheitserregern experimentiert und gearbeitet wird, greift das Infektionsschutzgesetz ebenfalls. Es bestimmt Vorschriften zum sicheren Umgang und regelt, wer in welchen Räumlichkeiten mit solchen Erregern hantieren darf.

Strafen für Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz werden von diesem genauso bestimmt, wie für die vorsätzliche Verbreitung von Krankheiten und Krankheitserregern.