Die Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis maxillaris) ist eine Form der Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) und verläuft entweder akut oder chronisch. Sie betrifft vor allem den oberen Wangenbereich in der Nähe der Kiefernhöhle. Meistens entsteht eine Kieferhöhlenentzündung nach einer längeren Erkältung bzw. nach einem längeren Schnupfen. Dieser klingt dann nicht wie gewohnt nach ein paar Tagen wieder ab, sondern hält mindestens zehn Tage an.

Dadurch schwellen die Schleimhäute an, die sonst gut funktionierende Belüftung der Nebenhöhlen ist verhindert und es bildet sich Schleim, der nicht abfließen kann, wodurch sich leicht Bakterien in den Höhlen festsetzen können. So kommt es dann zu einer sogenannten Superinfektion und es bildet sich eine eitrige Entzündung. Dies ist die häufigste Ursache für die Kieferhöhlenentzündung, jedoch kommen auch andere Gründe in Frage. Eine Allergie, eine verkrümmte Nasenscheidewand, eine Zahnwurzelentzündung oder Nasenpolypen können ebenfalls begünstigend für eine Kieferhöhlenentzündung wirken.

Neben dem anhaltenden Schnupfen gibt es noch einige Symptome, die direkt auf eine Entzündung der Kiefernhöhlen hinweisen. Dazu gehören Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, eine Druckempfindlichkeit im Bereich der Wangen, enztündliche Reizungen des Auges, Abnahme des Geruchs- und Geschmacksinns und ein eitriger Ausfluss aus der Nase. Typisch ist auch, dass sich die Symptome beim Bücken nach vorne verstärken. Leichte Wärme wird als angenehm, Kühlen als unangenehm empfunden. Da die Schmerzen sich bei der Kieferhöhlenentzündung in der Nähe des Kiefers abspielen, kann leicht der Gedanke an Zahnschmerzen aufkommen. Man sollte also bei solchen Symptomen unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Ursache der Schmerzen zu klären.

Eine Kieferhöhlenentzündung dauert in der Regel 30 Tage. © Fotolia.com

Eine Kieferhöhlenentzündung dauert in der Regel 30 Tage.
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Die akute Kieferhöhlenentzündung dauert in der Regel bis zu 30 Tage. Die chronische Kieferhöhlen-entzündung ist wiederkehrend und dauert dann etwa bis zu 90 Tage. Je nach Krankheitsgefühl darf in der Krankheitsphase aber gearbeitet werden, sofern man auf regelmäßiges Händewaschen achtet. Die Ansteckungsgefahr ist vorhanden, aber nicht groß. Der Patient selbst sollte sich bei einer Kieferhöhlenentzündung erstmal verhalten wie bei einer Erkältung, sich also schonen, heiße Dampfbäder nehmen und viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Wichtig ist außerdem, Unterkühlungen und kalte Temperaturen zu vermeiden. Der Arzt könnte neben den üblichen Erkältungsmitteln auch noch abschwellende Nasensprays oder schleimlösende Medikamente verschreiben. Handelt es sich um eine bakterielle Entzündung, ist auch ein Antibiotikum eine Option. Liegen andere Gründe vor als eine Erkältung, könnten diese unter anderem operativ beseitigt werden, zum Beispiel durch eine Begradigung der Nasenscheidewand oder durch das Entfernen von Polypen.

Kiefergelenkprobleme

Wer Probleme mit dem Kiefergelenk hat, der könnte möglicherweise unter einer Schiefstellung des Gebisses leiden. Das Kiefergelenk ist der beweglichste Teil im ganzen Körper, es spielt eng mit Muskeln und Zähnen zusammen. Wenn das Kiefergelenk nicht einwandfrei funktioniert, kann es zu Schmerzen beim Reden, Essen und Lachen kommen.

Das Kiefergelenk verbindet den Unterkiefer mit dem Schädelknochen und kann sich als einziger Knochen in allen drei Achsen bewegen. Beeinträchtigungen der Zähne, so zum Beispiel ein Kariesbefall, können auch das Kiefergelenk schädigen. Oftmals sind die Schmerzen so gering, dass kaum jemand deswegen einen Arzt aufsucht, obwohl die Symptome von Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Nackenschmerzen und chronischen Verspannungen über Taubheitsgefühl in Armen und Fingern, Tinnitus und Halsentzündung bis hin zu Augenschmerzen reichen können. Kaum einer bringt solche Symptome in Verbindung mit dem Kiefergelenk.

Der Auslöser für chronische Probleme mit dem Kiefergelenk liegt nicht selten in der Psyche des Menschen. Natürlich sind auch angeborene, rheumatische oder infektionsbedingte Schädigungen der Kiefergelenke ein Mitverursacher bei chronischen Beschwerden, jedoch können weitere Faktoren wie Überbelastung, Zähneknirschen durch Stress, ein Unfall oder falscher Zahnkontakt durch nicht korrekt gemachte Füllungen, Kronen und Prothesen genauso ein Auslöser für chronische Schmerzen im Kiefergelenk sein. Auf Dauer schädigt die Fehlstellung des Kiefers auch das Knorpelgewebe und führt langsam zu einer Arthritis im Kiefergelenk. Was die wenigsten wissen: sogar eine Schiefstellung der Wirbelsäule kann durch Probleme mit dem Kiefergelenk ausgelöst werden. Deshalb ist eine ganzheitliche Behandlung von Kieferorthopäden und Krankengymnasten unausweichlich, da der Mensch wieder in Symmetrie gebracht werden muss.

Kiefergelenkprobleme führen oft zu Zähneknirschen, was mit einer Beißschiene unterbunden werden kann. © Fotolia.com

Kiefergelenkprobleme führen oft zu Zähneknirschen, was mit einer Beißschiene unterbunden werden kann.
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Probleme mit dem Kiefergelenk sind auch hörbar, so z.B. ein Knackgeräusch beim Bewegen des Kiefers. Können Sie dies auch bei sich beobachten, leiden Sie womöglich an einer Fehlstellung der Kaumuskulatur. Dabei rutscht die Gelenkzwischenscheibe zwischen den Kiefergelenkköpfchen und der Gelenkpfanne hin und her. Meistens richtet sich das von selbst wieder und man muss nicht gleich einen Arzt kontaktieren. Wenn Sie jedoch den Mund nicht mehr weit genug öffnen können, ist dies ein Zeichen für eine Kieferklemme und es sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Neben einem Zahnarztbesuch, werden noch weitere Behandlungen empfohlen um die Sache wieder ins Lot zu bringen. So wird beim Zähneknirschen gerne eine Beißschiene verschrieben, die der Betroffene beim Schlafen im Mund trägt, diese verhindert, dass die Zähne weiter abgenutzt werden. Begleitend ist Akupunktur, Cranio-sakral-Therapie und in manchen Fällen sogar eine Psychotherapie, welche die Ursachen für Stress und Blockaden im Leben des Patienten zu klären versucht. Dies alles geschieht stets im Einverständnis mit dem Patienten und sind lediglich Empfehlungen.

Zahnwurzelentzündung

Eine Zahnwurzelentzündung ist eine ernste Sache und Bedarf sofortiger Behandlung. Eine Zahnwurzelentzündung kann verschiedene Ursachen haben, meistens wird sie jedoch durch das Nicht-Erkennen von Karies ausgelöst.

Karies durch Zahnbelag führt oft zu einer Zahnwurzelentzündung. © Fotolia.com

Karies durch Zahnbelag führt oft zu einer Zahnwurzelentzündung.
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Der Karies frisst sich durch den Zahnschmelz bis hin zur Zahnwurzel und greift dann langsam den Zahnnerv an. Dieser beginnt, langsam abzusterben. Eine Zahnwurzelentzündung ist eine sehr schmerzhafte Angelegenheit, weil das Absterben eines Zahnnervs ein wenig dauert. Manchmal kann auch eine Verletzung, die bereits viele Jahre zurückliegt, eine Zahnwurzelentzündung auslösen. Das kann ein Sturz oder ein Schlag gewesen sein, der den Zahnnerv langsam hat absterben lassen. Manchmal entwickelt sich aus dem Abschleifen einer Krone eine Zahnwurzelentzündung. Dies nennt man Behandlungstrauma. Viele Menschen merken erst gar nicht, was sich da in ihren Zähnen so abspielt. Karies kann sich oftmals lange unentdeckt ausbreiten, bis der Patient überhaupt merkt, dass er Karies hat. Dies ist erst der Fall, wenn sich die Zahnwurzelentzündung langsam zu entwickeln beginnt. Anfangs sind es nur dumpfe Kopfschmerzen, erst einseitig, dann beidseitig.

Man spürt im Zahn einen Klopfschmerz und hat Probleme beim Kauen. Wenn die Zahnwurzel bereits richtig angegriffen ist, bilden sich Vereiterungen am Zahn, dies kann zum Anschwellen der Wange und des Kinns führen. Im weiteren Verlauf breitet sich der Schmerz über Ohren und Augen, manchmal sogar übers ganze Gesicht aus. Wenn man sich nicht rechtzeitig behandeln lässt, dann können die Bakterien den Kiefer angreifen und dort Schaden anrichten. Wer mit dem Verdacht auf eine Zahnwurzelentzündung zum Zahnarzt geht, der wird sich dort einigen Tests unterziehen müssen. Zunächst einmal wird der Zahnarzt den Kältetest durchführen, wenn der Nerv reagiert, dann besteht die Hoffnung, den Nerv noch zu retten.

Manchmal kann es passieren, dass der Patient auf den Kältetest ohne Schmerzen reagiert, obwohl der Nerv noch lebt. In diesem Fall reagiert er nicht, weil eine zu tiefe Zahnfüllung ihn verdeckt. Genau das Gegenteil kann auch der Fall sein, hier spürt der Patient den Schmerz, obwohl der Nerv schon tot ist. Deshalb werden Röntgenbilder von der Zahnwurzelentzündung gemacht, um sicherzugehen. Es kommt auch vor, dass der Zahn aus seiner ursprünglichen Position etwas hervorgehoben ist. Das nennt man Zahnverlängerung. Wird eine Zahnwurzelentzündung diagnostiziert, muss eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt werden. Dabei werden mithilfe von speziellen Feilen die Bakterien und abgestorbenes Gewebe aus dem Wurzelkanal entfernt. Danach werden die Hohlräume wieder gefüllt. Der Zahn wird mit einer Krone oder einem Inlay versetzt. Wird eine Zahnwurzelentzündung nicht behandelt, kann daraus eine Entzündung in den Kiefernknochen entstehen.

Zahnschmerzen

Viele Menschen kennen Zahnschmerzen aus folgendem Zusammenhang: Man leidet unter einer Erkältung oder einem grippalen Effekt mit Schnupfen, Halsschmerzen, Husten, Kopfschmerzen und vielleicht auch Fieber und zu allem Übel gesellen sich dann auch noch Zahnschmerzen hinzu.

Zunächst erscheint ein Gang zum Zahnarzt naheliegend, doch die Zahnschmerzen können tatsächlich auch ein Symptom einer nahenden oder bereits vorhandenen Erkältung sein. Die Zahnschmerzen sind zumeist im Oberkiefer angesiedelt, sie sind häufig drückend und verschlimmern sich, wenn der Betroffene zubeißt oder etwas kaut.

Am häufigsten treten Zahnschmerzen in Kombination mit einer Erkältung oder einer Grippe auf, wenn die Nasennebenhöhlen oder die Stirnhöhlen von einer Entzündung betroffen sind, bei einer sogenannten Sinusitis beispielsweise. Die entzündeten Nebenhöhlen üben einen Schmerzreiz aus, der sich durch die verbundenen Nervenbahnen bis zu den Zähnen fortsetzt. Außerdem kann es durch die verstopften Nasennebenhöhlen, die sich mit Sekret füllen, zu einem Druck kommen, der bis in den Oberkiefer reicht und dort die Zahnschmerzen verursacht.

Eine Erkältung kommt oft mit Zahnschmerzen daher. © Fotolia.com

Eine Erkältung kommt oft mit Zahnschmerzen daher.
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Eine Erkältung mit einer Entzündung im Bereich der Nebenhöhlen oder Stirnhöhlen, die mit Zahnschmerzen einhergeht, muss nicht zwangsläufig mit starkem Ausfluss aus der Nase auftreten. Wenn die Nebenhöhlen verstopft sind, kann es vorkommen, dass der Betroffene unter Kopfschmerzen leidet, die sich bis in den Kiefer fortsetzen, jedoch nicht unter Schnupfen, da die Nebenhöhlen verstopft sind und das Sekret nicht abfließen kann. Zahnschmerzen können ein Hinweis sein, dass sich eine Nasennebenhöhlenentzündung ankündigt, und sollten daher nicht ignoriert werden, auch wenn mit den Zähnen selbst alles in Ordnung ist.

Handelt es sich nur um eine leichte Erkältung, so ist es meist ausreichend, die Symptome wie gewohnt zu behandeln. Hilfreich, besonders gegen geschwollene, entzündete oder verstopfte Atemwege und auch betroffene Nebenhöhlen, ist es, zu inhalieren und die Nase zu spülen. Hierfür eignet sich eine Lösung mit Kochsalz. Auch das Einatmen von ätherischen Ölen kann hilfreich sein, um einer verstopften Nase zu begegnen, das Sekret abfließen zu lassen, und somit auch die Zahnschmerzen zu lindern. Bei einer starken Erkankung können Antibiotika helfen.

Wenn diese Symptome jedoch oft und stark auftreten, kann es sich auch um eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung handeln. In diesem Fall ist ein HNO-Arztbesuch angeraten, um diese Erkankung zu behandeln und somit auch zu verhindern, dass es immer wieder zu Zahnschmerzen kommt, deren Ursache in den Nasennebenhöhlen oder Stirnhöhlen liegt. Eine nicht oder nicht ausreichend behandelte Entzündung in diesem Bereich kann nicht nur Zahnschmerzen, sondern auch Komplikationen im Bereich der Augen oder ein Einbüßen des Geruchssinns zur Folge haben.

Nasennebenhölenentzündung

Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) wird durch eine entzündliche Erkrankung der Nasenschleimhäute ausgelöst. Meist liegt die Ursache bei Vieren oder Bakterien. Die Krankheit kann akut oder chronisch verlaufen.

Eine Nasennebenhöhlenentzündung resultiert oftmals aus einer Rachenentzündung. © Fotolia.com

Eine Nasennebenhöhlenentzündung resultiert oftmals aus einer Rachenentzündung.
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Die Nasennebenhöhlenentzündung tritt manchmal alleine auf, manchmal auch in Folge einer anderen Atemwegserkrankung wie einem Schnupfen oder einer Rachenentzündung. Meistens beginnt die Krankheit mit einem Schnupfen, der über Tage anhält. Dazu kommen dann Gesichtsschmerzen und ein Stauungsgefühl im Bereich des Gesichts. Der Schmerz verschlimmert sich, wenn man sich zum Beispiel nach vorne beugt, schnell aufsteht oder sonstige Aktivitäten unternimmt, die Druck auf das Gesicht ausüben. Die akute Nasennebenhöhlenentzündung kann außerdem Fieber verursachen und durch den zähen Schleim, der sich bildet, ist die Nasenantmung und Wahrnehmung von Düften eingeschränkt. Im chronischen Verlauf können genau wie im akuten Fall einzelne Nebenhöhlen oder alle betroffen sein.

Ist nur eine Nebenhöhle betroffen, sind die Symptome dort am stärksten zu spüren. Außerdem entstehen Schmerzen bei Druck oder Klopfen mit dem Finger auf die betroffene Stelle. Die Nasennebenhöhlen bestehen aus der Kieferhöhle, der Stirnhöhle, den Siebbeinzellen und der Steilbeinhöhle. Je nachdem, welche von der Nasennebenhöhlenentzündung betroffen ist, äußern sich die Schmerzen auch an anderen Stellen. Bei der Kiefernhöhlenentzündung zum Beispiel entsteht der Schmerz im Bereich der Wangen unterhalb des Auges, häufig kommen hier noch entzündliche Augenreaktionen hinzu. Die Ursache hierfür liegt z.B. bei einer erkrankten Zahnwurzel oder einer Zahnentfernung. Sie gehört aber ebenfalls zu dem Oberbegriff Nasennebenhöhlenentzündung. Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung kann noch zusätzliche Nebensymptome auslösen, dazu gehören Husten, Zahnschmerzen, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Ohrenschmerzen. Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung dauert mindestens 3 Monate und geht mit weniger oder gar keinen Schmerzen/Symptomen einher. Sie kann in seröser Form mit Polypen oder als eitrige Form mit chronisch vereiterter Nebenhöhle auftreten.

Die Behandlung der Nasennebenhöhlenentzündung kann in nicht-operativer oder in operativer Form geschehen. Zuerst werden abschwellende Nasentropfen verordnet, dazu können auch schleimlösende, entzündungshemmende und fiebersenkende Medikamente verschrieben werden. Auch Hausmittel wie Rotlicht oder Inhalation können helfen. Antibiotika ist nur bei bakteriell bedingter Ursache sinnvoll, meistens entsteht eine Nasennebenhöhlenentzündung jedoch durch Viren (z.B. nach einer anderen Atemwegsinfektion) Eine Operation wird angeordnet, wenn die konservativen Methoden nicht den gewünschten Erfolg bringen.