Eine Kyphose ist ein medizinischer Begriff, der eine nach hinten gewölbte Verkrümmung der Wirbelsäule benennt, wobei diese anatomisch, den häufig in der Laiensprache bezeichneten, Buckel im Brustbereich bildet. Übersetzt bezeichnet dieser griechische Begriff auch das Wort „Buckel“.

Jeder Mensch hat eine natürliche Kyphose, d. h. jeder hat im Brustbereich eine leichte nach hinten gewölbte Krümmung, die als Minimalkyphose bezeichnet wird, weil sie unauffällig ist. Fast immer wird die Kyphose aber in den Zusammenhang mit einer krankhaften Missbildung der Brustwirbelsäule gebracht, die sich als Rundrücken, der auch als Hyperkyphose bezeichnet wird, darstellt. Erst dann spricht man von einem Buckel, da dieser deutlich von der natürlichen Krümmung abweicht und sogar eine extreme Form der Krümmung darstellt. Eine Kyphose kann zusätzlich mit einer Skoliose, also einer seitlich verkrümmten Wirbelsäule, auftreten.

Urachen

Kyphose ist eine nach hinten gewölbte Verkrümmung der Wirbelsäule. © Fotolia.com

Kyphose ist eine nach hinten gewölbte Verkrümmung der Wirbelsäule.
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Insbesondere in den Industrienationen ist die, als krankhaft dargestellte Kyphose häufig anzutreffen. Oftmals liegt der Grund in der fehlerhaften Körperhaltung, die besonders während des Wachstums zu späteren unnatürlichen Verkrümmungen des Rückens führen kann. Die Muskeln versagen dadurch darin, die aufrechte Körperhaltung beizubehalten, wodurch die Wirbelschwingungen zusammensinken. Das hat wiederum eine Rückenverbiegung zur Folge – dadurch entsteht die Kyphose.

Überhaupt ist die Wirbelsäule, aufgrund des für Menschen typischen aufrechten Ganges, stark anfällig für Rückenerkrankungen, weil die charakteristische S-Form des Rückens sehr fragil und unstabil ist. Eine weitere Ursache liegt in altersbedingten Erkrankungen wie z. B. Osteoporose.

Auch kann die Kyphose angeboren sein, d. h. die Wirbelsäule eines Säuglings kann im Mutterleib fehlgebildet worden sein.
Ferner kann eine falsche Ernährung während des Kindesalters eine Ursache für Kyphose sein, wobei der Mangel an der Aufnahme von Vitamin D zu einer Knochenerweichung führen kann, die eine Krümmung der Wirbelsäule unter dem Gewicht des oberen Teils des Oberkörpers hervorrufen könnte.

Eine unnatürliche Krümmung der Wirbelsäule kann zu Schmerzen, Störungen der inneren Organe, ästhetische Probleme, sowie zu, daraus resultierenden, Depressionen führen. Auch kann die Krümmung des Rückens, bedingt durch die Vorschädigungen, weiterhin zunehmen.

Gegenmaßnahmen

Es gibt unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten gegen Kyphose, die nachfolgend aufgezählt werden.

  • Orthese: Eine Orthese ist ein Korsett, das dafür angefertigt wird, um die Wirbelsäule zu stabilisieren bzw. zu entlasten.
  • Operation: Auch durch einen chirurgischen Eingriff kann die Wirbelsäule stabilisiert werden.
  • Physiotherapie: Mittels gymnastischer Übungen (z. B. dem Trainieren der Rückenmuskulatur) können die aus der Kyphose resultierenden Leiden gemindert werden.

Definition einer Skoliose

Der Begriff „Skoliose“ kommt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie „krumm“ oder „verbogen“. Leidet Jemand unter dem Krankheitsbild „Skoliose“, dann meint man damit eine Verkrümmung bzw. eine Verbiegung der Wirbelsäule. Dabei kann es sich um eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule handeln, mit einer Verdrehung von einzelnen Wirbelkörpern oder einer Versteifung der Wirbelsäule handeln.

Die Skoliose wird in verschiedene Schweregrade eingeteilt. Dabei ist es vorher notwendig, dass bei der Diagnoseerstellung eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule gemacht wird. Anhand der Röntgenaufnahme ist eine Ermittlung der Schädigung mit Hilfe des Skoliosewinkels berechenbar.

Die Skoliose ist so in vier verschiedene Stufen ein teilbar.

Stufe 1: Eine Skoliose besteht bei einer Verkrümmung der Wirbelsäule bis zu einem Winkel bis 40 Grad.

Stufe 2: Von einer mittelschweren Skoliose wird gesprochen, wenn die Wirbelsäule eine Verkrümmung von 40 bis 60 Grad aufweist.

Stufe 3: Eine schwere Skoliose besteht bei einer Krümmung der Wirbelsäule von 60 bis 80 Grad.

Stufe 4: Bei einer Verkrümmung von über 80 Grad lautet die Diagnose „sehr schwere Skoliose“.

Die Ursache von Skoliose

Bei der Diagnoseerstellung von Skoliose wird eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule gemacht. © Fotolia.com

Bei der Diagnoseerstellung von Skoliose wird eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule gemacht.
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Die Entstehung einer Skoliose kann verschiedene Ursachen zugrunde haben. Zum einen kann es sich um eine angeborene Fehlbildung der Wirbelkörper handeln (= Kyphose). Zum anderen kann es um eine entzündliche Deformierung des Wirbelapparates bzw. um einen rachitischen Erweichungsherd handeln. Eine Erkrankung des Muskel- und Bindegewebes (z.B. Ehlers-Danlos-Syndrom) kann ebenso die Ursache sein.
Eine Veränderung des Beckens und des unteren Bereiches der Extremitäten kann ebenso Auslöser sein.

Welche Symptome machen sich bemerkbar

Die Symptome können sich als Lähmungserscheinungen in den Extremitäten erkennbar zeigen. Starke Schmerzen im Rückenbereich können sich ebenso als Symptome zeigen, wie eine Einschränkung der Lungenfunktion. Eine vornübergebeugte Haltung kann ebenso Aufschluss auf die Krankheit führen.

Welche Therapien werden angewandt

In leichten Fällen einer Schädigung ist eine Krankengymnastik und Schwimmen sehr heilsam. Bei schwereren Fällen ist das Tragen eine expliziten Korsetts (= Orthese) notwendig.

In sehr schweren Fällen ist nur noch eine Operation möglich, wobei es sich hier um einen gefährlichen Eingriff handelt.

Was ist eine Orthese?

Eine Orhtese ist ein Kraftträger, der zur Stabilisierung, Fixierung oder Entlastung eines Körperabschnittes dient. Sie kann nahezu bei jedem Körperabschnitt eingesetzt werden, je nach Verletzungsgrad und Art der Anbringung. Zu den Orthesen gehören u.a. Korsetts, Gehstöcke, Gips oder Halskrausen ebenso wie orthopädische Schienen für Arme oder Beine.

Anwendungsgebiete der Orthese

Eine Orhtese ist ein Kraftträger, der zur Stabilisierung, Fixierung oder Entlastung eines Körperabschnittes dient. © Fotolia.com

Eine Orhtese ist ein Kraftträger, der zur Stabilisierung, Fixierung oder Entlastung eines Körperabschnittes dient.
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Zur Stabilisierung und Entlastung des Beckens bei Bänderlockerung oder anderen Störungen im Beckenbereich gibt es Orthesen, die um die Lende angelegt werden. Sie sind durch Zuggurte einstellbar, stabilisieren und gleichzeitig wird durch eine Zweiteilung an der Rückseite der Schmerzpunkt massiert, was Linderung bringt.
Die Beckenorthesen fallen äußerlich nicht auf und das atmungsaktive Material lässt genügend Luft an die Haut.

Bei Schmerzen im Rücken gibt es Stabilorthesen, die die Lendenwirbelsäule aufrichten und somit die Bandscheiben entlasten. Sie können der Körperform angepasst werden und sind so beim Tragen kaum zu spüren.

Orthesen für das Fußgelenk kommen zum Einsatz nach einem Knöchelbandriss, nach einer OP oder bei einer generellen Verletzung am Sprunggelenk. Sie schützen vor hohen Belastungen und einem unkontrollierten Umknicken. Sie sind leicht anzulegen und sowohl mit als auch ohne Konfektionsschuh zu tragen.

Bei Kreuzbandrissen oder nach Operationen am Meniskus muss das Kniegelenk eine Zeit lang ruhig gehalten werden. Hierfür sind Orthesen zur Stabilisierung des Kniegelenks wichtig. Sie passen sich dem Bein an, sind rutschhemmend und die Bänder werden dadurch, dass sich das Knie nicht bewegen kann, geschont.

Bei der Anwendung an der Wirbelsäule, beispielsweise durch eine Skoliose oder Kyphose, werden spezielle Orthesen angewendet, die Korsetts. Da eine Skoliose eine Wirbelsäulenverschiebung in zwei Richtungen ist, wird hier eine besondere Behandlung nötig. Ziel der Korsettbehandlung ist es, die Verkrümmung der Wirbelsäule aufzuhalten, zu korrigieren und eine OP zu verhindern. Das spezielle Korsett übt nur dort Druck aus, wo er auch benötigt wird. Alle anderen Bereiche werden nicht in Anspruch genommen.

Vorbeugend bei Osteoporose

Bei Patienten mit Osteoporose ist es wichtig, dass die Knochen gestärkt werden und der Patient sich viel bewegt. Da es bei Osteoporose wichtig ist, auf einen sicheren Gang zu achten, da bei einem Sturz leicht Knochen brechen können, helfen zur Unterstützung als Stärkung für die Knochen Korsetts.

Allerdings werden sie heute meist nur noch bei Schmerzen eingesetzt, etwa wenn sich Wirbel durch die Krankheit extrem verschoben haben.

Verkrümmung der Wirbelsäule

Eine Verkrümmung der Wirbelsäule, auch Skoliose genannt, ist eine Erkrankung, bei der die Wirbelsäule eine oder mehrere anomale Krümmungen zeigt. Die Krümmungen können zum einen das Körpergleichgewicht beeinträchtigen und außerdem Ursache für weitere gesundheitliche Probleme sein.

Betrachtet man einen gesunden Körper von hinten, so weist die Wirbelsäule hier eine gerade Linie auf. Bei einer Skoliose hingegen ist die Wirbelsäule S- oder C- förmig verkrümmt.
Nicht verwechselt werden sollte die Skoliose mit der Kyphose, die eine verstärkt nach hinten gebogene Ausbuchtung des Rückens bezeichnet und umgangssprachlich auch „Rundrücken“ genannt wird.

Ursachen

In mehr als 90% der Fälle ist die Ursache der Skoliose nicht bekannt. Man spricht hier auch von der sogenannten idiopathischen Skoliose. Den restlichen 10% der Fälle liegen als Ursache beispielsweise angeborene Wirbelfehlbildungen, Nerven- und Muskelerkrankungen oder Tumoroperationen im Bereich der Wirbelsäule zugrunde. Bei der sogenannten metabolischen Skoliose liegt die Ursache der Verkrümmung in einer Erkrankung des Knochenstoffwechsels wie beispielsweise der Osteoporose.

Symptome

Es gibt mehrere Anzeichen, die auf eine Skoliose hindeuten können. Dies sind beispielsweise eine unterschiedliche Schulterhöhe, eine unterschiedliche Höhe der beiden Seiten des Brustkorbs, eine schiefe Taille und eine Seitwärtsneigung des Körpers.

Zu Beginn der Skoliose treten meist keine nennenswerten Beschwerden auf. Schreitet die Erkrankung jedoch fort, kommt es zu Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule. Die Patienten leiden dann oft unter starken Rückenschmerzen. Bei extrem ausgeprägten Befunden kann durch die Verkrümmung schließlich sogar die Funktion innerer Organe beeinträchtigt werden.

Therapie

Eine Verkrümmung der Wirbelsäule wird auch Skoliose genannt. © Fotolia.com

Eine Verkrümmung der Wirbelsäule wird auch Skoliose genannt.
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Wie die Skoliose behandelt wird, hängt vom Grad der Seitwärtskrümmung der Wirbelsäule ab.
Therapie der ersten Wahl ist dabei immer eine konservative Behandlung, bei der kein chirurgischer Eingriff nötig ist. Bei nur sehr geringen Verkrümmungen unter 20 Grad, lohnt der Versuch, die Verkrümmung durch gezielte krankengymnastische Übungen zu begradigen. Diese Übungen sollen die Rumpfmuskulatur stärken und damit der Wirbelsäule verstärkten Halt bieten.

Beträgt die seitliche Krümmung der Wirbelsäule etwa 25 bis 40 Grad und befindet sich der Patient noch im Wachstum, besteht die Therapie im Tragen eines Korsetts, in der Fachsprache auch Orthese genannt. Um die Effektivität dieser Behandlungsmethode zu gewährleisten, muss das Korsett möglichst viel getragen werden, am besten rund um die Uhr.

Beträgt die Krümmung der Wirbelsäule dagegen mehr als 40 Grad oder hat die konservative Behandlung keinen ausreichenden Erfolg gebracht, so ist eine Operation anzuraten. Im Rahmen dieser Operation werden Schrauben-Stabsysteme in den Körper eingebracht.

Nachdem die operative Korrektur erfolgt ist, muss der behandelte Wirbelsäulenabschnitt versteift werden, um in der Folge eine ausreichende Stabilität gewährleisten zu können.

Was ist Osteoporose?

Mit Osteoporose wird der Knochenschwund oder die Abnahme der Knochendichte bezeichnet. In den ersten drei Lebensjahrzehnten baut der Knochen auf. Durch den gestörten Aufbau in dieser Zeit kann sich schon frühzeitig eine Osteoporose entwickeln. Bei Bewegungsmangel kann ebenso eine Osteoporose entstehen, wie bei Übersäuerung und Hormonmangel.

Diese Krankheit kann eine Skoliose und Schrumpfung der Wirbelsäule bewirken. Das Skelett wird anfällig für Knochenbrüche. Ein Knochenbruch kann dabei auftreten ohne vorherige Gewalteinwirkung.

Eine Alterskrankheit?

Bisher wurde Osteoporose vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren vermutet, bedingt durch den Rückgang der Produktion des Hormons Östrogen. Die Einnahme dieses Hormons ist aber bedenklich. Die Knochendichtemessung ermittelt einen Wert, der einen Vergleich mit Frauen gleichen Alters bietet. Die Knochendichtemessung ist erst seit 1985 möglich, sodass diese Krankheit noch nicht restlos erforscht ist.

Frauen nach den Wechseljahren und Männer ab dem 70. Lebensjahr leiden häufig an Knochendeformierungen, die im Abbau der Knochendichte seine Ursache hat. Das alterstypische Bild ist ein vorgeschobener Bauch, bei einer von Kyphose gezeichneten Wirbelsäule. Eine Orthese kann eine hilfreiche Unterstützung der Wirbelkörper sein, um eine weitere Verschlechterung zu verhindern und den Halt der Muskeln bei Schmerzen unterstützen.

Sinterung von Wirbelkörpern

Mit Osteoporose wird der Knochenschwund oder die Abnahme der Knochendichte bezeichnet. © Fotolia.com

Mit Osteoporose wird der Knochenschwund oder die Abnahme der Knochendichte bezeichnet.
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Bei Wirbelkörpern, die stark von der Osteoporose betroffen sind, kann die brüchige Substanz der Wirbel in sich zusammenfallen. Unter einem Sinterungsbruch gibt der erkrankte Knochen dem auf ihm lastenden Gewicht nach. Es kann dabei eine Kyphose entstehen.

Problematische Behandlung

Kalzium ist ein wichtiger Baustein für den Knochen. Nur kann er oft durch eine ungesunde Ernährung nicht aufgenommen werden und wird vermehrt über die Nieren ausgeschieden. Der Aufbau der Knochen und die Verwertung sind in der Jugendzeit am effektivsten.

Später ist daran zu denken, nicht nur Kalzium zuzuführen, sondern auch Stoffe, die für die Verarbeitung von Kalzium und andere Mineralien sorgen. Den Kalziumstoffwechsel anregen sollen unter anderem Bisphosphonate. Die medikamentöse Behandlung mit Bisphosphonate kann schwerwiegende Nebenwirkungen im Bereich des Kiefers haben und besonders nach Zahnbehandlungen zum Verlust von Teilen des Kiefers führen.

Bewegung und Ernährung

Viele Gemüsesorten, wie Spinat, sorgen für einen gesunden und intakten Kalzium- und Mineralstoffwechsel. Der Knochenaufbau kann auch im Alter noch angeregt werden durch Bewegung und Sport. Eine halbe Stunde Aufenthalt in der Sonne regt zusätzlich die natürliche Produktion von Vitamin D an.

Ein gesundes Leben mit Sport und gesunder Ernährung, sowie einer angemessenen Vitaminzufuhr, kann eine Osteoporose im Alter verhindern. Die Ernährung mit vorwiegend pflanzlicher Nahrung, eine basenreiche Ernährungsart, zeigte Erfolge.

Es kann ein Zusammenhang mit der Übersäuerung des Körpers und der Entstehung von Osteoporose angenommen werden. Mit Sport soll so schnell wie möglich angefangen und nie aufgehört werden, damit das menschliche Skelett seine Knochendichte ein Leben lang erhält.