Der Leistenbruch (auch als Eingeweidebruch bezeichnet) befindet sich im Bereich des Leistenkanals. Bindegewebe, Muskeln sowie Sehnen bilden einen festen Schutz des Bauchraums und der Körperhöhlen. Kommt es an diesen Abschnitten zu einer Schwachstelle, entstehen Lücken – der Leistenbruch.

Vermehrt tritt der Leistenbruch bei Männern aller Altersgruppen auf. In der Kindheit tritt er bei bis zu 3 % der Kindern auf, bei Säuglingen etwa bei 5 %. Bei Männer entsteht sehr oft ein Leistenbruch, weil der Samenstrang im Leistenkanal verläuft und an seinem Ausgangspunkt in den Hoden einläuft. Damit ist der Körperbereich um den Leistenkanal und ganz besonders sein Ausgang, bei Männer extrem sensibel und verletzbar. Ein Bruch muss immer frühzeitig operiert werden, da sonst die Gefahr einer lebensbedrohlichen Einklemmung und Absterben von Darmstücken auftreten kann.

Ursachen für einen Leistenbruch

Im Kindesalter liegen die Ursachen für einen Leistenbruch oft an der Beschaffenheit des Verbindungskanals. Es handelt sich hierbei um ein Teilstück des Bauchfell, das in der fötalen Entwicklung durch Bewegung des sich in der Bauchhöhle heran bildenden Hodens durch den Leistenkanal in den Hodensack gedrückt wird. Kurz vor der Geburt verschließt sich der Kanal von alleine. Bleibt dieses jedoch aus, kann es in der weiteren Entwicklung zum Eindringen von den im Bauch befindlichen Organen in den Kanal kommen. Angeborene Leistenbrüche werden als indirekte Brüche bezeichnet.

Im Erwachsenenalter kann durch einen erhöhten Bauchinnendruck z.B. durch chronisches Husten, körperliche Schwerstarbeit, chronische Verstopfung, starkes Pressen sowie eine Veranlagung zur Bauchwandschwäche ein Bruch ausgelöst werden. Auch bei Frauen in der Schwangerschaft können solche Brüche auftreten.

Symptome bei einem Leistenbruch

Im Kindesalter schwellt die Leiste oft schmerzlos an. Diese Schwellung wird meist bei der Körperpflege oder beim Wickeln entdeckt. Im Erwachsenenalter bemerkt man die sichtbare und tastbare Schwellung auch sehr schnell. Die Schwellung kann durch Pressen oder Husten hervorkommen. Im Liegen kann man diese problemlos wieder eindrücken.

Meist verursacht der Leistenbruch keine Schmerzen, sondern man spürt lediglich ein leichtes Druckgefühl. Im Laufe der Zeit kann sich die Schwellung jedoch vergrößern und sich bei Männern als Hodenbruch bemerkbar machen. Lässt sich die Schwellung in der Leistengegend nicht mehr eindrücken und werden die Schmerzen immer stärker, liegt sehr wahrscheinlich ein eingeklemmter Bruch vor. Man sollte sofort ins Krankenhaus fahren, denn durch die Einklemmung schwillt der Darm an und klemmt die Blutzufuhr ab. Außerdem kann es zum Darmverschluss kommen.

Diagnose Leistenbruch

Für eine genaue Diagnose werden MRT und Sonographie eingesetzt. Doch zuvor tastet der Arzt, bei der Untersuchung, den Bereich um die Leiste ab. Beim Mann lässt sich so der Ausgang des Leistenkanals durch den Hodensack erfühlen.

Nach Aufforderung des Arztes fängt der Patient an zu Husten, damit der Arzt fühlen kann wie der Bruchsack ausschlägt. Der Arzt kann nach diesem Vorgang eine genaue Diagonse stellen.

Therapie bei einem Leistenbruch

Ein operativer Eingriff ist der einzige Ausweg, um Einklemmungen von Organen und damit verbundenen lebensgefährlichen Folgen zu verhindern. Das offene Verfahren besteht darin, dass mit einer speziellen Nahttechnik die Bruchpforte verschlossen und die Leistenkanalhinterwand gestärkt wird.

Diese Nahttechnik wird meist bei Jugendlichen sowie kleinen Bruchpforten angewandt. Im Kindesalter wird der Bruchsack in der Leiste ergründet und in den Bauchraum zurück geschoben, der Bruchsack abgetragen und dann verschlossen. Eine Verstärkung der Leistenkanalhinterwand wird bei kindlichen Leistenbrüchen nicht praktiziert.

Bei der minimalinvasiven Operationstechnik wird der Bruch mit einen Netz geschlossen. Hier gibt es wiederum zwei Verfahren, die zu unterscheiden sind:
Zum einen kommt die Tapp-Technik zum Einsatz, dabei wird das Netz laparoskopisch, dass bedeutet über einer Bauchspiegelung vom Bauchraum aus über den Brucheingang, angebracht. Das Bauchfell wird aufgeschnitten und zum Ende der Operation wieder zugenäht.

Die andere Technik nennt sich Tep-Technik. Bei diesen Verfahren wird das Netz, anhand von einer Bauchdeckenspiegelung zwischen Muskulatur und Bauchfell, ohne Schnitte, ohne Metallclips und Nähte eingebracht.

Einem Leistenbruch vorbeugen

Es sollten Übergewicht, chronische Verstopfung und das Tragen schwerer Laster vermieden werden. Zusätzlich ist ein regelmäßiges Bauchmuskeltraining eine Möglichkeit, das Risiko eines Leistenbruch zu reduzieren.