Unter einem Lymphödem versteht man eine tastbare und sichtbare Schwellung an einem Körperteil. Diese Schwellung entsteht infolge einer Stauung der Lymphflüssigkeit. Diese hellgelbe Flüssigkeit, die sogenannte Lymphe enthält das Lymphplasma sowie Lymphozyten. Diese Lymphe fließt in den Lymphbahnen.

Durch Lymphknotenstationen werden diese Bahnen unterbrochen. Wenn die Lymphe diese Lymphknotenstationen passiert wird sich gefiltert beziehungsweise gereinigt. Sie entziehen dabei beispielsweise Giftstoffe und Krankheitserreger. Wenn dieser Lymphfluss gestört ist, kommt es zu der kennzeichnenden Schwellung. Bei einer chronischen Lymphstauung werden Wassereinlagerungen gebildet. Der betroffene Körperteil verändert sich dabei häufig in seinem Umfang. Dabei schwillt es nicht nur an, sondern füllt sich prall mit Flüssigkeit.

Ursachen Lymphödem

Die Ursachen eines Lymphödems sind vielfältig. Meist liegt ein Verschluss der Lymphbahnen vor. Dadurch kommt es zu einem erhöhten Lymphdruck und die Lymphflüssigkeit tritt in das umliegende Gewebe ein. Hierdurch kommt es zur sichtbaren Schwellung. In seltenen Fällen liegt bei einem Lymphödem eine veränderte Zusammensetzung der Lymphflüssigkeit vor. Eine weitere Ursache können Schäden an der Erbanlagen oder auch Allgemeinerkrankungen sein.

Diagnose & Verlauf bei einem Lymphödem

Stemmer Zeichen

Stemmer Zeichen
(© Andreas Wittlinger – de.wikipedia.org)

Ein Arzt erkennt das Lymphödem meist anhand der vorliegenden Symptome. Zur Diagnosefindung ist wichtig, das Lymphödem von einem venösen Ödem abzugrenzen. Außerdem müssen zwischen den beiden Formen des Lymphödems unterscheiden, also zwischen sekundären und primären Lymphödem. Der Arzt kann ein primäres Beinlymphödem durch eine Untersuchung an den Zehen feststellen. Denn nur bei diesem Lymphödem sind die Zehen quaderförmig angeschwollen, man spricht vom sogenannten Kastenzeichen.

Ein weiteres Merkmal ist das Stemmer-Zeichen. Die Haut an den Zehen lässt sich wegen der Schwellung nicht mehr in Faltenform anheben. Ein sekundäres Lymphödem wird häufig durch Blutuntersuchungen, Ultraschall und Röntgen oder einem Lymphabflussszintigraphie diagnostiziert. Bei der Diagnose wird auch gleich das Lymphödem-Stadium festgestellt. Dies ist für die weitere Behandlung wichtig. Dabei werden vier Lymphödem-Stadien unterschieden.

Behandlung bzw. Therapie eines Lymphödems

Die Therapie eines Lymphödems zielt in erster Linie darauf ab, eine Entstauung zu erreichen. Außerdem ist es beim Lymphödem ratsam, ein paar Regeln zu beachten: Im wenig fortgeschrittenen Stadium kann eine Therapie schon darin bestehen, dass das angeschwollene Körperteil hochgelagert wird. Es soll zudem einschnürende oder enge Kleidung getragen und jede Verletzung vermieden werden. Liegen Hautrötung, Schüttelfrost oder Fieber vor, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Bei einem sekundären Lymphödem muss das Lymphödem an sich behandelt werden.

Einem Lymphödem vorbeugen

Egal ob ein Lymphödem unbekannter oder erblicher Ursache vorliegt, vorbeugen kann man keinem. Es gibt allerdings Möglichkeiten das Risiko eines erworbenen Lymphödems zu verringern. Zum Beispiel ist es hierzu ratsam, Übergewicht zu reduzieren oder zu vermeiden. Durch Übergewicht steigt das Risiko eines Lymphödems um 40 bis 60 Prozent. Wer bereits ein erhöhtes Risiko hat, sollte darauf achten, dass sein Body-Mass-Index, kurz BMI den Wert von 25 nicht übersteigt.

Frauen die an Brustkrebs gelitten haben oder leiden, haben zudem ein erhöhtes Risiko an einem sekundärem Lymphödem in den Armen zu erkranken. Wer ein erhöhtes Risiko hat, sollte zudem regelmäßig einen Arzt aufsuchen und sich auf mögliche Lymphödeme untersuchen lassen. Damit das Risiko für ein sekundäres Lymphödem gering gehalten werden kann, ist es beim Entfernen einer Lymphknotenstation bezüglich einer Krebstherapie wichtig, den Umfang der Operation auf das Wichtigste zu beschränken, damit das Lymphsystem so gering wie möglich verletzt wird.

Medikamente und Hausmittel gegen ein Lymphödem

Zur Behandlung eines Lymphödems gibt es je nach Art des Ödems verschiedene Medikamente. Dabei unterscheiden sich rezeptfreie wie rezeptpflichtige Medikamente. Wassereinlagerungen im Gewebe können mit rezeptfreien Medikamenten behandelt werden, dazu zählen vor allem Aescin, Bromelain, Heparin oder natürliche rote Weinlaubblätter.

Zur Behandlung mit rezeptpflichtigen Medikamenten verordnet der Arzt häufig Furosemid, Dexamethason, Hydrochlorothiazid + Triamteren, Spironolacton, Hydrochlorothiazid oder Torasemid.