Was ist eine Makuladegeneration?

Bei der Makuladegeneration handelt es sich um eine schwerwiegende Augenerkrankung. Vor allem im höheren Lebensalter kommt es zu der allmählichen Zerstörung der Sehzellen in der Mitte der Netzhaut. Diese altersbedingte Makuladegeneration (AMD) kann schwere Sehbehinderungen verursachen.

Die Ursache für eine Makuladegeneration

Nach den Erkenntnissen der Medizinwissenschaft spielt die genetische Veranlagung als Auslöser für die AMD die größte Rolle. Die Entstehung der AMD wird von einigen Risikofaktoren begünstigt. Dazu gehören ein jahrelanger Nikotinkonsum und ein unbehandelter, erhöhter Blutdruck. Auch die Belastung der Sehzellen durch häufige und starke UV-Strahlung erhöht die Wahrscheinlichkeit, an AMD zu erkranken. Im Augenhintergrund lagern sich im Laufe des Lebens Ablagerungen unter der Netzhaut ab. Vor allem im Alter verursacht dieser Prozess in der Pigmentschicht unter der Netzhaut Schädigungen. In der Folge der Gewebeveränderungen atrophieren Sinneszellen, die das Sehen ermöglichen. Das bedeutet: Die Sinneszellen gehen zugrunde. In diesem Stadium leidet der betroffene Patient unter einer trockenen Makuladegeneration. Der Prozess der AMD verstärkt sich, wenn sich unter der Netzhaut im Bereich der Makula neue Blutgefäße bilden, die jedoch eine geringe Stabilität aufweisen. Aus den Gefäßwänden kann Blut austreten, die Wucherungen der neuen Blutgefäße können zu Schwellungen und zur Ablösung der Netzhaut führen. Dadurch sterben weitere Sehzellen ab.


Die Symptome der altersbedingten Makuladegeneration

Eine Makuladegeneration kann zu Erblindung führen (BigStock by endomotion, Stock Foto 660671)

Eine Makuladegeneration kann zu Erblindung führen (BigStock by endomotion, Stock Foto 660671)

Die Makula wird auch als „Gelber Fleck“ bezeichnet. Dieser Gelbe Fleck befindet sich auf der Mitte der Netzhaut und ist die Stelle des schärfsten Sehens. Bei der AMD gehen vor allem in diesem Bereich die Sinneszellen für das Sehen zugrunde. Die Folge können graue Schatten im Gesichtsfeld sein, das wahrgenommene Bild ist verschwommen. Gerade Linien werden wellenförmig und verzerrt gesehen. Farben können nur noch schwer erkannt und unterschieden werden. Die durch eine AMD verursachte Sehstörung entwickelt sich oft langsam über Jahre. Zu Beginn der Erkrankung bemerken die Patienten kaum Beeinträchtigungen. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine schwere Sehbehinderung bis hin zur Erblindung entstehen.

Der Verlauf der Makuladegeneration

  • Bei dem Krankheitsbild der altersbedingten Makuladegeneration muss zwischen zwei möglichen Stadien unterschieden werden. Die am häufigsten auftretende Form ist die trockene Makuladegeneration. Zunächst kaum merkbar, nimmt die Sehschärfe vor allem im Zentrum des Blickfeldes nach und nach ab. Manchmal kommt der Prozess spontan zum Stillstand, ohne dass es dafür eine Erklärung gäbe. Bei etwa 10 Prozent der Patienten nimmt die trockene Makuladegeneration einen schwerwiegenden Verlauf, indem sie sich in eine feuchte Makuladegeneration umwandelt.
  • Bei der Form der feuchten Makuladegeneration lässt das Sehen im zentralen Gesichtsfeld innerhalb von kurzer Zeit nach. Ein wichtiger Hinweis auf diese schwere Form der Makuladegeneration ist, dass Linien, die eigentlich schnurgerade sind, nur noch gebogen wahrgenommen werden. Das Sehen erscheint verzerrt und im zentralen Bereich des Blickfeldes erkennt der Patient nur noch einen dunklen Fleck. Im weiteren Verlauf der feuchten Makuladegeneration droht die Erblindung.

Die Behandlung der Makuladegeneration

  • Die trockene Makuladegeneration kann heute noch nicht wirksam behandelt werden. Die Patienten sollten auf einen gesunden Lebensstil mit ausreichender und regelmäßiger Bewegung achten. Das hat positive Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Bewegung und eine hochwertige Ernährung regulieren das Körpergewicht, die Werte des Blutdrucks und der Blutfette. Es sollte auf eine vitaminreiche Ernährung geachtet werden. Zusätzlich, so lautet die Empfehlung der Augenärzte, kann mit der Einnahme von hoch dosierten Vitaminen und Mineralstoffpräparaten versucht werden, das persönliche Risiko für die Atrophie der Sehzellen zu minimieren. Da das Rauchen das Risiko für die Erkrankung signifikant erhöht, sollten Patienten mit AMD spätestens jetzt den Nikotinkonsum einstellen.
  • Bei der feuchten Makuladegeneration gibt es Behandlungsansätze, die die Gefäßneubildung hemmen sollen. Eine Heilung ist nicht möglich. Die atrophierten Sinneszellen bilden sich nicht mehr neu. Mit einer Spritzentherapie soll der Fortschritt der feuchten Makuladegeneration verhindert werden. Das Medikament im Rahmen der Anti-VEGF-Therapie wird direkt in den Glaskörper des Auges gespritzt. Die Wirkstoffe sollen den Botenstoff VEGF, der für das Wachstum der neuen, instabilen Blutgefäße verantwortlich ist, hemmen.
  • Nur bei Patienten, die sich am Anfang des Prozesses der feuchten Makuladegeneration befinden, ist die Lasertherapie möglich. Durch den Laserstrahl werden die undichten Gefäßneubildungen verödet. Allerdings kann durch die Behandlung auch gesundes Gewebe im Auge beeinträchtigt werden, was auf die Sehleistung ebenfalls negative Auswirkungen haben kann. Daneben gibt es Versuche, durch eine Strahlentherapie den zerstörerischen Prozess im Auge aufzuhalten.
  • Kommt es zu starken Blutungen durch die instabilen Blutgefäße unter der Netzhaut, muss das Auge operiert werden. Diese umfangreiche Operation ist mit vielen Risiken verbunden. Um das ausgetretene Blut und die Gefäßneubildungen entfernen zu können, muss der Glaskörper entnommen werden. Anschließend wird ein künstlicher Glaskörper eingesetzt. Die operative Transplantation von Sehzellen befindet sich noch im Forschungsstadium.
  • Um die Sehschwäche des an AMD leidenden Patienten auszugleichen, gibt es professionell angepasste Sehhilfen, die natürlich niemals das normale Sehen wiederherstellen können.
  • Die Alternativmedizin bietet einige Methoden für die Behandlung der AMD. Neben einer homöopathischen Konstitutionsbehandlung wird die Augenakupunktur nach Boel oder eine Ozontherapie angeboten. Die Therapeuten verweisen immer auf eine gesunde Ernährung und insgesamt einen aktiven Lebensstil. Die orthomolekulare Medizin setzt wie die Schulmedizin auf die Gabe von Vitaminen und Spurenelementen.

Die Vorbeugung von Makuladegeneration

In den meisten Fällen spielt eine genetische Disposition bei der Erkrankung eine Rolle. Hundertprozentig schützen kann man sich mit Vorbeugemaßnahmen vor dem Entstehen der Augenkrankheit nicht. Durch den Verzicht auf das Rauchen, durch viel Bewegung und eine gesunde Lebensweise ist es jedoch möglich, die Risikofaktoren zu begrenzen.

Häufig gestellte Fragen:

  1. Ab wann kann altersbedingte Makuladegeneration auftreten?
    Die AMD beginnt bei vielen Menschen bereits ab dem 50. Lebensjahr. Zunächst bemerkt der Betroffene noch keine Einschränkungen in der Sehleistung. Je nach Fortschritt können sich bereits ab dem 60. Lebensjahr die ersten Symptome bemerkbar machen. Oft treten ernsthafte Beschwerden aber auch erst später auf.
  2. Wie entsteht eine trockene Makuladegeneration?
    Im Laufe des Lebens bilden sich im Augenhintergrund Ablagerungen. Besonders durch das Rauchen wird dieser Prozess verstärkt. Die Bildung dieser Drusen, wie die Ablagerungen auch bezeichnet werden, führt zu einer Atrophie der Sehzellen. Am stärksten ist davon die Makula, der Fleck des schärfsten Sehens betroffen.
  3. Wie verläuft eine Makuladegeneration Behandlung?
    Bei einer trockenen Makuladegeneration wird zur konsequenten Einhaltung eines gesunden Lebensstils geraten. Die Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen soll den Prozess der Zerstörung der Sehzellen verlangsamen.
    Bei der feuchten Degeneration der Makula wird mit einer Spritzenbehandlung versucht, die Gefäßneubildungen zu reduzieren. Bei Netzhautblutungen muss das Auge operiert werden.
  4. Was sind die häufigsten Augenkrankheiten?
    Zu den häufigsten Erkrankungen der Augen zählen vor allem die Kurz- und die Weitsichtigkeit. Hornhautverkrümmungen, der Graue Star, der Grüne Star und die AMD sind weitere häufig diagnostizierte Krankheitsbilder.
  5. Wie sieht man mit Makuladegeneration?
    Im fortgeschrittenen Stadium der AMD sieht der Patient in der Mitte des Blickfeldes nur noch einen dunklen Fleck. Erste Anzeichen können ein verzerrtes und verschwommenes Sehen sein. Wenn gerade Linien als Wellen wahrgenommen werden, weist dies bereits auf eine feuchte Degeneration der Makula hin.