Was ist Malaria?

Malaria ist eine Tropenkrankheit und wird von Wirtszelle zu Wirtzelle übertragen. In stark bevölkerten Regionen ohne Malariaprophylaxe haben die Parasiten leichtes Spiel. Malariaparasiten benötigen zum Überleben zwei Wirte, einmal die Mücke und einmal den Menschen. In jeder Wirtszelle erreichen die Parasiten ein anderes Lebensstadium und verändern dabei ihre Form. Dieser permanente Kreislauf ist schwer zu unterbrechen. Auf diese Weise verbreitet sich die Krankheit quasi von selbst. Es ist sehr schwierig, ein Gegenmittel gegen Malaria zu entwickeln.

Die Ursache für Malaria

Malaria wird durch den Stich einer speziellen Mücke übertragen (Bildquelle: BigStock by Gregor909, Stock Foto 25065998)

Malaria wird durch den Stich einer speziellen Mücke übertragen (Bildquelle: BigStock by Gregor909, Stock Foto 25065998)

Die Krankheit wird durch den Stich der Anopheles-Mücke übertragen. Nur bestimmte Anopheles-Arten kommen dafür infrage. Obwohl die Mücken nicht lange leben, können sie in kurzer Zeit Tausende Eier ablegen. Dies geschieht in stehenden Gewässern wie Seen, Sümpfen oder Teichen. Nach wenigen Tagen schlüpfen kleine Mücken aus. Der Überträger der Krankheit ist jedoch nicht die Mücke selbst, sondern ein Parasit, das Plasmodium. Diesen Parasiten trägt die Mücke auf ihrem Körper. Es gibt unterschiedliche Arten von Malaria, die von unterschiedlichen Parasiten übertragen werden. Am gefährlichsten ist die Malaria Tropica, die durch das das Plasmodium Falciparum übertragen wird. Der Parasit kann sich nun im menschlichen Körper ausbreiten und wird über die Blutbahn zu den Organen transportiert. Er kann auch die roten Blutkörperchen befallen. Bei fehlender Behandlung sterben durchschnittlich 10 % der mit Malaria infizierten Menschen. Damit sich der Parasit in den Mücke problemlos entwickeln kann, sind hohe Temperaturen nötig. Je wärmer, desto besser für den Erreger. Bei 28° C vermehrt sich der Malariaerreger innerhalb einer Woche, bei Temperaturen unter 15 °C kann er dies nicht.

Die Symptome von Malaria

Die Krankheit verursacht grippeähnliche Beschwerden. Zunächst bekommt der Erkrankte Kopf- und Gliederschmerzen und unregelmäßige Fieberschübe. Die Fieberschübe werden von heftigem Schüttelfrost begleitet. Wird der Kranke bereits bei den ersten Fieberschüben nicht behandelt, entwickeln sich die Plasmoiden weiter und bleiben als Merozoiten im Blut. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit. Da die Organe nicht mehr richtig mit Sauerstoff versorgt werden können, versagen sie teilweise. Der Erkrankte fällt in ein Koma mit hohem Sterberisiko.

Der Malaria-Verlauf

Damit die Eier der Mücke ernährt werden können, benötigen die weiblichen Tiere Blut. Wird der Mensch von einem infizierten Weibchen der Anopheles-Mücke gestochen, gelangen die Erreger in die Blutbahn. Der Mensch spürt zwar nur den juckenden Stich, doch in seinem Körper hat schon ihre Vermehrung begonnen. Nach wenigen Minuten gelangen die einzelligen Sporozoiten in die Leber, wo sie sich einnisten. Nun verändern sie ihre Form und werden zu vierkernigen Gebilden. Diese spalten sich in wenigen Tagen wiederum in Teilsprösslinge, die Merozoiten. Auch sie vermehren sich ungeschlechtlich und dringen in die roten Blutkörperchen ein. Permanent verändern die Zellen ihre Form. Irgendwann platzen die roten Blutkörperchen und die neu gebildeten Merozoiten kommen erneut in die Blutbahn, wo sie wiederum die roten Blutkörperchen befallen. Es entsteht eine endlose Kettenreaktion. Erst jetzt sind erste Krankheitssymptome erkennbar. Etwa alle 48 Stunden treten heftige Fieberschübe auf. Bei einer besonderen Form der Malaria gelangen nicht alle Schizonten von der Leber zur Blutbahn. Manche verweilen dort Jahre. In diesem Fall kommt es zu den für Malaria typischen Rückfällen.


Die Behandlung von Malaria

Bei Verdacht auf Malaria muss der Betroffene unverzüglich in ein Krankenhaus eingewiesen werden, das Erfahrung in Tropenkrankheiten hat. Die Erkrankung behandelt man mit Medikamenten, die Therapie ist dennoch schwierig. Welche dafür infrage kommen, hängt von der Malaria-Art und der Schwere der Krankheit ab. Dabei wird auch berücksichtigt, in welcher Region man sich infiziert hat. Die Therapie muss möglichst rasch erfolgen. Wird eine Malaria Tropica nicht behandelt, kann sind in wenigen Tagen tödlich sein. Man gibt Medikamente gegen die Plasmodien. Das bekannteste Medikament ist Chloroquin. Viele Plasmodien sind jedoch bereits resistent gegen die Wirkstoffe.

Vorbeugung vor Malaria

Reist man in tropische Länder, ist die sinnvollste Vorbeugung ein funktionierender Mückenschutz durch Moskitonetze und langärmlige Kleidung. Gegebenenfalls kann man Mückennetze mit Insektiziden behandeln. Bisher gibt es keine Impfung, die vor Malaria schützt. Daher entwickelt man Impfstoffe gegen die Sporozoiten. Man möchte ihr Eindringen in die Leberzellen verhindern und die dortige Vermehrung stoppen. Weiterhin werden Stoffe erforscht, die den Malariaverlauf abschwächen, indem sie die Zahl der Merozoiten reduzieren. Aktuell erprobt man einen Impfstoff, der zwar noch keinen hundertprozentigen Schutz bietet, aber Leben retten kann. Er soll vermutlich 2015 auf den Markt kommen. Durch die extreme Anpassungsfähigkeit der Parasiten kann eine Impfung keinen hundertprozentigen Schutz gewähren. So versucht man verstärkt, die Überträgermücke zu bekämpfen.

Häufig gestellte Fragen:

  1. Was ist Malaria Tropica?
    Malaria Tropica ist eine sehr schwere Form der Malaria und kann erhebliche Komplikationen an inneren Organen auslösen. Ohne Therapie und bei nicht immunen Menschen kann sie sehr schnell lebensgefährlich werden. Gefährdet sind außerdem Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen.
  2. Für welche Länder braucht man eine Malaria-Impfung?
    In allen Ländern nahe am Äquator besteht Malariarisiko. Beim Auswärtigen Amt und in Tropeninstituten erfährt man, ob das eigene Reiseland dazugehört. Man kann zwar vor einer Reise eine Malariaprophylaxe durchführen lassen, doch sie schützt nicht hundertprozentig. Alternativ kann man einen Malaria-Medikament mitnehmen und bei ersten Anzeichen wie Schwindel und Schüttelfrost einnehmen.
  3. Was sollte man bei der Malariaprophylaxe beachten?
    Ist man einmal mit Malaria infiziert, können nur die Symptome bekämpft werden. Daher ist Prophylaxe in Form von Mückenschutz wichtig und wirksam. Die Mücken stechen meist in der Dämmerung und nachts. Guten Schutz bieten Moskitonetze. Je feinmaschiger das Netz, desto besser. Man sollte es zusätzlich mit einem Anti-Mücken-Spray behandeln. Insektizide können die Mücken ebenfalls abwehren. Mit langärmeliger Kleidung schützt man sich ebenfalls gut. Auch eine medikamentöse Prophylaxe kann sinnvoll sein. Trotzdem schützt sie nicht hundertprozentig vor einer Infektion.
  4. Wie wird Malaria übertragen?
    Die Tropenkrankheiten Malaria wird durch den Stich der Anopheles-Mücke übertragen. Tropische Regionen am Äquator sind prinzipiell Malaria-Risikogebiete. Bei der Ausbreitung der Erreger dienen sowohl menschliche als auch die Mückenzellen als Wirtszellen. Der Parasit vermehrt sich besonders stark in warmen und feuchten Gebieten.
  5. Ist Malaria ansteckend?
    Von Mensch zu Mensch kann Malaria nicht übertragen werden. Die einzige Ausnahme: Schwangere können die Krankheit auf ihr ungeborenes Kind übertragen.