Eine Manie gehört zu den sogenannten affektiven Störungen. Mit „affektiv“ ist der Affekt gemeint, also die Stimmungslage die eher als manisch oder depressiv einzustufen ist. Eine Manie ist das Gegenteil einer Depression und meist Teil einer bipolaren Störung oder einer Psychose. Es handelt sich dabei um gehobene Stimmung, die allerdings nicht mehr im gesunden Bereich anzusiedeln ist. Die Manie als unipolare Stimmungsstörung ist sehr selten, meist tritt sie im Wechsel mit einer depressiven Episode auf. Vorbote der Hypermanie ist die Hypomanie – eine mild gesteigerte Stimmungslage.

Ursachen für eine Manie

Die genauen Ursachen affektiver Störungen sind noch nicht bekannt. Die Wissenschaft geht jedoch von genetischen Mechanismen aus. Schlimme Erlebnisse oder viel Stress sind dann der Auslöser für eine akute Phase. Veränderte Gene sind bei Betroffenen beobachtet worden, allerdings auch bei gesunden Menschen. Beide Gruppen haben schwere Schicksalsschläge hinnehmen müssen und doch erkrankte nicht jeder an einer affektiven Störung. Was letztlich also den Ausschlag gibt, ist zur Zeit noch ungeklärt. Fest steht jedenfalls, dass die genetische Disposition vererbt werden kann.

Symptome & Anzeichen bei einer Manie

Die Manie ist durch übermäßig gute Stimmung gekennzeichnet die mit Rücksichtslosigkeit, Gedankenrasen, Rededrang (Logorrhoe), Schlaflosigkeit, Größenwahn und Realitätsverlust einher geht. Meist zieht sich diese Phase Wochen- bis Monatelang hin. Wenn in der Familie gehäuft Gemütserkrankungen auftraten ist die Gefahr hoch, bei genannten Symptomen an einer Manie erkrankt zu sein. Auch wenn im Kindes- oder Jugendalter Depressionen mit psychotischen Merkmalen auftraten liegt der Schluss nahe, dass es sich um eine Manie handeln könnte.

Diagnose & Verlauf bei einer Manie

Fast 70% der Betroffenen durchleben eine depressive Episode bevor die Manie eintritt. Vor dem Auftritt der Depression erleben sich Patienten häufig als „verändert“. Das ist ein klassisches Frühwarnsymptom. Die Depression geht mit Müdigkeit, gedrückter Stimmung, Lustlosigkeit, Schlafstörungen, Anspannung und Reizbarkeit einher. Nach Tagen oder Wochen wechseln sich die depressiven Symptome dann mit denen der Manie ab. Das wichtigste Diagnoseverfahren ist die Aufarbeitung der Krankengeschichte (Anamnese). Charakteristisch für eine Manie ist die Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Behandlung & Therapie einer Manie

Während einer akuten Phase fehlt den Patienten meist die Krankheitseinsicht. Ist diese jedoch vorhanden, kann mit Medikamenten und Psychotherapie interveniert werden. Der Patient wird nur von sich aus handeln, wenn sich im Laufe der Zeit ein gewisser Leidensdruck aufgebaut hat. Meist ist die Folge einer akuten Manie die Einweisung in eine Klinik, dort werden Medikamente eingestellt und Aufklärung betrieben sowie weitere Schritte in Richtung Psychotherapie geplant.

Einer Manie vorbeugen

Wenn die Erkrankung erst einmal diagnostiziert wurde und die akute Phase erfolgreich therapiert ist, werden die Medikamente aus der Akuttherapie meist in geringerer Dosis weiter verwendet um Rückfälle zu vermeiden. Meist ist die lebenslange Einnahme obligatorisch um weitere depressive und/oder manische Phasen zu verhindern. Neben der regelmäßigen Einnahme der Medikamente sollte eine Sensibilisierung des Patienten für die eigenen Frühwarnsysteme stattfinden.

Medikamente & Hausmittel gegen eine Manie

Zur Behandlung einer akut manischen Phase werden verschiedene Neuroleptika bzw. Antipsychotika (z.B. Risperidon, Olanzapin, Aripiprazol) und Stimmungsstabilisierer (z.B. Lithium, Valproinsäure, Lamotrigin) eingesetzt. Auch Benzodiazepine wie Tavor und Schlafmittel wie Zopiclon kommen zum Einsatz um akute Krankheitssymptome zu bekämpfen. Der Patient selbst muss in der sogenannten Psychoedukation lernen, mit seiner Erkrankung umzugehen und Frühwarnsymptome richtig zu deuten um weitere Schübe zu dämpfen oder zu vermeiden.