Masern sind eine Infektionskrankheit, die durch ein nur beim Menschen vorkommendes Virus hervorgerufen wird. Am häufigsten betroffen sind Kinder, da Erwachsene entweder wegen einer eigenen Ansteckung im Kindesalter immun oder durch einen entsprechenden Impfschutz, wie er in vielen Ländern Pflicht ist, geschützt sind. Typisch für Masern ist der am ganzen Körper vorkommende Hautausschlag, der rein optisch den Windpocken im Frühstadium oder Röteln ähnelt. Charakteristisch sind auch eine starke Rotfärbung des Rachenraums sowie die eher selten vorkommenden Koplik-Flecken an der Innenseite der Wangen.

Symptomatik von Masern

Der Krankheitsverlauf von Masern beginnt zunächst wie eine Bronchitis, die Schleimhäute der oberen Atemwege schwellen an, es bildet sich ein zunächst trockener Husten mit späterem Auswurf. Auch die Nasenschleimhäute sind betroffen und Patienten klagen über hohes Fieber bei einer Körpertemperatur von mehr als 40°C. Erst viel später, im sogenannten Exanthemstadium wird der Körper allmählich vom typischen Hautausschlag überdeckt. Dieses Stadium stellt auch den zweiten Gipfel der Krankheit dar, bevor die Symptome dann innerhalb von wenigen Tagen abklingen. Wer sich ein Mal mit Masern infiziert hat, erhält eine lebenslange Immunität gegen das Virus.

Der typische Krankheitsverlauf von Masern ist nicht lebensbedrohlich, in der Regel erholen sich die Patienten vollständig innerhalb von zwei bis drei Wochen. Atypische Krankheitsverläufe sind jedoch mit starken Komplikationen, unter anderem Lungenentzündungen, Ödemen oder ganz selten einer Meningoenzephalitis verbunden, die in vielen Fällen zum Tod der Patienten oder zu bleibenden Schäden führen. Besonders wegen des Risikos einer Hirnhautenzündung ist in vielen Ländern der Welt eine Impfung gegen das Masernvirus, meist als Kombinationsimpfung mit anderen Infektionskrankheiten, wie Scharlach oder Mumps, vorgeschrieben. Dadurch wurde die weltweite Sterblichkeitsrate bereits um ein Vielfaches reduziert.

Bei Masern gilt in der Regel erstmal: Ab ins Bett und Trinken, Trinken, Trinken.

Bei Masern gilt in der Regel erstmal: Ab ins Bett und Trinken, Trinken, Trinken.

Therapie

Im Regelfall ist gegen Masern keine spezifische Therapie vonnöten. Patienten benötigen lediglich Bettruhe und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Zur Unterstützung können aber Medikamente gegen die sekundären Symptome, wie das Fieber und der Husten gegeben werden. Ärzte warnen aber vor zu hoher Dosierung von fiebersenkenden Medikamenten, da es so dem Körper erschwert wird, das Virus „auszukochen“. Hier sollte eher auf klassische Hausmittel wie kalte Wadenwickel oder das Abtupfen der Stirn mit nassen Tüchern zurückgegriffen werden.

Impfstatistik und Quarantänepflicht

Da besonders der schwere Krankheitsverlauf der Masern oft zu Komplikationen, bis hin zur gefährlichen Hirnhautentzündung führt, gilt in Deutschland eine Impf- und Quarantänepflicht für die Virusinfektion. Zudem besteht, da es sich um eine hochansteckende Krankheit handelt, weltweit eine Meldepflicht für alle Maserninfektionen. Dies führte dazu, dass die Zahl der jährlich erkrankten Menschen auf wenige Prozent reduziert werden konnte.

Gemeldete Fälle der Maserninfektion in Deutschland von 2001 bis 2010

  • 2001: 6037
  • 2004: 122
  • 2007: 566
  • 2010: 780

Wegen einer kleineren Epidemie im Jahre 2006 wurde in den nachfolgenden Jahren eine Steigerung der gemeldeten Fälle verzeichnet. Dennoch sind die Zahlen insgesamt zumindest in Deutschland rückläufig. Damit zählt Deutschland zu einem der sichersten Länder in Bezug auf die Maserninfektion. Spitzenreiter ist übrigens die USA mit weniger als 100 gemeldeten Fällen pro Jahr.

 

Röteln

Röteln ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch das Rötelvirus ausgelöst wird. Röteln zählen zu den bekanntesten Kinderkrankheiten. Hat man als Kind Röteln bekommen, so besteht eine Lebenslange Immunität.

Besonders Gefährlich sind Röteln für Frauen die schwanger sind. Da diese Infektion zu schweren Komplikationen führen kann und es zu Fehlbildungen bei dem ungeboren Kind bzw. sogar bis zur Fehlgeburt kommen kann. Aber auch für ältere Menschen kann die Erkrankung gefährlich werden, da es zu Gelenkentzündungen, Bronchitis oder Herzmuskelentzündungen kommen kann. Seit März 2013 besteht daher eine Meldepflicht laut dem Infektionsschutzgesetz.

Krankheitsbild

Die Erkrankung von Röteln ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und kann nicht spezifisch benannt werden. Daher werden Röteln oft mit anderen fieberhaften Erkrankungen mit Hautausschlag, wie zum Beispiel Scharlach

Gegen Röteln kann man sich schon im Kindersalter impfen lassen

Gegen Röteln kann man sich schon im Kindersalter impfen lassen

verwechselt. Nach der Inkubationszeit von Röteln bilden sich meist rote leicht erhabene Flecken im Gesicht, dem Rumpf und den Extremitäten aus. Dazu kann Fieber in Höhe bis zu 39 ° C kommen. Auch Kopf- und Gliederschmerzen und ein leichter Katarrh der oberen Luftwege ist nicht ausgeschlossen. Die Symptome verschwinden meist nach ca. 3 Tagen wieder von allein. Das wichtigste ist nur nicht zu kratzen auch wenn die Flecken jucken können. Röteln sind 7 Tage vor und 10 Tage nach Ausbruch der Flecken ansteckend. Daher informieren Sie bitte Ihr Umfeld falls jemand in der Familie an Röteln erkrankt ist und gehen Sie unbedingt zum Arzt.

Behandlung und Vorbeugung

Leider gibt es bis heute keine spezifische Behandlungsmethode gegen die Erkrankung. Einzig können fiebersenkende Mittel und oder leicht Schmerzmittel bei der Beteiligung der Gelenke verschrieben werden. Die besten Heilungschancen bestehen, wenn man im Bett bleibt und sich über die Zeit der Erkrankung hinweg ausruht.

Die beste Vorbeugung gegen ist die Impfung schon im Kindesalter von 12 Monaten und als Auffrischung einen Monat später zu wiederholen. Danach besteht ähnlich wie bei Mumps ein lebenslanger Schutz gegen die Erkrankung.

 

Scharlach

Scharlach zählt zu den Infektionskrankheiten bei Kindern, vorwiegend im Vorschul- und Schulalter, jedoch kann Scharlach auch bei Erwachsenen ausbrechen. Diese nicht zu unterschätzende Infektion wird durch Streptokokken ausgelöst, die das Scharlach-Toxin produzieren.

Die meisten Erkrankungen treten von Oktober bis März auf. Übertragen wird Scharlach durch die sogenannte Tröpfchen- bzw. Schmierinfektion und dies bereits auch in der Zeit zwischen der Infektion und ersten auftretenden Symptomen. Einmal erkrankt, ist auch nicht auszuschließen, dass eine erneute Infektion mit Scharlach stattfindet, denn es ist durchaus möglich, durch unterschiedliche Erregerstämme, mehrere Infektionen zu bekommen. Im Gegensatz zu den impfbaren Kinderkrankheiten wie Masern, Windpocken, Röteln und Mumps, gibt es gegen Scharlach keine Impfung.

Welche Symptome sprechen für eine Scharlacherkrankung?

Nach einer Inkubationszeit von ein bis fünf Tagen tritt plötzlich hohes Fieber auf, es äußern sich Beschwerden wie bei einer Erkältung mit Husten, Hals-, Glieder-, Kopf- und Bauchschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen. Es zeigen sich typische Schwellungen an den Mandeln, der Halslymphknoten und eindeutig sichtbar, der Unterkieferlymphknoten. Ab dem dritten Tag entsteht ein fast vollflächiger Körperausschlag und die Zunge, die erst einen weißlichen Belag hat, nimmt eine himbeerrote Färbung an. Der Dreiecksbereich zwischen Mund und Kinn bleibt dabei vom Ausschlag verschont. Nach ein bis drei Wochen löst sich die Haut an den vom Ausschlag betroffenen Stellen, überwiegend jedoch an Füßen und Händen. Schon bei einem Anfangsverdacht sollte umgehend der Arzt aufgesucht werden, um die Diagnose Scharlach eindeutig mit einem entsprechenden Schnelltest abzuklären. Während dieser Zeit darf das erkrankte Kind, auf Grund der Ansteckungsgefahr, nicht in den Kindergarten oder die Schule.

Wie sieht nun eine erfolgreiche Therapie gegen Scharlach aus?

Die Erkrankung ist mittels Gaben eines Antibiotikums, in Form von Penicillin, bereits binnen 2 Tagen, in den Griff zu bekommen und somit die Ansteckungsgefahr für andere zu minimieren. Die Dauer der

Bei Scharlach wird Bettruhe verordnet

Bei Scharlach wird Bettruhe verordnet

Medikamentengabe sollte 10 Tage nicht unterschreiten. Bei Unverträglichkeiten gegen Penicillin stehen inzwischen gute Alternativpräparate wie z.B. Erythromycin zur Verfügung. Um die Symptome zu lindern, ist grundsätzlich Bettruhe erforderlich. Der Patient muss reichlich Flüssigkeit zu sich nehmen, warme Getränke sind hierbei vorzuziehen. Die Luft im Kinderzimmer sollte dafür aber eher kühl und feucht gehalten werden.

Welche Risiken gibt es?

Wird Scharlach nicht mit Medikamenten behandelt, bleibt der Patient nicht nur für etwa drei Wochen ansteckend, sondern es können ernsthafte Komplikationen und weitere schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Kreislaufversagen, Entzündungen des Herzmuskel, der Nasennebenhöhlen und Hirnhautentzündungen auftreten. Sogar septische Verläufe in Form einer Blutvergiftung sind bekannt. In ganz seltenen Fällen und bei schweren Krankheitsverläufen kann eine Erkrankung mit Scharlach auch zum Tode führen.

Wird Scharlach rechtzeitig erkannt und umgehend eine entsprechende Behandlung mit Medikamenten vorgenommen, geht es dem Patienten, ob jung oder alt, binnen weniger Tage wieder erträglich und schnell besser.

 

Windpocken

Windpocken gehören neben Masern, Röteln, Mumps und Scharlach zu den am weltweit verbreitetsten (Kinder-) Krankheiten überhaupt. Jährlich erkrankten bis vor Kurzem allein in Deutschland etwa eine dreiviertel Million Menschen an Windpocken.

Im Jahre 2004 wurde die allgemeine Empfehlung herausgegeben, Kinder gegen Windpocken impfen zu lassen. Mittlerweile wird ein Mehrfach-Impfstoff eingesetzt, der neben Windpocken auch noch den Impfstoff für

Seit 2013 sind Windpocken meldepflichtig

Seit 2013 sind Windpocken meldepflichtig

enthalten. Seit März 2013 gehören die Windpocken bei Ausbruch zu den meldepflichtigen Krankheiten.

Was sind Windpocken?

Windpocken sind auch unter der Bezeichnung „Varizellen“ bekannt. Sie werden ganz einfach über Tröpfcheninfektion weiter verbreitet und gelten als hochansteckend. Ein leichtes Niesen, Husten oder auch nur eine etwas feuchte Aussprache beim Sprechen ist bereits ausreichend, um die Viren zu verteilen. Ihren Namen verdankt diese Krankheit, weil sie nicht nur rein über die Tröpfcheninfektion übertragen werden kann, sondern weil sie bereits durch einen leichten Windzug mehrere Meter in der Luft übertragen werden kann. Typisch für dieses Krankheitsbild sind die mit Flüssigkeit gefüllten, rötlichen Hautbläschen.

Was sind Ursachen, Symptome, Therapien und Risiken?

Die in der Regel durch Tröpfcheninfektion infizierten Menschen leiden an Fieber, Übelkeit und Erbrechen sowie starkem Juckreiz, welcher von den rötlichen Hautbläschen einhergeht. Durch den hohen Anteil an Impfungen gegen die Krankheit seit dem Jahr 2004 ist die Anzahl der Erkrankungen deutlich zurückgegangen. Ist die Krankheit erst ausgebrochen, verschreibt der Arzt in der Hauptsache eine juckreizlindernde Emulsion zum Auftragen auf die Haut. Haben sich Menschen erst einmal mit den Windpocken infiziert, erhalten sie nach Abklingen der Krankheit einen lebenslangen Immunitätsschutz. Während die Krankheit bei Kindern meist ohne größere Zwischenfälle erfolgt, sind schwangere Frauen, die nicht immunisiert sind, einem sehr großen Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Wenn sich schwangere Frauen mit der Krankheit anstecken, können die Viren über die Plazenta zum Kind übertragen werden, welche angeborene Schäden von sich tragen können. Ebenso kann es zu einer Windpockenerkrankung direkt nach der Geburt kommen, die für das Baby lebensbedrohlich sein kann.

Wie können sich Menschen am besten gegen Windpocken schützen?

Einen optimalen Schutz bietet die Impfung gegen Windpocken bereits im Kindesalter. Allerdings wird gerade Frauen mit Kinderwunsch empfohlen, sich auch noch im Erwachsenenalter impfen zu lassen.

 

Mumps

Bei Mumps bzw. Rubula handelt es sich um eine ansteckende Virusinfektion, die primär Speicheldrüsen befällt. Sie gehört neben Masern, Windpocken, Röteln und Scharlach zu den „klassischen“ Kinderkrankheiten, doch auch Erwachsene können betroffen sein. Die Behandlung besteht in der Linderung der Symptome. Eine Impfung kann der Erkrankung vorbeugen.

Vorkommen und Übertragung

Mumps befällt primär Kinder, verschont aber, ähnlich wie Scharlach, nicht zwingend  Erwachsene. Vor der Einführung der Impfung erkrankten Kinder etwa zwischen dem zweiten und 15. Lebensjahr. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Der Schweregrad der Erkrankung nimmt mit dem Alter der Betroffenen zu. Seit der Einführung der empfohlenen Impfung gingen die Krankheitsfälle rapide zurück, die Impfmüdigkeit der letzten Jahre hat jedoch einen neuerlichen Anstieg der Erkrankungsfälle hervorgerufen. Mumps wird durch Tröpfcheninfektion, Direktkontakt oder sehr selten auch durch von Speichel verunreinigten Gegenständen übertragen. Infizierte können rund sieben Tage vor sowie neun Tage nach Ausbruch der Erkrankung ansteckend sein. Die Infektiosität von Mumps ist hoch, mehr als 80 % der nicht immunen Haushaltsmitglieder werden in der Regel angesteckt. Die überwundene Erkrankung bringt eine lebenslange Immunität mich sich.

Krankheitserscheinungen und Komplikationen

Es wird empfohlen, sich gegen Mumps impfen zu lassen.

Es wird empfohlen, sich gegen Mumps impfen zu lassen.

Die häufigsten Symptome sind Fieber und entzündliche Schwellungen der Ohrspeicheldrüse. Dadurch treten Schmerzen beim Kauen und abstehende Ohrläppchen auf. Oft sind weitere Speicheldrüsen betroffen. Bei Befall der Bauchspeicheldrüse, treten Erbrechen, Oberbauchschmerzen sowie Durchfälle auf. Zusätzlich leiden rund 40 – 50 % der Erkrankten an respiratorischen Symptomen.
Die häufigste Komplikation bei Mumps ist eine Hirnhautentzündung. Das zentrale Nervensystem ist in drei bis 15 % der Erkrankungen in Form einer nicht eitrigen Meningitis betroffen. Mumps-Hirnhautentzündungen weisen Kopf- und Nackenschmerzen, Lichtscheu sowie schmerzhafte Nackensteifigkeit auf. Viel seltener tritt eine Hirnentzündung auf, die sich durch Erbrechen, Schwindelgefühl, Benommenheit sowie neurologische Ausfälle bemerkbar macht. In einem von 10.000 Infektionsfällen tritt Innenohrschwerhörigkeit auf, zumeist in Form einer ein- oder beidseitigen Ertaubung. Mumps ist die häufigste Ursache einseitiger Ertaubungen bei Kindern. Das Mumpsvirus kann bei Jungen die Hoden befallen und führt zur sogenannten Mumpsorchitis. Diese beginnt mit Fieberanstieg, Anschwellung und Schmerzen in meist nur einem Hoden. Rund 13 % der Betroffenen leiden in der Folge Fruchtbarkeitsstörungen. Seltener treten Entzündungen der Eierstöcke, der Bauchspeicheldrüse, der Schilddrüse, des Herzmuskels, der Nieren oder großer Gelenke auf. Mumps verläuft heutzutage praktisch nie mehr tödlich.

Behandlung und Vorbeugung

Die Behandlung von Mumps ist, ähnlich wie bei Masern und Röteln, zumeist auf schmerzstillende und fiebersenkende Mittel beschränkt. Vor allem Wärme- bzw. Kälteanwendung an den betroffenen Halsstellen sowie medikamentös Paracetamol und Ibuprofen werden angewandt.
Es gibt einen Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Mumpsviren zur Vorbeugung. Der Impfstoff soll die lebenslange Immunität bewirken.

 

Bildquellen: 
© Subbotina – Depositphotos.com
© UbjsP – Fotolia
© Gina Sanders – Fotolia
© Dan Race – Fotolia