Unter diesem Begriff wird die Tatsache verstanden, dass ein Mensch in Folge von Demütigung oder zugefügten Schmerzen, Lust und/oder Befriedigung empfindet. Das Gegenteil von Masochismus ist der sogenannte Sadismus (sexuelles Lustempfinden durch Demütigung, Unterdrückung oder Zuvor von Schmerzen bei anderen Personen). Von daher wird Masochismus auch als passiver Sadismus bezeichnet.

Der Begriff Masochismus wurde erstmals 1886 verwendet und geht auf den Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch zurück, welcher Schmerz- und Unterwerfungsszenen in seine Werke integrierte. Richard von Krafft-Ebing, Psychiater und Rechtsmediziner, machte den Begriff publik.

Ursachen

Die Ursachen für Masochismus können tiefenpsychologischer sowie lerntheoretischer Art und Weise sein. Beispielsweise erkennen Tiefenpsychologen eine Art Abwehrverhalten im Masochismus. Dadurch kann der Betroffene Ängste und Gewissenskonflikte, die angeblich mit dem Loslösverfahren von seiner Mutter zusammenhängen, zu unterdrücken.

Eine andere Erklärung sehen Psychologen mittels einer Lerntheorie. Demnach entwickeln sich masochistische Handlungen über eine klassische oder aber auch operante Konditionierung, beispielsweise durch Masturbationsphantasien, welche masochistische Aktionen beinhalten.
Eine Behandlung ist in den meisten Fällen langwierig und kompliziert. Vorzugsweise wird bei Masochisten eine Psychotherapie angewandt.

Ausprägungen

Masochismus führt oftmals zu verschiedensten Verletzungen. © Fotolia.com

Masochismus führt oftmals zu verschiedensten Verletzungen.
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Masochistische Praktiken führen oftmals zu verschiedensten Verletzungen (Selbstverletzung), wie Schnittwunden, gebrochenen Knochen, Blutergüssen, Quetschungen oder auch Gehirnerschütterungen. Im schlimmsten Fall führt Masochismus sogar zum Tod, in diesem Fall eventuell auch als Suizid durch masochistische Handlung zu betiteln.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Masochisten. Eine Gruppierung ist nicht überwiegend sexuell motiviert. Dabei empfindet der Betroffene vor allem Sehnsüchte nach Unterordnung sowie Demütigung, stellenweise sogar nach Misserfolgen im persönlichen Bereich (beispielsweise Kündigung, Trennung vom Partner).

Der Masochist bezieht dabei Gefühle der Lust aus den entsprechenden Situationen, welche häufig sogar absichtlich herbeigeführt werden. Als besondere Form dieser Art des Masochismus werden auch kompensatorische Handlungen, die die Selbstverletzung herbeiführen, angesehen. Auch psychische Störungen wie Nägelkauen oder Haarausreißen werden als masochistisch eingeordnet. Diese Selbstverstümmelungen sind häufig auch Ursache von hohem psychischem Druck.

Im Gegensatz dazu gibt es auch die sexuell motivierten Masochisten. Dabei empfindet der Betroffene sexuelle Befriedigung in Situationen in denen er gedemütigt, unterdrückt oder aber auch Schmerzen erleidet. Masochisten ersetzen in einigen Fällen auch den Sexualpartner durch anonyme oder fiktive Personen.

Auch dabei kommen Selbstverletzungen vor, jedoch nicht in Folge kompensatorischer Handlung, sondern viel mehr als Teil der Sexualpraktik. Abzugrenzen davon ist der kompensatorische Masochismus, wobei die masochistische Praktik den Geschlechtsverkehr eins zu eins ersetzt.

Was ist Sadomaso?

Sadomaso gilt als eine Abweichung der „normalen“ menschlichen Sexualität. Der Sadist lebt sie aus, indem er seinen Partner demütigt, unterdrückt oder ihm Schmerzen zufügt. Von vielen wird diese Art der Sexualität als Perversion gesehen. Sie kann aber einfach durch bestimmte sexuelle Erlebnisse oder gewisse Vorlagen und Mustern entstehen.

Die Vorliebe zum Sadomaso muss nicht unbedingt als Krankheit oder psychische Störung gesehen werden, nur wenn sie zu einer Sucht wird, wird es zum Problem.

Die Befriedigung erfolgt meist durch vielseitige Sadomaso – Rollenspiele, bei denen es einen aktiven und einen passiven Partner gibt und man sich körperliche Gewalt zufügt, fesselt oder beschimpft. Es muss aber nicht wirklich gewalttätig zugehen. Im Gegenteil, es ist dabei äußerst wichtig, die Kontrolle zu behalten, um sich keinen Schaden zuzuführen.

Meistens werden vorher bereits die Regeln abgesprochen, es gibt sogar Codewörter, für den Fall, dass es inakzeptabel oder riskant schmerzhaft wird. Es sollten keine Grenzen überschritten werden. Bei den Rollenspielen gibt es einen „Top“ und einen „Bottom“ Part, bei dem der Sadist die dominante „Top“ Rolle spielt und der Masochist die untergebende „Bottom“ Rolle. Der Partner, der Masochist, hat dabei eine Neigung zum Masochismus, er bevorzugt die Unterwerfung und hat einen Hang zur Selbstverletzung.

Die Ursachen und Symptome des Sadismus

Im Sadomaso sind Rollenspiele üblich. © Fotolia.com

Im Sadomaso sind Rollenspiele üblich.
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Meistens haben psychosoziale Belastungen eine Neigung zum Sadismus zur Folge. Eventuell hat man Gewalt in der Kindheit erlebt, auch können die Genetik und bestimmte Gehirnbotenstoffe zur Sadomaso – Entwicklung beitragen. Gewisse Gehirnbotenstoffe können zum Beispiel Süchte und Zwangsneigungen hervorrufen. Durch die Genetik kommt die Neigung zum Sadomaso häufiger bei Männern vor. Denn sie ist für die Anzahl der Androgene zuständig, die männlichen Geschlechtshormone.

Die Erklärung, dass Frauen seltener zum Sadismus neigen, könnte im Übrigen sein, dass sie Probleme anders bewältigen und weniger durch die genannten Faktoren beeinflusst werden.

Die Therapie

Wer sich von der Sadomaso Neigung therapieren lassen möchte oder gar muss, kann dies nur mit einer Psychotherapie tun. Sie ist sehr zeitaufwendig und erfordert lange und tiefe Gespräche, in denen man sich mit den Ursachen und Verhaltensmustern beschäftigt, durch die man eventuell durch die Umwelt oder als Kind geprägt wurde.

Wenn die Sadomaso – Präferenz zur Sucht wird, gibt es mithilfe einer Therapie aber auf jeden Fall sehr gute Heilungschancen.

Selbstverletzung

Unter Selbstverletzung oder auch selbstverletzendem Verhalten versteht man die selbst zugefügte Verletzung, unter anderem aus Gründen der Bestrafung oder als Ausdruck der Unzufriedenheit mit sich selber.

Eine Selbstverletzung tritt meistens bei einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, fetalem Alkoholismus, Depressionen, Missbrauchserfahrungen, sowie bei Adipositas, Essstörungen, traumatisierenden Erlebnissen in der Pubertät, Körperschemastörungen, Zwangsstörungen, geistiger Behinderung oder/ und Autismus auf.

In der Regel hat die Selbstverletzung keinen suizidalen Aspekt, denn dieses Verhalten ähnelt einem Ventil um dem entstehenden Stress oder den psychischen Störungen einen Ausgleich zu bieten und einen Suizid zu vermeiden. Allerdings ist durch die Selbstverletzung die Hemmschwelle der autonom zugefügten Schmerzen verringert und der Weg zu einem Suizid einfacher zu beschreiten.

Die verschiedenen Arten der Selbstverletzung

Neben der gängigsten Art, dem Schneiden mithilfe von einem Messer oder einer Glasscherbe ist es auch möglich das selbstverletzende Verhalten mithilfe von Brandverletzungen, Stichverletzungen, das Zufügen von Kratzwunden, das Schlagen der Köpers, sowie das Boxen gegen Gegenstände oder das Kopfschlagen auszuleben.

Mithilfe von Brandverletzungen die Selbstverletzung ausleben. © Fotolia.com

Mithilfe von Brandverletzungen die Selbstverletzung ausleben.
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Darüber hinaus gilt auch das Haare raufen, das Beißen von erreichbaren Stellen, die Einnahme von schädlichen Stoffen, sei es durch Injektion oder oraler Einnahme, das schwere Fingernägelkauen oder das langanhaltende Aufsprühen von Sprays, das eine Erfrierung hervorruft, als eine Form der Selbstverletzung.
Doch ist bei dem Fingernägel kauen der Grad der Härte zu berücksichtigen, denn meist tritt dies auch aufgrund von Nervosität auf und nicht aus selbstverletzendem Verhalten.

Selbstverletzendes Verhalten aus sexuellen Gründen

Neben der Selbstverletzung aus psychischen Gründen, im Zuge der Selbstbestrafung oder ähnlichem, dient das selbstverletzende Verhalten auch der sexuellen Befriedigung. Mit diesem Reiz beschäftigt sich die Thematik des Sadomasochismus, kurz Sadomaso. Bei dieser Art der sexuellen Devianz geht es um das Erfahren oder das Zufügen von Schmerzen.

In der Regel sind hierbei ein Masochist und ein Sadist beteiligt. Beim Sadismus geht es um das Zufügen von Schmerzen und die übergeordnete Stellung dem Masochisten gegenüber.

Bei dem Masochismus hingegen, steht das Erfahren und das Erleben von Schmerzen, als positiver und erregender Reiz, im Vordergrund. Hierbei gibt es verschiedene Praktiken und Zusammenstellungen. Zum Beispiel ist auch der Masochismus im Zuge der Selbstverletzung, wie das Schneiden mithilfe von Messern während dem Sex eine gängige Form.

Generell hat diese Form der Selbstverletzung selten einen „Selbsthass-Charakter“, sondern dient meist der sexuellen Stimulation oder der Befriedigung.

Somit weisen diese beiden Aspekte, also die autonome Verletzung in Hinblick auf eine psychische Störung und die Selbstverletzung aufgrund der sexuellen Stimulation, selten Parallelen auf.

Psychische Störungen

In Deutschland leiden etwa 8 Millionen Menschen unter ernsten, psychischen Störungen und jeder dritte Deutsche erkankt in seinem Leben einmal daran. Psychische Störungen sind die vierthäufigste Ursache für Krankschreibungen und sie können jeden Menschen treffen. Essstörungen, Depressionen, Angst-, Panik und Zwangsstörungen, Alpträume und Burnout treten in den Industrieländern immer häufiger auf.

Sie schränken die Leistungs- und Lebensbereitschaft in verschiedenen Lebensbereichen der Betroffenen stark ein.

ADHS

Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, welches besonders bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Sie schwächt nahezu im Erwachsenenalter so weit ab, dass nur noch ca. 1% der Betroffenen darunter leiden.

Angststörungen

Die Angst in Form von psychischen Störungen ist mit 30% eine der häufigsten Erkrankungen der Deutschen. Dabei machen ca. 10% die Angst vor bestimmten Dingen aus (Phobien), die häufigste darunter ist die Sozialphobie.

Depression

Etwa 7% der Deutschen sind depressiv, darunter sind Frauen doppelt so oft betroffen wie Männer. Eine, an einer Depression erkrankte Person, zeigt Lebensmüdigkeit, Demotivation und ein andauerndes Gefühl von Traurigkeit. Ursachen sind meistens Todesfälle innerhalb des Familien- oder Freundeskreises, Versagensängste, finanzielle Sorgen, andere psychische Störungen und genetische Veranlagung. Eine starke, fortgeschrittene und unbehandelte Depression kann Betroffene im schlimmsten Fall in einen Suizid führen.

Burnout

Das Gefühl der Überforderung mit totaler Erschöpfung, Betroffene fühlen sich ‚ausgebrannt‘. Das Risiko an Burnout zu erkranken, liegt laut Statistik für psychische Störungen bei rund 20%.

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Phobien sind Angststörungen und gehören zu den psychischen Störungen. © Fotolia.com

Phobien sind Angststörungen und gehören zu den psychischen Störungen.
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Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei dieser Psycho-Krankheit um eine durch Traumata ausgelöste Erkrankung. Unfälle, Haft, Folter, Katastophen und Missbrauch sind die häufigsten Auslöser von PTBS. Vor allem Rettungskräfte, Soldaten, Polizisten, Ärzte und Krankenpfleger sind die größte Risikogruppe für die Posttraumatische Belastungsstörung.

Demenz

Ähnlich wie ADHS betrifft diese Art von psychischen Störungen eine bestimmte Altersklasse, nämlich Personen die über 70 Jahre alt sind. In Deutschland leiden über ein Drittel aller 90-Jährigen an Demenz.

Borderline-Syndrom

Betroffene legen Verhaltensstörungen an den Tag, wie Selbstverletzung und Verstimmungen. Oft werden bei Borderlinern Alkoholsucht und Drogenmissbrauch, Depressionen, Neurosen und Psychosen beobachtet.

Zwangsstörungen

Menschen mit Zwangsstörungen müssen durchgehend etwas bestimmtes tun obwohl sie es selbst gar nicht wollen. Sie sind dazu gezwungen einen ‚Tick‘ auszuleben. Dazu gehören das Tourette-Syndrom, Messies und auch Anorexie (Magersucht), die vor allem bei jungen Frauen auftritt.

Kaufsucht

Kaufsüchtige unterliegen dem Drang, ständig bestimmte Waren zu erstehen, die ihren persönlichen Vorlieben entsprechen z.B. Taschen, Schmuck, Kleidung, Schuhe, Elektroartikel oder Haushaltsgeräte. Oft sind sie nicht in der Lage diese zu bezahlen und können den Drang nicht unter Kontrolle bringen.

Masochismus, Sadismus und Sadomaso können teilweise auch zu den psychischen Störungen gezählt werden.

Sadismus

Sadismus ist eine menschliche Verhaltenstörung, welche eine Reihe von charakteristischen Impulsen und Verhaltensmuster beinhaltet. Der Sadist fügt Schmerzen, Leid und Demütigungen bestimmten Personen, Tieren oder Gegenständen zu, um sexuelle Befriedigung oder innere Satisfaktion zu spüren.

Diese Verhaltensstörung wurde nach Marquis de Sade benannt, einem französischen Schriftsteller der Gewalt, Gräueltaten und sexuelle Handlungen aller Art in seinen literarischen Werken beschrieb.

Die vier wichtigsten Motive, welche sadistisches Verhalten induzieren, sind folgende:

  • Sadisten wollen Macht und Kontrolle.
  • Sie sehen sich nach Herrschaft.
  • Sie wollen Einfluss auf das Leben anderer haben.
  • Sie möchten den Wert der eigenen Person hervorheben, ihre eigene Bedeutung über Macht und Schmerz sich und anderen beweisen und zusätzlich ihre Herrschaft über andere bestätigen.

Sexueller Sadismus

Er umfasst deviante reale Aktivitäten, um dem Sadisten sexuelle Erregung zu verschaffen. Dabei handelt es sich um körperliches oder psychisches Leiden, Qualen oder Demütigungen gegenüber einer anderen Person.

Manche Menschen mit dieser sexuellen Deviation verfolgen ihre sadistische Fantasien, die während sexueller Aktivität auftreten können, aber unerreichbar und unpraktiziert bleiben. Die sexuellen Fantasien können die komplette Kontrolle über den Partner beinhalten, welcher oft von den schrecklichen Fantasien und der möglichen Ausübung sadistischer Handlungen keine Ahnung hat.

Im Sadismus will man anderen Lebewesen Schmerzen zufügen. © Fotolia.com

Im Sadismus will man anderen Lebewesen Schmerzen zufügen.
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Andere Sadisten erfüllen ihre sadistischen sexuellen Bedürfnisse mit ihren Partnern, welche unter Masochismus leiden. Masochismus beinhaltet das sexuelle Verlangen gedemütigt und verletzt zu werden, um letztens den sexuellen Höhepunkt zu erlangen. Auch die Selbstverletzung gehört dazu. Sadistische Handlungen zeigen Dominanz über den Masochisten in Form der Käfighaltung, Analverkehrs oder auch in Schlägen und Tritten. Sadismus, Masochismus und Sadomaso können als psychische Störungen eingeordnet werden.

Es kann auch Schließung, Augenbinden, Schlage, Tritte, Peitschen, Durchstechen, Brennen, Stromschläge, Strangulation, Folter und in extremen Fällen Vergewaltigung und Tötung hervorrufen. In der Regel nimmt der Drang zu sadistischen Handlungen mit der Zeit zu, aber auch jahrelang kann die Deviation ohne große Merkmale in einem Menschen verharren und in einer kurzen Zeitspanne sich rasant entwickeln.

Wenn sexueller Sadismus mit antisozialen Persönlichkeitsstörungen verbunden ist, können die Menschen mit solchen Störungen ernsthafte potenzielle Verletzungen ihren Partnern zufügen, was auch mit dem Tode resultieren kann.

Entwicklung

Der Zeitbeginn der sadistischen Aktivitäten ist meistens unterschiedlich von Person zu Person, aber in 90% der Fälle erscheint es im jungen Erwachsenenalter. Sadistische sexuelle Fantasien können bereits in der Kindheit entstehen.

Sadismus ist in der Regel chronisch und schwer mit heutigen Psychotherapien heilbar. Bei wiederholtem sadistischem Einwirken auf das Opfer, wird das Opfer mit der Zeit selbst eine Art von sexueller mentaler Deviation erleiden oder wird selbst vom Sadismus gefangen.

Besonders Kinder im Wachsalter sind anfällig auf die Auswirkungen der Gewalt und Misshandlung. Sadismus beinhaltet nicht nur den sexuellen Aspekt, sondern auch andere Arten und Erscheinungsbilder. Gewalt zwischen Jugendlichen und die Tierquälerei kommen auch in den westlichen Ländern vor, aber sie sind mehr in den entwicklungsschwachen Ländern präsent.