Als Migräne werden heftige periodisch auftretende Kopfschmerzattacken bezeichnet, bei denen oft begleitend Symptome wie Übelkeit und Erbrechen auftreten.

Der Begriff Migräne hat seinen Ursprung in dem französischen Wort la migraine. Die Übersetzung bedeutet Kopfschmerz. Migräne tritt häufig nur in einer Kopfhälfte auf. Typisch für das Krankheitsbild ist die sogenannte Migräne-Aura.

Die Ursachen der Migräne

Die genauen Hintergründe der Migräne sind heute noch nicht genau geklärt. Beobachtungen zeigen eine familiäre Häufung der Erkrankung. Früher gingen die Mediziner von einer mangelhaften Durchblutung des Gehirns aus, die die Schmerzen verursachen würde. Heute rücken die Gene als Erklärung in den Vordergrund. Vermutet wird, dass durch Genveränderungen ein Überschießen der Nervenerregbarkeit ausgelöst wird. Durch die Genveränderungen soll es zu einer Störung des Serotonin-Gleichgewichts kommen. Der Neurotransmitter Serotonin ist ein Botenstoff, der Nervenreaktionen hemmen oder aktivieren kann. Während eines Migräneanfalls wird durch das Ungleichgewicht des Botenstoffs die Nervenerregbarkeit gestört. Dies löst die Schmerzen aus. Stress oder bestimmte hormonelle Faktoren können die Schmerzattacken verstärken.

Die Symptome der Migräne

Am häufigsten tritt Migräne als einseitiger heftig pulsierender Kopfschmerz auf, der über viele Stunden bis Tage andauern kann. Neben Übelkeit klagen die Betroffenen oft über eine hohe Geräusch- und Lichtempfindlichkeit. Migränepatienten ziehen sich während eines Anfalls bevorzugt in einen ruhigen und abgedunkelten Raum zurück, bis die Kopfschmerzen sich beruhigt haben. Neben dieser einfachen Form der Migräne wird häufig eine sogenannte Migräne mit Aura beobachtet. Neben den bereits genannten Beschwerden treten zusätzliche neurologische Symptome wie Sehstörungen, teilweiser oder vollkommener Ausfall des Gesichtsfeldes, optische Halluzinationen wie grelle Lichtblitze und zahlreiche Empfindungsstörungen in den Extremitäten auf. Auch können Sprachstörungen, Gangunsicherheiten oder lähmungsartige Erscheinungen auftreten.

Diagnose und Verlauf der Migräne

Messung der Hirnströme im Elektroenzephalogramm

Messung der Hirnströme im Elektroenzephalogramm (EEG)
(© de.wikipedia – Aschoeke)

Der Arzt wird die Diagnose anhand der geschilderten typischen Symptome stellen können. Zusätzlich werden neurologische Untersuchungen herangezogen, um die Funktion der Hirnnerven zu überprüfen. Veränderungen der Hirnströme im Elektroenzephalogramm (EEG) können auf Migräne hinweisen. Um andere Ursachen wie Tumore als Ursache für den Kopfschmerz auszuschließen, wird eine Computertomografie oder eine Magnetresonanztomografie angeordnet. Die bildgebenden Verfahren zeigen bei Migränekopfschmerzen meist keine Auffälligkeiten. Der Verlauf einer Migräneerkrankung kann durch eine angemessene Medikation abgemildert werden. Heilbar ist Migräne nicht.

Die Therapie bei Migräne

Eine Migräne muss langfristig behandelt werden, um die Kopfschmerzattacken zu vermindern und die Intensität der Beschwerden abzumildern.

Neben Medikamenten, die die Schmerzen lindern sollen, können auch kalte Auflagen auf der Stirn, ein Rückzug in einen ruhigen und abgedunkelten Raum und Erholung durch Schlaf zur Besserung der Beschwerden beitragen. Manche Menschen reagieren auf bestimmte Nahrungsmittel mit migräneartigen Kopfschmerzen. Käse, Schokolade oder Geschmacksverstärker wie Glutamat stehen unter Verdacht, Kopfschmerzen auslösen zu können.

Leichte Schmerzen können mit rezeptfreien Analgetika behandelt werden. Als wirkungsvoll haben sich Schmerzmittel erwiesen, denen neben dem schmerzlindernden Wirkstoff Koffein zugesetzt wurde. Bei ausgeprägten Symptomen sollte vom Arzt eine Therapie während des anfallsfreien Intervalls verordnet werden, um die Häufigkeit der Attacken zu mindern. Zusätzlich sollten wirksame Medikamente für die Zeit während des Anfalls verschrieben werden. Dabei geht es nicht nur um die Schmerzlinderung, sondern auch um die Behandlung der Übelkeit, des Schwindels und den weiteren typischen Symptomen der Migräne.

Vorbeugung von Migräneattacken

Der Arzt kann weitere Medikamente verordnen, um vorbeugend in das Migränegeschehen einzugreifen. Die Kopfschmerzattacken sollen sich durch die Behandlung in ihrer Intensität und ihrer Häufigkeit zu reduzieren. Besonders den Migräneanfällen mit einer lang andauernden Aura sollte medikamentös vorgebeugt werden. Derzeit werden Betablocker und Kalziumantagonisten zur Prophylaxe eingesetzt.

Neben Arzneien können auch einige Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, regelmäßige Bewegung und Ausdauersport und ein therapeutisches Training zur besseren Bewältigung von Stress helfen, die Anzahl der Migräneanfälle nach und nach zu vermindern.

Medikamente und Hausmittel gegen Migräne

Alternative Behandlungsmethoden wie Akupunktur oder Homöopathie sind ausgezeichnet geeignet, das Beschwerdebild der Migräne zu verbessern. Gute Effekte lassen sich auch mit wechselwarmen Güssen nach Kneipp erzielen. Kalte Kompressen, das Kauen eines Stück Ingwers oder ätherisches Nelkenöl können für eine schnelle Schmerzlinderung sorgen. Hier sollte jeder, der von Migräne betroffen ist, selbst probieren, welche Maßnahme ihm am besten hilft.