Bei Milzbrand (Anthrax) handelt es sich um eine bakteriell verursachte Infektionskrankheit, die verstärkt durch den Kontakt mit pflanzenfressenden Tieren auf den Menschen übertragen wird. Sie kommt hauptsächlich in wärmeren Gegenden vor und wird meistens durch Nutztiere übertragen.

Milzbrand wird zum Beispiel durch kleinere Hautverletzungen übertragen, sodass der Mensch direkt mit Milzbrandsporen infiziert wird. Diese Form nennt man Hautmilzbrand – die Symptome sind neben Hautrötungen, Eiterblasen und Fieber auch Schwindelgefühle und eine Schwellung der Lymphknoten. Weniger verbreitet ist der Lungenmilzbrand, bei dem sich der Mensch über die Atemwege durch Einatmen von Sporen infiziert. Ebenso selten ist der Darmmilzbrand, der durch Nahrungsaufnahme von rohem Fleisch oder durch Trinken von unbehandelter und frischer Milch übertragen wird.

Wie ist der Krankheitsverlauf bei Milzbrand und wie wird er behandelt?

Die Erkrankungsdauer bei Milzbrand hängt von der Form des Milzbrandes ab. Darm- und Lungenmilzbrand sind hier besonders gefährlich und müssen rechtzeitig behandelt werden, da sie innerhalb von 2-3 Tagen zum Tod führen können, aber auch bei Hautmilzbrand sollte man lieber schnell einen Arzt aufsuchen. Bei rechtzeitiger Antbiotikatherapie wird die Sterberate bei Milzbrand allerdings extrem minimiert. Milzbrand muss relativ früh mit Medikamenten behandelt werden, auch wenn hier nur ein Verdachtsfall vorliegen sollte. Bei Hautmilzbrand hilft Penicillin, die Erkrankung zu bekämpfen. Aber bei Darmmilzbrand sowie bei und Lungenmilzbrand müssen noch andere Medikamente wie beispielsweise Ciprofloxacin sowie Schmerzmittel eingesetzt werden, um dem Betroffenen zu helfen.

Was versteht man unter Tollwut?

Tollwut (Rabies oder Lyssa) ist eine ansteckende Seuche und wird über Viren, meistens von fleischfressenden Tieren übertragen, dies gilt aber im Regelfall nicht für den Menschen. Der Mensch sollte trotzdem darauf achten, dass er nicht von einem Tier gebissen oder abgeleckt wird, welches Tollwut hat. Die Diagnose der Erkrankung wird anhand der klinischen Symptome gestellt. Der Patient muss gründlich untersucht werden, ob er von einem Tier gebissen wurde oder ob er mit Speichel in Berührung gekommen ist. Neben Speichel ist der Nasen- oder Rachenabstrich auch ein guter Indikator, damit man die Tollwut nachweisen kann.

Was versteht man unter Cholera?

Unter Cholera versteht man eine Durchfallerkrankung, die unbehandelt zu einer sehr starken Austrocknung des Körpers führen kann, und das kann unter Umständen sehr lebensbedrohlich werden. Durch verunreinigtes Wasser, wie beispielsweise durch Fäkalien, können die Bakterien eine Erkrankung hervorrufen. Gegen Cholera kann sehr schnell der Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten helfen, diese Erkrankung zu bekämpfen. Zusätzlich kann der Arzt durch Antibiotika den Patienten noch unterstützen. Die Sterblichkeitsrate bei dieser Krankheit lieg unter einem Prozent und ist damit kaum erwähnenswert.

Was versteht man unter Gasbrand?

Unter Gasbrand (Gasödem) versteht man eine schwere Wundinfektion. Sie wird durch Bakterien verbreitet und ist sehr lebensbedrohlich. Der Erreger kommt zum Beispiel im Erdboden, im Staub oder im Wasser vor. Durch Schmutz in den Wunden kommt es zu einer Infektion der verletzten Stelle und es können neben Wundschmerzen auch Schwellungen entstehen. Wenn sich die Krankheitserreger im ganzen Körper verteilen, dann kann dies unter Umständen schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation werden, daher sollte man dann umgehend einen Arzt aufsuchen. Beruhigend ist jedoch, dass diese Krankheit nur noch selten vorkommt. Bei der Behandlung muss das infizierte Gewebe chirurgisch vom Arzt entfernt werden. Weiterhin wird die Behandlung unter anderem mit Penicillin unterstützt.

Anthrax – eine meldepflichtige Infektionskrankheit

Anthrax, oder auch Milzbrand genannt, ist eine in Deutschland seltene, meldepflichtige Infektionserkrankung, die durch Bakterientoxine hervorgerufen wird. Es handelt sich um eine Infektionserkrankung, die sich von Tier auf Mensch überträgt und damit zu den Zoonosen gehört.

Eine weitere bekannte Zoonose ist z.B. die Tollwut.
Die Übertragung von Anthrax auf den Menschen erfolgt meistens durch Huftiere, wie z.B. Rinder, Pferde, Schweine etc.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt in der Regel nicht.

Häufige Übertragungswege:

  • Berühren infizierter Tiere
  • Verzehr von nicht vollständig durchgegartem Fleisch infizierter Tiere
  • Einatmen der Sporen beim Kontakt zu infizierten Tieren
Wir unterscheiden mehrere Anthraxformen :
  • Lungenmilzbrand
  • Darmmilzbrand
  • Hautmilzbrand

Welche Symptome können bei Anthrax auftreten:

Anthrax ist eine Infektionserkrankung, die durch Bakterientoxine hervorgerufen wird. © Fotolia.com

Anthrax ist eine Infektionserkrankung, die durch Bakterientoxine hervorgerufen wird.
© Fotolia.com

Es kommt immer darauf an, wie der Erreger in den Körper gelangt ist.
Je nach Eintrittspforte des Anthrax Erregers unterscheiden wir drei verschiedene Symptomkomplexe, die jedoch in der Anfangsphase, auch bei anderen Erkrankungen auftreten können und die Anthraxdiagnose für Ärzte oft schwieriger macht.

Ist der Erreger über die Haut in den Körper eingedrungen, kommt es nach einer Inkubationszeit von einigen Stunden bis 6 Tagen an der Eintrittsstelle zur Blasenbildung und im Verlauf zu einem schwarzen Geschwür, auch Ulkus genannt. Diese Anthrax Form wird auch Hautmilzbrand genannt. Der Krankheitsverlauf ist hier meistens leichter, als bei den anderen Formen, es kann aber auch hier zu Komplikationen wie z.B. Sepsis oder Milzbrand-Meningitis kommen.

Anders verhält es sich, wenn der Erreger über den Magen-Darm-Trakt in den Körper gelangt ist, dann kommt es nach einer Inkubationszeit von ca.1-3 Tagen, zu allgemeinen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Im Verlauf kommt es dann zu Blutungen im gesamten Verdauungstrakt und zu einem meist sehr schweren bis lebensbedrohlichen Krankheitsverlauf.

Es kann aber auch nach Einatmen der Sporen zu allgemeinen Symptomen wie z.B. Schwäche, Unwohlsein, Husten und im weiteren Verlauf auch zu Atemnot kommen. Diese Anthrax Form wird Lungenmilzbrand genannt. Genau wie beim o.g. Darmmilzbrand kann es beim Lungenmilzbrand zu einem schweren und sogar lebensbedrohlichen Krankheitsverlauf kommen.

Anthrax – Therapiemöglichkeiten:

Die frühzeitige Antibiotikagabe ist bereits bei dem Verdacht einer Anthraxinfektion indiziert und sollte auch bei fehlenden Symptomen über 60 Tage fortgesetzt werden.

Folgende Antibiotika werden bei Anthrax eingesetzt:

  • Penicillin
  • Doxycyclin
  • Ciprofloxacin
Präventive Maßnahmen:
  • ungeschützten Kontakt zu infizierten Tieren vermeiden
  • Fleisch vor dem Verzehr immer vollständig durchgaren
  • allgemeine Hygienerichtlinen einhalten

Anthrax ist eine meldepflichtige Infektionserkrankung.

Weitere meldepflichtige Infektionskrankheiten die durch Bakterientoxine hervorgerufen werden sind u.a.:
  • Cholera
  • Botulismus
  • Tetanus
  • Diphtherie

Was ist Gasbrand

Der Gasbrand ist eine sehr schwere, lebensgefährliche Wundinfektion, die alle Weichteile des Körpers betreffen kann. Er wird meistens durch das sporenbildende Bakterium Clostridium perfringens bzw. dessen abgesonderte Toxine ausgelöst. Durch diese Giftstoffe stirbt das befallene infizierte Gewebe ab und es bildet sich Gas (CO2). Das Bakterium und seine Giftstoffe können sich über das Blut in kürzester Zeit im gesamten Körper ausbreiten, einen toxischen Schock herbeiführen und so zum Tod führen.

Die Gasbrand-Erreger kommen vorwiegend im Boden und Wasser, aber auch im Darm und der Genitalflora der Frau vor. Eine typische Infektion mit Clostridium perfringens wird durch Schmutz, der in eine vorhandene Wunde gelangt, verursacht. Sie kann aber auch bei einer Darmoperation entstehen.

Gasbrand durch mangelhafte Hygiene

In früheren Zeiten, als es nicht den heutigen Standard bzgl. Sterilisation und Desinfektion zur Keimabtötung gab, trat Gasbrand häufig auch in Krankenhäusern auf. Über unsterile medizinische Geräte gelangten die Erreger in die Wunden der Patienten. Heutzutage ist die Krankheit vor allem in Entwicklungsländern anzutreffen, da dort häufig eine mangelhafte Hygiene vorherrscht. In Deutschland kommt diese Infektion nur noch selten vor, weniger als 150 Mal pro Jahr.
Interessant ist, dass sich die Clostridien nur vermehren können, wenn an die verunreinigte Wunde kein Sauerstoff gelangen kann oder eine schlechte Blutversorgung im Bereich der Wunde vorliegt, wie es z. B. bei Quetschungen oder stark verschmutzten Wunden der Fall ist.

Unbehandelt verläuft Gasbrand tödlich

Bei Gasbrand sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. © Fotolia.com

Bei Gasbrand sollte man sofort einen Arzt aufsuchen.
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Bei einem Gasbrand hat der Erkrankte plötzlich sehr starke Wundschmerzen, die durch den Sauerstoffmangel im Bereich der Wunde hervorgerufen werden. Aufgrund der Gasbildung schwillt das Gewebe stark an und verfärbt sich graugelblich. Die entstandenen Blasen sondern bei Berührung eine dunkle, übelriechende Flüssigkeit ab. Durch das Gas entstehen beim Abtasten der Wunde knisternde Geräusche. Die Zeit von Infektion bis Ausbruch der Krankheit ist sehr kurz, etwa ein bis zwei Tage. Nach dem Ausbruch führt sie, wenn keine Gegenmaßnahmen erfolgen, innerhalb weiterer zwei Tage zum Tod. Das liegt auch daran, dass das Bakterium großflächig Haut- und Muskelgewebe zerstört.

Unverzügliche Behandlung ist lebenswichtig

Aufgrund der rasanten Ausbreitung der Krankheit muss der Arzt bei Verdacht auf Gasbrand sehr schnell handeln. Er kann nicht auf die Ergebnisse einer mikrobiologischen Untersuchung warten. Zur direkten Bekämpfung der Clostridien wird ein Antibiotikum in Form von Penicillin verabreicht. Zusätzlich muss die Wunde mit Sauerstoff versorgt werden. Als dritte Maßnahme wird das abgestorbene Gewebe chirurgisch entfernt, schlimmstenfalls müssen ganze Gliedmaßen amputiert werden.

Milzbrand und Tollwut – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Gasbrand sollte nicht mit Milzbrand bzw. Hautmilzbrand verwechselt werden. Beide Infektionen werden durch ein sporenbildendes Bakterium ausgelöst, das u. a. im Erdboden vorkommt. Auch bei einem Hautmilzbrand sterben Zellen ab (Nekrose). Außerdem verlaufen beide Krankheiten unbehandelt tödlich. Allerdings wird Milzbrand (auch Anthrax genannt) durch Kontakt mit infizierten Tieren übertragen. Auch sieht ein Hautmilzbrand mit seinen typischen eitergefüllten Bläschen anders aus und kann lediglich mit früher Antibiotikagabe meist erfolgreich behandelt werden.

Aufgrund dessen, dass ein an Gasbrand Erkrankter häufig nach starker Unruhe schläfrig und apathisch wird, gibt es hier ebenfalls eine Parallele zur Tollwut. Auch diese Krankheit, verursacht durch den Biss eines tollwütigen Tieres, verläuft tödlich, wenn sie nicht schnellstens behandelt wird. Die infizierte Wunde muss ebenfalls chirurgisch entfernt werden. Allerdings handelt es sich bei dem Tollwuterreger um einen Virus und durch die weiteren Symptome der Krankheit, wie z. B. Schaum vor dem Mund und akute Lähmung, kann man Tollwut ganz klar von einem Gasbrand abgrenzen.

Cholera

Cholera (griechisch Gallenbrechdurchfall) ist eine schwere Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Verantwortlich ist hiebei der Erreger Vibrio cholerae. Die Cholera-Erreger bilden ein Gift (Exotoxin), sodass es im Darm zu starken Flüssigkeitsverlusten von bis zu 20 Litern am Tag kommen kann. Die erste Erwähnung des Bakteriums findet sich im Jahr 1854 bei Filippo Pacini, der es als hochbewegliches, kommaförmiges Bakterium beschrieb.

Cholera ist in Deutschland ebenso wie z.B. Tollwut und Milzbrand meldepflichtig, das heißt, die Daten des Patienten werden vom Arzt an das Gesundheitsamt übermittelt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Symptome und Ursachen

Eine Impfung gegen Cholera ist nicht 100% sicher. © Fotolia.com

Eine Impfung gegen Cholera ist nicht 100% sicher.
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Symptomatisch für Cholera ist das plötzliche Auftreten von heftigen Durchfällen und Erbrechen. Gefährlich wird die Cholera durch den massiven Flüssigkeitsverlust, der zu einem raschen Austrocknen (Exsikkose) und somit zum Tod führen kann. Neben Durchfall und Erbrechen treten häufig weitere Symptome auf, teils bedingt durch den Erreger und teilweise als Folge des Flüssigkeitsverlustes. Symptome der Cholera können sein:

  • Primär: starke wässrige Durchfälle und Erbrechen
  • Sekundär: Muskelkrämpfe, Herzrasen, Kreislaufschock und Nierenversagen

Die Krankheit hat eine Inkubationszeit von einigen Stunden bis zu 3 Tagen und verläuft dann in drei Stadien:

  1. Durchfall und Erbrechen
  2. durch den Flüssigkeitsmangel bedingte Muskelkrämpfe, eingefallenes Gesicht
  3. Stoffwechselprobleme, Verwirrtheit, Koma, Sepsis

Besonders gefährlich ist die Tatsache, dass die Krankheit oftmals (bei ca. 85 % aller Fälle) asymptomatisch verläuft. Dies bedeutet, dass keine sichtbaren Symptome vorhanden sind. So kann es sein, dass bereits nach einigen Stunden ohne sichtbaren Symptome der Tod eintritt (sog. Cholera Sicca). Ohne schnelle Behandlung liegt die Sterblichkeitsrate bei bis zu 70%.

Als Ursache für die Cholera gelten vor allem schlechte hygienische Bedingungen, häufig in Ländern der Dritten Welt. Bei keiner ausreichenden Trennung zwischen Trink- und Abwasser ist eine Verbreitung durch verseuchtes Wasser die Hauptursache. Jedoch kann auch der Verzehr von infizierten Lebensmitteln eine Cholera auslösen.

Behandlung

Die wichtigste Maßnahme bei der Behandlung, ist die Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten. Dies geschieht am Besten durch eine Infusion, da so der Magen-Darm-Trakt umgangen werden kann. In Ländern der Dritten Welt empfiehlt die WHO (World Health Organization – Weltgesundheitsorganisation) dennoch die orale Flüssigkeitseinnahme. Die WHO hat eine salz- und glukosehaltige Trinklösung entwickelt, da in den armen Ländern oftmals nicht die Möglichkeit für eine Infusion besteht. Hat man den Flüssigkeitsverlust durch die verschiedenen Maßnahmen ausgeglichen, wird das Bakterium mit Antibiotika behandelt. Die Sterblichkeitsrate sinkt durch die Behandlung auf unter 1%.

Prophylaxe

Eine Impfung gegen Cholera ist möglich und für Bevölkerungsgruppen im Gefahrengebiet auch empfohlen, verspricht jedoch keine 100%ige Sicherheit. Bei Reisen in Risikogebiete empfiehlt es sich, besondere Hygienevorschriften einzuhalten. Durch das Erhitzen von Trinkwasser sterben die Bakterien ab und können die Krankheit nicht weiter verbreiten. Auch das Schälen von Obst und Gemüse ist eine anzuwendende Vorsichtsmaßnahme.

Verbreitung

Die Krankheit trat erstmals in Indien auf und verbreitete sich im 19. und 20. Jahrhundert auf mehrere Kontinente aus. Betroffen sind besonders arme Länder mit einem niedrigen Hygienestandard. 2010 wurden in Deutschland 6 Fälle gemeldet.

Die Tollwut

Die Tollwut ist eine seit Jahrtausenden bekannte, beinahe immer tödlich verlaufende Krankheit, welche sowohl Mensch als auch Tier befällt. In der Regel wird die Tollwut, der Name ist allerdings erst seit 1810 schriftlich verbürgt, vom Tier auf den Menschen übertragen und löst bei diesem dann eine zumeist tödlich verlaufende Enzephalitis (Gehirnentzündung) aus.

Damit reiht sich diese Krankheit neben dem Gasbrand und einer Anthrax-Infektion (Milzbrand) in die Reihe der tödlichen Infektionskrankheiten ein.
Der Name Tollwut leitet sich, aller Wahrscheinlichkeit, vom Gebaren der meisten infizierten Tiere ab, die ab einem gewissen Stadium der Krankheit „toll“, also unkontrolliert aggressiv werden und dies durch Lautäußerung und Körpersprache deutlich zum Ausdruck bringen.

Woher stammt die Tollwut?

Woher der Erreger stammt ist nicht nachzuweisen, belegbar ist jedoch, dass sich der Erreger deutlich häufiger in fleischfressenden Tieren findet, als in den Herbivoren Vertretern des Tierreichs. Da die Krankheit weltweit vorkommt, kann man dabei nicht auf eine einzelne Gattung der Überträger zurückgreifen und so findet sich in der Liste der häufigsten Überträger der Fuchs neben dem Hund und der Fledermaus wieder.

Wege der Übertragung

Die Tollwut wird über Bisse infizierter Tiere übertragen. © Fotolia.com

Die Tollwut wird über Bisse infizierter Tiere übertragen.
© Fotolia.com

Die Tollwut wird in der Regel über Bisse oder Kratzwunden infizierter Tiere übertragen und kann, was diese Krankheit so gefährlich macht, lange im Körper des Menschen schlummern, ehe sie sich Bahn bricht. Die Inkubationszeit kann zwischen einem Monat und mehreren Jahren liegen, was es beinahe unmöglich macht, die Quelle der Infektion zu finden, als es auch für den Mediziner am Anfang umso schwieriger macht die Krankheit zu identifizieren, da die Anfangssymptome der Tollwut denen der Grippe frappierend ähnlich sind.

Wer ist gefährdet?

In der Regel infizieren sich Kinder und Jugendliche am ehesten mit der Krankheit, was weniger auf das Immunsystem der jüngeren zurückzuführen ist, als an der Bereitschaft, auf unbekannte Tiere offen und arglos zuzugehen und diese Streicheln zu wollen. Ein vorsichtiger Erwachsener überlegt sich den Kontakt zu einem fremden Tier zweimal und ist dementsprechend bei Weitem nicht so exponiert wie ein neugieriges Kind. Allerdings können sich auch Haustiere mit der Tollwut bei anderen Tieren infizieren und somit zu einer tickenden Zeitbombe in den eigenen vier Wänden werden.

Heilungschancen

Es gibt gegen die Tollwut kein bekanntes Heilmittel und die Formen der Therapie, die bekannt sind enden in der Regel mit schwersten Hirnschädigungen der Patienten. Erst in letzter Zeit ist es gelungen mit Hilfe von kombinierten Therapien 2 jungen Menschen, ohne schwerste Folgeschäden, das Leben zu retten. Bekannt wurde diese Form der Therapie unter dem Begriff „Milwaukee Protokoll“.