Die multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung im Zentralen Nervensystem. Durch die chronischen Entzündungen in Rückenmark und Gehirn werden die Markscheiden der Nervenfasern dauerhaft zerstört, so dass die körpereigenen Abwehrzellen, die ja eigentliche fremde Stoffe oder Krankheitserreger angreifen sollen, gesundes Gewebe schädigen.

Aus diesem Grund zählt die multiple Sklerose auch zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen. Der Name multiple Sklerose leitet sich von zwei verschiedenen Begriffen ab: Das lateinische Wort „multiplex“ bedeutet vielfach, während die griechische Bezeichnung „skleros“ mit hart übersetzt werden kann.

Ursachen multiple Sklerose

Die Ursachen der multiplen Sklerose liegen noch immer zu einem großen Teil im Dunkeln. Zwar konnte mittlerweile nachgewiesen werden, dass die Erkrankung durch die angesprochenen Entzündungen entsteht, wodurch diese allerdings hervorgerufen werden, konnte bisher nicht geklärt werden. Es gibt aber einige Faktoren, die eine Rolle spielen können. Dazu gehören unter anderem vermeintlich ausgeheilte Infektionen mit Erregern wie beispielsweise Herpesviren oder Chlamydien. Forscher haben zudem herausgefunden, dass auch der erbliche Faktor eine Rolle spielt, auch wenn die multiple Sklerose bisher nicht offiziell zu den vererbbaren Krankheiten zählt.

Symptome bzw. Anzeichen bei multipler Sklerose

Für die multiple Sklerose gibt es keine charakteristischen Anzeichen, auch der Verlauf ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Häufige Symptome sind aber Empfindungsstörungen wie beispielsweise ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl an Armen und Beinen, Sehstörungen und Augenschmerzen sowie das Sehen von Doppelbildern.

Auch Muskellähmungen werden von vielen Betroffenen registriert. Anfangs hat der Patient oft lediglich das Gefühl, dass die Muskeln schnell ermüden und kraftlos werden, manchmal kommt es dabei auch zu einer Versteifung der Muskulatur. Später setzt dann häufig eine Lähmung ein, die entweder nur ein Bein oder einen Arm oder aber eine komplette Körperseite betrifft.

Diagnose & Verlauf bei multipler Sklerose

Verlaufsformen der multiplen Sklerose

Verlaufsformen der multiplen Sklerose
(© de.wikipedia – Vhancer)

Die multiple Sklerose wird durch eine umfangreiche neurologische Untersuchung festgestellt. Eine große Rolle spielt dabei die Magnetresonanztomografie, die deutlich mehr Klarheit bringt als eine Computertomografie. Außerdem wird der Arzt verschiedene Empfindungen und Reflexe überprüfen, um sicherzustellen, wie gut die Hirnnerven funktionieren. Fast immer wird zudem die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit untersucht, wozu eine sogenannte Liquorpunktion notwendig ist.

Der Verlauf der multiplen Sklerose ist entweder schubweise oder aber schleichend. Bei einem schubweisen Verlauf gilt: Je länger die einzelnen Schübe andauern, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dauerhafte Schäden zurückbleiben. Bei einem schleichenden Verlauf treten dagegen keine akuten Schübe auf, obwohl die Krankheit stetig fortschreitet.

Behandlung bzw. Therapie von multipler Sklerose

Bei der multiplen Sklerose ist es wichtig, dass die Therapie möglichst frühzeitig beginnt. Eine vollständige Heilung ist zwar bis heute nicht möglich, dennoch kann der Verlauf aufgehalten oder verzögert werden. Wer unter einzelnen Schüben leidet, wird meist mit Medikamenten behandelt, die dazu dienen, die Symptome zu verringern und die negativen Prozesse des Immunsystems zu bekämpfen.

Außerdem werden Patienten mit akuten Schüben starke entzündungshemmende Medikamente und Kortison verabreicht. Wer unter einer schleichenden multiplen Sklerose leidet, erhält eine dauerhafte medikamentöse Therapie. Darüber hinaus zeigt aber auch häufig eine Physiotherapie eine positive Wirkung. So lassen sich Funktionseinschränkungen verhindern, was zu einer Verbesserung der Lebensqualität beiträgt.

Vorbeugung gegen multiple Sklerose

Vorbeugende Maßnahmen gegen die multiple Sklerose gibt es bisher nicht, da die Ursachen noch immer weitestgehend unbekannt sind. Wer bereits mit dieser Krankheit zu kämpfen hat, sollte aber generell verschiedene Risikofaktoren vermeiden, die im Verdacht stehen, Schübe auszulösen. Dazu gehören Infektionen wie beispielsweise eine Virusgrippe, aber auch Schwankungen des Hormonhaushaltes, Medikamente, die Einfluss auf das Immunsystem haben (unter anderem Präparate mit Echinacea oder Sonnenhut) sowie ausgeprägte Stressphasen. Auch auf Therapien zur Hyposensibilisierung von Allergien sollte in diesem Fall verzichtet werden.

Medikamente & Hausmittel gegen multiple Sklerose

Vor einiger Zeit haben Forscher einen neuen Wirkstoff im Kampf gegen die multiple Sklerose getestet. Es handelt sich dabei um Daclizumab: Umfangreiche Studien haben gezeigt, dass der Wirkstoff die Häufigkeit der Schübe positiv beeinflussen kann. Patienten, die mit Daclizumab behandelt wurden, litten nur halb so oft unter einem Schub wie eine vergleichbare Gruppe an Patienten, die lediglich ein Scheinmedikament bekamen. Erfolge zeigen aber auch Therapien mit Interferon, Glatirameracetat, Natalizumab und Prednisolon. Diese Wirkstoffe werden besonders häufig an Patienten verabreicht und erwiesen sich bisher auch langfristig als erfolgreich.