Bei der Mundfäule handelt es sich um eine schmerzhafte Entzündung in der Mundschleimhaut oder im Zahnfleisch. Die Krankheit tritt in der Regel bei kleinen Kindern auf, und zwar in den ersten drei Lebensjahren. Es kann auch bei Erwachsenen zur Mundfäule kommen, allerdings passiert das in den seltensten Fällen. Die Krankheit wird durch Haut- oder Objektkontakt übertragen. Wenn der Betroffene die Krankheit einmal hatte, ist es für das ganze Leben immun dagegen.

Ursachen für Mundfäule

Mundfäule entsteht durch eine Infektion mit dem Herpes Simplex Virus. Manchmal kann auch HSV-2 der Auslöser für die Erkrankung sein. Wie bereits erwähnt, wird der Virus durch den direkten Kontakt übertragen, wie z. B. mit der Haut oder mit Speichel. Mundfäule ist eine Krankheit, die hochansteckend ist. Aus dem Grund kann es gerade in öffentlichen Einrichtungen zu einer schnellen Ausbreitung kommen. Dabei liegt die Inkubationszeit bei 1 bis 26 Tagen. Meistens verläuft der Virus ohne Beschwerden und Mundfäule ist nur die Ausnahme.

Symptome der Mundfäule

Mundfäule ist hochgradig ansteckend (Bildquelle: BigStock aliced, Stock Foto 42980923)

Mundfäule ist hochgradig ansteckend (Bildquelle: BigStock aliced, Stock Foto 42980923)

Mundfäule macht sich durch viele Anzeichen bemerkbar. Unter anderem treten Symptome, wie geschwollene Halslymphknoten auf oder Fieberbläschen. Meistens leiden die Betroffenen unter einem entzündeten, roten und geschwollenen Zahnfleisch, welches schnell blutig werden kann. Weitere Symptome sind Schmerzen und Mundgeruch sowie starker Speichelfluss und Reizbarkeit. Erkrankte leiden außerdem an einem Krankheitsgefühl und Kopfschmerzen sowie an Atemwegsinfektionen und leichtem Fieber. Mundfäule zeichnet sich zunächst durch kleine Vesikel aus, welche sich aber schnell zu Geschwüren entwickeln. Die Betroffenen Kinder mögen aufgrund der Beschwerden weder etwas essen noch trinken. Die Krankheit kann bis zu drei Wochen dauern.

Diagnose von Mundfäule

Wer bestimmte Anzeichen bemerkt, sollte einen Arzt aufsuchen bzw. mit seinem Kind zu einem Arzt gehen. Er wird in ärztlicher Behandlung durch ein klinisches Bild und laborchemischen Maßnahmen eine Diagnose stellen können. Die genannten Symptome treten auch bei Krankheiten, wie Aphthen und Mundsoor auf. Aus dem Grund muss eine ärztliche Diagnose festgestellt werden, damit die Krankheiten ausgeschlossen werden können. Wenn man sich nicht rechtzeitig behandeln lässt, kann die Krankheit bis zu den Augen verschleppt werden. Mundfäule kann außerdem eine Hirnentzündung auslösen, wenn sie nicht geheilt wird.

Behandlung von Mundfäule

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Mundfäule zu behandeln. Entweder nicht-medikamentös oder durch eine medikamentöse Behandlung.

  • Bei der nicht-medikamentösen Behandlung ist es wichtig, dass die Betroffenen genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Die Nahrung sollte mild und kühl sowie flüssig oder halbfest sein. Auf scharfe und saure Lebensmittel sollte man komplett verzichten
  • Bei der medikamentösen Behandlung kommen Schmerzmittel, wie Paracetamol oder Ibuprofen zum Einsatz. Außerdem kann man pflanzliche Arzneimittel nehmen, die den Schmerz lindern. Auch Mundspülungen können reiz- und schmerzlindernd sein

Mundfäule vorbeugen

Um Mundfäule vorzubeugen, sollte der Kontakt zu anderen Kindern vermieden werden, die akut erkrankt sind. Dadurch, dass die Krankheit nicht selbst verschuldet ist, sondern übertragen wird, kann man sehr schwer dagegen vorbeugen. Wenn jemand in der Umgebung erkrankt ist, sollte die gemeinsame Nutzung von Besteck und Trinklaschen vermieden werden. Je schneller man Mundfäule erkennt, desto früher verschwindet die Krankheit wieder, wenn man sie rechtzeitig behandelt. Schon bei mäßigen Schmerzen sollte eine Therapie begonnen werden. Eine gute Mundhygiene, die eventuell auch durch eine professionelle Zahnreinigung gestützt wird, ist außerdem sehr zu empfehlen.

Medikamente gegen Mundfäule

Wie bereits erwähnt, kann man Medikamente, wie z. B. Ibuprofen und Paracetamol einnehmen. Bei Erwachsenen kommen allerdings stärkere Arzneimittel zum Einsatz. Dazu gehört unter anderem Novalgin. Auch Mundspülungen sind bei Mundfäule optimal geeignet. Wenn die Mittel nichts bringen, sollte man sich vom Arzt andere Medikamente verschreiben lassen.

Ergänzung durch die Redaktion am 27.05.2014

Wodurch wird Mundfäule genau ausgelöst?

Die Mundfäule, im Fachjargon Stomatitis aphtosa, plagt vor allem Kinder zwischen 10 Monaten und 3 Jahren. Ausgelöst wird sie durch den Erstkontakt mit dem Herpes-Simplex-Virus Typ 1 (kurz HSV 1). Dieser Typus wird von Mensch zu Mensch übertragen, häufig durch die Eltern auf das Kind. Leider gibt es keine Impfung gegen diesen Virus und noch immer viele Erwachsene, die Löffel und Nuckel ihrer Kinder wider besseres Wissen ablecken.

Fast alle Menschen tragen das Virus in sich, viele ohne Beschwerden. Doch auch dann können sie das Virus ausscheiden und damit andere anstecken. Bei einem geschwächten Immunsystem kann das Virus manchmal wieder aktiviert werden, beispielsweise bei einem Infekt. Dann prangt an der Lippe oder im Mundbereich das allseits bekannte Herpesbläschen. Kommt ein Kind mit dem Virus in Kontakt, kann die Mundfäule ausbrechen.

Darum sollten Mama und Papa während einer akuten Lippenherpes-Erkrankung jeglichen Mundkontakt vermeiden und auf keinen Fall den heruntergefallen Schnuller sauberlecken. Doch auch beim Schmusen und dem gemeinsamen Benutzen von Besteck, Ess- und Trinkgeschirr kann der Herpes-Virus übertragen werden.

Typische Anzeichen für Mundfäule

Hohes Fieber und nichts mehr essen zu wollen, das sind oft die ersten Anzeichen von Mundfäule. Weitere Symptome lassen sich schnell finden:

  • schmerzhafte Bläschen und Aphthen an Zahnfleisch, Mundschleimhaut, Gaumen und Zunge
  • geschwollene Lymphknoten am Hals
  • geschwollene Mundschleimhaut und leicht blutendes Zahnfleisch
  • Mund- und Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • vermehrter Speichelfluss
  • säuerlicher Mundgeruch

Zum Arzt oder nicht?

Da die entzündeten Stellen im Mund oft sehr schmerzen, verweigern Kleinkinder meist komplett die Nahrungsaufnahme. Bieten Sie kühlende, weiche Speisen und kalte Getränke an. Da besonders kleine Kinder vergleichsweise schnell austrocknen, ist bei ihnen ein Flüssigkeitsmangel sehr gefährlich. Will das Kleinstkind über mehr als einen Tag nichts trinken, muss es notfalls in die Klinik und dort durch eine Infusion mit Flüssigkeit versorgt werden. Gehen Sie mit Ihrem Kind in jedem Falle zum Kinderarzt, auch um weitere Komplikationen auszuschließen – vor allem wenn das Kind unter Neurodermitis leidet oder die Bläschen bereits im ganzen Gesicht zu finden sind. Bei Neugeborenen unter 3 Wochen kann eine Infektion mit dem HSV 1-Virus zu einer Hirnhautentzündung führen.

Verlauf von Mundfäule

Bis zu einer Woche kann das oft sehr hohe Fieber anhalten. Es kann mit Zäpfchen oder kühlen Umschlägen zumindest vorübergehend gesenkt werden. Binnen einer Woche trocknen die Bläschen jedoch aus und die schmerzhaften, oft wunden Stellen verheilen. Sind alle Bläschen trocken, ist auch die Ansteckungsgefahr gebannt.

Behandlung von Mundfäule

Eine medikamentöse Behandlung mittels eines Virustatikum sollte bei Kleinkindern nur bei einem besonders schweren Verlauf erfolgen. Mundfäule sollte darum bei den Kleinen mit schmerzlindernden Gels und Cremes behandelt werden, welche auf die wunden Stellen aufgetragen werden und diese lokal betäuben. Kalter Kamillentee unterstützt den Heilungsprozess und sorgt außerdem für die nötige Flüssigkeitszufuhr. In jedem Falle sollten Kinder bis zum Abklingen des Fiebers und dem Austrocknen aller Bläschen zu Hause bleiben, vor allem auch wegen der Ansteckungsgefahr.

Ist die Erkrankung überstanden, wandern verbliebene Herpes-Simplex-Viren entlang der Nervenfasern ins Gehirn. Hier ruhen sie und können bei einer geschwächten Abwehrlage als Herpes, dem typisches Lippenbläschen, wieder in Erscheinung treten. Die Flüssigkeit im Bläschen kann das HSV 1 erneut übertragen.