Eine Nagelbettentzündung ist schmerzhaft und unangenehm. Sie äußert sich durch angeschwollene, gerötete Hautstellen und wird oft auch durch pochende Schmerzen begleitet. Nagelbettentzündungen können akut oder chronisch verlaufen und werden durch kleinere Verletzungen an Finger- oder Zehennägeln hervorgerufen, durch die schädliche Keime eindringen können. Sollte eine einfache Behandlung mit Hausmitteln nicht schnelle Abhilfe leisten, ist ein Arztbesuch unumgänglich.

Der medizinische Fachbegriff für Nagelbettentzündung ist Paronychie und bezeichnet eine entzündliche Erkrankung des Gewebes unter dem Nagel. Bei schwereren Verläufen können auch Partien wie Nagelfalz oder -haut mitbetroffen sein. Ob bei der Gartenarbeit, im Haushalt oder im Beruf – Verletzungen am Fingernagel hat man sich schnell zugezogen, und schon der kleinste Schnitt ermöglicht es Krankheitserregern wie Bakterien oder Pilzen, ins Innere der Haut einzudringen und eine Nagelbettentzündung auszulösen.

Die akuten Symptome äußern sich durch Schmerzen bei Berührung, lokal erwärmter Haut und Schwellungen. Ehe sich Eiterherde bilden, sollte unbedingt der Hausarzt aufgesucht werden. Bei einer leichten Rötung können Hand- oder Fußbäder in lauwarmem Wasser mit Kamillenlösung oder Kernseife helfen.

Auch beim Schneiden der Nägel können kleine Verletzungen entstehen, die eine Nagelbettentzündung hervorrufen können. © Fotolia.com

Auch beim Schneiden der Nägel können kleine Verletzungen entstehen, die eine Nagelbettentzündung hervorrufen können.
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Eine Selbstbehandlung sollte jedoch keinesfalls zu lange ausgedehnt werden. Zeigt sich nicht innerhalb kurzer Zeit eine deutliche Besserung der Symptome der Nagelbettentzündung, muss auf jeden Fall ärztlicher Rat hinzugezogen werden. Anderenfalls droht eine Ausdehnung der Entzündung, die bis zu den Knochen vordringen oder sich weit über den ursprünglichen Entzündungsherd ausdehnen kann.

Am Zehennagel hat eine Nagelbettentzündung ihre Ursache oft darin, dass ein Nagel falsch wächst und sich dabei in die Haut hineinschiebt. Auch zu enges Schuhwerk kann die Entstehung einer Nagelbettentzündung begünstigen. Daher ist es wichtig, dass Kinder, deren Füße ständig im Wachstum sind, immer bequeme, passende Schuhe tragen. Tückisch sind chronische Nagelbettentzündungen, da sie weniger schmerzhaft sind. Umso wichtiger ist in diesem Fall eine gründliche, ärztliche Behandlung.

Die ärztliche Therapie bei einer Nagelbettentzündung sieht eine antiseptische Behandlung vor, bei der die Desinfektion der entzündeten Stelle im Mittelpunkt steht. Mit Salben oder Bädern werden sehr gute Behandlungsergebnisse erzielt.

Zur Unterstützung sollten die Patienten die betroffene Stelle ruhighalten. Ist eine Nagelbettentzündung weiter vorangeschritten, kann es nötig sein, dass ein Antibiotikum verabreicht wird oder ein chirurgischer Eingriff vorgenommen werden muss, damit der Eiter abfließen kann.

Das Nagelbett

Nägel bestehen aus Hornhautplatten, die langsam aus dem Nagelbett herauswachsen. Sie kommen nur bei Primaten und Menschen vor und bilden sich an der Nagelwurzel. In der Tierwelt nennt man die Entsprechungen zum menschlichen Nagel meist Klauen oder Krallen.
Der Nagel liegt auf dem Nagelbett auf und wächst etwa 0,1 mm pro Tag. Die einstige Funktion als Werkzeug und Hilfsmittel zur Fortbewegung ist im Laufe der Jahrtausende verloren gegangen. Heute haben Nägel zwar auch noch eine schützende Funktion für die Fingerkuppen, doch dienen sie nun vor allem der kosmetischen Verschönerung.

Kaum ein anderer Körperteil ist so stark Wind und Wetter, Feuchtigkeit, Kälter, Hitze und Chemikalien ausgesetzt wie Nägel. Sie sind ständig in Gefahr, durch Reibung oder andere Umwelteinflüsse verletzt zu werden.

Auch zahlreiche Erkrankungen können Nägel und Nagelbett deutlich verändern. Verfärbungen, Verformungen oder auch die Verdünnung des Nagels kommen häufig vor. Ist das Nagelbett erkrankt, macht sich dies vor allem durch eine Entzündung bemerkbar und kann im schlimmsten Fall zur Ablösung des Nagels führen.

Sorgfältige Maniküre und Nagelpflege können einer Entzündung des Nagelbetts vorbeugen. © Fotolia.com

Sorgfältige Maniküre und Nagelpflege können einer Entzündung des Nagelbetts vorbeugen.
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Nägel können außerdem von Hauterkrankungen befallen werden, die auch das Nagelbett in Mitleidenschaft ziehen. Eine Nagelbettentzündung zeigt sich durch Rötungen und Schwellungen und ist schmerzhaft. Unbehandelt kann sie sogar eitrig werden.

Die häufigste Ursache sind Verletzungen bei der Maniküre. Sobald Haut beschädigt wird, kann sich diese entzünden, wenn Bakterien oder Pilze in die Wunde eindringen. Während Infektionen mit Nagelpilz sehr langsam verlaufen, zeigen sich bakterielle Entzündungen akut.

Das Risiko einer Nagelbettentzündung steigt bei Diabetikern und Menschen, deren Hände häufig mit Wasser in Berührung kommen. Letztere sollten zur Vorbeugung einer Entzündung am Nagelbett Baumwollhandschuhe tragen, über die man noch PVC-Handschuhe zieht.

Auch sorgfältige Maniküre und Nagelpflege kann eine Nagelbettentzündung vorbeugen. Dazu gehört es, die Nägel relativ kurz zu halten, nur leicht oval zu feilen sowie die Nagelhaut nur zurückzuschieben, aber nicht zu entfernen. Durch Einmassieren von spezieller Nagelcreme oder Olivenöl kann der Zustand der Nägel aber verbessert werden.

Nagelpflege

Das Auftreten einer Nagelbettentzündung (Paronchie von lat. Onychium – Nagelbett) wird durch Faktoren begünstigt, die den Nagel oder das Nagelbett schädigen. Ziel der idealen Nagelpflege ist daher ein unversehrter Nagel. Dazu gibt es, wie im Folgenden ausgeführt wird, mehrere Ansätze.

Der Nagel ist Spiegelbild einer ausgewogenen Ernährung und eines gesunden Organismus. Daher ist ein wichtiger Teil der Nagelpflege eine vernünftige Lebensweise und Ernährung. Durchblutungsstörungen oder z.B. auch Eisenmangel können einen Nagel so beeinträchtigen, dass dieser leichter durch Bakterien oder Pilze infiziert wird und sich schlimmstenfalls sogar ablösen kann.

Die Nagelpflege hat für Diabetiker eine besondere Bedeutung, da Nagelbettentzündungen zu schweren Komplikationen führen können. Neben dem gut eingestellten Blutzuckerspiegel ist die Inspektion und Pflege des Nagels ein elementarer Bestandteil der Infektionsprophylaxe. Dabei ist der laterale Nagelbereich, der Nagelwall, besonders zu beachten. Vor allem beim Schneiden der Nägel ist es wichtig, dass dieser Nagelrand unbeschädigt bleibt.

Der häufige Gebrauch von aggressiven Reinigungsmitteln erfordert eine intensive Nagelpflege. © Fotolia.com

Der häufige Gebrauch von aggressiven Reinigungsmitteln erfordert eine intensive Nagelpflege.
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Zur normalen Nagelpflege gehört bequemes Schuhwerk. Zu enge Schuhe können zur Deformation des Fußnagels führen. Wächst dieser als Folge in das Nagelbettein, bietet das eine ideale Eintrittspforte für Infektionen.

Häufig werden Entzündungen durch exogene Faktoren ermöglicht, z.B. Gummihandschuhe, Kosmetika oder aggressive Reinigungsmittel. Dadurch auftretende Ekzeme bilden die Grundlage einer Nagelbettentzündung. Der Verzicht auf solche Faktoren ist die beste Nagelpflege. Da ein feuchtes Milieu einen solchen Vorgang beschleunigt, sollte man die Finger trocken halten.

Es gibt allerdings auch den Befund, dass besonders trockene Haut eine Nagelbettentzündung begünstigt, z.B. bei der Neurodermitis. Dort sollte die Haut entsprechend angefeuchtet und gefettet werden.

Ein wesentlicher Bestandteil der Nagelpflege ist die entsprechende Hygiene. Das Nagelhäutchen, Lunula, am proximalen Ende des Nagels sollte aber nicht z.B. durch eine Nagelbürste zerstört werden, weil es eine wichtige Komponente des Nagelwachstums ist.

Wie kann sich ein Nagel lösen

Wird ein Nagel abgelöst (Onycholysis) kann das aus unterschiedlichen Gründen auftreten. In der folgenden Abhandlung werden nach einer kurzen histologischen Einführung die häufigsten Ursachen einer solchen Ablösung vorgestellt.

Der Nagel ist an seiner Oberfläche vom Eponychium bedeckt, das der Nagelplatte aufliegt. Direkt unter der Nagelplatte ist das Hyponychium, das den Nagel mit dem Bindegewebe des Nagelbetts verbindet. Die letztgenannten Schichten des Nagels sind vorwiegend der Ort, an dem die zur Ablösung führenden Faktoren ansetzen.

Die Ablösung kann unterschiedliche Anteile der Fingernägel betreffen. Der Nagel kann gegebenenfalls nur am seitlichen, lateralen Rand betroffen sein. Eine andere Form ist z.B die Onycholysis semilunaris, bei der sich am Nagel eine distale halbmondförmige Ablösung zeigt.

Verletzungen des Fingernagels können zur Ablösung führen. © Fotolia.com

Verletzungen des Fingernagels können zur Ablösung führen.
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Generell gilt, dass Vorschädigungen der Fingernägel die Entstehung einer Onycholysis unterstützen. Der Nagel ist vor allem bei schon bestehenden Läsionen für bakterielle Infektionen, also Nagelbettentzündungen anfällig. Mögliche Erreger sind Staphylokokken, Streptokokken oder Pseudomonaden. Eine andere Ursache ist die Onychomykose. Der häufigste Erreger dieser Erkrankung ist Candida, der Nagel kann aber auch durch Dermatophyten und Schimmelpilze befallen werden. Voraussetzung ist in den meisten Fällen eine Schwäche der Nagelsubstanz. Gegen Nagelpilz hilft gegebenenfalls eine spezielle Nagelpflege, die über mehrere Monate täglich auf die betroffenen Nägel wie ein Nagellack aufgetragen wird.

Bei der Psoriasis (Schuppenflechte) gehört der Nagelbefall mit zum klinischen Bild der Erkrankung. Der Befund an den Fingernägeln reicht von kleineren Eindellungen bis hin zur Ablösung der Fingernägel.

Ekzeme der Fingerspitzen können ebenfalls zur Onycholysis führen. Vor allem die lang andauernde Einwirkung von Wasser oder Laugen bei einem bereits schon bestehenden Ekzem kann die Ablösung der Fingernägel unterstützen.

Eine fototoxische Reaktion ist eine Reaktion von UV Licht und einer chemischen Substanz. Letztere kann in Parfums oder Kosmetika vorhanden sein. Aber auch Tetracycline sind solche Substanzen. In besonders schweren Fällen folgt eine Schädigung der Fingernägel.

Nagelpilz

Ob nun in der Sauna oder im Schwimmbad, in einem feuchten und warmen Milieu fühlen sich Pilze richtig wohl. Aus diesem Grund kann man sich an diesen Orten leicht anstecken. So ist der Nagelpilz, medizinisch Onychomykose, die häufigste Erkrankung der Nägel.

Meist können dicke und verfärbte Nägel auf einen Nagelpilz hinweisen. Dabei kann jeder daran erkranken, ebenso wie an einer Nagelbettentzündung. Wer an Durchblutungsstörungen oder Diabetes mellitus leidet, zu enge Schuhe trägt oder gerne barfuß läuft, der ist besonders gefährdet.

Dicke, brüchige und verfärbte Nägel weisen auf einen Nagelpilz hin. © Fotolia.com

Dicke, brüchige und verfärbte Nägel weisen auf einen Nagelpilz hin.
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Oftmals entwickelt sich der Nagelpilz aus einem unbehandelten Fußpilz. In der Regel sind aber bestimmte Fadenpilze, die sogenannten Dermatophyten dafür verantwortlich. Sehr selten entsteht der Pilz durch Schimmel- oder Hefepilze.

Die Symptome bei einem Nagelpilz machen sich vor allem durch Nagelverdickungen und Nageverfärbungen bemerkbar. Dabei sind oftmals nur einzelne Nägel von dem Pilz befallen. So beginnt die Infektion normalerweise am freien Rand des Nagels. Alsdann dringen die Pilze in die Hornschicht und weichen den Nagel mit der Zeit auf, sodass sich dieser lösen kann.

Es existieren mehrere Formen des Nagelpilzes, wie zum Beispiel die distolaterale subunguale Onychomykose, die die häufigste Form darstellt. Dabei dringen die Erreger über die Verbindung zwischen Nagel und Zeh am Nagelbett in die Unterseite der Nagelplatte ein und der Nagel verfärbt sich. Bei der weißen superfiziellen Onychomykose breitet sich der Pilz hingegen nur auf den obersten Schichten der Nagelplatte aus. Hier kann es zu weißlichen Verfärbungen kommen. Relativ selten tritt die proximale subunguale Onychomykose auf, wo der Pilz Nagelrücken und die Nagelwurzel befällt.

Durch die Infektion der Nägel wird die Nagelplatte langsam zerstört. Dabei können nicht nur die Fußnägel, sondern auch die Fingernägel von Pilzen befallen werden. Allerdings sind Fußnägel viermal häufiger betroffen. Die Nagelpilzbehandlung ist in vielen Fällen sehr langwierig und kann sich über mehrere Monate erstrecken. In leichten Fällen reicht es aus, die erkrankten Nägel mit einem pilzabtötenden Nagellack zu behandeln. Des Weiteren ist immer auf eine ausreichende und gründliche Hygiene und Nagelpflege zu achten.

Wenn allerdings die Nägel bereits infiziert sind und die Nagelwurzel angegriffen wurde, muss ein Antipilzmittel in Form von Tabletten eingenommen werden. So sollte bei einem starken Nagelpilz in jedem Fall der Hausarzt oder direkt ein Dermatologe aufgesucht werden.

Da der Nagelpilz ansteckend ist, sollten beispielsweise in öffentlichen Schwimmbädern Badeschuhe getragen werden. Des Weiteren kann dem Nagelpilz vorgebeugt werden, in dem bequemes sowie atmungsaktives Schuhwerk getragen wird.