Unter Nagelpilz versteht man eine Pilzinfektion der Nägel durch Fadenpilze, Hefe- oder Schimmelpilze. Sowohl Finger- als auch Fußnägel können betroffen sein.

Da eine Nagelpilzerkrankung meist an feuchten Stellen auftritt, sind Fußnägel häufiger befallen. Der Mediziner bezeichnet den Nagelpilz als Onychomykose. Der befallene Nagel muss richtig behandelt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass der Pilz den gesamten Nagel zerstört. Außerdem können zusätzlich benachbarte Nägel infiziert werden. Neben der unschönen Optik kann ein Nagelpilz auch Schmerzen z. B. beim Gehen verursachen.

Ursachen Nagelpilz

Nagelpilz

Nagelpilz
(© Henrie – Fotolia.com)

Der Nagelpilz wird in den meisten Fällen durch Fadenpilze der Gattung Trichophyton rubrum ausgelöst, seltener durch Hefe- oder Schimmelpilze. Fadenpilze ernähren sich vom Keratin, der Hornsubstanz abgestorbener Zellen, und benötigen ein feuchtes und warmes Milieu, um sich zu vermehren. Ideale Lebensbedingungen finden sie insbesondere in Hautfalten und Achseln sowie in der Leistengegend, aber vor allem in den Zehenzwischenräumen. Nagelpilz ist oft die Folge einer Fußpilzerkrankung, die sich auf die Fußnägel ausgeweitet hat.

Eine direkte Ansteckung erfolgt häufig beim barfuß laufen in öffentlichen Bädern, Saunen oder Duschen, da die Erreger über Haut- und Nagelschuppen sowie Haare übertragen werden können. Außerdem sind oft ältere Menschen von einer Pilzerkrankung betroffen, da sie häufiger ein geschwächtes Immunsystem haben und vermehrt unter Durchblutungsstörungen leiden. Aus diesen Gründen sind auch Diabetiker besonders gefährdet. Eine weitere Risikogruppe sind Sportler, die durch Schweißabsonderungen in ihren Sportschuhen pilzfreundliche Bedingungen schaffen.

Symptome bzw. Anzeichen bei Nagelpilz

Sind Fadenpilze, auch Dermatophyten genannt, Auslöser des Nagelpilzes, ist meist zunächst der Nagelrand betroffen, von dem aus sich die Pilzsporen über den gesamten Nagel ausbreiten können. Das Keratin des Nagels wird hierbei mit der Zeit aufgelöst. Dadurch wird der Nagel brüchig und bekommt weiße Flecken oder Streifen. Außerdem verdickt der Nagelbereich und verfärbt sich in der Regel gelblich-braun. Diese Symptome werden häufig von einem schmerzhaft entzündeten Nagelbett begleitet, wodurch viele Betroffene Beschwerden beim Gehen haben.

Diagnose und Verlauf bei Nagelpilz

Bei Verdacht auf Nagelpilz sollte in jedem Fall ein Hautarzt aufgesucht werden. Dieser kann in der Regel direkt erkennen, ob der Nagel durch einen Pilz infiziert ist. Oder er entnimmt zunächst eine Nagelprobe und präpariert diese mittels spezieller Lösungen. Unter dem Mikroskop kann er dann feststellen, ob Pilzsporen vorhanden sind. Um den Nagelpilz erfolgreich behandeln zu können, muss der Arzt allerdings die genaue Pilzart ermitteln. Hierfür werden Nagelspäne auf einem speziellen Nährboden aufgebracht und so eine Pilzkultur angelegt. Wenn sich Pilzkolonien entwickelt haben, kann der Hautarzt die Pilzart bestimmen und eine optimale Behandlung gewährleisten.

Behandlung bzw. Therapie von Nagelpilz

Die Behandlung eines Nagelpilzes ist eine langwierige Angelegenheit. Im Prinzip gibt es hierbei zwei Strategien, eine äußerliche Behandlung, die so genannte Lokaltherapie, oder eine innerliche Behandlung, die auch systematische Therapie genannt wird. Wenn es sich um einen leichten Pilzbefall des Nagels handelt, genügt meist eine äußerliche Behandlung mit speziellen Nagellacken, Tinkturen oder Salben, die in der Apotheke rezeptfrei erhältlich sind. Diese Mittel müssen über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten regelmäßig, täglich oder wöchentlich, aufgetragen werden, damit sie den Nagelpilz erfolgreich kurieren. Sind die Pilzsporen aber schon im Nagelfalz und wird der nachwachsende Nagel immer wieder neu infiziert oder sind mehr als drei Nägel zu mehr als 50 % betroffen, sollte eine systematische Therapie mit Tabletten erfolgen. Die Wirkstoffe gelangen in die Blutbahnen und therapieren von Innen. Die Tabletten werden vom Arzt verschrieben und müssen in der Regel über drei Monate eingenommen werden. Häufig kombinieren Ärzte auch eine äußerliche und innerliche Behandlung.

Nagelpilz schnell und sicher behandeln

Nagelpilz vorbeugen

Um sich vor Nagelpilz zu schützen, sollte man in öffentlichen Einrichtungen nicht barfuß laufen. Außerdem ist es wichtig, gut sitzende Schuhe aus atmungsaktivem Material, wie Leder oder Mikrofaser, zu tragen, damit sich im Schuh keine Feuchtigkeit sammelt. Das A und O ist zudem eine gute und regelmäßige Nagelpflege.

Hat man sich bereits mit einem Nagelpilz infiziert, sollte man für die Füße ein separates Handtuch benutzen, dieses täglich wechseln und bei mindestens 60 °C waschen. Dies gilt auch für Strümpfe. Benutzte Nagelscheren und Feilen sowie die Hände müssen nach jedem Kontakt mit den infizierten Nägeln gereinigt bzw. desinfiziert werden, um weder andere Körperregionen noch seine Mitmenschen zu infizieren.

Medikamente & Hausmittel gegen Nagelpilz

Medizinische Lacke für die äußerliche Behandlung gibt es mit unterschiedlichen Wirkstoffen. Die gängigsten sind Amorolfin, Bifonazol sowie Ciclopirox. Zu den Wirkstoffen in Tablettenform für die innerliche Behandlung zählen Griseofulvin, Fluconazol und Terbinafin. Man kann aber auch eine alternative Behandlung mit verschiedenen Hausmitteln ausprobieren. Teebaum- und Lavendelöl, Olivenöl, Apfelessig, Backpulver sowie Bittersalz sollen, bei regelmäßiger Anwendung, gegen Nagelpilz helfen.