Unser Körper ist überall von Nervenbahnen durchzogen. Ohne die Funktionsfähigkeit unserer Nerven könnten wir uns nicht bewegen, können unsere Organe nicht ihre Aufgaben erfüllen, und wir könnten auch nicht denken. Bei einer Nervenentzündung, welche in der Fachsprache auch Neuritis genannt wird, können mehrere Regionen im Körper betroffen sein.

Der Aufbau unseres Nervensystems

Unser Nervensystem besteht aus einem zentralen und einem peripheren Anteil. Zu unserem Zentralnervensystem gehören das Gehirn und das Rückenmark. Das periphere Nervensystem verläuft, ausgehend vom Zentralnervensystem, durch die gesamten Körperstrukturen. Ein einzelner Nerv besteht aus Nervenfasern, die parallel verlaufen. Daraus ergibt sich ein Nervenstrang, der von einer Umhüllung aus Bindegewebe umgeben ist. Die Nervenfasern werden in der medizinischen Fachsprache auch als Axone bezeichnet. Ein Axon ist der Fortsatz einer Nervenzelle. Um dieses Axon herum ist die sogenannte Myelinscheide vorhanden. Diese auch als Markscheide bezeichnete Schicht enthält einen hohen Anteil an Lipiden. Bei Lipiden handelt es sich um körpereigene Fette, die vielfach als Energiespeicher und als Schutz fungieren. Bei der Myelinscheide haben die Lipide die Aufgabe, die im Inneren verlaufenden Nervenfasern vor fremden Energiepotenzialen zu isolieren und die Erregungsausbreitung in den Nervenfasern zu steuern. Die Axone sind dafür verantwortlich, dass die Informationen aus der Nervenzelle weitergeleitet werden. Nervenzellen sind sehr flexibel. Sie können sich je nach Beanspruchung funktionell anpassen und sich auch in ihrem äußeren Erscheinungsbild entsprechend umwandeln. Die Zelle selbst besteht aus einem mit Plasma gefüllten Zellkörper mit Zellkern und Zellwand. Außer den Axonen verfügt eine Nervenzelle über weitere Fortsätze, deren Aufgabe es ist, Botschaften anderer Nervenzellen zu empfangen und eigene Informationen zu senden. Mit der Unterstützung von chemischen Botenstoffen können auch räumliche Distanzen bei der Weiterleitung von Nervensignalen überwunden werden. Es gibt eine ganze Reihe von möglichen Erkrankungen des Nervensystems. Zu den am häufigsten vorkommenden Diagnosen gehören die Nervenentzündungen.

Was ist eine Nervenentzündung?

In den meisten Fällen tritt eine Nervenentzündung im Kopf und am Rumpf auf, sie kann aber auch den kompletten Körper in Mitleidenschaft ziehen. Die Krankheit ist besonders quälend, wenn sie im Gesicht auftritt. Bei der Krankheit treten entzündliche Prozesse an den peripheren Nerven auf oder auch am Hirnnerv. Die Nervenentzündung bezeichnet aber ebenfalls die Zerstörung von den Organen und Nerven sowie eine Vergiftungserscheinung oder krankhafte Veränderungen, die durch einen Unfall hervorgerufen wurden. In den meisten Fällen handelt es sich bei einer Entzündung eines oder mehrere Nerven (Neuritis, Mehrzahl: Neuritiden) um einen entzündlichen Vorgang, der vor allem die Scheide aus Bindegewebe, die den Nerv umgibt, betrifft. Hier entstehen während des Entzündungsprozesses zahlreiche Entzündungsprodukte, die über das Blut abtransportiert werden müssen. Die Nervenfasern selbst schwellen an. Bei starker Entzündung der Nervenscheide reagieren die Nervenfasern mit Zerfall. Eine Neuritis kann einen Nerv betreffen. Sie kann jedoch auch viele Nervenäste in Mitleidenschaft ziehen. In diesem Fall spricht man von einer Polyneuritis.

Die möglichen Ursachen für eine Nervenentzündung

Eine Nervenentzündung kann sehr viele verschiedene Ursachen haben. Der häufigste Grund der Erkrankung ist eine Schädigung der vegetativen und peripheren Nerven. Diese Störungen und Reizungen werden durch verschiedene Gifte hervorgerufen, wie z. B. Gifte aus der Umwelt und aus dem körpereigenen Stoffwechsel sowie aus Suchtmitteln. Eine Nervenentzündung kann aber auch eine Begleiterscheinung sein. Auch wenn der Organismus unterversorgt ist, kann es zu der Krankheit kommen. Weitere Ursachen sind Verletzungen der Nerven und Unterbrechung vom normalen anatomischen Verlauf sowie tiefe Wunden oder nach Operationen. Ebenfalls gehören Viren und psychische Beanspruchung zu den Gründen. In der Medizin wird neben der Diagnose der Erkrankung auch immer versucht, eine Ursache für die gesundheitlichen Einschränkungen zu finden. Wie bei anderen Krankheitsbildern auch, gibt es bei den vielfältigen Formen von Nervenentzündungen idiopathisch ausgelöste Neuritiden, bei denen keine auslösende Ursache gefunden werden kann. In den meisten Fällen sind jedoch folgende Auslöser für eine Neuritis die Ursache für eine Polyneuropathie, also einer Nervenfunktionsstörung:

  • Toxische Einflüsse
  • Stoffwechselentgleisungen
  • Infektionskrankheiten
  • Rheumatischen Grunderkrankung
  • Tumorerkrankungen
  • Verletzungen (Trauma)
  • Mangel- oder Fehlernährung
  • Resorptionsstörungen von Vitaminen oder durch Folsäuremangel
  • neuroallergische Reaktionen

Nicht alle diese Polyneuropathien haben also ursprünglich eine Entzündung als Ursache der Erkrankung. In der Folge von Grunderkrankungen oder durch den Einfluss von toxischen Stoffen werden jedoch begleitend Entzündungen ausgelöst, die zu Funktionseinschränkungen im Nervensystem führen können.

Die toxisch verursachte Nervenentzündung

Auslöser für die Entzündungen im Nervensystem können beispielsweise giftige Stoffe sein. Neben Chemikalien spielt im alltäglichen Leben der Alkohol eine große Rolle bei entzündlichen Veränderungen von Nerven. Gerade bei alkoholischen Polyneuropathien sind oft große Bereiche des gesamten Nervensystems betroffen.

Nervenentzündung bei Stoffwechselerkrankungen

Bei einer Erkrankung an Diabetes mellitus kann es zu schweren Stoffwechselentgleisungen kommen. Sowohl eine Unterzuckerung als auch ein zu hoher Blutzuckerwert kann bis zu komatösen Zuständen führen. Neben diesen Notfallsituationen kann es bei auf längere Zeit schlecht eingestellten Blutzuckerwerten zu Schädigungen durch eine Neuritis kommen. Auch bei anderen Stoffwechselerkrankungen wie Gicht oder einer Nierenfunktionsstörung können die Nervenfasern durch eine Neuritis belastet werden.

Neuritis, ausgelöst durch eine Infektionskrankheit

Verschiedene Infektionskrankheiten, verursacht durch Krankheitserreger wie beispielsweise Viren, Bakterien, Pilze oder auch durch Parasiten, können eine Neuritis verursachen. Typische Beispiele für Infektionen, die Neuritiden auslösen können, sind Erkrankungen wie zum Beispiel:

  • Diphterie,
  • Tuberkulose
  • Influenza
  • Syphilis

Auch die Gürtelrose, die durch ein Virus ausgelöst wird, verursacht Nervenentzündungen und damit starke Nervenschmerzen.

Neuritis durch eine rheumatische Grunderkrankung

Die Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises haben alle einen entzündlichen Verlauf. Neben dem Gelenkrheumatismus gibt es auch Weichteilrheumatismus. Zusätzlich können sich die Entzündungen im Körper auf das Nervensystem ausweiten.

Nervenentzündung durch Tumorerkrankungen

Mitunter kann es vorkommen, dass ein Tumor einen Nerv so unter Druck setzt, dass eine entzündliche Reaktion entsteht. Eine begleitende Neuritis wird häufig bei Bronchialkarzinomen und Erkrankungen des Blutes festgestellt.

Neuritis infolge eines Traumas

Sehr oft kommt es durch Quetschungen oder erhöhten Druck, durch Schnittverletzungen oder andere Arten von Unfällen zu einer Verletzung von Nerven, die sich dadurch entzünden.

Neuritis durch Mangelernährung und Resorptionsstörungen

Bei langfristiger Mangel- oder Fehlernährung bleibt auch das Nervensystem unterversorgt und reagiert mit Entzündungen und Schmerzen. Bei bestimmten Krankheitsbildern ist der Darm nicht in der Lage, alle Nährstoffe und Spurenelemente zu resorbieren, sodass dadurch Mangelzustände im Organismus entstehen können. Auch Folsäuremangel schädigt auf längere Sicht gesehen die Nerven und verursacht Entzündungen.

Neuroallergische Reaktionen

Bei Allergien behandelt der Organismus ganz alltägliche Substanzen wie beispielsweise Nahrungsbestandteile als Fremdkörper, die er mit einer entzündlichen Reaktion bekämpfen möchte. Diese allergische Reaktion kann sich auch gegen körpereigenes Gewebe richten. So gibt es Krankheiten des rheumatischen Formenkreises, bei denen es sich um eine Autoimmunreaktion handelt. Diese Autoimmunreaktion kann sich auch auf das Nervengewebe erstrecken und eine Neuritis mit schädigenden Folgen auslösen.

Symptome bei einer Nervenentzündung

Eine Nervenentzündung kann viele verschiedene Symptome haben. Dazugehören unter anderem Gefühlsstörungen, wie z.B. Kribbeln und Elektrisieren sowie Schmerzen. Außerdem können Nervenreißen und ein Taubheitsgefühl auftreten. Auch Bewegungsstörungen, wie Muskelschwäche und Muskellähmung können Symptome bei einer Nervenentzündung sein. Weitere Anzeichen sind Störungen der Schweißabgabe und der Durchblutung. Ganz besonders sind davon kleine Gefäße in Händen und Füßen betroffen. Ebenfalls können stechende Schmerzen in den erkrankten Regionen auftreten.

Gefühlsstörungen

Im Rahmen von Nervenentzündungen treten oft auch noch lange nach dem Abklingen des akuten Entzündungsprozesses Gefühls- und Empfindungsstörungen auf. Das kann als Kribbeln oder „Ameisenlaufen“ empfunden werden. Die Patienten beklagen auch oft Taubheitsgefühle. Diese Taubheitsgefühle können schwere Folgen nach sich ziehen, weil Berührungen, aber auch Temperaturunterschiede oder Schmerzen nicht oder erheblich gesteigert wahrgenommen werden. Der Patient leidet unter dem ständigen Gefühl des Missempfindens sehr.

Muskelschwäche

Eine Muskelschwäche kann infolge vieler Krankheiten auftreten. Oft sind sie ein begleitendes Symptom einer Nervenerkrankung. Häufig verstärken sich die Funktionseinbußen der Muskeln in einem schleichenden Prozess. Muskelschwäche kann ein Hinweis auf eine drohende Lähmung sein.

Lähmungserscheinungen

Nervenentzündungen schädigen die Nervenfasern. Nur zu einem beschränkten Maß ist ein Nerv in der Lage, sich zu regenerieren. Bei starken und langandauernden Entzündungen des Nervensystems kann es zu irreparablen Schäden und damit zu Funktionsverlusten kommen. Zu der nervalen Fehlversorgung kommt es in vielen Fällen zu einem Verlust der Muskelmasse. Lähmungserscheinungen können plötzlich auftreten. Dann handelt es sich um einen Unfall, einen schweren Bandscheibenvorfall oder einen plötzlich eintretenden Schlaganfall. Es gibt jedoch auch Lähmungen, die sich langsam entwickeln und fortschreitend sind. Ursache solcher Prozesse sind sehr oft Muskelabbau und Polyneuropathien infolge von Nervenentzündungen.

Durchblutungsstörungen

Besonders an Händen und Füßen kann es in den kleinsten Blutgefäßen, den Kapillaren, zu Durchblutungsstörungen kommen. Auch die Schweißabgabe kann durch die krankhafte nervale Versorgung des betreffenden Gewebes gestört sein.

Mögliche Arten von Nervenentzündungen

Es gibt eine große Vielfalt an Arten, wie und wo sich eine Neuritis entwickeln kann. Zu den häufigsten Formen zählen:

  • Die Entzündung des Hörnervs
    Die Neuritis acustica toxica wird meist durch Vergiftungen oder Infektionen hervorgerufen. Sowohl Tabak, Alkohol als auch Schwermetalle können zu diesem Krankheitsbild führen. Die Entzündung des Hörnervs kann auch durch Krankheitserreger, wie Scharlach, Masern oder Typhus verursachen, entstehen.
  • Wandernde Nervenentzündungen
    Bei der Neuritis migrans, wie die „wandernde Neuritis“ auch bezeichnet wird, kommt es zu ständig wechselnden Schmerzen in den oberen und unteren Extremitäten. Diese Neuritis wird auch als „Wartenberg-Syndrom“ bezeichnet.
  • Neuritis Facialis
    Dabei handelt es sich um Entzündungen eines oder mehrerer Gesichtsnerven. Die Ursache ist neben traumatischen Ereignissen sehr oft eine Intoxikation oder eine Viruserkrankung.
  • Neuritis optica
    Bei dieser Neuritis ist der Sehnerv entzündet.
  • Neuritis diabetica
    Bei schlecht eingestellten Blutzuckerwerten kann es zu Entzündungen und Schädigungen von Nerven kommen.
  • Guillain-Barré-Syndrom
    Eine der schwersten Formen einer Neuritis. Bei dieser Polyneuritis kann es zu Lähmungen kommen, die für den Patienten tödlich sind.

Diagnose einer Neuritis

Eine Nervenentzündung kann anhand der Beschwerden und an dem Charakter diagnostiziert werden. Damit der Schweregrad der Krankheit festgestellt werden kann, können neurophysiologische Untersuchungen zum Einsatz kommen. Dadurch werden Aussagen über die Funktion der Nerven geliefert. Zudem kommt eine Elektroneurografie für die Diagnose zum Einsatz. Dabei werden die Leistungsgeschwindigkeit und die Amplitude sowie die Refraktärzeit von den Nerven bestimmt. Des Weiteren kann eine Nervenentzündung durch einen Nervenultraschall diagnostiziert werden. Hierbei werden wertvolle Informationen über bestehende Entzündungen und deren Ausprägung geliefert. Bei einer neurologischen Untersuchung des Patienten reagiert ein Patient im Bereich der peripheren Nerven in den Extremitäten oft schmerzhaft, wenn Bereiche berührt werden, in denen Nerven entzündet sind. Bei einer fortgeschrittenen Polyneuropathie infolge einer Neuritis zeigen sich mitunter nur verminderte Reflexe oder sie fehlen ganz. Zur Diagnose der auslösenden Faktoren für die Neuritis wird eine Blutuntersuchung im Labor veranlasst. Hier kann der Status von Vitamin B12 und von Folsäure festgestellt werden. Das Blutbild gibt Auskunft über eventuell erhöhte Leberwerte, über im Körper vorhandene Entzündungen oder eine Einschränkung der Funktion der Nieren. Alle diese Werte können die Ursache für eine Neuritis sein. Auskunft über den Grad der Schädigung von Nervenbahnen gibt die Elektroneurografie. Die elektrische Muskelaktivität, die von den Nerven gesteuert wird, kann gemessen und zur Beurteilung des Zustandes des Patienten herangezogen werden. Auch Ultraschall und MRT werden zur Diagnostik von Nervenerkrankungen eingesetzt.

Behandlung einer Nervenentzündung

Bei der Nervenentzündung erfolgt zunächst eine primäre Therapie. Die Art hängt von den jeweiligen Ursachen ab. Bei der Behandlung können bestimmte Medikamente zum Einsatz kommen, wie z. B. Antibiotika und entzündungshemmende Arzneimittel. Wenn die Medikamente nicht alleine gegen die Nervenentzündung helfen, können sie mit einer schmerztherapeutischen Behandlung kombiniert werden. Gerade bei einer chronischen Form der Krankheit kommt diese Methode häufig zum Einsatz. Außerdem gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten. Dazu gehören der Einsatz von Psychopharmaka und eine örtliche Betäubung gegen die Schmerzen sowie krankengymnastische Übungen. Eine Nervenentzündung kann außerdem durch Akupunktur bekämpft werden. In manchen Fällen kann eine Diät helfen, wenn die Betroffenen die Krankheit durch Stoffwechselstörungen haben. Bei der Behandlung von Nervenentzündungen steht die Behandlung der Grunderkrankung, soweit sie diagnostizierbar ist, im Vordergrund. Bei alkoholisch verursachten Nervenentzündungen muss eine sofortige Karenz von Bier, Wein und allen anderen alkoholischen Getränken eingehalten werden. Bei einer diabetischen Stoffwechselentgleisung steht die optimale Einstellung der Medikamente im Vordergrund. Bei einem Vitamin- oder Folsäuremangel muss für eine entsprechende Substitution der fehlenden Stoffe gesorgt werden. Bei einigen Infektionskrankheiten können Antibiotika für eine Ausheilung der Grunderkrankung und damit für eine Besserung von Nervenentzündungen sorgen. Ein weiterer Behandlungsansatz ist die Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten wie Cortison. Bei starken Schmerzen im akuten Stadium einer Neuritis erhält der Patient bei Bedarf auch Schmerzmedikamente. Bei chronischen Formen der Erkrankung ist in vielen Fällen eine Überweisung zu einem Schmerztherapeuten notwendig, um die quälenden Nervenschmerzen in den Griff zu bekommen und dem Patienten neue Lebensqualität zu vermitteln. Auch Psychopharmaka werden zur Stabilisierung der Situation des Patienten bei schweren Nervenentzündungen und deren Folgen eingesetzt. Bei beginnenden Lähmungen werden Behandlungen mit Reizstrom angeordnet. Generell spielen bei Nervenentzündungen und deren langwierigen Folgen krankengymnastische Übungen und eine aktivierende Physiotherapie eine große Rolle.

Das Empfinden der Patienten kann sehr unterschiedlich sein:
So bevorzugt der eine Patient eher eine Wärme-, der andere eher eine Kälteanwendung zur Linderung der Beschwerden. TENS (= transkutane elektrische Nervenstimulation) und Massagen sind weitere Behandlungsansätze. Bei Sensibilitätsstörungen besteht die Möglichkeit, mit Medikamenten zu behandeln, die Alpha-Liponsäure enthalten. Studien haben ergeben, dass Alpha-Liponsäure einen günstigen Einfluss bei Nervenentzündungen, aber auch bei einer ganzen Anzahl von degenerativen Nervenerkrankungen wie Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose besitzt. Ein Medikament, das zuverlässig die Symptome einer Neuritis und einer Polyneuropathie beseitigt, gibt es nicht. In vielen Fällen muss der Arzt ein ganzes Bündel an Behandlungsmaßnahmen verordnen, bis tatsächlich eine Besserung der teilweise sehr quälenden Symptome eintritt. In schweren Fällen ist die Zerstörung des Nervengewebes bereits so stark fortgeschritten, dass eine vollkommene Wiederherstellung nicht mehr möglich ist. Neben der schulmedizinischen Behandlung einer Neuritis und Polyneuropathie werden von den Patienten oft auch alternative Behandlungsmethoden in Anspruch genommen. Bei Nervenerkrankungen haben sich in einigen Fällen die Akupunktur und eine gezielte Störfeldsanierung bewährt. Auch eine ausgewogene Ernährung, die auf große Mengen von tierischem Eiweiß verzichtet, kann die Heilung unterstützen.

Einer Neuritis vorbeugen

Man kann eine Nervenentzündung definitiv vorbeugen. Das kann mit modernen und hochwirksamen sowie gut verträglichen Medikamenten geschehen. Aber auch mit einer Umstellung der eigenen Lebensweise kann man eine Nervenentzündung vorbeugen. Man sollte Fehlhaltungen und Überlastung meiden sowie einseitige Tätigkeiten und Stress. Man sollte sich öfters entspannen und körperlich bewegen, um gegen die Krankheit vorzubeugen. Des Weiteren kann eine ausgewogene und gesunde Ernährung helfen, um das Risiko der Krankheit zu mindern. Die ausgeprägten Entzündungen im Bereich der Nerven können nicht immer vermieden werden, weil sie oft Folge von Unfällen oder Infektionen sind. Dennoch können im Alltag einige Faktoren beachtet werden, damit es nicht zu einer oft schleichenden Entwicklung der Entzündungen im Nervensystem kommen kann. Eine gesunde Ernährung, ein mäßiger Alkoholgenuss oder der vollkommene Verzicht darauf und ein gut eingestellter Blutzucker spielen dabei eine große Rolle. Um den Stoffwechsel auf Trab zu bringen, darf ausreichende Bewegung nicht fehlen. Sportliche Aktivitäten stärken außerdem die Muskeln und wirken einem schleichenden Muskelabbau wegen nervaler Unterversorgung entgegen. Zu einer achtsamen Lebensweise gehört auch, dass bei Mangelzuständen die vom Arzt verschriebenen substituierenden Mittel regelmäßig eingenommen werden.

Medikamente & Hausmittel gegen eine Nervenentzündung

Hausmittel gibt es leider nicht gegen Nervenentzündungen, zumindest keine die wirklich wirksam sind. Allerdings ist man mit den bereits genannten Medikamenten sehr gut versorgt. Neben dem empfohlenen gesunden Lebensstil, den schulmedizinischen Medikamenten und den physiotherapeutischen Maßnahmen gibt es eine ganze Anzahl von alternativen Behandlungsansätzen. Wie bereits bei der schulmedizinischen Therapie erwähnt wurde, gibt es leider kein Medikament und kein Verfahren, welches zuverlässig alle Symptome und Folgen von Nervenentzündungen beseitigt. Jeder Patient muss sich informieren und für sich persönlich herausfinden, was ihm gut tut. Patienten, die nach der akuten schulmedizinischen Behandlung chronische Beschwerden entwickeln, sollten spätestens dann nach alternativen Wegen suchen, um wieder eine bessere Lebensqualität zurückzubekommen. Besser ist es jedoch, so früh wie möglich mit unterstützenden alternativen Maßnahmen und mit der Praktizierung eines gesunden Lebensstils die vollständige Ausheilung der Entzündung der Nerven zu fördern. Bewährte Hausmittel können symptomatisch eingesetzt werden. Bei ausgeprägten Entzündungen im Nervenbereich tut oft eine kühlende Auflage gut. Neben kalten Umschlägen haben sich auch kühlende Quarkwickel bewährt, um die akute Entzündung einzudämmen. Patienten, die unter starken Entzündungen der Nerven gelitten haben, berichten, dass ihnen neben kalten Umschlägen auch andere Kaltwasseranwendungen geholfen haben. So kann ein vollkommenes Eintauchen von betroffenen Gliedmaßen in kaltes Wasser, wenn es mehrmals am Tag angewendet wird, die Empfindungsstörungen und die Schmerzen nach und nach lindern. Aus dem Bereich der Phytotherapie können Pflanzen wie Ginkgo biloba zum Einsatz kommen, die die Mikrozirkulation in den Kapillaren und damit die gesamte Durchblutung verbessern. Tees und Tinkturen, die Johanniskraut enthalten, können die unangenehmen Missempfindungen und Schmerzen etwas dämpfen. Auch äußerlich können verschiedene Zubereitungen, die Johanniskraut enthalten, angewandt werden.

Als vorteilhaft hat sich auch die Anwendung von Kohlwickeln erwiesen:

  • Für einen Kohlwickel können sowohl Blätter vom Weißkraut als auch vom Wirsing verwendet werden. Für die Anwendung der Kohlwickel sollte nach Möglichkeit Bioware verwendet werden, da in Kohl aus dem Bioanbau kaum Pestizide und andere belastende Stoffe nachgewiesen werden können. Für den Wickel müssen möglichst große Kohlblätter von dem Kopf abgelöst werden. Für das Anlegen des Kohlblattes als Wickel ist es empfehlenswert, die große und feste Rippe herauszuschneiden. Das Kohlblatt kann mit der Hand ein wenig durchgeknetet oder mit einem Nudelholz durchgewalkt werden. Das Ziel ist, die Zellstrukturen des Kohls aufzubrechen, damit der Saft aus dem Zellinneren austreten und auf die Haut des Patienten einwirken kann. Das Kohlblatt wird auf die schmerzenden Stellen aufgelegt und bei Bedarf mit einem Wickeltuch fixiert. Den Wickel mehrmals täglich erneuern. Es gibt einige Berichte von Patienten, nach denen die konsequente und längerfristige Anwendung von Kohlwickeln eine erhebliche Linderung der Beschwerden bei Neuritis gebracht hat.

Besonders bei idiopathisch verursachten Nervenentzündungen, wenn also trotz umfangreicher Diagnosemaßnahmen kein Auslöser gefunden werden kann, ist es empfehlenswert, eine Störfeldsuche und die Sanierung der Störfelder zu veranlassen. Zu den Störfeldern, die Einfluss auf die Nerven haben können, zählen beispielsweise Narben, Wurzelprobleme bei den Zähnen, eine gestörte Bakterienbesiedlung im Darm oder größere Narben. Auch problematische Zahnmaterialien oder Schwermetallbelastungen können zu Störungen im Nervensystem führen. Zur Schmerzlinderung kann die Neuraltherapie beitragen. Dabei werden Lokalanästhetika in der Nähe der Entzündungen oder den entsprechenden Reflexzonen unter die Haut gespritzt. Zum Einsatz

Einfache Hausmittel und Therapien helfen oft gegen die Neuritis (Quelle: Bigstock-ID-12557702-by-borke)

Einfache Hausmittel und Therapien helfen oft gegen die Neuritis (Quelle: Bigstock-ID-12557702-by-borke)

kommen Medikamente wie Procain, Lidocain oder auch Prilocain. Auch von einigen Schulmedizinern wird zur Behandlung der Schmerzen und der Folgen von Entzündungen der Nerven eine Akupunkturbehandlung empfohlen. Gerade bei Nervenschmerzen gibt es hier Erfolge. Neben einer homöopathischen Konstitutionsbehandlung und einer Sauerstoffbehandlung besteht auch bei Methoden wie Osteopathie oder Feldenkrais eine Möglichkeit, Linderung für die bestehenden Beschwerden zu finden.

 

 

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