In den vergangenen Jahren kommt es bei immer mehr Menschen zu psychischen Erkrankungen. Dazu zählt vermehrt auch die Neurose.

Symptome und Vorkommen

Unter einer Neurose versteht man Erkrankungen im psychischen Bereich. Sie stellt sich häufig dar, unter anderem in Form einer Depression oder einer Angststörung, Zwangsstörungen, dissoziative Störungen. Es kann ebenfalls von dem Krankheitsbild der Hypochondrie gesprochen werden in einigen Fällen. Die Patienten suchen meistens zunächst ihren Hausarzt auf, der sie dann auf Grund des Verdachtes einer bestehenden Neurose an einen Psychiater weiter überweist. Meistens klagen die Betroffenen über Symptome, wie Antriebslosigkeit oder Störungen im Umgang mit anderen Menschen. Oder aber sie leiden an einem Zwang, der unter Umständen ihr ganzes Leben beeinflusst und beeinträchtigt.

Habe ich eine Neurose?

Viele Patienten können sich dann aber immer noch nicht zugestehen, dass sie an einer psychischen Erkrankung leiden und deswegen einen Arzt aufsuchen sollten. So kann es vorkommen, dass die Beschwerden der Patienten sich im Laufe der Zeit immer weiter verfestigen, bis ihr Leidensdruck durch die Neurose so groß wird, dass ihnen selbst ein halbwegs normales Leben verwehrt bleibt. Dann suchen sie schließlich in der Regel doch einen Arzt auf. Oder aber sie benehmen sich im Rahmen einer Psychose oder einer Schizophrenie so auffällig, dass sie in einer Klinik für eine gewisse Zeit, wenn es sein muss, auch unfreiwillig behandelt werden müssen. Dort liegt es dann an den Verhaltensstörungen, wie lange solch ein Aufenthalt dauern wird.

Ursachen einer Neurose

Eine Neurose stellt sich häufig in Form einer Depression oder Angststörung dar. (© Adam Gregor – Fotolia.com)

Eine Neurose stellt sich häufig in Form einer Depression oder Angststörung dar. (© Adam Gregor – Fotolia.com)

Den einen Auslöser gibt es bei einer Neurose nicht. Häufig sind es Kombinationen, wie eine schwierige Lebenssituation und psychischen Störungen. Es ist auch schwierig, Ursachen auszumachen, da sich die psychischen Erkrankungen vielfältig darstellen. Unzählige Auslöser können dafür verantwortlich sein. Das zeigt sich von Patient zu Patient unterschiedlich. Genauso wie man nicht vorher sehen kann, wie der Krankheitsverlauf sich darstellt. Einigen Menschen reichen Medikamente, für eine kurze Zeit gegeben. Es gibt aber auch Betroffene einer Neurose, die sehr lange, über viele Monate hinweg eine ärztliche Behandlung benötigen.

Behandlungen von Neurosen

Wenn die Patienten trotz den Neurosen soweit stabil sind, dass sie zwar behandelt werden müssen, aber sonst in ihrem Alltag noch verhältnismäßig zurecht kommen, begeben sie sich häufig in die Behandlung einer Tagesklinik. Hier nehmen sie an Gesprächsgruppen teil, lernen teilweise wieder wie sie sich konzentrieren können, indem sie in einer Ergotherapie kreativ sind und den Umgang mit anderen Menschen üben können. Sie werden in Tätigkeiten, wie Kochen gefordert. Sobald sich ihr Zustand der Neurosen bessert, werden sie bestärkt und lernen auch wieder, an sich zu glauben und ihren Alltag noch weiter wieder alleine zu gestalten. Die Medikamente und regelmäßige ärztliche und therapeutische Behandlungen helfen ihnen nach einer Neurose auch wieder, auf den richtigen Weg zurück zu finden.

Die häufigsten Verhaltensstörungen

Verhaltensstörungen sind Auffälligkeiten innerhalb der Verhaltensweise eines Menschen. Äußern kann sich diese vor allem bei Menschen mit Depressionen, Ängsten oder Unruhen. Es gibt zahlreiche Arten von Verhaltensstörungen, die voneinander unterschieden werden und unterschiedliche medizinische Namen erhalten haben. Galten Verhaltensstörungen damals noch als Kindererkrankung, weiß die Medizin heute, dass jeder Mensch in jedem Alter noch Verhaltensstörungen ausbilden kann. Verhaltensstörungen treten meistens bei schlimmen psychischen Erkrankungen oder Erlebnissen auf, die das Leben nachhaltig prägen. Viele Betroffene leiden oder litten unter psychischer Verwahrlosung und besaßen kaum soziale Kontakte und litten lange Zeit unter verschiedenen psychischen Grunderkrankungen, wie zum Beispiel Depressionen.

Es kann jedoch auch durch eine falsche oder nicht vorhandene Erziehung zu einer Störung des menschlichen Verhaltens kommen. Viele Patienten leiden immer noch an Spätfolgen von psychischen Traumata, die vor allem durch sexuellen Missbrauch entstehen können, der nie psychologisch behandelt worden ist und so vom Betroffenen über viele Jahre versteckt wird, bis es anschließend aus den Opfern herausbricht. Es müssen jedoch nicht nur psychische Probleme zu einer Verhaltensstörung führen, sondern auch hirnorganische Prozesse können zum Beispiel zu ADHS führen. Durch eine schlechte Entwicklungsphase kann es ebenfalls zu Verhaltensstörungen kommen.

Essstörungen

Essstörungen zählen auch zu den Verhaltensstörungen. (© RioPatuca Images – Fotolia.com)

Essstörungen zählen auch zu den Verhaltensstörungen. (© RioPatuca Images – Fotolia.com)

Zu den bekanntesten Essstörungen gehören die Bulimie, Anorexie und Binge- Eating- Störung. Sie verhindern, dass sich der Betroffene gesund ernähren kann. Viele Patienten haben häufig eine falsche Eigenwahrnehmung oder ein gesenktes Selbstbewusstsein, sodass sie sich häufig den Finger in den Hals stecken, dass sie die aufgenommene Nahrung wieder erbrechen können und so nicht zunehmen. Irgendwann verliert der Betroffene komplett die Kontrolle über diesen Vorgang und somit ist sein komplettes Essverhalten gestört. Diese Art der Verhaltensstörung tritt jedoch häufig im Teenageralter auf. Das Problematische an dieser Erkrankung ist, dass der Körper immer weiter abmagert und somit das Leben immer weiter eingeschränkt wird, da normales Essen nicht mehr möglich ist, sich die Betroffenen häufig müde fühlen und soziale Kontakte gemieden werden.

Neurose

Eine Neurose zählt ebenfalls zu den Verhaltensstörungen, die über einen längeren Zeitraum anhält und sehr stark ausgeprägt sein kann. Sie wird häufig der Psychose gegenüber gestellt. Zu den Neurosen zählen vor allem Zwangsstörungen, Angststörungen und Panikstörungen. Viele Angstpatienten verlieren komplett ihre sozialen Kontakte, da sie Angst haben, aus dem Haus zu treten und somit kaum noch in Kontakt mit anderen Menschen treten können. Bei Zwangserkrankungen wird ebenfalls das Leben komplett eingeschränkt, da die Patienten immer wieder ihr zwanghaftes Verhalten wiederholen und somit Termine nicht wahrnehmen können, da sie ihr Verhalten nicht mehr kontrollieren können. Schizophrenie gehört ebenfalls zu den Verhaltensstörungen, bei denen es zu Halluzinationen kommen kann und die Betroffenen plötzlich Stimmen hören und diese nicht mehr aus dem Kopf bekommen und unkontrolliert wahrnehmen.

Die Schizophrenie

Die Schizophrenie verändert die Wahrnehmung des Betroffenen. (© Lucian Milasan – Fotolia.com)

Die Schizophrenie verändert die Wahrnehmung des Betroffenen. (© Lucian Milasan – Fotolia.com)

Als Schizophrenie bezeichnet man eine schwere psychische Erkrankung, die sowohl die Gedanken als auch die Wahrnehmung der Betroffenen verändert. Gefühle werden verfremdet wahrgenommen, die eigene Person und die Umgebung sind verzerrt und weichen stark vom Erleben gesunder Menschen ab. Im Unterschied zur Neurose, welche eine Störung des Nervensystems ist, wird die Schizophrenie gemeinhin als „Seelenkrankheit“ bezeichnet. Dem Ausbruch einer schizophrenen Störung gehen verschiedene Stoffwechselstörungen im Gehirn voraus. Zwar ist die Entstehung einer Schizophrenie noch nicht vollständig erforscht, doch es wird angenommen, dass ein Ungleichgewicht zwischen Dopamin und Serotonin die Erkrankung auslösen kann. Daneben spielt auch die genetische Veranlagung eine entscheidende Rolle. Leidet beispielsweise ein Elternteil an einer Schizophrenie, ist das Risiko zu erkranken für das Kind um ca. 40 Prozent höher als bei Kindern mit gesunden Eltern.

Eine Schizophrenie tritt zudem häufig in Lebensabschnitten auf, in denen Betroffene mit einschneidenden Erlebnissen, wie beispielsweise dem Tod eines geliebten Menschen oder der Trennung vom Partner konfrontiert werden. Daneben können auch Drogen, wie Cannabis, eine schizophrene Psychose auslösen.

Symptome der Schizophrenie

In der Regel sind die Beschwerden bei einer Schizophrenie hauptsächlich psychischer Natur. Die Reizverarbeitung sowie die Denkstruktur im Allgemeinen und die Sinneswahrnehmungen sind gestört. Betroffene verlieren die Fähigkeit, zusammenhängend zu denken, sich zu konzentrieren und geordnet zu sprechen. Zudem sind Betroffene fest davon überzeugt, von Menschen in ihrem Umfeld beobachtet, manipuliert, verfolgt oder beeinflusst zu werden, ohne, dass dies wirklich zutrifft. Auch Stimmen im Kopf, die Kommentare zum Geschehen abgeben und sich abfällig über den Betroffenen äußern, sind keine Seltenheit. Zumeist ist die Gefühlslage von Erkrankten misstrauisch und zurückhaltend. Auch anderweitige Verhaltensstörungen können auftreten. Die Symptome stellen eine akute Gefahr für den Betroffenen und das Umfeld dar, da bei einer unbehandelten Schizophrenie häufig Suizidgedanken entstehen. Im Betroffenen festigt sich die Meinung, er könne Beschwerden, wie beispielsweise die Stimmen im Kopf, nur durch den Suizid beenden.

Schizophrenie diagnostizieren und behandeln

Bevor die Erkrankung behandelt werden kann, müssen zahlreiche psychiatrische und neurologische Untersuchungen durchgeführt werden, um das genaue Krankheitsbild zu klassifizieren. Im Anschluss werden die diagnostizierten Stoffwechselstörungen des Betroffenen mittels geeigneter Medikamente behandelt. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Neuroleptika, welche das Gleichgewicht zwischen Dopamin und Serotonin wieder herstellen, wodurch die Symptome oftmals schnell gelindert werden können. Neben der medikamentösen Behandlung wird zumeist auch eine psychologische Betreuung angeboten, um das Erlebte aufzuarbeiten und Spätfolgen zu vermeiden.

Neurosen – Was nun?

Viele Menschen leiden heute unter Neurosen. Der bekannte Verhaltensforscher Sigmund Freud bezeichnete Neurosen als Belastungs- oder Anpassungsstörungen. Neurosen entstehen meist, wenn der Betroffene bestehende Konflikte nicht mehr lösen kann oder größeren Belastungen nicht mehr stand hält. Oft führen solche Beschwerden zu einem Nervenzusammenbruch, in der Fachsprache „Akute Belastungsstörung“ genannt. Zu den verbreitetsten Neurosen zählen Zwänge, Phobien, Psychosen und Angststörungen. Unter Neurosen leidende Patienten, versuchen ihre inneren Probleme abzuwehren, anstatt zu meistern. Um diese psychischen Probleme in den Griff zu bekommen, bedarf es fast immer psychotherapeutischer Hilfe. Unterstützung findet man bei Beratungsstellen und psychotherapeutisch ausgebildeten Medizinern.

Angststörungen (Angstneurosen)

Bei dieser Krankheit werden die Betroffenen von Ängsten überflutet, die sie nicht mehr unter Kontrolle halten können. Dabei kann die Angst so übermächtig werden, dass dabei Panik auftritt. Bei vielen Patienten besteht die unbegründete Angst vor Krankheiten, wie Krebs oder Aids. Mit Entspannungsübungen oder Beruhigungsmitteln können diese Zustände gemildert werden.

Phobien

Diese Art von Neurosen gibt es in zahlreichen Ausprägungen, die bekanntesten Phobien sind zum Beispiel:

  • Spinnenphobie: übermäßige Angst vor Spinnen, obwohl in unseren Breiten völlig unbegründet. Auch bei Tierphobien (Angst vor Mäusen oder Schlangen) sind diese Ängste unbegründet.
  • Platzangst: Angst in kleinen und engen Räumen, unmöglich große Flächen zu überqueren.
  • Flugangst

Diese Betroffenen merken sehr wohl, dass ihre Ängste nicht realitätsgerecht sind, dennoch stehen sie ihren Gefühlen hilflos gegenüber.

Zwangsstörungen

 Zwangsstörungen, wie der Waschzwang, gehören zu den Neurosen. (© Dreadlock – Fotolia.com)

Zwangsstörungen, wie der Waschzwang, gehören zu den Neurosen. (© Dreadlock – Fotolia.com)

Zu den bekanntesten Zwangsstörungen zählen der Waschzwang, der Putzzwang, der Ordnungszwang und der Sammelzwang. Diese Zwänge sind sogenannte Verhaltensstörungen und es lässt sich in der Regel damit ein normales Leben führen. Problematisch wird es für die Betroffenen erst, wenn der Zwang überhand nimmt.

Beispiel: Der Zwang, die abgeschlossene Wohnungstür immer wieder zu kontrollieren, kann dazu führen, dass es dem Betroffenen nicht mehr möglich ist, das Haus oder die Wohnung zu verlassen. Entstehen können Neurosen durch jahrelange übermäßige und besitzergreifende Fürsorge. Genauso aber auch durch mangelnde Zuwendung oder fehlende Anerkennung. Auslöser können aber auch seelische Belastungen und traumatische Ereignisse sein. Schizophrenie ist ebenfalls eine Art Neurose, muss jedoch immer fachärztlich behandelt werden. Chronische Neurosen lassen sich sehr gut ambulant oder stationär in einer Psychotherapie behandeln. Vorbeugend ist jede Form von Offenheit, je freier man über seine Gefühle, Bedürfnisse oder Hoffnungen spricht, umso geschützter ist man vor Neurosen.

Wie kann man eine Psychose abwenden?

Unter Psychose werden verschiedene psychische Krankheiten zusammengefasst.
Die moderne Zivilisation hat den Menschen immer mehr seiner natürlichen Umwelt entfremdet. Eine Unmenge nichtverarbeiteter optischer, akustischer und psychischer Reize und allgemeiner Bewegungsmangel schädigen auf Dauer das Nervensystem. Die zunehmende Verstädterung tut das ihrige und vermehrt die zwischenmenschlichen Konfliktsituationen. Am Ende dieser Kette treten häufig psychosomatische Krankheiten und Verhaltensstörungen auf.

Symptome

Bei der Psychose kommt es zu einem gestörten Bezug zur Realität, verursacht durch Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Es treten schwere Störungen des Gefühlslebens auf, es liegen eine Antriebslosigkeit sowie Denkstörungen vor, die gleichen Symptome wie bei einer Neurose. Ebenso herrscht eine fehlende Einsicht in die Krankhaftigkeit des eigenen Zustandes und mangelnde Fähigkeit, soziale Normen und praktische Lebensanforderungen zu erfüllen. Nach den Ursachen unterscheidet man exogene und endogene Psychosen.

Exogene oder symptomatische Psychose

Diese werden verursacht durch krankhafte Veränderungen des Gehirns als Folge von Infektionskrankheiten, zum Beispiel bei einer Gehirnhautentzündung, durch Vergiftungen, als Beispiel durch übermäßigen Alkoholgenuss, bei Gehirnverletzungen, bei schweren inneren Erkrankungen, etwa Stoffelwechselstörungen, sowie bei Störungen der bioelektrischen Aktivität des Gehirns, wie diese bei der Epilepsi vorliegt.

Endogene Psychose

Auch bei, an sich positiven Ereignissen, wie zum Beispiel eine Hochzeit, können Psychosen auftreten. (© Kitty – Fotolia.com)

Auch bei, an sich positiven Ereignissen, wie zum Beispiel eine Hochzeit, können Psychosen auftreten. (© Kitty – Fotolia.com)

Dazu zählen die manisch-depressiven Störungen, etwa die Schizophrenie.
Dieses Krankheitsbild entwickelt sich unter Mitwirkung erbbedingter Faktoren ohne erkennbare, möglicherweise aber vorhandene, Veränderungen im Gehirn. Diese Art der Psychose setzt bevorzugt bei psychosozialen Belastungen ein. Diese Belastungen können der Tod eines Familienmitgliedes, oder eine Veränderung der Wohn- und Lebensverhältnisse sein. Aber auch bei, an sich positiven Ereignissen, wie zum Beispiel eine Hochzeit oder die Geburt des ersten Kindes, können Psychosen auftreten.

Verlauf und Prognose

Einige Psychosen bilden sich sich nach einmaligem, akutem Auftreten zurück, andere treten in Phasen auf, zwischen den Zeiten kann eine völlige Normalität vorhanden sein, wieder andere führen schubweise oder schleichend zum totalen Persönlichkeitsverlust. Vorbeugung ist jedoch das beste Mittel, weil dieses Leiden, hat es sich erst einmal entwickelt, in der Regel über einen langen Zeitraum vorhanden bleibt und meist schwer zu heilen ist.

Therapie Psychose

Die Therapie richtet sich gegen die Grundkrankheit. Mit der Verabreichung von Psychopharmaka werden gute Erfolge erzielt. Eine Psychotherapie mit Einzel-oder Gruppengesprächen ist als begleitende Maßnahme äußerst sinnvoll und empfehlenswert.