Eine Nickelallergie ist die häufigste Kontaktallergie. Kommt die Haut mit Nickel in Berührung, löst der leicht saure Hautschweiß zusammen mit dem Metall eine Reaktion aus.

Die Nickelionen durchdringen die oberste Hornschicht der Haut, welche normalerweise eine Barriere darstellt. Bei Menschen mit Nickelallergie reagiert das Immunsystem auf die Nickelionen. Zuvor hat der Körper eine Sensibilisierung vorgenommen und die Abwehrzellen gelernt, Nickel als schädlich zu erkennen. Er reagiert bei erneutem Kontakt mit Nickel mit allergischen Hautbeschwerden wie Rötungen und Juckreiz. Bei dauerhaftem Kontakt kommt es zu chronisch allergischen Ekzemen.

Ursachen der Nickelallergie

Nickel in höherer Konzentration reizt zwar bei jedem Menschen die Haut, doch bei einer Nickelallergie reicht schon eine kleine Menge aus, um ein Ekzem zu erzeugen. Nickel kommt vor allem in Modeschmuck, Münzen und Jeansknöpfen vor. Lange Zeit vermutet man hinter Nickelallergie eine gestörte Immunreaktion des Menschen. Doch die Ursache liegt im Nickel selbst: Die Nickelatome heften sich an Eiweiße im menschlichen Körper an, die eigentlich Krankheitskeime aufspüren sollen. Dadurch lösen sie eine Abwehrreaktion mit teilweise heftigen Entzündungen hervor.

Symptome der Nickelallergie

Hautrötungen bei Nickelallergie

Hautrötungen am Hals bei einer Nickelallergie
(© flickr.com – jademaid)

Die Allergie zeigt sich einige Stunden oder Tagen nach Kontakt mit Gegenständen, die Nickel freisetzen, durch Hautrötungen und Juckreiz. Bei starker Ausprägung kann es zu Ekzemen kommen. Nachdem der Gesetzgeber die Kennzeichnung von nickelhaltigem Schmuck vorgeschrieben hat, ist die Zahl der Allergien deutlich zurückgegangen.

Trotzdem können auch Metalle mit einer nickelfreien Oberflächenlegierung Nickel enthalten. Ständiger Kontakt mit Nickel kann zu Ekzemen führen. Ist die Haut dem Stoff nicht mehr ausgesetzt, bildet sich die Allergie relativ schnell zurück. Das Metall kann auf Dauer auch zu chronischen Hautveränderungen führen.

Diagnose & Verlauf bei Nickelallergie

Beim ersten Kontakt mit nickelhaltigen Stoffen wie Schmuck muss nicht unbedingt eine Allergie entstehen. Es kann Monate dauern, bis die Haut Veränderungen zeigt. Der Arzt stellt mithilfe eines nickelhaltigen Pflasters fest, ob der Betreffende auf Nickel regiert. Kommt der Körper dann in Kontakt mit dem Metall, bilden sich Rötungen, Juckreiz, Bläschen und Quaddeln unterschiedlichen Schweregrades. Da Nickel wasserlöslich ist, zeigen sich Reaktionen vor allem im Sommer, wenn man schwitzt. Leidet man an einer chronischen Nickelallergie, wird die Haut trocken und schuppig. Es können sich sogar schmerzhafte Risse bilden. Die betroffenen Hautstellen sind scharf begrenzt, da die Allergie nur da auftritt, wo direkter Kontakt zum Metall bestanden hat.

Behandlung der Nickelallergie

Bei Allergien reagiert der Körper auf im Grunde auf harmlose Substanzen, da er übersensibilisiert ist. Weil junge Haut besonders empfindlich ist, kann eine Sensibilisierung schon in der Jugend stattgefunden haben, zum Beispiel beim Ohrlochstechen. Die Nickelallergie ist nicht wirklich therapierbar. Bei Allergien spielt die Vorschädigung des Immunsystems immer eine Rolle. Die beste Möglichkeit zur Abhilfe ist die Vermeidung des Kontaktes mit Nickel. Ist es zu einem allergischen Kontaktekzem gekommen, verschreibt der Arzt Kortison haltige Salben. Grundsätzlich sollte der Betroffene eine Hautpflege wählen, die eine natürliche Hautbarriere aufbaut. Eine Desensibilisierung (Immuntherapie) kann erfolgreich sein.

Vorbeugen vor einer Nickelallergie

Am besten, der Betroffene verzichtet grundsätzlich auf Modeschmuck und Piercings. Außerdem sollte er direkten Hautkontakt mit Gürtelschnallen, BH-Verschlüssen und nickelhaltigen Jeansknöpfen vermeiden. Auch Gelbgold- und Weißgoldlegierungen sowie Ein- und Zweieuromünzen enthalten Nickel, sodass man auch beim Kontakt mit diesen Gegenständen vorsichtig sein sollte.

Da Schweiß die Freisetzung von Nickelionen fördert, empfiehlt sich das Tragen von schweißabsorbierender Bekleidung. Im Sommer sollte man häufiger duschen und sich gründlich abtrocknen, um die Schweißbildung zu verringern. Schmuck mit einer nickelfreien oberflächlichen Beschichtung kann dennoch Nickel enthalten, daher sollte man beim Kauf sehr genau auf die Zusammensetzung achten.

Medikamente & Hausmittel bei Nickelallergie

Nickel setzt bei Betroffenen einen Prozess der natürlichen Immunisierung in Gang, infolgedessen der eigentlich harmlose Stoff vom Körper als schädlich angesehen wird. Eine Nickelallergie ist schwer zu behandeln, daher sollte man vorbeugen und den Kontakt vermeiden. Meist werden die betroffenen Hautstellen mit Kortison haltigen Salben behandelt. Antihistaminika in Tablettenform beseitigen den unangenehmen Juckreiz.