Eine Nierenbeckenentzündung entsteht meist aus einer aufsteigenden Harnwegsinfektion. Die Keime können dann über die Harnleiter von der Blase bis ins Nierenbecken wandern und dort zu einer Entzündung führen.

Ursachen und Risikofaktoren

Frauen haben aufgrund der anatomischen Gegebenheiten ein größeres Risiko an einer Nierenbeckenentzündung zu erkranken als Männer. Meistens sind Bakterien Auslöser der Infektion, Viren kommen dagegen sehr selten vor. Die Bakterien wandern über die Harnwege zu den Nieren und lösen dort eine Entzündung aus. Zu den Risikofaktoren gehört bei Männern vor allem im höheren Alter eine Vergrößerung der Prostata. Diese stört den Abfluss des Harns und bietet damit einen Nährboden für Keime. Bei Frauen ist oft eine geschwächte Immunabwehr, Blasen- oder Nierensteine, hohes Alter oder eine Schwangerschaft Grund für die Entzündung.

Symptome

Oft bleibt eine beginnende Nierenbeckenentzündung unbemerkt, später kommen dann Fieber, Schüttelfrost und Übelkeit dazu. Ein Hinweis auf eine Infektion sind ebenfalls ein Brennen beim Wasserlassen und Schmerzen in der Flanke. Bei Auftreten der Symptome sollte ein Arzt aufgesucht werden, der dann durch entsprechende Untersuchungen eine Entzündung feststellen kann.

Bei der chronischen Nierenbeckenentzündung sind die Beschwerden häufig nicht deutlich der Erkrankung zuzuordnen. Kopfschmerzen, Brechreiz, Gewichtsabnahme und dumpfe Rückenschmerzen können auf eine Entzündung hindeuten. Da diese Form selten früh genug erkannt wird kann es im weiteren Verlauf zu Nierenschädigung oder Niereninsuffizienz kommen.

Diagnose

Um einer Nierenbeckenentzündung vorzubeugen, sollte man viel Flüssigkeit (Wasser, Tee) zu sich nehmen. © Fotolia.com

Um einer Nierenbeckenentzündung vorzubeugen, sollte man viel Flüssigkeit (Wasser, Tee) zu sich nehmen.
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Nach Ausführlicher Befragung durch den Arzt folgen Blut- und Urinuntersuchungen. Damit kann eine erhöhte Anzahl der weißen Blutkörperchen, eine beschleunigte Blutsenkungsgeschwindigkeit sowie hohe CRP-Werte festgestellt werden. Mittels Ultraschall werden die Nieren auf eine eventuelle Schädigung hin überprüft. Gegebenenfalls sind weitere Untersuchungen durch Röntgen oder eine Blasenspiegelung notwendig. Diese werden jedoch erst nach abklingen der Entzündung durchgeführt.

Therapie

Viel Ruhe und mindestens zwei Liter Wasser pro Tag sind Pflicht bei einer Nierenbeckenentzündung. Weiterhin werden vom Arzt Antibiotika verordnet um die Erreger abzutöten.

Wie kann man einer Nierenbeckenentzündung vorbeugen?

  • Regelmäßig ausreichend Flüssigkeit trinken, am besten Wasser, Tee oder verdünnte Fruchtsäfte
  • Die Blase sollte beim Wasserlassen komplett entleert werden um eine Vermehrung der Bakterien zu vermeiden
  • Während der Menstruationsblutung sollte der Tampon oder die Binde regelmäßig gewechselt werden
  • Den Intimbereich immer mit lauwarmen Wasser reinigen und Sprays oder parfümierte Seifen vermeiden
  • Kälte und Nässe sollten vermieden werden. Nasse Bikinis oder Badeanzüge sowie verschwitzte Sportkleidung sollte zügig gewechselt werden
  • Übermäßiger Ausfluss kann eine Infektion der Harnwege günstig beeinflussen. Daher ist eine Abklärung mit einem Arzt zu empfehlen
  • Nach dem Geschlechtsverkehr sollte die Blase innerhalb von 15 Minuten entleert werden. So können Bakterien einfach ausgespült werden

Blut im Urin

Blut im Urin kann viele Ursachen haben. Neben einer Nierenbeckenentzündung, einer Nierenentzündung im allgemeinen, kommen auch andere Harnwegsentzündungen oder Nierensteine in Betracht. In seltenen Fällen kann auch eine bösartige Erkrankung zugrunde liegen, die dann das Blut im Urin verursacht. Blut im Urin ist immer ein Warnsignal und sollte auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden.

Die Nierenbeckenentzündung

Bei der Nierenbeckenentzündung sammeln sich Bakterien in den Harnwegen und in der Blase. Diese wandern dann über die Harnleiter hoch bis zu den Nieren. Oftmals geht der Nierenbeckenentzündung eine Blasenentzündung voraus. Es handelt sich also um eine bakterielle Infektionskrankheit, die mit Antibiotika behandelt werden kann. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und unter Umständen grosse Beschwerden verursachen. Es können Flankenschmerzen, Abdominalschmerzen, Brennen beim Wasserlassen sowie Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten.

Harnwegsinfektionen

Eine gewöhnliche Harnwegsinfektion verläuft im allgemeinen weniger beschwerdereich als die Nierenbeckenentzündung. Sofern nur die Blase und die Harnleiter betroffen sind, spürt man im allgemeinen nur ein Brennen beim Wasserlassen. Allerdings ist auch hier die Gabe von antibiotischen Medikamenten indiziert. Auch hier kann es zu Blut im Urin kommen.

Ein verfärbter Urin deutet nicht zwangsläufig auf Blut hin, sondern kann auch am Verzehr von roter Bete liegen. © Fotolia.com

Ein verfärbter Urin deutet nicht zwangsläufig auf Blut hin, sondern kann auch am Verzehr von roter Bete liegen.
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Nierensteine

Nierensteine können sehr schmerzhaft sein. Unter anderem sind auch sie dafür verantwortlich, wenn sich im Urin Blutbeimischungen zeigen. Nierensteine können das Gewebe der Ausscheidungsorgane verletzen; es kommt zu Blutungen. Die Harnleiter können eingeengt werden, es kann zu einer Kolik kommen. Starke Schmerzen sind die Folge. Ursachen sind im allgemeinen eine falsche Ernährungsweise, aber auch Stoffwechselstörungen kommen in Frage.

Diagnostik

Oft sind noch weitere Untersuchungen notwendig, um die genaue Ursache für das Blut im Urin feststellen zu können. Es können Röntgenaufnahmen oder auch eine Kernspintomographie erforderlich werden. Hilfreich ist auch häufig eine Spiegelung der entsprechenden Organe. Manchmal wird auch eine Biopsie durchgeführt. Die Gewebeproben werden dann in einem medizinischen Labor analysiert.

Lebensmittel

Allerdings gibt es noch eine weitere Möglichkeit, die den Betrachter sofort Blut im Urin vermuten lässt: Bestimmte Lebensmittel wie z. B. Rote Bete können den Urin vorübergehend färben. Hier gelangen die natürlichen Pflanzenfarbstoffe in den Urin. Augenscheinlich diagnostiziert der Betroffene diese harmlose Verfärbung als Blut. In diesem Fall verursacht die Erscheinung natürlich keine Beschwerden und ist nach wenigen Stunden vorüber.

Harnwegsinfektion

Der Auslöser für diese Blaseninfektion sind Bakterien. In der Regel stammen diese aus dem eigenen Körper, nämlich dem Stuhlgang. Diese bahnen sich ihren Weg vom Darmausgang in die Harnröhre. Einmal dort angekommen bewegen sie sich körperaufwärts zur Harnblase und führen dort zu einer Entzündung.

Sehr häufig ist auch eine Unterkühlung des Körpers, die einen Blaseninfekt, somit die Vermehrung der Bakterien, begünstigt. Besonders im Sommer treten deswegen häufiger Harnwegsinfektionen auf, da man nasse Badekleidung meistens anlässt.

Was sind die Symptome bei einer Harnwegsinfektion?

Folgende Symptome treten bei einer Infektion auf:

  • häufiger und teilweise unkontrollierter Harndrang
  • brennende Schmerzen beim Wasserlassen
  • stark riechender oder sogar blutiger Urin
  • Schmerzen im Unterbauchbereich
  • Schmerzen im Nierenbereich
  • Fieber

Wie behandelt man eine Harnwegsinfektion?

Häufiger und teilweise unkontrollierter Harndrang ist ein Symptom für eine Harnwegsinfektion. © Fotolia.com

Häufiger und teilweise unkontrollierter Harndrang ist ein Symptom für eine Harnwegsinfektion.
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Erkennt man eine Infektion frühzeitig ist diese schnell und gut ausheilbar. Der Patient kann selbst zu seiner Heilung beitragen. Jedoch ist eine Behandlung mit Antibiotika unumgänglich, um ein weiteres Ausbreiten der Bakterien zu verhindern. Die Einnahme muss nach ärztlicher Anweisung und ohne Unterbrechung erfolgen.

Erste Maßnahmen die der Patient selbst durchführen kann, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Mindestens zwei Liter Wasser oder Tee täglich helfen die Bakterien schneller auszuspülen, da es den Harnfluss anregt. Auch eine Wärmeflasche hilft bei lokaler Anwendung die Schmerzen zu reduzieren.

Was sind die Risiken einer Harnwegsinfektion?

Nur selten treten bei Harnwegsinfektionen Komplikationen auf. Allerdings kann eine unbehandelte Blaseninfektion zu einer Nierenbeckenentzündung führen, wenn die Bakterien sich weiter ausbreiten. In sehr seltenen Fällen kann es sogar zu einer Sepsis, also zu einer Blutvergiftung, kommen.

Wie kann man einer Harnwegsinfektion vorbeugen?

  • Ständige Flüssigkeitszufuhr, auch ohne Blasenbeschwerden, helfen diese vorzubeugen.
  • Feuchte Badebekleidung sollte sofort nach dem Bad gewechselt werden.
  • Lange Aufenthalte im Wasser sollten vermieden werden, da es sonst zu einer Unterkühlung kommen kann.
  • Eine gesunde, vitaminhaltige und abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse stärkt das Immunsystem.
  • Zurückgehaltener Urin bildet einen Nährboden für schädliche Bakterien, deshalb ist es wichtig sofort zur Toilette zu gehen und die Blase zu entleeren.
  • Täglicher Wechsel der Unterwäsche schützt zudem vor Bakterienbefall.
  • Frauen sind besonders anfällig, deshalb sollten sie bei der Stuhlreinigung immer den Weg von der Scheide zum After wählen, um das Eindringen von Darmbakterien in die Harnwege zu vermeiden.

Nierensteine

Nierensteine sind Ablagerungen in den ableitenden Harnwegen oder Nierengängen. Nierensteine werden häufig auch als Harnsteine bezeichnet. Nierengrieß wird eine Ansammlung von vielen kleinen Nierensteinchen genannt.

Symptome

Die kleinen Steine können in den Engstellen festklemmen. Es kommt zu starken Schmerzen der Flanken und generell kann man im Urin Blut sehen. Recht häufig kommt es zu Urinstau, wodurch die Nieren geschädigt werden können. Es kann zur Urämie und Nierenbeckenentzündung kommen. Sind die Nierensteine sehr klein, so können sie auch beim Wasserlassen ausgespült werden, wobei es dadurch zu einem leicht stechenden Schmerz kommen kann. Der Harn kann sich stauen und somit das Nierenbecken belagern. Sollten nun Bakterien eindringen, so kann es zu ungewünschten Infektionen mit Bakterien kommen, die mit den Symptomen Müdigkeit, Mattheit und leichtem Fieber einher gehen. Die Bakterien können ebenfalls auf die Blutbahn gelangen und somit Blutvergiftungen auslösen. Manchmal führen größere Nierensteine auch zu Übelkeit und Erbrechen.

Ursachen

Starke Schmerzen in den Flanken sind ein Anzeichen für Nierensteine. © Fotolia.com

Starke Schmerzen in den Flanken sind ein Anzeichen für Nierensteine.
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Es kann viele Ursachen für die Steine geben. Häufig tritt ein organisches Problem auf, welches mit Fehlbildungen der Nieren zusammenhängt. Hierbei kann der Urin generell nicht gut abfließen und staut sich. Ein gestörtes Gleichgewicht an Mineralstoffen kann ebenfalls zu Nierensteinen führen. Dabei ist zu wenig Magnesium im Urin vorhanden und die anderen Substanzen, wie zum Beispiel Oxalsäure, fangen an zu kristallisieren. Phosphathaltige Nierensteine bilden sich häufig, wenn Urin zu alkalisch ist. Alkalisch werden kann Urin auch, wenn es zu einer Bakterieninfektion gekommen ist.

Wer zu wenig trinkt, der scheidet nicht alle Schadstoffe aus dem Körper aus, weshalb sich diese ebenfalls bei den Harnwegen noch aufhalten und ausbreiten können. Durch falsche Ernährung, wie die zu hohe Aufnahme von Milchprodukten, kann es zu Kalziumoxalatsteinen kommen, welche auch zu den Nierensteinen zählen. Nach Operationen oder bei Tumoren kann es auch zur Entstehung von Nierensteinen kommen. Eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen begünstigt dies auch.

Diagnostik

Zunächst wird eine Urinprobe entnommen, die auf Blut hin untersucht wird. Anschließend können Blutproben dazu beitragen, die Ursache für das Auftreten von Nierensteinen herauszufinden. Die Nierensteine können auch auf Beschaffenheit untersucht werden, damit man herausfinden kann, um welche Art es sich handelt.

Therapie

Kleine Steinchen werden meistens von alleine ausgeschieden. Bei größeren Steinen müssen diese durch eine Operation entfernt werden. Bei zu starken Schmerzen kann man Schmerzmittel verabreichen. Harnsäuresteine zählen zu den einzigen Steinarten, die sich mit Medikamenten auflösen lassen, weshalb hier die Gabe von Tabletten sinnvoll ist. Natürlich kann man die Erkrankung auch vorbeugen, indem man immer ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Viel körperliche Bewegung und eine gesunde Ernährung sind ebenfalls sinnvoll und eine wichtige Vorbeugungsmaßnahme.

Nierenentzündung

Bei einer Nierenentzündung kommt es zu Entzündungen von Harnkanälchen oder Nierenkörperchen. Bei Nierenentzündungen, die ohne Vorerkrankung entstanden sind, spricht man von primären Glomerulonephritiden. Sollte jedoch eine andere Krankheit außerhalb der Nieren zu der Entzündung geführt haben, so spricht man von einer sekundären Glomerulonephritis. Es kann ebenfalls zwischen einer chronischen und einer akuten Entzündung unterschieden werden.

Symptome

Die Beschwerden kommen lange nicht ans Tageslicht, da zerstörte Nierenkörperchen durch gesunde Arten ersetzt werden können. Erst wenn diese ebenfalls beschädigt sind, treten die typischen Symptome auf. Es kommt generell zur Veränderung des Urins, denn es sammeln sich dort Eiweiße oder Blut an, welches dem Urin eine leicht dunkle Farbe gibt. An einer leichten Schaumbildung ist zu erkennen, dass sich hier viele Eiweiße im Urin befinden. Betroffene fühlen sich oft sehr müde und abgeschlagen. Es können Gelenk- und Kopfschmerzen auftreten, die teilweise wieder verschwinden, jedoch nach einiger Zeit wiederkommen. Es kann zu Flüssigkeitsansammlungen und Bluthochdruck kommen. Hände und Füße, sowie das Gesicht können anschwellen. Es kann zu Störungen des Stoffwechsels kommen und im schlimmsten Falle kann es zu einem Nierenversagen kommen.

Ursachen

Ein typisches Symptom einer Nierenentzündung ist der verfärbte Urin. © Fotolia.com

Ein typisches Symptom einer Nierenentzündung ist der verfärbte Urin.
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Die primäre Glomerulonephritis wird häufig durch immunologische Gründe ausgelöst. Es lagern sich dabei Teile der eigenen Antikörper in der Niere ab, welche sich durch die Infektion gebildet haben. Diese können dort zu neuen Entzündungen führen. Streptokokken können ebenfalls ein Auslöser für eine Nierenentzündung sein. Die Erreger befinden sich häufig auch im Ohr und führen dort zu Mittelohrentzündungen. Die sekundäre Glomerulonephritis tritt häufig durch eine Grunderkrankung oder eine Infektion mit Hepatitis B auf, jedoch können auch Krebsarten, wie zum Beispiel Lungenkrebs eine solche Nierenentzündung auslösen.

Diagnostik

Eine Nierenentzündung kann durch eine Blutuntersuchung erkannt werden, bei der die Menge der Antikörper bestimmt werden. Eine Urinprobe kann ebenfalls zu Rate gezogen werden, welche schon äußerlich durch ihre Verfärbungen auf eine Nierenentzündung hinweisen kann.

Therapie

Eine akute Nierenentzündung lässt sich recht leicht behandeln, wenn sie früh genug erkannt wird. Bestimmte Medikamente können hier eingesetzt werden. Es empfiehlt sich ebenfalls, die Ernährung umzustellen und weniger Eiweiße und weniger Kochsalz zu sich zu nehmen. Bei einer chronischen Nierenentzündung sollte das Blut außerhalb gereinigt werden. Man versucht hier zu verhindern, dass es zur weiteren Zerstörung der Nieren kommen kann, doch häufig kann der Prozess nur verlangsamt werden.