Bei der Osteomyelitis handelt es sich um die eitrige Entzündung des Knochenmarks. In den meisten Fällen sind Bakterien die Ursache für die Entzündung. Im Verlauf der Osteomyelitis kommt es zur Entzündung der Knochenhaut und schließlich zur Infektion des gesamten Knochens. Diese Infektion wird auch Osteitis bezeichnet. Am häufigsten sind die Röhrenknochen, wie der Oberarm- und der Oberschenkelknochen betroffen.

Es gibt zwei Formen der Osteomyelitis, die endogene, auch hämatogene, Osteomyelitis und die exogene Osteomyelitis. Die endogene Osteomyelitis wird in drei Arten unterteilt. Es gibt die akute hämatogene Knochenhautentzündung beim Erwachsenen, bei Kindern und beim Säugling.

Ursachen einer Osteomyelitis

Am häufigsten verursachen Bakterien die Infektion. Der Erreger, welcher am meisten vorkommt, ist der Staphylococcus aureus. Es können aber auch andere Erreger, wie Streptokokken, Salmonellen, Pseudomonas aeroginosa, Haemophilus influenza, Escherichia coli und das Mycobacterium tuberculosis eine Osteomyelitis auslösen.

Bei der endogenen Osteomyelitis kommen die Bakterien aus dem Körper selbst. Der Infektionsherd befindet sich im Körper, die Bakterien streuen über das Blut in andere Bereiche und gelangen so in das Knochenmark. Die endogene Osteomyelitis wird deshalb als hämatogene Osteomyelitis bezeichnet. Beispielsweise eine Mandelentzündung, ein Furunkel oder auch eine Nasennebenhöhlenentzündung können durch Verschleppung der Erreger eine Knochenmarkentzündung verursachen. Zusätzlich kann ein geschwächtes Immunsystems eine Infektion begünstigen.

Die exogene Osteomyelitis entsteht oft nach Verletzungen durch einen Unfall. Sie kann aber auch durch große Wunden oder Operationen entstehen. Bei dieser Form sind meist mehrere Bakterien beteiligt. Die Erreger lösen häufig eine örtlich begrenzte Infektion aus. Die Infektionsgefahr steigt bei Erkrankungen, wie Diabetes oder Arteriosklerose, da hier oft eine schlechte Durchblutung der Knochen vorliegt. Zudem erhöht Mangelernährung, Immunschwäche, bedingt durch Erkrankungen oder Medikamente, Leber- und Niereninsuffizienz und Krebserkrankungen das Risiko. Aber auch ein Nikotinabusus, Atemstörungen und Veränderungen an den Venen können das Erkrankungsrisiko erhöhen.

Symptome bei einer Osteomyelitis

Die auftretenden Symptome sind abhängig vom Alter und der Form der Osteomyelitis. Eine akute Knochenmarkentzündung äußert sich in der Regel durch allgemeine Krankheitssymptome. Dies sind Fieber, Schmerzen und eine Schwellung des betroffenen Gebietes. Die Symptome entwickeln sich innerhalb weniger Stunden und nehmen immer weiter zu.

Die chronische Osteomyelitis äußert sich häufig durch verschiedene Anzeichen. Starke Schmerzen und Einschränkungen bei Bewegungen kennzeichnen einen erneuten Ausbruch der Osteomyelitis. In den meisten Fällen besteht nur eine leichte Erhöhung der Temperatur, der betroffene Knochen ist überwärmt und angeschwollen. Wenn Fisteln bestehen, können diese ein Sekret absondern. Es kann zu einem erneuten Ausbruch kommen, wenn sich die Osteomyelitis über lange Zeit nicht gezeigt hat. Dann kommt es häufig zu Symptomen der akuten Form.

Die endogene Osteomyelitis wird in die drei Arten bei Säuglingen, Kindern und Erwachsenen unterteilt. Bei Säuglingen und Kindern zeigen sich Fieber, Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Schwellungen, sowie Rötungen. Im Erwachsenenalter kommt es dagegen oft nur zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Die Symptome der exogenen Osteomyelitis sind abhängig von der Art der Entstehung. Häufig zeigen sich aber auch hier die Anzeichen der akuten Form.

Diagnose & Verlauf einer Osteomyelitis

Bei der klinischen Untersuchung deuten häufig die Symptome auf eine Osteomyelitis hin. Auch eine ausführliche Anamnese und die körperliche Untersuchung sind wichtig. Bei der endogenen Osteomyelitis sind meist andere Infektionen, wie eine Nasennebenhöhlenentzündung oder eine Mandelentzündung vorhanden. Bei der exogenen Osteomyelitis sind häufig Verletzungen oder Wunden durch Unfälle oder Operationen zu finden.

Bei beiden Formen sind die Entzündungsparameter (CRP) und die weißen Blutkörperchen erhöht. Eine Blutkultur gibt Hinweise auf den Erreger. Die Keimbestimmung kann auch über die Punktion des entzündeten Knochens erfolgen. Als bildgebende Verfahren werden das Röntgen und der Ultraschall eingesetzt. Auch eine Skelletszintigraphie ist hilfreich.

Bei der akuten Form setzen die Anzeichen in der Regel plötzlich ein, die Schwere ist vom Erreger und der Art abhängig. Die chronische Osteomyelitis zeigt oft einen wechselhaften Verlauf.

Die exogene Osteomyelitis kann bei zu später Behandlung chronisch werden und bleibende Schäden verursachen. Im Verlauf kommt es zur Versteifung der Gelenke oder die Extremität muss amputiert werden.

Eine endogene Infektion kann folgenlos ausheilen, wenn sie rechtzeitig behandelt wird. Bei Kindern kann es zu Wachstumsstörungen kommen.

Behandlung einer Osteomyelitis

Die Mittel der Wahl sind Antibiotika. Bei der endogenen Infektion kann ein ruhigstellen der Extremität nötig sein. Bei einer ausgedehnten Infektion und bei Therapieresistenz ist meist eine Operation nötig.

Die exogene Osteomyelitis wird meist zusätzlich mit einer Operation behandelt. Dabei wird das kranke Gewebe entfernt, gesundes eingesetzt und Medikamente direkt an den Ort des Geschehens gebracht. Auch vorhandene Implantate werden entfernt. Die chronische Form wird ebenfalls mit Antibiotika und einer Operation behandelt.

Einer Osteomyelitis vorbeugen

Prophylaktische Maßnahmen sind kaum möglich. Eine exogene Infektion kann mit der Verabreichung eines Antibiotikums vor Knochenoperationen verhindert werden. Auch verbesserte Operationstechniken und eine strenge Hygiene können eine Osteomyelitis verhindern.

Medikamente & Hausmittel gegen eine Osteomyelitis

Als Medikamente werden Antibiotika, Schmerz- und Fiebersenkende Mittel eingesetzt. Diese sollten immer von einem Arzt verordnet werden. Das richtige Einnehmen der Medikamente ist wichtig, um schwerwiegende Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen zu vermeiden.