Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist eine Erkrankung der Knochensubstanz. Die Knochen verlieren an Masse und Dichte und damit an Stabilität. Der gesamte Knochenaufbau ist gestört. Osteoporose kann das gesamte Skelett betreffen. Die Folge dieser Erkrankung ist, dass das Risiko für Knochenbrüche steigt. Bei einer fortgeschrittenen Osteoporose kann es bei den geschwächten Knochen bereits während einer unbedeutenden Krafteinwirkung zum Bruch kommen. Frauen erkranken etwa doppelt so häufig an Osteoporose wie Männer. Häufigste Folgen der Schwächung der Knochenmasse sind Brüche des Oberschenkelhalsknochens, Armbrüche und Brüche an den Wirbelkörpern.

Die Ursache für Osteoporose

  • Bei Frauen:
    Frauen haben von Natur eine zartere Ausbildung der Knochen im Vergleich zu Männern. Die Knochensubstanz wird bei beiden Geschlechtern mit dem fortschreitenden Lebensalter schwächer. Doch bei Frauen wird dieser Prozess durch die Hormonumstellung während der Wechseljahre verstärkt. Das weiblichen Geschlechtshormon Östrogen hat eine stärkende Wirkung auf die Knochensubstanz. Im Alter von etwa 50 Jahren beginnen bei Frauen die Wechseljahre. Das bedeutet, dass die Östrogenproduktion im Organismus stark reduziert wird – es kommt zu Östrogenmangel. Die Wechseljahre sind mit einer umfassenden Hormonumstellung verbunden. Das die Knochen schützende Östrogen ist nach der Menopause nur noch unzureichend vorhanden. Ab dem 50. Lebensjahr kommt es bei fast der Hälfte der Frauen im Laufe ihres weiteren Lebens zu einem Knochenbruch, der durch Osteoporose verursacht wird.
  • Bei Männern:
    Bei Männern treten die ersten messbaren Veränderungen in der Knochenstruktur erst ab dem 60. Lebensjahr auf. Auch hier lässt die Produktion von Geschlechtshormonen nach. Bei Männern spielt allerdings bei der Entstehung von Osteoporose vor allem der Lebensstil eine Rolle. Dazu gehört beispielsweise Bewegungsmangel, der auch bei Frauen den Prozess der Schwächung der Knochensubstanz unterstützt. Neben den altersbedingten und hormonellen Einflüssen auf die Bildung von Knochenzellen können familiäre Veranlagungen, starkes Untergewicht, das Rauchen und ein ausgeprägter Mangel an Vitamin D und Kalzium eine große Rolle bei der schleichenden Entwicklung von Osteoporose spielen. Doch auch bestimmte andere Krankheiten können das Risiko erhöhen, einen Knochenbruch zu erleiden. Stoffwechselerkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion und Diabetes mellitus vom Typ 1 können auch bei jungen Menschen eine Osteoporose als Komplikation der Grunderkrankung verursachen.

Die Symptome von Osteoporose

Osteoporose verursacht zunächst keine Schmerzen. Die Knochendichte verringert sich schleichend. Die Diagnose Osteoporose ist oft ein Zufallsbefund. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung können Knochenschmerzen auftreten. Meist klagen Patienten, die unter Osteoporose leiden, unter Rückenschmerzen oder einer Schwäche des Rückens. Eindeutige Symptome, die auf die Verringerung der Knochendichte hinweisen, gibt es nicht. Meist werden die Veränderungen in den Knochen erst festgestellt, wenn es zu einem Bruch aus einem unverhältnismäßigen Anlass kommt. Ein Hinweis auf Osteoporose kann der sogenannte „Tannenbaumrücken“ sein. Bei alten Menschen kann es durch die Verminderung der Muskelmasse und der Hautelastizität zu einer verstärkten Faltenbildung kommen. Bei Patienten mit Osteoporose und bereits eingesunkenen Wirbelkörpern bildet die Haut Falten an beiden Seiten der Wirbelsäule, die an einen Tannenbaum erinnern.


Der Verlauf von Osteoporose

Bei nachlassender Knochendichte kann ein Knochen bereits brechen, ohne dass ein Sturz oder eine starke Krafteinwirkung die Ursache dafür ist. Es genügt oft bereits ein Aufstützen auf die Hände und das Handgelenk oder der Unterarm bricht. Auch ein starker Hustenanfall kann bei verminderter Knochendichte zu einem Knochenbruch führen. Sehr häufig treten im Verlauf des Prozesses der osteoporotischen Knochenveränderungen Wirbelbrüche auf. Ohne erkennbaren Anlass sacken einzelne oder mehrere Wirbel zusammen und verformen sich. Diese Wirbelbrüche haben zur Folge, dass sich die Wirbelsäule verkrümmt. Typisch ist bei Osteoporose-Patienten die Entstehung eines Rundrückens, der seine Ursache in den Veränderungen der Wirbelkörperstruktur hat.

Patienten mit einem geschwächten Knochensystem haben meist eine verminderte Muskelmasse. Sie neigen deshalb verstärkt zu Stürzen. Gerade im Alter erhöht sich das Sturzrisiko durch Unsicherheit, Probleme mit dem Gleichgewicht und eine verlangsamte Reaktionsfähigkeit. Für viele Patienten bedeutet ein Knochenbruch eine lange Einschränkung ihrer Aktivitäten. Mitunter ist ein Oberschenkelhalsbruch der Beginn der permanenten Bettlägerigkeit. Die fehlende Bewegung bedeutet eine weitere Schwächung der Knochenmasse und der Muskeln.

Die Behandlung von Osteoporose

Die Ärzte können mit einer Knochendichtemessung den Zustand der Skelettknochen prüfen. Diese Diagnosemethode wird mit niedrig dosierten Röntgenstrahlen durchgeführt. Das Ergebnis der Untersuchung ist eine Beurteilung des Mineraliengehaltes der Knochen. Eine beweisende Diagnostik für das Vorliegen von Osteoporose stellt sie nicht dar. Der Arzt bezieht in die Auswertung der Untersuchungsergebnisse das Lebensalter und die Krankengeschichte des Patienten ein, ehe er die Diagnose Osteoporose stellt. Medikamente wie die heute oft verordneten Bisphosphonate sollen dem Knochenabbau entgegen wirken. Hormongaben, beispielsweise von Parathormon, können den Prozess des Knochenaufbaus fördern. Zusätzlich wird durch die Gabe von Östrogenen und Gestagenen bei Frauen versucht, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Allerdings weisen alle der genannten Behandlungsansätze eine ganze Reihe von Nebenwirkungen auf, die die Gesundheit nachhaltig belasten können. In manchen Fällen von Wirbelbrüchen sind chirurgische Eingriffe möglich, bei denen gebrochene Wirbel mit Kunststoffmaterialien oder Knochenzement stabilisiert werden.

Die Vorbeugung von Osteoporose

Nicht erst bei der Diagnose von Osteoporose sollten die Patenten auf das Rauchen und regelmäßigen Alkoholgenuss verzichten. Beides schwächt die Knochen. Besonders übermäßiger Alkoholkonsum fördert eine Mangelernährung. Eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen und Vitamin D ist die Basis für gesunde Knochen. Wer einem Knochenschwund vorbeugen möchte, sollte sich gesund ernähren und Untergewicht vermeiden.

Welche Hausmittel gibt es gegen Osteoporose?

Viel Bewegung an der frischen Luft und eine abwechslungsreiche, gesunde Ernährung sind die besten Maßnahmen, die helfen, dem Knochenschwund innerhalb des Alterungsprozesses entgegenzuwirken. Meiden sollte man den Verzehr von Lebensmitteln, die Phosphate oder Oxalsäure enthalten, denn diese entziehen den Knochen Mineralien.

Häufig gestellte Fragen:

  1. Was tun bei Osteoporose?
    Wurde Osteoporose im frühen Stadium festgestellt, kann dem Fortschreiten des Knochenschwundes mit viel Bewegung, dosierten Sonnenbädern, einer abwechslungsreichen, gesunden Ernährung und dem Verzicht auf Nikotin und Alkohol entgegengewirkt werden.
  2. Wie sollte die Ernährung bei Osteoporose aussehen?
    Um den Knochenaufbau durch Kalzium zu unterstützen, sollten regelmäßig Milchprodukte, Fisch und Gemüse wie beispielsweise Brokkoli und Lauch auf den Tisch kommen. Auf Wurst, Fleisch, phosphathaltigen Schmelzkäse oder oxalsäurehaltigen Rhabarber sollte verzichtet werden.
  3. Wie entsteht Osteoporose?
    Osteoporose entsteht durch den normalen Alterungsprozess, durch genetische Dispositionen und durch die Einnahme bestimmter Medikamente. Das Fortschreiten von Osteoporose kann durch einen ungesunden Lebensstil sehr verstärkt werden.
  4. Wann spricht man von Osteoporose?
    Von Osteoporose wird gesprochen, wenn die Knochendichte abnimmt. Durch die Auflockerung der Knochenstruktur verliert das Skelett an Stabilität, und es kommt bereits bei geringer Krafteinwirkung zu Knochenbrüchen.
  5. Wie verläuft eine Osteoporose-Therapie?
    Nach der Diagnose von Osteoporose müssen die vom Arzt verordneten Medikamente oft lebenslang eingenommen oder per Infusion gegeben werden, um das Risiko von Knochenbrüchen zu vermindern.

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