Was ist ein Penisbruch?

Ein Penisbruch betrifft keine Knochen, denn die sind im männlichen Glied nicht vorhanden. Vielmehr reißt durch massive mechanische Einwirkungen auf das erigierte Glied die Tunica albuginea, das die Schwellkörper umgebende Gewebe. In seltenen Fällen brechen die Schwellkörper selbst.

Die Ursachen für eine Penisruptur?

Nach einem Penisbruch erschlafft das männliche Glied sofort (Bildquelle: BigStock by Eraxion, Stock Foto 4863037)

Nach einem Penisbruch erschlafft das männliche Glied sofort (Bildquelle: BigStock by Eraxion, Stock Foto 4863037)

Ausschließlich im erigierten Zustand besteht die latente Gefahr einer Penisruptur. Dies geschieht häufiger, wenn beim Geschlechtsverkehr die Frau auf dem Mann sitzt, den Penis aus der Scheide verliert und beim folgenden Stoß das Glied gegen die Beckenknochen gerammt werden, wobei es zum Abknicken des Penis kommen kann. Die unter erheblichem Druck stehenden Schwellkörper, die das Aufrichten des männlichen Gliedes ermöglichen, drücken dabei mit so hoher Kraft auf das äußere Gewebe, dass dieses reißt. Zumeist ist von dem Riss nur dieses Gewebe betroffen, die Tunica albuginea. Sie umschließt die Schwellkörper mit dem Zweck diese zu schützen und ermöglicht den hohen Druckaufbau in ihnen, was das Glied versteifen lässt.

Ein Penisbruch kann ebenso während der Masturbation entstehen und bei erigiertem Glied im Schlaf, wenn der Mann sich auf das Glied legt, was ebenso zu einem Abknicken führen kann. Ein Penisbruch im erschlafften Zustand ist nicht möglich, auch nicht bei massiver Gewalteinwirkung auf das männliche Geschlechtsteil.

Die Symptome eines Penisbruchs?

Ein Penisbruch lässt sich durch eine optische Inspektion und durch Abtasten leicht erkennen. Bei einem schweren Penisbruch kommt es zu Einblutungen in das umliegende Gewebe Bei größeren Verletzungen oder solchen, die heftige Blutungen ausgelöst haben, ist der gesamte Penis betroffen, teilweise auch der Hodensack. Es bildet sich ein Bluterguss, der Teile des männlichen Gliedes oder den gesamten Penis dunkel färbt. Zudem lassen sich selbst kleinere Penisrupturen, ohne nach außen hin erkennbare Einblutungen, leicht ertasten. Im Augenblick des Penisbruchs ist zudem fast immer ein lautes Knacken zu hören, ähnlich wie bei einem Knochenbruch. Dieses Geräusch entsteht durch den hohen Druck in den Schwellkörpern, der beim Bersten der Tunica albuginea nach Außen tritt, was dieses Geräusch zur Folge hat. Sofort nach einem Penisbruch erschlafft das Glied in Sekundenschnelle.

Wie verläuft ein Penisbruch?

Unmittelbar nach einem erfolgten Penisbruch erschlafft das Glied vollständig. Zudem verspürt der Patient einen heftigen und stechenden Schmerz im Glied, begleitet von dem bereits beschriebenen Knackgeräusch. In kurzer Zeit erfolgt zumeist die Verfärbung von Teilen oder des gesamten Gliedes, teilweise auch mit Beteiligung des Hodensacks, durch das Einsickern von Blut in das Gewebe. Unbehandelt kommt es im weiteren Verlauf zu einer Vernarbung der Bruchstelle, was in der Folge zu Erektionsschwierigkeiten, ausbleibender Erektion und/oder einem abgeknickten Penis führen kann. In einigen Fällen kann es dabei zudem zu einer Verletzung der Harnröhre kommen, was Probleme bei Wasserlassen und Blutspuren im Urin zur Folge hat.

Die Behandlung eines Penisbruchs ist eine Notfallbehandlung!

  • Wird vom Patienten das Knacken mit dem einhergehenden stechenden Schmerz registriert und der sofort folgenden Erschlaffung des Gliedes, sollte er das Glied in beide Hände nehmen und zusammenpressen. Mit dieser Maßnahme, die einem Druckverband ähnlich ist, verlangsamt er die Blutung, im Idealfall kommt sie zum Stillstand. Zeitgleich ist es wichtig das Glied zu kühlen, wozu sich eine Kältekompresse oder ein kaltes, nasses Tuch bestens eignen
  • Wichtig ist die sofortige Konsultation eines Urologen oder das Aufsuchen einer Unfallchirurgie. Je schneller die fachärztliche Behandlung einsetzt, bei der fast immer eine Operation unumgänglich ist, um so größer sind die Chancen auf eine vollständige Heilung. Bei rechtzeitiger notfallmedizinischer Behandlung sind die Heilungschancen sehr groß, nur selten erleiden Patienten einen Folgeschaden
  • Unbehandelt kommt es in der Regel zu bleibenden Erektionsstörungen oder einem vollständigen Funktionsversagen des Penis. Das männliche Glied kann einen Knick unterschiedlicher Stärke aufweisen. Zudem ist bei einer schlechten Vernarbung mit immer wieder auftretenden Penisrupturen zu rechnen

Die Vorbeugung vor einem Penisbruchs

Einem Penisbruch kann nur durch einen sorgsamen Umgang mit dem männlichen Glied vorgebeugt werden. Dazu gehört auch die Verwendung einer Gleitcreme, sollte beim Geschlechtsverkehr nicht ausreichend körpereigene Flüssigkeit vorhanden sein.

Häufig gestellte Fragen:

  1. Wie zeigt sich ein leichter Penisbruch?
    Ein leichter Penisbruch wird vom Patienten durch das fast immer vorhandene Knackgeräusch wahrgenommen, verbunden mit einem stechenden Schmerz im Penis und der sofortigen Erschlaffung seines Gliedes. Es kann, muss aber nicht zu Einblutungen kommen, weshalb nicht immer eine unterschiedliche große Verfärbungen zu sehen sein muss. Auch ein leichter Penisbruch ist eine Notfallsituation und muss unbedingt sofort eine ärztliche Behandlung zur Folge haben!
  2. Ist eine Erektion mit einem Penisbruch möglich?
    Ist ein unbehandelter Penisbruch verheilt, was eine Vernarbung der Tunica albuginea oder des Schwellkörpers selbst zur Folge haben muss, kann es zu einer Erektion kommen. Allerdings ist diese zumeist durch das Narbengewebe behindert, was teilweise erhebliche Erektionsschwierigkeiten zur Folge hat. Zudem muss damit gerechnet werden, dass der Penis einen mehr oder weniger deutlichen Knick aufweisen wird, was beim Geschlechtsakt zu Problemen und Schmerzen führen kann. Eine Erektion mit einem nicht verheilten Penisbruch ist physiologisch nicht möglich, da durch den Riss oder Bruch der Aufbau des notwendigen Drucks in den Schwellkörpern unmöglich ist.
  3. Welche anderen Erkrankungen können Schmerzen am Penis auslösen?
    Bei Schmerzen im Penis muss nicht zwingend ein Penisbruch vorliegen. Zahlreiche andere pathologische Veränderungen können ursächlich für Penisschmerz sein. Die seltenste davon ist der Peniskrebs, der zu den seltensten Krebserkrankungen überhaupt zählt. Wesentlich häufiger sind ausstrahlende Schmerzen, die von einem entzündlichen Prozess an der Prostata, einer Blaseninfektion, Harnleitersteinen, einer Harnleiterinfektion oder einer Samenleiterinfektion herrühren können. Zudem können Pickel, Pusteln, Eichelentzündungen oder eine Wundrose an der Vorhaut für derartige Schmerzen ursächlich sein. Selten ist eine verlängerte Erektion für Penisschmerzen verantwortlich, also dann, wenn der Penis für einen langen Zeitraum nicht erschlafft. Von einem solchen Priapismus spricht der Urologe, wenn die Dauererektion länger als sechs Stunden vorhält.
  4. Was kann ein männliches Glied funktionsunfähig machen?
    Erektile Dysfunktion, also die Funktionsunfähigkeit des Penis kann unterschiedliche Ursachen haben. Zum einen der schon beschriebene Penisbruch, der zu den sehr seltenen Unfällen in der Urologie zählt. Daneben sind Durchblutungsstörungen wesentlich häufiger, meist verursacht durch falsche Ernährung und vor allem durch das Rauchen, den massiven Nikotinabusus. Ebenso eine Rolle spielen hormonelle Fehlsteuerungen, psychische Probleme und mechanische Verletzungen. Zudem bringen einige Erkrankungen eine erektile Dysfunktion als begleitende Symptomatik mit sich.
  5. Gründe für Schmerzen am Penis Schwellkörper?
    Schmerzen am Schwellkörper des männlichen Gliedes können mit einem Penisbruch in Zusammenhang stehen. Allerdings entstehen solche Schmerzen auch bei einer Dauererektion, also einem Priapismus, wenn das Glied über einen längeren Zeitraum von mehr als sechs Stunden steif bleibt. Äußerst selten sind direkte Schwellkörperschmerzen, verursacht durch entzündliche Prozesse im Gewebe. Häufiger sind Schwellkörperschmerzen, verursacht durch stumpfe Gewalt, beispielsweise durch einen Ball beim Handballspiel oder einen Sturz beim Radfahren. In einigen Fällen kann es zu Schmerzen oder einem Taubheitsgefühl an den Schwellkörpern kommen, wobei Durchblutungsstörungn dafür als Ursache zu sehen sind.