Man unterscheidet zwischen einer „erworbenen“ und einer angeborenen Penisverkrümmung. Die so genannte „erworbene Penisverkrümmung“ bildet sich nur in manchen Fällen von allein zurück, in einigen Fällen ist eine Operation notwendig. Am häufigsten sind Männer zwischen dem 45. und dem 65. Lebensjahr betroffen. Die angeborene Penisverkrümmung ist nahezu normal und beeinträchtigt den Betroffenen meist gar nicht. Sobald aber Schmerzen oder Beeinträchtigungen auftreten, sollte auch hier ein Arzt aufgesucht werden

Ursachen

Eine Penisverkrümmung kann durch Narbenbildung nach einer Biegeverletzung des Penis entstehen. (© Fotolia.com)

Eine Penisverkrümmung kann durch Narbenbildung nach einer Biegeverletzung des Penis entstehen. (© Fotolia.com)

Die Ursachen für eine Penisverkrümmung sind bis heute nicht eindeutig geklärt, es gibt lediglich einige Theorien. Eine der möglichen Ursachen ist eine Biegeverletzung des erigierten Penis. Durch das Biegen und die damit entstandenen Verletzungen im Inneren kann sich Narbengewebe bilden, um das herum sich überschüssiges Kollagen und andere Bindegewebsteile sammeln und so zur dauerhaften Verkrümmung führen können. Ein erhöhtes Risiko besteht für Männer mit Diabetes Typ II und Männer mit Krankheiten wie dem Morbus Ledderhose Syndrom oder der Dupuytenschen Kontraktur.

Symptome

Typische Symptome für eine Penisverkrümmung sind sogenannte Plaques, deutlich tastbare, längliche flache Knoten im Bereich des Penis. Sie entstehen über einen Zeitraum von einigen Wochen bis wenigen Monaten. Die Außenwand des Schwellkörpers „schrumpft“ und der Penis neigt sich daraufhin zu der befallenen Seite. Vor allem im erigierten Zustand ist das bemerkbar. Patienten mit einer Penisverkrümmung haben etwa ab einer Neigung von 60 Grad Probleme beim Geschlechtsverkehr, das Urinieren ist jedoch unbeeinträchtigt. In seltenen Fällen kann es auch zu einer beidseitigen Schrumpfung kommen, sodass sich der Penis verkürzt. Ebenfalls selten kommt es zu Verhärtungen im Bereich zwischen der Eichel und dem Penis, was zu Erektionsproblemen und Taubheit in der Eichel führen kann. In den meisten Fällen handelt es sich aber um leichte Penisverkrümmungen, die sich von alleine zurückbilden.

Therapie

Zuerst wird dieser wahrscheinlich eine medikamentöse Therapie ansetzen, zum Beispiel mit blutdruckregulierenden Medikamenten, Kollagen auflösenden Medikamenten oder Steroiden. Therapien wie die Strahlentherapie oder die extrakorporale Stoßwellentherapie werden nicht empfohlen, da sie zwar kurzfristige Schmerzlinderung, aber auch langfristige Verschlechterung der Symptomatik bringen. Wenn die Medikamente alle nicht den erwünschten Erfolg bringen, emfpiehlt sich ein chirurgischer Eingriff. Es gibt verschiedene Verfahren, um gegen eine Penisverkrümmung vorzugehen. Welche die passende ist, wird der behandelnde Arzt individuell entscheiden.

Hypospadie

Die Veränderung der Harnröhrenmündung bei einer Hypospadie verursacht oft Probleme beim Wasserlassen. (© Fotolia.com)

Die Veränderung der Harnröhrenmündung bei einer Hypospadie verursacht oft Probleme beim Wasserlassen. (© Fotolia.com)

Bei einer Hypospadie handelt es sich um eine sogenannte Spaltfehlbildung des Penis. Die Harnröhre wird auf der Unterseite des Penis unzureichend verschlossen und dadurch entwickelt sich die Harnröhrenmündung eher zur Penisbasis hin. Zudem kommt es zu einer Spaltung der Vorhaut und in vielen Fällen zu einer Penisverkrümmung nach unten.

Die Hypospadie ist eine der häufigsten angeborenen Krankheites des Penis, etwa einer von 300 Männern leidet unter dieser Fehlbildung. Die Ursachen für die Fehlbildung ist noch unklar. Die Hypospadie entsteht bereits während der Schwangerschaft, in der 10.–14. Schwangerschaftswoche verschließt sich die zuvor als Platte angelegte Harnröhre zu einem Rohr. Wenn dieser Verschluss gestört ist, kann es zu der Hypospadie kommen. Auch Erbanlagen spielen eine Rolle.

Behandlung

Die Fehlbildung sollte beim Kind frühstmöglich operiert werden, entweder schon zwischen dem 9. und 15. Monat oder zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr.
Besonders auffällig bei der Hypospadie ist die Spaltung der Vorhaut und die so entstehende typische „Vorhautschürze“. Es können Probleme beim Wasserlassen auftreten, da durch die Veränderung der Harnröhrenmündung das Wasser eher „nach unten“ läuft, sodass urinieren im Stehen nicht möglich ist. Die Operation der Hypospadie, die Hypospadiekorrektur, findet in den meisten Fällen statt. Notwendig ist sie vor allem dann, wenn das Wasserlassen beeinträchtigt ist. Ist dies nicht der Fall, kommt es auf den Grad der Verkrümmung und die Entscheidung der Eltern an, ob eine Operation aus kosmetischen Gründen erfolgen soll. Die Operation selbst sollte natürlich nur von einem erfahrenen Chirurgen durchgeführt werden. Der Junge muss nach dem Eingriff einige Tage im Krankenhaus bleiben und teilweise auch am Bett fixiert werden, sofern er sonst den Heilungsprozess gefährdet. Nach 5–12 Tagen darf er wieder nach Hause.

Vor der Operation bekommt das Kind schon eine Stunde vor dem Eingriff eine Sedierung („k.o.-Tropfen“), damit sich langsam eine Ruhephase einstellt und die Zeit vor der OP nicht als traumatisch empfunden wird. Der Eingriff selbst findet unter Vollnarkose statt, zusätzlich wird oft beim Eingriff noch eine starke örtliche Betäubung gesetzt, um für die ersten Stunden nach der Operation Schmerzfreiheit zu gewähren. Die Hypospadiekorrektur selber dauert, je nach Ausprägung, etwa 30–180 Minuten. Nach spätestens 6 Wochen sollte der Penis des Jungen abgeheilt und gesund sein.

Der Penis

Der Penis (auch Glied genannt) eines jeden Mannes ist gleich aufgebaut, auch wenn er nicht die gleiche Größe misst. Die Peniswurzel ist am Beckenboden und am Schambein fest verwachsen. Dagegen ist der Penisschaft frei beweglich. Er wird von einer Penishaut bedeckt, die sich vor- und zurückschieben lässt. Über der Eichel, dem untersten Teil des Penis, liegt die Penishaut doppelt und wird dort Vorhaut genannt.

Es gibt im männlichen Geschlechtsorgan insgesamt drei Schwellkörper. Wenn sich diese mit Blut füllen, kommt es zur Versteifung des Penis, wodurch erst der Geschlechtsverkehr möglich ist. Der ersten beiden Schwellkörper befinden sich jeweils seitlich am Penisschaft und liegen einander gegenüber. Ihr Inneres besteht aus Muskulatur und Bindegewebe. Der dritte Schwellkörper ist der Harnröhrenschwellkörper, der sich auf ungefährer Höhe der Eichel befindet. Unter dem Penis befindet sich zusätzlich noch der Hodensack des Mannes, von dem Hoden und Nebenhoden umschlossen sind. Dort werden die Spermien und auch verschiedene Hormone, wie zum Beispiel Testosteron, produziert. Bei Männern jüdischen oder muslimischen Glaubens ist es üblich, dass die Vorhaut im Kindesalter entfernt wird (Beschneidung).

Erkankungen und Anomalien

Männer mit einem Mikropenis leiden häufig an starken psychischen Problemen.(Foto: © Fotolia.com –Torez2012)

Männer mit einem Mikropenis leiden häufig an starken psychischen Problemen.(Foto: © Fotolia.com –Torez2012)

Es gibt einige Erkrankungen, die im Bereich der männlichen Geschlechtsorgane häufig vorkommen. Dazu gehören zum Beispiel erektile Dysfunktionen, auch als Impotenz bezeichnet. Das Geschlechtsteil ist bei dieser Erkrankung voll funktionsfähig, jedoch kann keine Errektion erlangt werden. Diese Funktionsstörungen entstehen durch verschiedene Faktoren, zum Beispiel durch häufiges Fahrradfahren und den somit ausgeübten stetigen Druck auf die Peniswurzel. Helfen können hier spezielle Potenzmittel. Eine weitere häufig auftretende Erkrankung ist die Penisverkrümmung. Sie entsteht zum Beispiel durch Bindegewebswucherungen im Schwellkörper. Wird der Geschlechtsverkehr aufgrund der Krümmung unmöglich oder schmerzhaft, kann eine Operation Abhilfe schaffen.

Manche Männer leiden auch unter einem sogenannten Mikropenis, also einem ungewöhnlich kleinen Geschlechtsteil. Hier kann eine operative Vergrößerung angebracht sein, auch wenn das Glied eigentlich voll funktionsfähig ist. Männer mit solchen Symptomen haben häufig starke Probleme mit ihrem Selbstbewusstsein und auch die Sexualität in der Partnerschaft ist oft gestört. Nicht alle Maßnahmen zur Vergrößerung sind hier sinnvoll, vor allem abzuraten ist von Cremes oder Dehnungsversuchen. Lediglich bei einigen chirurgischen Eingriffen konnten Erfolge nachgewiesen werden, wobei auch hier die Erwartungen nicht zu groß sein sollten.
Krebs tritt im Bereich des Penis eher selten auf. Wenn, dann betrifft es Männer, die mindestens 60 Jahre alt sind.

 

Ursachen für Erektionsstörungen

Erektionsstörungen sind oft psychisch bedingt und bedürfen somit professioneller Behandlung. (© Fotolia.com)

Erektionsstörungen sind oft psychisch bedingt und bedürfen somit professioneller Behandlung. (© Fotolia.com)

Für Erektionsstörungen können ganz verschiedene Ursachen verantwortlich sein. Organische Gründe können zum Beispiel durch Alkoholgenuss, Durchblutungsstörungen, Übermüdung oder durch Nebenwirkungen von Medikamenten auftreten.

Zwar wird das sexuelle Verlangen durch Alkohol meist gesteigert, aber auf die „Leistungsfähigkeit“ wirkt er sich negativ aus, da das Nervensystem praktisch gedämpft wird und sich durch den Alkohol die Blutgefäße erweitern, sodass Erektionsstörungen auftreten können, da der Penis langsamer steif wird. Auch einige Medikamente können Erektionsstörungen hervorrufen, unter anderem zum Beispiel Mittel gegen Bluthochdruck, Angina Pectoris, Magengeschwüre, Epilepsie oder Mittel gegen Heuschnupfen. Weitere organische Störungen können Nervenstörungen, Hormonstörungen (zum Beispiel eine verminderte Produktion von Testosteron), eine unzureichend funktionierende Beckenbodenmuskulatur oder Veränderungen im Penisgewebe sein.

Oft sind Erektionsstörungen auch psychisch bedingt. Stress, Langeweile im Bett oder in der Beziehung, Schuldgefühle, Angst vor einer Schwangerschaft oder auch „zu viele Gedanken“ können der Grund für die Beschwerden sein. In diesem Fall sollten eventuell vorhandene Probleme mit dem Partner besprochen werden, im Notfall hilft auch ein Psychotherapeut oder Heilpraktiker. Oft muss der Mann sich auch eingestehen, dass er nicht immer und überall gleich leistungsfähig ist, auch wenn die meisten Männer das gern hätten. Nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag, der vielleicht noch mit Ärger mit dem Chef verbunden ist, und dem Gequengel der Kinder am Abend ist es völlig normal, wenn der Körper auch mal sagt: „Genug!“. Auch in einem solchen Fall kann es zu Erektionsstörungen kommen. Weniger förderlich ist es auch, Druck aufzubauen, nachdem es vielleicht einmal nicht geklappt hat. Sitzt der Mann schon mit Sorgen und Ängsten im Bett, erschwert das sicherlich das notwendige Entspannen.

Erektionsstörungen können auch in schweren Fällen einer Penisverkrümmung auftreten, entweder aufgrund des damit zusammenhängenden Stresses oder durch Narbengewebe, das sich durch die Verkrümmung im Schwellkörper gebildet hat. Durch das Narbengewebe kann die Durchblutung im Penis eingeschränkt werden und so zu Dysfunktionen führen. Oftmals haben Patienten mit einer starken Penisverkrümmung aber auch Schmerzen beim Beischlaf oder beim Versteifen des Penis, sodass oft der psychische Aspekt ebenfalls eine große Rolle spielt. Was auch immer die Gründe für die Erektionsstörungen sind, es sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, wenn das Problem länger besteht. Dieser kann die weiterführenden Therapien anleiten und hilfreiche Tipps gegen die Erektionsstörungen geben.