Was ist plötzlicher Kindstod?

Der plötzliche Kindstod ist die häufigste Todesursache bei Kindern im ersten Lebensjahr. In den Industrienationen stirbt durchschnittlich eines von 1.400 Neugeborenen daran. Das Phänomen plötzlicher Kindstod lässt Babys ohne ersichtlichen Grund plötzlich sterben und ist ein Schicksalsschlag, der Familien aus heiterem Himmel trifft. Meist geschieht dies im Schlaf, während der Nacht oder beim Mittagsschlaf. Es gibt Risikofaktoren für einen plötzlichen Kindstod, die Eltern beeinflussen können, es werden aber auch Gene verantwortlich gemacht.

Ursachen für plötzlichen Kindstod

Die Ursachen für plötzlichen Kindstod sind noch nicht gänzlich geklärt (BigStock by monkeybusinessimages, Stock Foto 13901729)

Die Ursachen für plötzlichen Kindstod sind noch nicht gänzlich geklärt (BigStock by monkeybusinessimages, Stock Foto 13901729)

Die Ursachen des Sudden Infant Death Syndrome (SIDS) sind nicht genau erforscht. Es gibt an die 200 Theorien zu den Ursachen des Phänomens „plötzlicher Kindstod“, doch tatsächlich hat man keine Gewissheit. Man macht Gifte in den Matratzen, einen gestörten Blutfluss, allergische Reaktionen oder Weichmacher in Matratzen für die überraschenden Todesfälle verantwortlich. Rauchen hingegen wurde als erheblicher Risikofaktor bewertet und in Studien belegt. Eine Mutter, die täglich im Beisein ihres Babys zehn Zigaretten raucht, erhöht das SIDS-Risiko ihres Kindes um das Dreifache. Mit entscheidend ist aber auch die Verfassung des Babys. Das erste Lebensjahr eines Säuglings ist für den plötzlichen Kindstod besonders risikobehaftet, vor allem der zweite, dritte und vierte Monat. In der Tendenz sterben mehr Jungen als Mädchen daran. Kinder mit der Todesursache plötzlicher Kindstod waren vorher leicht geschwächt. Sie hatten entweder eine Erkältung, sich erbrochen oder Durchfall. Eine niederländische Studie ergab zudem, dass das Teilen des Elternbettes mit dem Baby das Risiko für plötzlichen Kindstod um das Neunfache erhöht.

Die Symptome des plötzlichen Kindstodes

Der plötzliche Kindstod kommt überraschend, ohne jegliche Anzeichen einer vorhergegangenen Atemnot. Er tritt ohne äußere Gewalt ein. Daran verstorbene Kinder werden häufig in Bauchlage gefunden. Einige Wissenschaftler vermuten eine Störung der Atem- und Herzsteuerung im Gehirn. Eine besonders sensible Phase ist der Übergang vom Schlummern zum Tiefschlaf. In dieser Phase arbeitet das Gehirn nicht stabil, was sich mit einem Seufzer beim Einschlafen oder einer kurzen Atempause bemerkbar macht. Das ist auch bei Erwachsenen zu finden und ganz normal. Wenn diese Atempause jedoch länger dauert, ist höchste Vorsicht geboten.

Notfall plötzlicher Kindstod

Es kommt gelegentlich vor, dass dem plötzlichen Kindstod eine leichte Erkältung vorangegangen ist. Ein Stocken der Atmung ist völlig normal. Dauert der Aussetzer jedoch länger als 20 Sekunden, kann das ein Warnsignal sein. Laufen in dieser Apnoe-Phase Arme und Beine des Säuglings blau an oder liegt er reglos im Bett, müssen sofort Atmung und Herzfrequenz überprüft werden. Reagiert das Kind auf Reize wie Kneifen? Im Notfall sind unverzüglich Erste-Hilfe-Maßnahmen zu ergreifen. Die Wiederbelebungsmaßnahmen Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung müssen durchgeführt werden. Parallel dazu ist umgehend der Notarzt zu verständigen.

Wie kann man dem plötzlichen Kindstod vorbeugen?

Man beugt vor, indem man Risikofaktoren bzgl. des plötzlichen Kindstodes vermeidet. Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod sind Eltern, die rauchen oder trinken, die ihr Baby statt in einen Schlafsack in eine Decke hüllen und den Schlafraum zu stark heizen. Wird das Neugeborene nicht gestillt, ist das Risiko für einen plötzlichen Kindstod ebenfalls höher. Wenn das Baby im gleichen Raum wie die Eltern schläft, besteht ebenfalls ein größeres Risiko. Schlafen in Bauchlage kann ein weiterer Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod sein. Ärzte vermuten, dass es zur Erstickung kommen kann, weil der Hustenreflex bei sehr jungen Säuglingen in dieser Position schlechter funktioniert. Bis Ende der 1960er Jahre wurde die Bauchlage von Kinderärzten empfohlen. Nach pathologischen Untersuchungen fand man heraus, dass die Bauchlage häufig tödliche Folgen hatte. Da Säuglinge in Bauchlage viel tiefer schlafen als in Rückenlage, könnten sie Erbrochenes leichter einatmen und ihr Körper reagiert nicht darauf.

Zeigt ein Säugling Atemstörungen, sollten Eltern vermehrt darauf achten, dass ihr Kind die richtige Schlafposition hat. Sie müssen sämtliche Risikofaktoren des plötzlichen Kindstodes beseitigen. Mütter sollten mindestens bis zum sechsten Lebensmonat stillen. Auch ein Schnuller kann das Risiko für das Phänomen plötzlicher Kindstod verringern. Jede gerauchte Zigarette erhöht das Risiko für einen unerwarteten Tod eines Säuglings.

Können Hausmittel vor plötzlichem Kindstod schützen?

Ein einfaches Hausmittel ist es, das Baby in den ersten sechs Lebensmonaten prinzipiell in Rückenlage schlafen zu lassen. Auch wenn so genannte „Bauchlagenkinder“ möglicherweise besser einschlafen, ist das Risiko für den plötzlichen Kindstod viel zu hoch. Am besten trainieren Eltern mit dem Baby so früh wie möglich das Zurückdrehen aus der Bauchlage in die Rückenlage und umgekehrt.

Sonderfall: Getarnter plötzlicher Kindstod

Die Diagnose kann nur gestellt werden, wenn andere schwere Erkrankungen des Herzens, Stoffwechselerkrankungen oder Krankheiten des Nervensystems ausgeschlossen werden können. Es gibt auch andere Erkrankungen wie akute Entzündungen, akute Atemwegsinfektionen oder eine Blutvergiftung, die unerwartet zum Tod führen können. Auch eine Straftat kann als plötzlicher Kindstod getarnt werden. Hier sind vor allem Schütteltraumata zu beklagen. Das Kind erleidet infolge heftigen Schüttelns durch ein Elternteil Hirnblutungen. Besteht der Verdacht auf ein Tötungsdelikt, muss die Ursache durch eine Obduktion geklärt werden.

Häufig gestellte Fragen:

  1. Wann tritt plötzlicher Kindstod am häufigsten auf?
    Der plötzliche Kindstod ist überwiegend bei Kindern festzustellen, die in Bauchlage geschlafen haben. Weitere Risiken sind Rauchen und Trinken der Eltern, Tabakrauch im Zimmer sowie zu hohe Schlafzimmertemperaturen. Gefährlich sind auch Decken, in die sich das Baby unbeabsichtigt verwickeln kann.
  2. Wie ist der Zusammenhang plötzlicher Kindstod – Alter des Kindes?
    Plötzlicher Kindstod betrifft vor allem Kinder in den ersten sechs Monaten. Danach nimmt das Risiko deutlich ab.
  3. Plötzlicher Kindstod – Wie lange besteht die Gefahr?
    Nach dem sechsten Lebensmonat verringert sich das Risiko deutlich. Im ersten Lebensjahr sollten Eltern die oebn genannten Risiken vermeiden.
  4. Wie kann man die Ursachen für plötzlicher Kindstod vermeiden?
    Das Risiko für den plötzlichen Kindstod kann man durch viele vorbeugende Maßnahmen verringern. Die wichtigste Maßnahme: das Kind sollte zum Schlafen auf den Rücken liegen. Rauchen, überhitzte Räume und schadstoffbelastete Matratzen sind ebenfalls risikohaft.
  5. Plötzlicher Kindstod – Matratze entscheidend?
    Die falsche Matratze kann eine Ursache für plötzlichen Kindstod sein. Handelt es sich um meine minderwertige Matratze, steigen giftige Dämpfe auf, die die Atmung des Kindes behindern und die Herztätigkeit lähmen können. Kindermatratzen können arsenhaltige Substanzen aufweisen und Gifte freisetzen. Die können in Flammschutzmitteln, Weichmachern, aber auch Naturfasern wie Schafwolle, Kokosfasern und Baumrinde enthalten sein. Abhilfe schaffen Matratzenhüllen aus Folie.