Rachitis ist eine Stoffwechselkrankheit, die bei uns in Europa nur noch sehr selten vorkommt – man kann sagen, dass die Krankheit ausgestorben ist. Rachitis tritt meistens schon im Kindesalter auf und wird durch zu wenig Sonnenlicht hervorgerufen. Durch die UV-Strahlen der Sonne, produziert der Körper Vitamin-D, das für unsere Knochen besonders wichtig ist.

Früher wurden, auch in Europa, Kinder zur Arbeit in der Fabrik heran gezogen und hatten nicht viel Gelegenheit im Freien zu spielen, wie wir es heute gewohnt sind. Zudem war die Luft durch den Qualm der Fabrikschornsteine so dick, dass die Sonnenstrahlen in den Städten kaum bis zur Erde durchdringen konnten! Dies führte dazu, dass Rachitis, vor allem in den Städten, auch bei uns sehr verbreitet war.

Das Sonnenlicht ist ein wichtiger Faktor in unserem Leben

Sonnenlicht spendet das wichtige Vitamin-D, welches dazu dient, dass Phosphat und Kalzium mit unserem Blut in die Knochen gelangen kann. Dadurch werden diese stabiler und Rachitis hat keine Chance! Bei Vitamin-D-Mangel werden die Knochen, die sich bei Kindern noch im Wachstum befinden, nicht gehärtet sondern bleiben weich und geben bei starker Belastung nach – es entsteht Rachitis und die Knochen verformen sich.

Im Alter von 2 bis 3 Monaten zeigen sich die ersten Anzeichen von Rachitis. © Fotolia.com

Im Alter von 2 bis 3 Monaten zeigen sich die ersten Anzeichen von Rachitis.
© Fotolia.com

Diese Krankheit betrifft vor allem die Wirbelsäule und die Beine und kann das ganze Leben lang Beschwerden verursachen! Auch Osteomalazie, eine Krankheit die erhebliche Knochenschmerzen verursacht, kommt vom Mangel an Vitamin-D! Vitamin-D ist eines der wichtigsten Vitamine für den funktionierenden Stoffwechsel in unserem Körper und wird durch ultraviolette Bestrahlung der Sonne vom Körper selbst produziert! Nur einen kleinen Teil nehmen wir durch die tägliche Nahrung zu uns. Andere Ursachen für den Mangel an Vitamin-D ist eine Eiweißmangelernährung oder eine gestörte Nährstoffaufnahme im Magen-Darm-Trakt.

Erste Anzeichen von Rachitis erkennen

Im Alter von 2 bis 3 Monaten zeigen sich die ersten Anzeichen von Rachitis. Die Babys sind besonders schreckhaft oder unruhig und schwitzen sehr stark am Hinterkopf. Dazu kann auch noch ein juckender Hautausschlag dazu kommen und dem Kind das Leben schwer machen. Weitere alarmierende Anzeichen sind in den darauf folgenden Monaten, wenn sich die Schädelnähte nicht schließen und die Schädelknochen weich bleiben. Dann ist es höchste Zeit, dass man den Rat des Kinderarztes einholt und eventuell durch Tabletten Vitamin-D oder Kalzium zuführt.

Durch das heutige Wissen über die Entstehung von Rachitis, bekommt man die Krankheit relativ schnell in den Griff, vorausgesetzt man reagiert nicht zu spät! Im Kindesalter macht sich Rachitis durch folgende Symptome bemerkbar: Muskelschwäche und Muskelkrämpfe, Verstopfung, Probleme beim Zahnen und weiche Knochen, die an den sogenannten O-Beinen leicht zu erkennen sind. Auch in diesem Alter ist der Krankheit mit Medikation noch bei zu kommen, was im Erwachsenenalter kaum noch möglich ist.

Der menschliche Knochen

Knochen sind eine besonders feste Form von Bindegewebe und Stützgewebe, die das menschliche Skelett bilden. Ohne sie wären wir nur eine formlose Masse, unfähig zu sitzen, zu stehen und zu gehen. Außerdem schützen sie die inneren Organe. Im Knochenmark werden darüber hinaus die roten und weißen Blutkörperchen und die Blutplättchen gebildet. Der Mensch ist mit mehr als 200 Knochen ausgestattet, vom großen Röhrenknochen bis zum nur 1 Millimeter großen Gehörknöchelchen.

Der Knochenaufbau

Alle Knochen bestehen zu etwa einem Viertel aus Wasser, darüber hinaus aus organischen und anorganischen Stoffen (Proteinen, Mineralien und Eiweißen). Sie sind im Prinzip in drei Schichten aufgebaut, einer geflechtartigen flexiblen Innenschicht (Songiosa), der äußeren festen Rindenschicht (Kompakta) und der äußersten Schicht (Periost), oder Knochenhaut. Sie dient zum Schutz und Ernährung des Knochens, in ihr befinden sich die Nerven und Blutgefässe. Je nach der physiologischen Aufgabe der Knochen im Körper, gibt es lange Knochen, wie zum Beispiel die Schenkel- und Armknochen, platte Knochen, wie Schädel, Rippen und Beckenknochen und irreguläre Knochen wie zum Beispiel die Wirbel, die Kniescheibe und die Gesicht- und Schädelknochen.

Knochenerkrankungen

Osteoporose ist die am weitesten verbreitete Erkrankung der menschlichen Knochen. © Fotolia.com

Osteoporose ist die am weitesten verbreitete Erkrankung der menschlichen Knochen.
© Fotolia.com

Es gibt viele Arten von Knochenerkrankungen, die am weitesten verbreitete ist die Osteoporose. Sie ist ein fortschreitender Verlust an Knochenmasse bzw. ein Schaden an der Knochenstruktur und entsteht häufig bei Frauen nach den Wechseljahren, mit zunehmenden Östrogenmangel. Aber auch Mangelernährung, besonders Kalzium- und Vitamin D-Mangel können Osteoporose auslösen. Eine heute nicht mehr so häufig auftretende Knochenerkrankung ist die Rachitis oder Knochenerweichung. Durch fehlende UV-Strahlung, Mangel an Milchprodukten, Fisch und vitaminreicher Kost war diese Krankheit früher ein Arme-Leute-Leiden. Aber auch heute kommt die Krankeit noch vor, wenn Kalzium, Vitamin D und Phosphat bei der Ernährung längerfristig fehlen.

Tritt sie im Erwachsenenalter auf, spricht der Arzt von Osteomalazie. Darüber hinaus gibt es noch eine genetisch bedingte Knochenerkrankung, die Glasknochenkrankheit. Sie entsteht durch einen Kollagen-Mangel und führt zu extremer Knochenbrüchigkeit, Verformung von Knochen und Gelenken und zu mangelhaftem Knochenwachstum. Die Krankheit ist heute noch nicht heilbar.

Auch die Arthrose gehört zu den Knochenerkrankungen, wenn der knöcherne Teil der Gelenke betroffen ist. Bilden sich im knöchernen Gewebe bösartige Tumore, wird von Knochenkrebs gesprochen. Diese Tumore können entweder direkt im Knochengewebe gebildet oder als Metastasen anderer Krebsgeschwüre entstanden sein. Die Behandlung richtet sich nach der Tumorart und besteht in Bestrahlung, Chemotherapie oder operativer Entfernung des Tumors.

Phosphat und der menschliche Körper

Phosphat beschreibt Teile der wichtigen Salze und Ester, die der menschliche Körper braucht. Denn besonders die Ernährung des Menschen wirkt sich stark auf die Gesundheit seines Körpers aus. Denn ohne gute Ernährung sind weder Stoffwechsel noch Knochengesundheit gewährleistet.

Phosphat im menschlichen Körper

Im engeren Sinne sind Phosphate die Salze und Ester der Orthophosphorsäure. Weiter gefasst umfassen sie auch die Kondensate der Orthophosphorsäure, sowie deren Ester. Sie spielen eine große Rolle im menschlichen Stoffwechsel, ebenso sind sie auch für die Gesundheit und Härte der Knochen des Menschen bedeutend. Auch für die Wirkung von Hormonen und als Bestandteil der menschlichen Erbsubstanz sind Phosphate von Bedeutung. Aus diesem Grund sollte eine gesunde Ernährung in jedem Fall eine große Menge Phosphate enthalten, die dem menschlichen Körper damit zugeführt werden. Mehrere bedeutende Lebensmittelzusätze enthalten große Mengen an Phosphaten, was die Bedeutung dieses Stoffes für den menschlichen Körper damit eindeutig belegt. Besonders auch für die Energiegewinnung und -speicherung wird Phosphor in großen Mengen benötigt.

Ohne gute Ernährung mit ausreichend Phosphor sind weder Stoffwechsel noch Knochengesundheit gewährleistet. © Fotolia.com

Ohne gute Ernährung mit ausreichend Phosphor sind weder Stoffwechsel noch Knochengesundheit gewährleistet.
© Fotolia.com

Ein gesunder, erwachsener Mensch benötigt pro Tag ca. 700 Milligramm Phosphate, dass sein Körper voll funktioniert. Kinder bis zu zehn Jahren benötigen dagegen zwischen 500 und 800 Milligramm , während der Pubertät, bis zum 19. Lebensjahr, können Jugendliche dagegen bis zu 1.025 Milligramm benötigen. Dieser erhöhte Bedarf resultiert aus dem Wachstum, sowie dem daraus entstehenden höheren Bedarf an Mineralen. Auch bei schwangeren und stillenden Frauen kann ein sehr hoher Bedarf an Phosphaten entstehen.

Probleme bei Phosphatmangel und -überschuss

Mangel und Überschuss können große Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben. Leichte Verminderungen sind meist ohne Schmerzen oder Auswirkungen. Bei größerem Mangel können dagegen leichte bis starke Appetitlosigkeit, Muskelschwäche und Knochenerweichung (auch Rachitis) mit gleichzeitigen Knochenschmerzen (auch durch Osteomalazie auslösbar) und Schwindel auftreten. Treten sehr starke Mangelerscheinungen auf, so kann es leicht zur Auflösung der roten Blutkörperchen kommen, ebenso wie zur Auflösung von Muskelfasern. In Extremfällen können sogar Bewusstlosigkeit oder Tod eintreten.

Ein Überschuss an Phosphaten dagegen bleibt meist ohne Probleme. Besonders leichtere Überschüsse sind meist ohne Probleme vom menschlichen Körper behandelbar. Bei stärkeren Überschüssen an Phosphaten dagegen können schwerwiegende Probleme auftreten, von Weichteilverkalkungen bis hin zum Nierenversagen.

Kalzium für den Köper

Das lateinische Wort „calx“ ist der Ursprung für die Bezeichnung Calcium, oder auch Kalzium, und bedeutet Kalkstein. Tatsächlich ist eine der Hauptfunktionen des Kalks die optimale Versorgung unseres Skeletts. Das allein wäre schon von enormer Bedeutung für das Wohlbefinden, es werden aber sehr viel mehr Funktionen vom Calcium beeinflusst.

Osteoporose kann heute verhindert werden

In unserem Körper wird durch Calcium und Phosphate der Knochenaufbau und unterschiedliche Stoffwechselprozesse unterstützt. In einer Blutuntersuchung kann der Arzt den Gehalt von Calcium im Blut messen und einen eventuellen Mangel feststellen. Circa 40% unseres Blutes ist mit Calcium angereichert, was seine Wichtigkeit für den Organismus zeigt. Die Funktion der Muskeln und damit des Herzens, die Blutgerinnung, die Zellerneuerung und auch die Nerven werden von der Intensität des Calciums beeinflusst.

Es ist extrem wichtig für den Aufbau unseres Knochengerüstes und viele haben schon von der Mangelerscheinung, die dann zu einer Osteoporose führt, gehört. Diese Krankheit trifft mittlerweile nicht nur ältere Menschen, sondern wird auch bei jüngeren Erwachsenen immer häufiger diagnostiziert. Der Stress und die teilweise ungesunde Ernährung fordern ihren Tribut. Zu viel Kaffee, Alkohol und auch zu viel Eiweiß können zu einer übermäßigen Ausscheidung vom Calcium führen.

Die tägliche Ration an Kalzium nehmen wir über die Milchprodukte auf. © Fotolia.com

Die tägliche Ration an Kalzium nehmen wir über die Milchprodukte auf.
© Fotolia.com

Die richtige Dosierung macht den Unterschied

Für Erwachsene wird eine tägliche Dosis von 1000mg empfohlen, wobei neuere Studien diese Dosierung für Männer für überhöht halten. Vielfach wird Calcium in Form von Ergänzungsmitteln verabreicht. Es ist aber ohne Probleme möglich, die tägliche Ration über die Zufuhr von normalen Lebensmitteln wie Milch, Käse, grünem Gemüse wie Spinat und allerlei Produkten aus Milch zu decken.

Wer sich für seinen persönlichen Verzehr an Calcium interessiert, sollte eine Woche lange eine Liste über die verzehrten Lebensmittel führen und prüfen, ob ausreichend Kalzium zugeführt wird. Dabei sollte die Menge an Mineralwasser mit einen Gehalt an dieser Substanz nicht vergessen werden. Selten werden tatsächliche Mängel erkannt. Für eine Abhilfe stehen ausreichend Präparate in der Apotheke bereit.

Sorgen Sie für die richtige Balance

Mehr als 2500mg sollten nicht überschritten werden, um etwaige Risiken für die Gesundheit auszuschließen. Wer sich die Mühe macht und seinen Speiseplan auf die Verfügbarkeit von Calcium überprüft, wird mit hoher Sicherheit feststellen, dass wir sehr gut versorgt sind. In unseren Breitengraden ist ein tatsächlicher Mangel selten und zeigt sich eventuell beim Heranwachsenden oder bei Frauen in den Wechseljahren, wo ein höherer Bedarf konstatiert wird.

Wer allerdings keinerlei Produkte aus Milch zu sich nimmt, weil vielleicht eine Allergie besteht, der sollte für einen entsprechenden Ersatz sorgen, um Knochen, Haare, Haut und Nägel optimal zu versorgen. Zu den Lebensmitteln, die Oxalsäure enthalten und deshalb eine gute Versorgung unterstützen gehören auch solch leckere Dinge wie Nüsse und Schokolade (Kakao) und grüner Tee.

Osteomalazie

Osteomalazie ist eine Erkrankung des Bewegungsapparates, um genau zu sein, handelt es sich hierbei um eine Knochenerweichung bei Erwachsenen. Die Knochen verlieren ihre Stabilität und verformen sich. Im Kindesalter wird diese Krankheit Rachitis genannt.

Die Ursachen

Die Osteomalazie wird meist durch Calcium- oder Vitamin D Mangel hervorgerufen. Es treten dumpfe Schmerzen auf, die durch eine unzureichende Mineralisierung der Knochen-Grundsubstanz hervorgerufen werden kann, teilweise können sich auch pathologischen Frakturen einschleichen.

Zu den wichtigen Ursachen, neben Vitamin D Mangel, gehören außerdem noch:

  • Knochenmatrixstörungen
  • Fluoridtherapie
  • Vitamin-D-Hormon-Stoffwechselstörungen
  • renale tubuläre Funktionsstörungen, z. B. Phosphatdiabetes im Kindesalter
  • Phosphatasemangel (Hypophosphatasie)
  • Therapie mit Fumarsäure
    Osteomalazie tritt meist erst im höhen Lebensalter auf. © Fotolia.com

    Osteomalazie tritt meist erst im höhen Lebensalter auf.
    © Fotolia.com

Symptome

Osteomalazie tritt meist erst im höhen Lebensalter auf und ist ein schleichender Prozess. Das Ausmaß der Symptome ist von der Art der Störung, sowie der Knochenmasse am Anfang der Erkrankung abhängig.
Als unspezifische Symptome gelten:

Diese Beschwerden gelten als unspezifisch, da sie normalen Altersbeschwerden gleich kommen und genau dies ist das Problem, dass die Krankheit erst spät erkannt wird. Meist erst, wenn Osteoporose oder ähnliche Symptome auftreten. Es können Wirbelbrüche entstehen, aufgrund der geringen Knochendichte. Nach mehreren Brüchen im oberen Wirbelbereich, kann es zu einem Buckel kommen. Dass Menschen kleiner werden, ist auch auf die Wirbelbrüche zurück zu führen.

Diagnose

Zur Diagnosenstellung trägt eine rein körperliche Untersuchung nicht viel bei. Schmerzen im ganzen Skelettsystem sind ein auffälliges Zeichen. Besonders schmerzen tun hier die stärker beanspruchten Regionen.
Der Arzt sollte eine Blutuntersuchung durchführen lassen. Hier wird sich zeigen, dass die alkalische Phosphatase (Enzym für den Knochenaufbau) erhöht und der VitaminD3- und Phosphatgehalt im Blutspiegel niedrig sind. In der Hälfte aller Untersuchungen ist zu dem auch das Calcium zu niedrig.
Desweiteren wird ein Röntgenbild erstellt, dort sind typische Veränderung der Knochen sichtbar. Für eine sichere Diagnose für die Osteomalazie entnehmen manche Ärzte auch Gewebeproben von Knochen. Dies erfolgt bei einer Biopsie.

Therapie

Die Therapie der Osteomalazie beschäftigt sich mit der eigentlichen Störung, dem Vitamin D Mangel. Die Behandlung erfolgt durch die zusätzliche Einnahme der Stoffe, die fehlen: Vitamin D, Calzium und Phosphat. Diese kann man in Kapsel-/Tablettenform oder in Injektionen verabreicht bekommen, dies hängt ganz von der Schwere des Mangels ab. Während einer Osteomalazie-Therapie sollte zusätzlich auch auf eine calziumreiche Ernährung umgestellt werden. Spaziergänge im Sonnenlicht oder normalen Tageslicht fördern auch die Bildung von Vitamin D in der Haut und sind somit wichtige Bestandteile der erfolgreichen Behandlung.