Die Refluxösophagitis bezeichnet Entzündungserscheinungen in der Speiseröhre aufgrund einer übermäßigen Reizung der Schleimhäute durch Reflux (Rückfluss) des sauren Magensaftes in die Speiseröhre. Im Volksmund wird diese Erkrankung auch als Sodbrennen bezeichnet.

Ursachen Refluxösophagitis

Es sind mehrere Ursachen bekannt, die einen Reflux bedingen und somit eine Refluxösophagitis zur Folge haben können:

  • Übermäßiger Reflux von Magensäure, der von der Muskulatur der Speiseröhre (Peristaltik) nicht bewältigt werden kann
  • Die Peristaltik der Speiseröhre ist derart beeinträchtigt, dass sie selbst den normalen Ausstoß an Magensäure nicht vollständig zurückführen kann
  • Es liegt eine Beschädigung des Schließmuskels zwischen Magen und Speiseröhre (Ösophagussphinkter) vor

Diese Ursachen entstehen oft in Zusammenhang mit dem Genuss bestimmter Lebensmittel wie zum Beispiel Kaffee, scharfen Gewürzen und säurehaltigen Früchten (z.B. Apfelmus), aber auch durch den Gebrauch von Medikamenten und Tabakprodukten.

Symptome bei Refluxösophagitis

Zu den Symptomen der Refluxösophagitis zählen schmerzhafte Schluckbeschwerden, Sodbrennen, Schmerzen im Oberbauch und Aufstoßen von Magensäure vor allem bei körperlicher Arbeit wie Bücken oder beim Heben von Lasten, aber auch nach dem Verzehr von süßen Speisen, Tabakrauch oder Alkohol.

Diagnose & Verlauf bei Refluxösophagitis

Die Diagnose der Refluxösophagitis erfolgt durch eine Gastroskopie, bei der ein Endoskop durch den Mund in die Speiseröhre bis zum Magen vorgeschoben wird. Dabei wird ständig Luft eingeblasen, um die Wandstrukturen zu inspizieren und Unregelmäßigkeiten feststellen zu können. Entsprechend der Anzahl und Schwere der dabei festgestellten Beschädigungen der Speiseröhre wird die Refluxösophagitis nach Savary und Miller in die folgenden vier Stadien eingeteilt:

  • I: eine oder mehrere fleckförmige Läsionen mit Rötung und mit oder ohne Sekret-Absonderung
  • II: streifenförmige Läsionen, die noch nicht den gesamten Umfang der Speiseröhre einnehmen
  • III: Zusammenfluss einzelner Läsionen der Schleimhaut, sodass der gesamte Umfang der Speiseröhre eingenommen wird
  • IV: zirkuläre Defekte der Speiseröhre und andere chronische Schleimhautläsionen

Im IV. Stadium können unter anderem Komplikationen wie der Barrett-Ösophagus auftreten.

Behandlung von Refluxösophagitis

Die Behandlung der Refluxösophagitis kann je nach Stadium der Erkrankung konservativ oder operativ durchgeführt werden. In den Stadien I und II wird eine konservative Therapie angewandt, die in der Gabe von Medikamenten zur Hemmung der Magensäurebildung und der Vermeidung von refluxfördernden Lebensgewohnheiten besteht.

Ab dem III. Stadium und falls die konservative Therapie keine Wirkung zeigt, wird die Erkrankung operativ bekämpft. Es umfasst das Anbringen einer Manschette um das untere Ende der Speiseröhre, die eine mechanische Barriere für den sauren Magensaft darstellt und somit den Reflux verhindert. Im IV. Stadium können auch größere operative Eingriffe nötig sein, wie zum Beispiel eine Bougierung (= Aufdehnung von Stenosen).

Refluxösophagitis vorbeugen

Zur Vorbeugung gegen Refluxösophagitis und zur Linderung der Symptome bei Betroffenen sollten folgende Regeln beachtet werden:

  • Umstellung der Ernährung: fettarme Kost und säurehaltige Getränke und Alkohol (vor allem hochprozentigen) vermeiden, häufig kleinere Mahlzeiten einnehmen
  • Vermeidung von Stress im Alltag
  • Nikotinabstinenz
  • Mindestens drei Stunden vor dem Schlafengehen keine Lebensmittel zu sich nehmen
  • Schlafen mit erhöhtem Oberkörper, damit nachts kein Magensaft in die Speiseröhre laufen kann
  • Eventuell eine Gewichtsreduktion in Betracht ziehen

Medikamente & Hausmittel gegen Refluxösophagitis

Eine Refluxösophagitis wird in den meisten Fällen mit säurebindenden Medikamenten (Antacida) wie Maaloxan oder mit Protonenpumpenhemmern wie Omeprazol und Pantozol, die die Bildung des sauren Magensaftes vermindern, behandelt.

Diese Medikamente sind jedoch nur teilweise rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Als altes Hausmittel gegen Refluxösophagitis hat sich Natron sehr bewährt: das Salz bildet in Verbindung mit Wasser eine basische Lösung, die die Säure des Magensaftes neutralisiert. Die Einnahme von ungesüßtem Kräutertee und stilles Wasser sorgen zudem dafür, dass die Magensäure zurück in den Magen fließt und gleichzeitig verdünnt wird.

Die Vorteile dieser Hausmittelchen liegen klar auf der Hand, denn man findet sie in so ziemlich jedem Haushalt und sie haben überhaupt keine Nebenwirkungen – ob sie jedoch eine medikamentöse Behandlung abwenden bzw. ersetzen können ist fraglich.