Scharlach ist eine infektiöse Kinderkrankheit, die vom weitverbreiteten Streptokokken-Bakterium ausgelöst wird. Scharlach gleicht der Mandelentzündung, es tritt allerdings außer Halsschmerzen auch ein Ausschlag auf. Die Inkubationszeit beträgt ein bis fünf Tage, danach zeigen sich die ersten Symptome. Schon vor dem Auftreten der ersten Krankheitssymptome können erkrankte Personen andere Menschen anstecken. An Scharlach kann man mehrmals erkranken, da eine einmal durchgemachte Erkrankung nur einen lebenslangen Schutz gegen die auslösende Gruppe von Streptokokken hinterlässt.

Ursachen von Scharlach

Die kugeligen, etwa 1 mm großen Streptokokken-Bakterien verursachen besonders in den Monaten Oktober bis März aktiv und befallen vor allem Kinder im Alter zwischen vier und vierzehn Jahren. In seltenen Fällen können jedoch auch Erwachsenen erkranken. Bei 20 bis 35 Prozent der Bevölkerung leben diese Krankheitserreger ohne Symptomatik im Rachen, da sie entweder von der Mundflora in Schach gehalten werden oder bereits eine Immunität vorliegt. Anstecken kann man sich durch „Tröpfchen“ beim Niesen, Husten oder Sprechen oder durch infizierte Gegenstände, wie etwa Spielzeug, Geschirr oder Besteck.

Symptome bei Scharlach

 

Fieber als Symptom bei Scharlach

Fieber als Symptom bei Scharlach
(© Gina Sanders – Fotolia.com)

Die „Himbeerzunge“ gilt als Leitsymptom der Scharlacherkrankung. Am ersten Tag zeigt sich ein pelziger,weißer Belag, der am zweiten Tag himberrot wird. Weitere mögliche Symptome sind Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Fieber bis 40°C, Erbrechen, Unterleibsschmerzen, entzündete Mandeln, Kopfschmerzen, geschwollene Lymphknoten im Hals-, Achsel- und Leistenbereich.

Im Verlauf der Krankheit erscheint ein rötlicher, kleinfleckiger, samtartiger Ausschlag, der in der Leisten- und Achselregion beginnt. In der Abheilungsphase schuppt sich die Haut an Fingern, Zehen und Fußsohlen.

Diagnose und Verlauf der Erkrankung

Die Krankheit beginnt mit starken Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Erbrechen. Die Drüsen im Unterleib schwellen an und verursachen mitunter Bauchschmerzen. Nach drei Tagen tritt ein Ausschlag von kleinen Flecken auf, die ineinander übergehen.

Die Symptome ähneln der häufigen bakteriellen Erkrankung Angina, der Ausschlag erhärtet jedoch die Diagnose Scharlach. Die befallenen Hautpartien können jucken, nach einer Woche verblassen sie allmählich. Der Ausschlag ist deutlich zu erkennen, weil er die Mundpartie und die Hand – und Fußflächen nicht befällt. Durch das Anschwellen der Geschmackspapillen verfärbt sich die Zunge leuchtendrot.

Behandlung von Scharlach

Bei Verdacht auf Scharlach sollte so bald wie möglich der Arzt konsultiert werden, um die Diagnose zu bestätigen. Meist werden Antibiotika verordnet, um die Krankheit abzuschwächen und Komplikationen vorzubeugen. Da Scharlach gut auf Penicillin anspricht, wird im Allgemeinen eine zehntägige Therapie mit diesem Arzneimittel durchgeführt. Selbst bei vorzeitiger Besserung ist die konsequente Weiterführung der Einnahme wichtig, um Bakterienresistenzen zu verhindern. Alternativ – zum Beispiel bei einer Penicillin-Allergie – kann auf eine Behandlung mit einem Makrolidantibiotikum ausgewichen werden.

In äußerst seltenen Fällen führt Scharlach zu gefährlichen, aber therapierbaren Komplikationen. Etwa vier bis sechs Wochen nach der Erkrankung kann das rheumatische Fieber auftreten, eine immunologische Erkrankung, die sich in Fieberschüben und schmerzhafter Schwellung der Gelenke zeigt. Deshalb sollte jeder Scharlachpatient drei bis vier Wochen nach überstandener Krankheit gründlich untersucht werden.

Scharlach vorbeugen

Es gibt keine Schutzimpfung gegen Scharlach. Der Körper erwirbt im Regelfall nach ausgestandener Erkrankung eine Immunität gegen das vom Bakterium produzierte Scharlachgift. Im Verlauf des Lebens kann der gleiche Erreger noch mehrere Anginen verursachen, jedoch keinen Scharlach. Allerdings gibt es drei weitere Streptokokkengruppen, die Scharlach auslösen können. Guter Ernährungszustand, gestärktes Immunsystem und körperliche Fitness bieten jedoch günstige Vorrausetzungen, eine Ansteckung zu vermeiden bzw. den Verlauf der Krankheit positiv zu beeinflussen.

Medikamente & Hausmittel gegen Scharlach

Neben Antibiotika werden zur Linderung der Beschwerden weitere Medikamente wie fiebersenkende Mittel oder schmerzlindernde Lutschtabletten eingesetzt. Lindernd bei Schluckbeschwerden wirken Gurgellösungen aus warmen Salbei, Eibisch- oder Kamillentee. Bettruhe schadet nicht und empfiehlt sich zumindest bei hohem Fieber.

Außerdem sollte mindestens eine Woche zur Erholung im häuslichen Bereich eingeplant werden. Homöopathen empfehlen die Einnahme von Belladonnakügelchen, insbesondere D30-Potenzen sollen den Scharlachverlauf mildern und Folgeerkrankungen verhindern.