Der im Volksmund sogenannte Scheidenpilz, wird auch als Vaginaler Scheidenpilz oder Vaginale Mykose bezeichnet. Wie der Name schon sagt handelt es sich um eine Infektion des Vaginalbereiches, welche durch Pilze ausgelöst wird. In den meisten Fällen handelt es sich um Candida albicans, einen Hefepilz, welcher bei 75 Prozent aller Menschen nachgewiesen werden kann. Er kommt auch in der Mundflora, sowie im Magen-Darmtrakt vor. Alle Warmblüter können von ihm befallen werden. Die Erkrankung ist auch unter dem Namen Soorkolpitis Vulvovaginitis candidomycetica bekannt. Letztere Bezeichnung trifft nur dann zu, wenn auch die Vulva betroffen ist. Nach dem ICD-10 wird die Krankheit den Kandidosen zugeordnet und ist dort mit der Kennung B37.3 aufgeführt.

Ursachen für Scheidenpilz

In der Regel sind sie die im Menschlichen Körper vorkommenden Pilze ungefährlich. Sind allerdings bestimmte Bedingungen gegeben, so kann sich ein solcher Pilz rasant vermehren und die Kandidose auslösen. Wie bereits erwähnt handelt es sich hierbei meistens um Gattungen des Candida, woher auch der Name der Infektion Rührt.

Die Infektion bricht aus, wenn der pH-Wert innerhalb der Scheide signifikant abnimmt. Die Ursache kann in einer Schwächung der Abwehrkräfte, durch Stress oder einen veränderten Hormonhaushalt zu suchen sein. Allerdings ist auch eine Übertragung durch Geschlechtsverkehr, falsche Intimhygiene oder dem Bestehen einer Grunderkrankung, wie zum Beispiel Zucker, möglich.
Bei längerer Einnahme von Antibiotika, kann eine Resistenz besagter Pilzarten entstehen, welche sich dann ungehindert vermehren können, dadurch das Medikament die Vaginal-Flora geschädigt wurde.

In einigen wenigen Fällen führte das tragen zu enger und luftundurchlässiger Kleidung zu einem Ausbruch.

Hierbei kann der Auslöser nicht immer genau verifiziert werden. Normalerweise liegt der pH-Wert bei einer gesunden Frau zwischen 4 und 4,5. Dies bedeutet es handelt sich um ein sehr saures Milieu. In den meisten Fällen schwankt dieser Wert, je nach Zyklus, leicht um seinen Mittelwert. Dieses Milieu wird durch Milchsäurebakterien aufrechterhalten und bietet für die Vermehrung von Pilzen ein ideales Umfeld.

Symptome und Anzeichen von Scheidenpilz

Ein Anzeichen für eine Vaginale Mykose ist ein weißer, zum größten Teil geruchsneutraler und bröckliger Ausfluss aus der Scheide. Hinzu kommen ein Juckreiz der Vulva, sowie abwischbare, weiße Beläge auf der Vaginalschleimhaut. In schweren Fällen kann sich dieser über die gesamte Vulva ausbreiten. In anderen Fällen wurde eine Auflösung der Haut des Genitalbereichs festgestellt, welche sich auch auf die Innenseite der Oberschenkel ausbreiten kann.

Hier treten die Hautveränderungen als pustulöse, ekzemartige Läsionen auf. Sollte in diesem Fall eine Wundheit auftreten, so kann es zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Urinieren kommen. In vielen Fällen können auch sogenannte Mischinfektionen, aus Pilzen und Bakterien auftreten.

Verlauf der Erkrankung

Die oben genannten Symptome können je nach Schwere unterschiedlich stark ausfallen. Auch kann die Reihenfolge bei jeder Patientin variieren, wobei als erstes Anzeichen aber meist der weiße Ausfluss auftritt. Wird die Erkrankung behandelt kann sie zu 100 Prozent geheilt werden. Unbehandelt können die Symptome mit der Zeit abnehmen, schubartig aber immer wieder auftreten. Wichtig ist es die Ursache genau abzuklären, da sonst ein Dauerbefall und somit ein chronischer Verlauf nicht auszuschließen ist.

Behandlung von Scheidenpilz

In den meisten Fällen werden Antimykotika verordnet. Diese töten den Pilz in der Regel ab. Es gibt sie in Form von Scheidenzäpfchen, Tabletten oder auch Salben. Auch Milchsäurebakterien oder Döderlein-Präparate, welche in Apotheken erhältlich sind, können für die Behandlung eingesetzt werden.

Scheidenpilz schnell und sicher behandeln

Scheidenpilz vorbeugen

Als beste Vorbeugung gilt es im Intimbereich auf die Anwendung von Seifen, Duschgel oder Bodylotions zu verzichten. Diese Verringern bei intensiver Anwendung der pH-Wert der Scheide. Zur äußeren Reinigung empfiehlt sich eine spezielle Intim-Lotion mit einem pH-Wert von mindestens 3,5.

Auch Präparate zur Empfängnisverhütung, welche in die Scheide eingebracht werden, können einen negativen Einfluss auf die Flora haben.

Hausmittel & Medikamente gegen Scheidenpilz

Naturjoghurt oder Buttermilch sind die bekanntesten unter den Hausmitteln. In die Scheide eingebracht, sollen sie das saure Milieu regenerieren und so die Vermehrung des Pilzes verhindern. Einige Frauen schwören auf die antibiotische Wirkung einer Knoblauchzehe, welche in die Scheide eingeführt wird.