Eine Schenkelhalsfraktur tritt mit zunehmendem Alter häufiger auf, auch wenn der Oberschenkelknochen einer unserer stabilsten Knochen ist.

Doch mit dem Alter wird die Knochenstruktur vor allem bei Frauen durch Osteoporose brüchiger. Ein Oberschenkelhalsbruch liegt relativ nah am Hüftgelenk und ist sehr schmerzhaft. Der Kranke kann den Oberschenkel nicht mehr bewegen oder belasten. Abhängig von der Lokalisierung der Bruchstelle unterscheidet man Oberschenkelhalsfrakturen in oder außerhalb der Hüftgelenkkapsel.

Junge Menschen haben selten einen Oberschenkelhalsbruch, da ihre Knochen fest und dicht sind. Sie erleiden Knochenbrüche meist durch äußere Einwirkungen wie Verkehrsunfälle.

Ursachen der Schenkelhalsfraktur

Die häufigsten Gründe für die Schenkelhalsfraktur sind Begleiterscheinungen des Alters: schlechtes Sehen, schlechte Reaktionsfähigkeit und eine schwächere Muskulatur. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Stürzende selber abfängt, ist gering. Die Schenkelhalsfraktur steht in direktem Zusammenhang mit Osteoporose im Alter. Ältere Menschen haben ein erhöhtes Sturzrisiko und gleichzeitig eine porösere Knochenstruktur. Beim Sturz kommt es schneller zur Fraktur. Ursachen der Sturzhäufigkeit sind nachlassende körperliche Kräfte eines älteren Menschen. Jahrzehnte lange Ernährungsfehler, hormonelle und genetische Faktoren sowie bestimmte Lebensumstände kumulieren sich, führen zu Osteoporose und das Risiko eines Knochenbruchs beim Sturz steigt.

Symptome von Schenkelhalsfraktur

Der Oberschenkelhalsbruch zeigt sich durch starke Schmerzen in der Hüfte und die Unfähigkeit zu gehen. Das betroffene Bein ist verkürzt und unnatürlich verdreht. Begleitend kommt es zu Schwellungen und Blutergüssen an Bein und Hüfte. Frauen sind von der Schenkelhalsfraktur dreimal häufiger betroffen als Männer. Der Bruch kann unvollständig sein, oder vollständig, wobei sich die Bruchenden verschieben. Das kann so weit gehen, dass kein Kontakt zwischen beiden Bruchflächen mehr besteht. Aufgrund der sich verändernden Bevölkerungsstruktur und dem immer größer werdenden Anteil älterer Menschen rechnet das Robert-Koch-Institut jährlich mit 100.000 Oberschenkelhalsfrakturen mit steigender Tendenz.

Diagnose und Verlauf bei Schenkelhalsfraktur

Es ist nicht schwierig, einen Oberschenkelhalsbruch zu erkennen. Die Symptome sind meistens sofort sichtbar. Typisch ist das nach außen gedreht und verkürzte Bein auf der kranken Seite. Starke, klopfende Schmerzen kommen hinzu. Der Betroffene muss als Notfall in die Klinik eingewiesen werden. Gestauchte Frakturen zeigen sich durch dumpfen Schmerz und werden häufiger mit einer Prellung verwechselt.

Man unterscheidet eine stabile und instabile Oberschenkelhalsfraktur. Beim stabilen Oberschenkelhalsbruch, bei dem das Bein keine Fehlstellung aufweist, ist die Bewegung des Hüftgelenks noch möglich. Das ist der Fall, wenn das Gewicht quasi senkrecht auf der Bruchfläche lastet. Alle anders gelagerten Knochenbrüche sind instabil. Eine Belastung wäre extrem schmerzhaft.

Behandlung der Schenkelhalsfraktur

In den ersten 24 Stunden nach dem Sturz sollte eine Operation stattfinden. Bei eingestauchten Frakturen werden die Knochenenden verschraubt. Der Patient soll so früh wie möglich mobilisiert werden, Ruhigstellung ist nicht Ziel der Therapie. Vielfach geht die Behandlung der Schenkelhalsfraktur mit einer Hüftgelenkprothese einher, um dem Patienten eine Zweitoperation zu ersparen. Dadurch ist es möglich, die betroffene Seite schneller zu belasten. Bei jüngeren Menschen geht es um die Erhaltung des natürlichen Hüftgelenks. Nach dem Klinikaufenthalt ist eine mehrwöchige Rehabilitationsmaßnahme erforderlich, bei der der Patient wieder mobilgemacht wird.

Vorbeugung vor Schenkelhalsfrakturen

Viele Gründe führen dazu, dass ältere Menschen leichter stürzen. Durch ein nachlassendes Durstgefühl trinken sie weniger, haben einen niedrigeren Blutdruck und erleiden infolgedessen Schwindelattacken. Der unsichere Gang älterer Menschen und Vorerkrankungen erhöhen das Sturzrisiko. Die beste Prävention vermeidet Stürze so gut es geht. Schenkelhalsfrakturen werden durch Osteoporose begünstigt. Daher ist die Prophylaxe extrem wichtig. Frauen sollten daher so früh wie möglich genügend Kalzium zu sich nehmen und die Muskulatur stärken, die sie im Falle eines Sturzes besser abfangen kann.

Medikamente & Hausmittel gegen Schenkelhalsfraktur

Damit der Patient schnellstmöglich mobilisiert wird, hat die Schmerzbekämpfung Priorität. Man gibt peripher wirkende Analgetika, damit keine Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Schwindel auftreten. Auch auf alterstypische Begleiterkrankungen wie Hypertonie und Diabetes mellitus muss man achten; sie müssen mit behandelt werden, da sie sich infolge der Operation häufig verschlechtern. Je früher mit Gehversuchen begonnen wird, desto besser. Schonen und langes Liegen sind kontraproduktiv.