Eine Schleimbeutelentzündung, medizinisch Bursitis genannt, ist eine schmerzhafte Erkrankung der Schleimbeutel (Bursa), die mit Bewegungseinschränkungen und Schwellungen einhergeht. Die Schleimbeutel sind mit Synovialflüssigkeit gefüllte Gewebekissen, die sich an vielen Stellen des Körpers befinden und dafür sorgen, dass an Gelenken ein reibungsloses Gleiten der Gelenkflächen möglich wird und die Druckkräfte ausgeglichen wie umverteilt werden können. Somit befindet sich an fast allen Muskelnsehnen, die sich über einen oder mehrere Knochen spannen, ein Schleimbeutel.

Schleimbeutelentzündungen werden oft verursacht durch überbeanspruchung der Gelenke. © Fotolia.com

Schleimbeutelentzündungen werden oft verursacht durch überanspruchte Gelenke.
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Jeder Schleimbeutel hat einen eigenen medizinischen Namen

Es gibt viele kleinere und einige große Schleumbeutel, die einen eigenen Namen haben. Dazu gehören zum Beispiel

  • die Bursa patellaris (Schleimbeutel an der Kniescheibe)
  • die Bursa olecrani (Schleimbeutel am Ellenbogen)
  • die Bursa acromialis und die Bursa coracoacromialis (Schleimbeutel an der Schulter)

Besonders anfällig für Schleimbeutelentzündungen sind die Bursae des Knies, des Ellenbogens, der Schulter und der Hüfte. An diesen Gelenken befinden sich viele Schleimbeutel, die einem besonders großen Druck ausgesetzt sind. Bei Überbelastung und Überanstrengung sowie ständiger, mechanischer Beanspruchung der Schleimbeutel, können sich diese akut entzünden.

Nicht jeder Sport und Beruf ist gut für unsere Schleimbeutel

Bestimmte Sportarten und Berurfgruppen sind prädestiniert für eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis). Zu diesen Sportarten gehören zum Beispiel

  • Tennis
  • Handball
  • Leichtathletik
  • Badminton

Bei diesen Sportarten werden das Ellebogengelenk und das Kniegelenk stark beansprucht und ständig benutzt. Durch diese Belastung können die Schleimbeutel anschwellen und sich entzünden.

Besonders gefährdete Berufe sind zum Beispiel

  • Fliesenleger (Arbeit auf den Knien!)
  • Handwerker
  • Gärtner
  • Mechaniker

Aber auch Schüler oder Studenten, die häufig und viel lesen und dabei ihren Ellebogen auf einem Tisch abstützen, können eine Schleimbeutelentzündung am Ellebogen bekommen.

Es gibt viele Ursachen für eine Schleimbeutelentzündung

Die Ursachen für eine Schleimbeutelentzündung sind unterschiedlich, meist ist jedoch eine Drucküberlastung schuld. Das heißt, langanhaltende, immer wiederkehrende körperliche Tätigkeiten, stundelanges Sitzen oder auch ein Langstreckenlauf kann eine Bursitis verursachen. Durch den andauernden Druck auf bestimmte Schleimbeutel entstehen kleine Verletzungen und die Folge hiervon ist eine Entzündung im Schleimbeutel. Insbesondere bei Sportarten wie Volley- und Handball, Ringen oder Judo ist das Risiko für eine Bursitis sehr hoch. Aber auch Reinigungspersonal, Fliesenleger, Straßenbauer und auch Büroangestellte sind gefährdet.

Andere Ursachen für eine Schleimbeutelentzündung können Erkrankungen wie die Rheumatoide Arthritis (chonische Gelenkentzündungen) oder die Tuberkulose sein. Vorangegangene Verletzungen an den Gelenken, durch die Fremdkörper und Dreck in die Gelenke gelangen konnten, können selbst nach Abheilung der Verletzung zu einer Schleimbeutelentzündung führen. Es sind auch Schleimbeutelentzündungen bekannt, die bakteriell bedingt sind. Diese können durch eine Infektion in die Gelenke kommen oder aber von außen direkt an das Gelenk, durch eine Stichverletzung zum Beispiel.

Was ist symptomatisch für eine Schleimbeutelentzündung?

Das häufigste Symptom ist eine Schwellung, verbunden mit Rötung und Überwärmung. Bei Druck und Bewegung treten pulsierende Schmerzen auf. Die Schleimbeutelentzündung entsteht meistens in Gelenknähe, der Betroffene verspürt Schmerzen und kann das Gelenk auf Grund der Schwellung nicht mehr richtig bewegen. Entzündete Schleimbeutel, welche nicht in Nähe der Gelenke liegen sind nicht sichtbar und machen sich nur durch Schmerzen bemerkbar.

Typische Symptome einer Schleimbeutelentzündung sind Schwellungen, Bewegungseinschränkungen durch die Schwellung und durch die daraus resultierenden Schmerzen und Rötung der Haut. Allgemein gesagt sind es die typischen 5 Symptome der Entzündung:

  1. Rubor (Rötung)
  2. Calor (Erwärmung)
  3. Dolor (Schmerz)
  4. Tumor (Schwellung)
  5. Functio lasae (eingeschränkte Funktion)

Eine akute Schleimbeutelentzündung kann bei einer erfolglosen Therapie oder bei immer noch bestehenden Ursachen zu einer chronischen Schleimbeutelentzündung werden. Diese ist besonders schmerzhaft und ihre Heilung ist sehr schwer. Gelegentlich können sich auch Kalkkristalle in den Schleimbeuteln ablagern, die dann mittels Röntgen entdeckt werden können. Solche Kalkkristalle lösen massive Schmerzen aus, da sie im Gelenk an viele benachbarte Strukturen stoßen.

Dokumentation über eine Schleimbeutelentzündung in der Schulter

Sehen Sie hier eine interessante Dokumentation über die Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten einer Schleimbeutelentzündung in der Schulter.

Behandlung einer Bursitis (Schleimbeutelentzündung)

Die Bursitis ist eine Entzündung der Schleimbeutel an den Gelenken. Eine Bursitis hat verschiedenste Ursachen und ist immer sehr schmerzhaft. Das größte Problem bei einer Bursitis ist die eingeschränkte Funktion des Gelenks und damit der teilweise komplette Ausfall der betroffenen Extremität. Besonders anfällig für eine Bursitis sind das Knie, die Schulter, die Hüfte und der Ellebogen. Zum Glück gibt es aber verschiedene Methoden, um eine Bursitis auszuheilen. Meistens handelt es sich um eine akute Entzündung, die konservativ behandelt werden kann. Sollte die akute Bursitis nicht auskuriert werden können, so entsteht daraus eine chronische, die unter Umständen nur noch operativ durch das Entfernen des Schleimbeutels behandelt werden kann.

Die konservative Therapie

Doch bevor es so weit kommt, greift schon meistens die konservative Therapie. Dazu gehört in erster Linie die Schonung. Da eine Bursitis häufig durch Über- und Fehlbelastung entsteht, hilft das Ruhigstellen des betroffenen Gelenks. Diese Ruhephase kann nur ein paar Tage dauern, aber auch einige Wochen, je nach dem, wie schwer die Entzündung ist. Zusätzlich zur Schonung kann das Gelenk mit entzündungshemmenden Salben eingerieben und mit einem elastischen Verband verbunden werden, damit so eine unterstützende schonende Stellung eingenommen wird. Das Hochlagern der Körperteile und das gleichzeitige Kühlen kann den Heilungsprozess bedeutend beschleunigen.

So kann die Entzündung besser abtransportiert und bekämpft werden. Durch die Kühlung gehen die Schmerzen zurück und die Entzündungsprozesse verlangsamen sich, während der Körper gleichzeitig mehr Zeit hat, das Immunsystem zu aktivieren. Sollten die Schmerzen sehr stark und auch mittels Salbe und Kühlung nicht erträglich sein, kann man zusätzlich noch Schmerzmedikamente einnehmen. Bei einer bakteriell bedingten Bursitis werden gleichzeitig noch Antibiotika verschrieben, um die Bakterien abzutöten.

Kühlung und Schonung schaffen bei einer akuten Bursitis Abhilfe. © Fotolia.com

Kühlung und Schonung schaffen bei einer akuten Bursitis Abhilfe.
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Medikamentöse Therapie

In einigen Fällen müssen bestimmte Medikamente direkt in das Gelenk gespritzt werden. Dazu gehört zum Beispiel das Cortison. Cortsion hat eine starke entzündungshemmende Wirkung und kann bei direkter Injektion in das Gelenk sofort schmerzlindernd wirken und den Heilungsprozess begünstigen. Jedoch ist darauf zu achten, dass diese Methode nicht allzu oft verwendet wird, da sonst Folgeschäden entstehen. Die richtige Anwendung und Dosierung wird der Arzt aber dem Patienten mitteilen.

Absaugen der Flüssigkeit aus dem entzündeten Schleimbeutel

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist das Absaugen von Entzündungsflüssigkeit aus dem Gelenk. Die Schwellung bei einer Bursitis führt nicht nur zu Schmerzen sondern ist auch maßgeblich an der eingeschränkten Funktion beteiligt. Wenn diese Flüssigkeit abgesaugt wird, z.B mittels einer Kanüle und Spritze, tritt eine sofortige Besserung der Symptomatik ein.

Die Stoßwellentherapie

Die letzte konservative Therapiemöglichkeit ist die sogenannte Stoßwellentherapie. Hierbei werden mechanische Wellen in das Gelenk gegeben. Die Behandlung selber ist sehr schmerzhaft, aber auch effektiv. Durch die mechanische Reizung wird das Gelenk dazu animiert, die Entzündung schneller und besser abzubauen.

Bursitis vorbeugen

Wer durch Sport und Beruf ein erhöhtes Risiko für eine Bursitis hat, sollte die Gelenke extrem schützen. Ein Knieschutz, Ellenbogenschoner oder auch Schutzbandagen können hier vorbeugen. Ratsam sind kurze Pausen während Sport und Arbeit, damit sich das Gewebe erholt. Auch kann man die Muskulatur durch Dehn- und Kräftigungsübungen stärken, dies schützt und stabilisiert die Gelenke und die Belastung auf das Gewebe wird reduziert.

Medikamente & Hausmittel gegen eine Bursitis

Schmerzmittel mit entzündungshemmenden Wirkstoffen lindern in den meisten Fällen die Beschwerden. Auch die Naturapotheke mit Präparaten aus der Teufelskralle oder Weidenrinde sorgen für Schmerzlinderung. Ein weiches Tuch mit Eiswürfeln circa 20 Minuten auf die Schwellung legen, lindert den Schmerz ebenso. Die Aufnahme von Vitamin C ist wichtig, da durch die antioxidativen Eigenschaften Verletzungen schneller heilen. Weiterhin hilft das Enzym Bromelain in der Ananas zur Reduzierung der Entzündung des Schleimbeutels.

Wenn nichts hilft muss operiert werden

Sollten all diese Methoden keine Heilung bringen, bleibt nur noch die operative Therapie. Hierbei werden unter Vollnarkose oder unter einer Spinalanästhesie die betroffenen Schleimbeutel herausgeschnitten (Bursektomie). Mit diesem Schritt ist dann die Bursitis überstanden.

Hinweis der Redaktion:

Weitere Informationen rund um das Thema Bursitis finden Sie in unserem Bursitis-Glossar.

Die Schleimbeutel

Die Schleimbeutel, medizinisch Bursa synovialis genannt, sind mit Synovialflüssigkeit gefüllte Gewebekissen an den Gelenken. Die Schleimbeutel befinden sich an vielen Stellen im Körper, generell gesagt an allen Knochen, die durch ein Polster von darüber oder darunter gelegenen Strukturen getrennt werden müssen. Je nach Art dieser Struktur unterscheidet man die Schleimbeutel:

  • die Bursae subcutanea sind Schleimbeutel der Haut
  • die Bursae submuscularis gehören zu der Muskulatur
  • die Bursae subfascialis gehören zum Bindegewebe
  • die Bursae ligamentosa polstern die Bänder
  • die Bursea subtendinea dienen dem Schutz der Sehnen

Schleimbeutel sorgen für ein reibungsloses Gleiten der Gelenkflächen aufeinander und sind in der Lage, Druckkräfte umzuverteilen und auszugleichen. Ohne Schleimbeutel wäre jede Bewegung im Körper schmerzhaft. Die Synovialflüssigkeit ist eine klare, durchsichtige Flüssigkeit, die etwas viskös ist und vollkommen steril, das heißt keimfrei und sauber. Somit ist darauf zu achten, dass bei Verletzungen an Gelenken, diese sofort gesäubert werden, damit etwaige Keime und Bakterien nicht in die Schleimbeutel gelangen können. Die Synovialflüssigkeit nimmt ein sehr geringes Volumen in der Bursa ein, dies reicht aber aus, um ein reibungsloses Gleiten zu ermöglichen. Zu viel Flüssigkeit wäre eher hinderlich, da sie zu viel Platz wegnehmen und zu geschwollenen Gelenken führen würde.

Schleimbeutel ermöglichen die reibungslose Bewegung der Gelenke. © Fotolia.com

Schleimbeutel ermöglichen die reibungslose Bewegung der Gelenke.
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Es gibt zahlreiche Schleimbeutel im menschlichen Körper. Viele sind sehr klein und variabel in ihrer Lokalisation. Andere Bursae sind aber groß und haben sogar einen eigenen Namen und sind bei allen Menschen an den gleichen Stellen lokalisiert. Zu diesen prominenten Schleimbeutel gehören alle an den Knien, den Schultern, der Ellebogen und der Hüfte. Namentlich sind diese die Bursa patellaris (an der Kniescheibe), die Bursa suprapatellaris (über der Kniescheibe), Bursa infrapatellaris (unterhalb der Kniescheibe), Bursa subacromialis (an der Schulter), die Bursa subdeltoidea (ein Schleimbeutel an dem großen überspannenden Schultermuskel Deltoideus) und die Bursa olecrani (am Ellebogen).

Schleimbeutel haben einen zweischichtigen Aufbau. Eine äußere Bindegewebsschicht, das stratum fibrosum, dient der Eingliederung des Schleimbeutels in das umgebende Gewebe. Die innere Schicht, das stratum synoviale, sondert die Synovialflüssigkeit ab und erfüllt somit die polsternde und schützende Funktion der Schleimbeutel.

Die meisten Schleimbeutel sind angeboren. Es gibt aber auch erworbene Bursae, die sich im Laufe des Lebens entwickeln und besonders stark beanspruchte Körperpatien schützen. Zu diesen gehören die meisten Bursae subcutanea, die an allen Hautstellen zu finden sind, die z.B durch den ausgeübten Beruf stärker benutzt werden.

Gelenkschmerzen

Gelenkschmerzen können Betroffene in ihrer Mobilität stark einschränken und stellen bei persistierender Dauer immer ein großes Problem dar. Jegliche Arten von Gelenkschmerzen können zwar auch von akuter und somit kurzer Dauer sein, aber wenn die Gelenkschmerzen über mehrere Wochen anhalten oder gar schlimmer werden, kann man von einer chronischen Erkrankung ausgehen, die immer von einem Arzt abgeklärt werden muss, um eventuelle Folgeschäden zu vermeiden oder zu verlangsamen.

Die Rheumatoide Arthritis ist der Hauptgrund für Gelenkschmerzen

In der Medizin sind bis zu 400 verschiedene Ursachen für Gelenkschmerzen bekannt. Die meisten Erkrankungen werden unter dem Begriff „Rheuma“ zusammengefasst. Allerdings hat dieses Rheuma im engeren Sinne nichts mit der entzündlichen, immunologischen Erkrankung „Rheumatoide Arthritis“ zu tun. Die häufigste Ursache für Gelenkschmerzen stellt aber dennoch die Rheumatoide Arthritis dar. Die Rheumatoide Arthritis ist eine bisher nicht heilbare Krankheit, deren Ursache unbekannt ist. Vielmehr ist bekannt, dass sie durch verschiedenste Faktoren zum Tragen kommt. Die Rheumatoide Arthritis kann vererbbar sein, sie hat viele unterschiedliche genetische Komponenten, kann sich aber auch nach einer Infektion entwickeln.

Bei dieser Krankheit wird das Gelenk entzündlich und autoimmunologisch angegriffen und nach und nach zerstört, bis die betroffenen Gelenke alle nicht mehr nutzbar sind. Die Krankheit beginnt meist in den Fingern, also in den kleinen Gelenken, und breitet sich dann langsam auf die großen Gelenke aus. Eine zufriedenstellende Therapie gibt es noch nicht. Man kann zu diesem Zeitpunkt lediglich die Symptome behandeln und lindern, indem man Antikörper gegen die Antigene verabreicht, das Wachstum der Entzündungsstoffe hemmt und entzündungslindernde Maßnahmen anwendet. Im Zweifelsfall können die Gelenkschmerzen durch eine Operation gelindert werden.

Große und viel beanspruchte Gelenke wie das Knie sind besonders häufig von Gelenkschmerzen betroffen. © Fotolia.com

Große und viel beanspruchte Gelenke wie das Knie sind besonders häufig von Gelenkschmerzen betroffen.
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Auch Gicht ist häufig Verursacher von Gelenkschmerzen

Eine weitere Ursache für Gelenkschmerzen ist die sogenannte Wohlstandskrankheit Gicht. Früher, als noch Lebensmittelknappheit herrschte und nur die Reichen Fleisch essen konnten, erkrankten eben diese an der Gicht. Die Gicht ist das Resultat von zu viel Harnsäure in den Gelenken. Fleisch besteht aus Proteinen, die nach dem Verzehr aufgespalten und abgebaut werden. Während dieses Prozesses fällt Harnsäure in großen Mengen an. Normalerweise kann der menschliche Körper diese Harnsäure komplett ausscheiden. Wenn jedoch zu viel Fleisch gegessen wird, sind die Transporter für die Harnsäure-Ausscheidung ausgelastet. Die überschüssige Harnsäure bleibt im Körper und setzt sich in den Gelenken ab. Dies führt zu typischen Gelenkschmerzen. Unbehandelt kann die Gicht zu steifen und nicht mehr bewegbaren Gelenken führen. Die einfachste Therapie ist das Reduzieren des Fleischkonsums und die Gabe von Harnsäure eliminierenden Medikamten, die den Körper beim Ausscheiden der Harnsäure unterstützen.

Arthrose in den Gelenken sorgt auch für starke Schmerzen

Eine andere an Häufigkeit zunehmende Ursache von Gelenkschmerzen ist die Arthrose. Die Arthrose ist die chronische Form der Arthritis. Die Arthritis ist eine akute Entzündung des Gelenkspalts, zum Beispiel durch Fehl- oder Überbelastung oder durch Eindringen von Bakterien durch eine offene Wunde. Sie entsteht also auf demselben Wege wie die Schleimbeutelentzündung. Wenn eine Arthritis nicht ausheilt, kann sich dadurch eine Arthrose bilden. Die Arthrose ist die „kalte“ Form der akuten Entzündung. In diesem Stadium finden zwar aktuell keine Entzündungsprozesse mehr statt, aber die Gelenke sind schon so angegriffen, dass sie fast komplett zerstört sind. Die Gelenkflächen sklerosieren, d.h. sie bilden Kalk aus und versteifen. Solch ein Gelenk kann zu massiven Bewegungseinschränkungen und Gelenkschmerzen führen. Die einzige Therapie hier ist das Ersetzen des kaputten Gelenkes mit einem künstlichen Gelenk, den sogenannten Totalen Endoprothesen (TEP). Eine TEP ist bei allen großen Gelenken (Knie, Hüfte, Schulter, Ellenbogen) möglich. Nach diesem operativen Eingriff sind die Gelenkschmerzen geheilt.

Arthritis

Die Arthritis ist eine entzündliche und akute Gelenkerkrankung. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Arthrose, bei der es sich um degenerative und chronische Verschleißprozesse in Gelenken handelt. Eine Arthritis ist immer begleitet von Rötung, Schwellung und Erwärmung des betroffenen Gelenkes. Man spricht von den 5 Kardinalsymptomen, welche denen der Schleimbeutelentzündung sehr ähneln:Rubor (Rötung)

    1. Calor (Erwärmung)
    2. Dolor (Schmerz)
    3. Tumor (Schwellung)
    4. Functio lasae (eingeschränkte Funktion)

Es gibt zwei Unterteilungsmöglichkeiten für eine Arthritis:

  • entweder nach der Art der Entzündung
  • oder nach der Anzahl der betroffenen Gelenke

Man unterscheidet zwischen bakteriellen und akut bedrohlichen Entzündungen sowie immunologischen Entzündungen (z.B. die Rheumatoide Arthritis) oder Stoffwechselstörungen wie Gicht. Wenn nur ein Gelenk betroffen ist, spricht man von einer Monarthritis, bei mehreren von einer Oligoarthritis und wenn ganz viele Gelenke betroffen sind (definitionsmäßig mehr als 5) ist es eine Polyarthritis.

Es gibt viele Auslöser für eine Arthritis

Die Ursachen für die bakteriell bedingten Entzündungen können vielseitig sein. Wenn Bakterien nach einer Verletzung in das Gelenk eindringen, nennt man es posttraumatisch. Sie können aber auch über den Blutweg, also hämatogen, in das Gelenk gelangen und sich dort vermehren und zu einer Gelenkentzündung führen. Eine mögliche Ansteckungsquelle sind auch Operationen. Während einer OP am Gelenk können trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch Bakterien in das ansonsten keimfreie Gelenk und in die Gelenkflüssigkeit kommen. In diesen Fall spricht man von einer iatrogenen Übertragung.

Bei Arthritis sind die Gelenke geschwollen. © Fotolia.com

Bei Arthritis sind die Gelenke geschwollen.
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Was sind die Symptome einer Arthritis?

Die Symptome der Arthritis entsprechen den 5 Entzündungszeichen. Somit ist eine große Ähnlichkeit zu Schleimbeutelentzündungen vorhanden. Dies ergibt sich aus der einfachen Gegebenheit, dass alle Entzündungsprozesse nach dem gleichen Schema ablaufen. Sowohl eine Arthritis als auch eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) befallen ein Gelenk. Zu unterscheiden sind die beiden Krankheitsbilder durch die Anamnese (Befragung des Patienten), einen Abstrich, um eventuelle Keime zu identifizieren, und durch die Anzahl der Gelenke, die befallen sind. Wenn es sehr viele Gelenke sind, spricht es in erster Linie für eine Arthritis. Schleimbeutelentzündungen treten eher an vereinzelten Gelenken auf, da sie belastungsabhängig sind. Abklärend können auch Ultraschall oder Röntgen sein. Ein Blutbild gibt dem Arzt Auskunft über die Aktivität der Entzündung und zeigt maßgeblich den Therapieerfolg an.

Eine Arthritis kann dauerhaften Schaden verursachen

Im Gegensatz zu einer Schleimbeutelentzündung stellt eine Arthritis eine schwere Schädigung des Gelenks dar, die unter Umständen irreversibel sein kann. Innerhalb von wenigen Tagen kann das komplette Gelenk zerstört sein. Unbehandelt können die Bakterien in die Blutbahn gelangen und dort eine generalisierte Entzündung, genannt Sepsis, auslösen, die schnell zum Tode führen kann. Aus diesem Grund ist die effektivste und einzige Möglichkeit zur Behandlung eine sofortige Operation. Hierbei wird entweder durch eine Arthrotomie (Gelenköffnung) oder durch eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) das entzündliche Infiltrat entfernt und das Gelenk ausgespült. Dieses Verfahren kann alle 2-3 Tage wiederholt werden, bis der Nachweis von Bakterien nicht mehr möglich ist. Allerdings sind Rezidive (Wiederauftreten der Krankheit) möglich, so dass regelmäßige Kontrollen erforderlich sind.

Bei einer nicht bakteriell bedingten Arthritis handelt es sich immer um eine systemische Erkrankung, die auch ebenso systematisch mit Medikamenten behandelt werden muss. Operationen würden hier nicht die Ursache beseitigen, sondern nur die Folgen. Rheuma oder Gicht Erkrankungen erfordern aber eigene Spezialisten und können nur von ihnen gut behandelt werden.