Schwangerschaftsstreifen sind durch eine Schwangerschaft bedingte als bläulich-rote und später weißliche Streifen sichtbare Risse in der Unterhaut. In der medizinischen Fachterminologie werden sie als Striae gravidarum bezeichnet. In etwa 70 – 90 Prozent der Schwangerschaften kommt es zur Entstehung von Schwangerschaftsstreifen, wobei vor allem jüngere Frauen betroffen sind. Die Dehnungsstreifen finden sich vor allem im Bereich von Bauch, Brust, Gesäß und Hüfte.

Ursachen für Schwangerschaftsstreifen

Während einer Schwangerschaft kommt es durch die starke und schnelle Dehnung des Gewebes sowie durch die Hormonumstellung zu kleinen Rissen in der Unterhaut. Dies wird durch verschiedene Faktoren begünstigt. Bei wenig sportlich aktiven Frauen kommt es eher zu Schwangerschaftsstreifen als bei Frauen, die regelmäßig einer sportlichen Aktivität nachgehen.

Besteht eine genetische Veranlagung für schwaches Bindegewebe, so begünstigt dies die Entstehung der Unterhautrisse. Auch eine besonders starke Dehnung der Haut während der Schwangerschaft fördert die Bildung von Schwangerschaftsstreifen. Dies ist beispielsweise bei einer starken Gewichtszunahme während der Schwangerschaft oder bei einer Mehrlingsgravidität der Fall. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten der Dehnungsstreifen ist bei Erstgebärenden geringer als bei Frauen, die bereits schwanger waren.

Symptome bzw. Anzeichen bei Schwangerschaftsstreifen

Schwangerschaftsstreifen: Bläulich-rote Streifen auf der Haut

Schwangerschaftsstreifen: Bläulich-rote Streifen auf der Haut
(© Frank Eckgold – Fotolia.com)

Schwangerschaftsstreifen sieht man als parallele, bläulich-rote Streifen in der Haut, die nach der Schwangerschaft blasser werden. Die Streifen sind zunächst nur als feine Risse erkennbar und werden mit der stärkeren Dehnung des Gewebes breiter. Diese Symptome finden sich vor allem im Bereich von Bauch, Brust, Gesäß und Hüfte, wo die Haut besonders von der Dehnung während der Schwangerschaft betroffen ist.

Diagnose & Verlauf bei Schwangerschaftsstreifen

Schwangerschaftsstreifen werden zumeist von den Schwangeren selbst anhand der beschriebenen Symptome diagnostiziert. Die zunächst bläulich-roten Streifen vernarben nach der Geburt und verblassen dann zu weißlichen-glänzenden oder gelblich-grauen Streifen. Da die Haut durch die Risse dauerhaft geschädigt ist, bleiben die verblassten Streifen dauerhaft sichtbar, d.h. eine vollständige Rückbildung der Streifen erfolgt nicht.

Behandlung bzw. Therapie bei Schwangerschaftsstreifen

Eine medikamentöse Therapie der Dehnungsstreifen ist nicht möglich. Ebenso können kosmetische Mittel nicht wirksam zur Behandlung dieser dauerhaften Gewebsschädigung beitragen. Daher ist eine effektive Vorbeugung unerlässlich, um Schwangerschaftsstreifen gar nicht erst entstehen zu lassen oder ihre Entstehung zu minimieren.

Zwar ist eine vollständige Wiederherstellung des geschädigten Gewebes nicht möglich, doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Erscheinungsbild der Haut zu verbessern. Spezielle Peelings oder eine Lasertherapie können zu deutlichen Erfolgen führen.

Schwangerschaftsstreifen vorbeugen

Bereits zu Beginn der Schwangerschaft, also vor der übermäßigen Dehnung, sollte mit vorbeugenden Maßnahmen gegen Schwangerschaftsstreifen begonnen werden. Sportliche Aktivität, z.B. Schwimmen oder Gymnastik ist ein effektives Mittel, die Haut auf die Dehnung während der Schwangerschaft vorzubereiten.

Es ist ebenfalls wichtig, eine übermäßige Gewichtszunahme zu verhindern. Schwangere sollten auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten. Dies verhindert nicht nur eine übermäßige Gewichtszunahme, sondern fördert auch die gesunde Entwicklung des Kindes. Tägliche Massagen mit geeigneten Ölen helfen, die Elastizität der Haut zu erhalten, wirken durchblutungsfördernd und beugen so der Entstehung von Schwangerschaftsstreifen vor. Geeignete Öle sind Weizenkeimöl, Mandelöl oder Jojobaöl.

Medikamente & Hausmittel bei Schwangerschaftsstreifen

Eine medikamentöse Therapie ist gegen Schwangerschaftsstreifen existiert wie bereits beschrieben derzeit nicht. Es gibt verschiedene Hausmittel, die zur Verbesserung des Erscheinungsbildes der Haut beitragen können. Massagen (Zupfmassagen oder Massagen mit einem Luffahandschuh) und Wechselduschen unterstützen die Regeneration der Haut durch Anregung der Durchblutung. Auch der positive Einfluss verschiedener Pflanzen auf die Narbenheilung wird häufig als Hausmittel gegen Schwangerschaftsstreifen genutzt. Es sind Aufgüsse mit Frauenmantel oder Ackerschachtelhalm beschrieben, ebenso Breiumschläge mit Efeublättern.