Bei der Sexsucht handelt es sich um eine ernst zu nehmende Krankheit. Es ist ein sexuelles Verlangen, welches zu stark angesehen wird. Dabei können die Häufigkeit und der Antrieb sowie das individuelle Erlebnis unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Allerdings muss man im Umgang mit dem Begriff Sexsuchtetwas vorsichtig sein, denn eine offen gelebte Sexualität ist nicht gleich eine Krankheit. Bei der Krankheit steht ein übermäßiger und extrem gesteigerter Drang nach sexueller Befriedigung im Vordergrund.

Ursachen für Sexsucht

Gesteigerter Drang nach sexueller Befriedigung: Sexsucht

Extrem gesteigerter Drang nach sexueller Befriedigung: Sexsucht (© drubig-photo – Fotolia.com)

Wie es genau dazu kommt, ist noch unklar, jedoch spielen mehrere Faktoren eine Rolle. In einigen Fällen können auch körperliche Erkrankungen zu einer Sexsucht führen. Auch bei psychischen Erkrankungen in Form einer Manie kann es zu der Krankheit kommen. Es kann familiäre Ursachen haben, wenn in der Familie unterschiedliche Abhängigkeiten vorliegen. Manchmal waren die von der Sucht nach Sex betroffenen Personen als Kind Opfer von Missbrauch.

Symptome bei Sucht nach Sex

Wenn es sich um eine Sexsucht handelt, nehmen die Symptome im Laufe der Zeit zu. Anzeichen sind unter anderem die stetige Zunahme von gedanklicher und ausgeübter Sexualität.

Ein weiteres Anzeichen ist, wenn das sexuelle Verhalten negative Folgen hat. Dazu gehören schwerwiegende Partnerschaftsprobleme und das Risiko, sich mit Geschlechtskrankheiten (wie z.B. Syphilis, Tripper, Feigwarzen usw.) zu infizieren. Betroffene verlieren mit der Zeit die Kontrolle über ihr sexuelles Verhalten. Außerdem wird die Sexualität bei der Sexsucht zum alles bestimmenden Lebensbereich. Sie nutzen den größten Teil ihrer Freizeit, um sich sexuell zu befriedigen.

Diagnose & Verlauf von Sexsucht

Die Sexsucht steigert sich im weiteren Verlauf mehr und mehr. Wenn ein Betroffener erste Anzeichen merkt, sollte er sich bei Bedarf in Behandlung geben. Wer an einer Sexsucht erkrankt, beschäftigt sich zunehmend mit dem Thema Sex. Dadurch vernachlässigen sie andere Dinge.

Sie fühlen sich von Zeit zu Zeit immer weniger befriedigt und dadurch intensivieren sie ihr Verhalten oder üben es häufiger aus. In seltenen Fällen kann es im weiteren Verlauf zu sexuellen Handlungen in der Öffentlichkeit kommen. Es kann außerdem vorkommen, dass Betroffene sexuelle Übergriffe tätigen. Dazu gehören obszöne Anrufe oder sexuelle Belästigung anderer Personen.

Meistens wird die Sexsucht erst spät erkannt, nämlich dann, wenn es schon zu Straftaten gekommen ist.

Behandlung von Scuht nach Sex

Wenn man selbst merkt, dass man betroffen ist, wird eine Therapie empfohlen. Besonders eine kognitive Verhaltenstherapie kann in dem Fall helfen. In der Therapie lernen die Betroffenen, wie die Sexsucht zustande kommt und wie das Verhalten geändert werden kann. Die Krankheit kann manchmal auch mit Psychopharmaka behandelt werden. Eine richtige Therapie kann nur in Kliniken erfolgen, bei denen es sich um suchttherapeutische Schwerpunkte handelt. In ambulanten Praxen haben nur wenige Therapeuten Erfahrung mit der Sexsucht.

Sexsucht vorbeugen

Im Grunde kann man nicht gegen die Sexsucht vorbeugen. Das Einzige, was man tun kann, ist sich selbst zu prüfen. Auch das sexuelle Verhalten und die Beziehung zum Partner sollten regelmäßig kontrolliert werden. In solchen Fällen muss man ehrlich zu sich selbst sein und prüfen, ob die eigene Lebensweise gesund ist. Man sollte schauen ob das eigene Verhalten von der anderer Menschen abweicht und ob es deshalb zu Problemen kommt.

Medikamente gegen das Verlangen

Es gibt einige Präparate, die gegen die Sexsucht helfen. Diese sollen den Appetit auf Sex verringern und dadurch hat man ein weniger starkes Bedürfnis nach Sex. Die Medikamente kommen aber nur bei Personen zum Einsatz, bei denen die Sexsucht stark ausgeprägt ist. Man sollte von einer andauernden Einnahme absehen und die Krankheit behandeln lassen.