Unter einer Sinusitis versteht man eine entweder akut oder – ab einer Dauer von drei Monaten – chronisch verlaufende Entzündung der Nasennebenhöhlen, deren Symptome meist von einer Schwellung der Schleimhäute und deren ausgeprägtem Befall mit Viren und/oder Bakterien herrühren.

Bei der Sinusitis ist entweder die Entzündung einer einzelnen Nasennebenhöhle (Kieferhöhle, Stirnhöhle, Siebbeinzellen oder Keilbeinhöhle), aber auch ein Ausbreiten des Erkrankungsbildes auf mehrere oder alle Nasennebenhöhlen (Pansinusitis) möglich. Die oft auf dem Boden eines Schnupfens entstehende Sinusitis ist eine Erkrankung, die in allen Altersschichten häufig auftritt. Während bei Kindern oft das Siebbein betroffen ist, werden Erwachsene am ehesten mit einer Sinusitis im Bereich der Kieferhöhle konfrontiert.

Ursachen der Sinusitis

Sinusitis maxillaris

Sinusitis maxillaris rechts (also im Röntgenbild links). Man erkennt deutlich den Luft-Flüssigkeitsspiegel als Zeichen einer akuten Entzündung.
(© de.wikipedia – Hellerhoff)

Die klassische Ursache für die akute Sinusitis ist ein (meist viraler) Infekt im HNO-Bereich, bei dem durch geschwollene Schleimhäute das Abfließen des infektiösen Sekrets aus den Nebenhöhlen eingeschränkt wird. Kommt – meist bei einem schwachen Immunsystem – eine bakterielle Infektion hinzu, wird diese in der Regel durch den Haemophilus influenzae oder durch Streptokokken, Staphylokokken oder Pneumokokken ausgelöst.

Weitere Ursachen der akuten Sinusitis sind die Allergie, das Eindringen von Erregern in die Nase während des Schwimmens, Druckveränderungen (Tauchen, Fliegen) oder Zahnerkrankungen mit Ausstrahlung in die Kieferhöhle. Nicht ausgeheilte oder häufig wiederkehrende Nasennebenentzündungen sind neben anatomischen Gegebenheiten (wie Polypen oder eine verkrümmte Nasenscheidewand) die Ursache für die Entstehung einer chronischen Sinusitis.

Symptome der Sinusitis

Die typischen Symptome der akuten Sinusitis sind ein eitriger, gelblich bis grünlicher Ausfluss aus der Nase, Fieber und Schmerzen im Kopf– und Gesichtsbereich, deren Lokalisation davon abhängt, welche Nasennebenhöhlen entzündet sind. Klassisch sind Schmerzen hinter den Augen, vor allem wenn sich der Betroffene nach vorne beugt, und ein starkes Druckgefühl. Auch Zahn- oder Ohrenschmerzen, Husten, Schlappheit sowie eine Einschränkung des Geruchs- und Geschmackssinns sind typisch für die Sinusitis.

Im chronischen Stadium findet man ein wässriges Nasensekret, das oft auch in den Rachen zurückfließt, sowie häufig auch Polypenwachstum in die Nasennebenhöhlen vor. Der dauerhafte Verlust des Geruchssinns und eine stark verminderte Leistungsfähigkeit sind weitere Anzeichen für den chronischen Verlauf der Sinusitis.

Diagnose der Sinusitis

Die Diagnose der Sinusitis erfolgt in der Mehrzahl der Fälle über die klassische Symptomatik. Eine endoskopische Untersuchung mit Abstrich des Nasensekrets ist sinnvoll, um über die exakte Erregerbestimmung eine adäquate Therapie einzuleiten. Von den bildgebenden Verfahren eignen sich bei der akuten Sinusitis Sonografie und Röntgen, der chronische Verlauf erfordert unter Umständen eine Computertomografie oder ergänzende Untersuchungen wie Allergietests.

Die akute Sinusitis beginnt häufig mit einem Schnupfen und zeigt in den meisten Fällen einen günstigen Verlauf. Im chronischen Stadium sind Schlafstörungen durch eine behinderte Nasenatmung, das Wachstum von Narben oder Polypen, das Übergreifen auf benachbarte Organe (Augen, Zähne, Gehirn) sowie Entzündungen von Rachen, Kehlkopf oder Bronchien ernst zu nehmende Komplikationen der Sinusitis.

Therapie der Sinusitis

Hauptziele der Sinusitis-Therapie sind das Bekämpfen der Entzündung und der damit verbundenen Schwellung der Schleimhaut sowie eine Verflüssigung des Sekrets. Dies kann durch isotonische Nasenspülungen, Schleimlöser sowie kortison- und enzymhaltige Präparate erzielt werden. Wertvolle Unterstützung liefern eine ausreichende Trinkmenge sowie Inhalationen oder Rotlichtbestrahlung. Antibiotika kommen sinnvollerweise nur bei bakteriellen Infektionen mit schwerem Verlauf oder einer begleitenden Grunderkrankung zum Einsatz.

Die Therapie der chronischen Sinusitis richtet sich nach dem individuellen Auslöser der Erkrankung, beispielsweise einer Allergie. Operative Maßnahmen werden in der Regel nur bei Versagen der medikamentösen Therapie oder bei anatomischen Ursachen der Sinusitis (beispielsweise bei einer verkrümmten Nasenscheidewand) empfohlen.

Der Sinusitis vorbeugen

Zur Vorbeugung einer Sinusitis sind grundsätzlich alle Maßnahmen geeignet, die das Immunsystem vor Erkältungen schützen (zum Beispiel regelmäßige Saunagänge oder Wechselduschen, eine ausreichende Vitaminzufuhr und Trinkmenge sowie warme Kopfbedeckungen in der kalten Jahreszeit).

Da feuchte Schleimhäute das Festsetzen von Viren oder Bakterien erschweren, können auch Dampfbäder, eine konsequente Raumbefeuchtung oder regelmäßige Nasenspülungen einer Besiedelung der Schleimhaut mit den unliebsamen Erregern entgegenwirken. Bestehen bereits ein Schnupfen oder eine Halsentzündung, sollte man sich möglichst wenig und vor allem ohne viel Druck schnäuzen. Dies vermeidet das massive Eindringen des infektiösen Schleims in die Nasennebenhöhlen und verringert somit das Entstehungsrisiko der Sinusitis.

Medikamente & Hausmittel gegen Sinusitis

Sowohl bei der akuten als auch der chronischen Sinusitis gibt es eine Reihe von lindernden Maßnahmen, die in Eigenregie zu Hause durchgeführt werden können. Wichtigste Säule der Sinusitis-Therapie ist eine ausreichende Trinkmenge (zum Beispiel Kamillen- oder Pfefferminztee), um das notwendige Verflüssigen und Lösen des Schleims zu unterstützen. Abschwellende Wirkung auf die entzündete Nasenschleimhaut haben Inhalationen mit Kamillendampf oder Eukalyptuszusätzen, potenzielle Schleimlöser sind beispielsweise pflanzliche Wirkstoffe aus der Schlüsselblume, Holunderblüten oder der Enzianwurzel.

Ein gutes Gegenmittel gegen die Erkrankung ist ein erholsamer Schlaf, der bei Sinusitis-Patienten mit einer angefeuchteten Raumluft und einer im Kopfbereich erhöhten Liegeposition gefördert werden kann.