Das Tietze-Syndrom, auch Morbus Tietze genannt, ist eine schmerzhafte, aber harmlose Entzündung, die nach gewisser Zeit wieder abklingt.

Die relativ seltene Krankheit betrifft die Ansätze der oberen Rippen. Beim Tietze-Syndrom ist der Übergang zwischen Brustbein und Dritten im Brustkorb schmerzhaft aufgetrieben. Ursachen für das Syndrom sind bisher nicht bekannt. Es gibt eine familiäre Häufigkeit, jedoch keine genetisch begründete Ursache. Die meisten erkranken zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr, wobei die stärkste Ausprägung der Krankheit um das 50. Lebensjahr festzustellen ist. Es erkranken fünfmal mehr Frauen als Männer.

Ursachen des Tietze-Syndroms

Hinter dem Tietze-Syndrom vermutet man Funktionsstörungen der Rippen und Brustbeingelenke. Es treten dabei Blockaden auf, die durch Stress oder Überlastung begünstigt werden und nicht selten starke Schmerzen verursachen. Die Gelenke reagieren besonders auf Druck mit großem Schmerz, seltener schwellen die betroffenen Stellen an. Als Ursache werden auch frühere, winzig kleine Brüche der betroffenen Knochen vermutet, die durch Überlastung entstanden sind. Auch Operationen am Brustkorb können später zum Tietze-Syndrom führen.

Symptome des Tietze-Syndroms

Die Krankheit zeigt sich mit Schmerzen und Schwellungen am Übergang von Brustbein und dem Rippenknorpel. Vereinzelt treten auch Schwellungen ohne Schmerzen auf. Zusätzlich kommt es zu größeren Schmerzen beim Ein- und Ausatmen. Meist klagen Patienten über unspezifische und einseitige Brust- oder Brustbeinschmerzen. Sie treten überwiegend links auf und strahlen in den Arm aus. Daher können Sie auch mit Herzbeschwerden verwechselt werden. Manche Patienten klagen sogar über Schmerzen am Hals.

Diagnose und Verlauf vom Tietze-Syndrom

Die Krankheit verläuft gutartig, schwere Formen sind höchst selten. Operationen sind nicht notwendig. Es besteht Verwechslungsgefahr mit Herzinfarkt oder anderen Herzkrankheiten, daher sollte unbedingt eine genaue ärztliche Untersuchung erfolgen. Oft wird Morbus Tietze nach der Einlieferung Krankenhaus diagnostiziert, weil der Erkrankte oder seine Angehörigen Angina Pectoris oder einen Herzinfarkt vermutet haben. Das Tietze-Syndrom verursacht zwar Schmerzen, ist aber harmlos. In der Regel klingt es auch nach Wochen wieder von selber ab.

Therapie des Tietze-Syndroms

Da man die Ursachen des Tietze-Syndroms nicht kennt, ist auch ihre Behandlung nicht möglich. Die Therapie zielt auf die Vermeidung von Fehlbelastungen und Überanstrengungen. Schmerzen werden mit leichten Schmerzmitteln wie Aspirin bekämpft. Bei manchen Patienten zeigt die Elektrotherapie Erfolg, Injektionen zur lokalen Schmerzbekämpfung sind ebenfalls wirksam. Weil der Schmerz nachlässt, können auch Fehlhaltungen korrigiert werden und Blockaden lösen sich leichter. Mitunter kann auch eine homöopathische Behandlung wie die Akupunktur helfen. Massagen, Bäder und Osteopathie sind hilfreich und bringen oft Besserung. Krankengymnastik und Wärme- oder Kältetherapie können die vorhandenen ebenfalls Blockaden auflösen.

Vorbeugung bei Tietze-Syndrom

Weil die Beschwerden plötzlich auftreten und ein direkter Auslöser nicht ersichtlich ist, kann man der Krankheit nicht vorbeugen. Es ist sinnvoll, extreme Belastungen, die zu Blockaden der Rippen führen können, von vorneherein zu vermeiden. Je früher das Tietze-Syndrom behandelt wird, desto schneller und effektiver ist die Heilung. Wurden einmal Operationen im Brustkorb durchgeführt, besteht ein höheres Risiko, am Tietze-Syndrom zu erkranken.

Medikamente gegen das Tietze-Syndrom

Das Tietze-Syndrom wird mit einer Schmerztherapie behandelt, wobei die Schmerzmittel von der Intensität der Beschwerden abhängen. Sind die Schmerzen schwach, braucht man überhaupt keine Medikamente zu verabreichen und einfach nur abwarten, bis die Entzündung abgeklungen ist. Bei stärkeren Schmerzen helfen teilweise auch muskelentspannende Medikamente. Heftige, dauerhafte Schmerzen können das seelische Gleichgewicht der Patienten beeinträchtigen. Ist die Psyche stark in Mitleidenschaft gezogen, müssen mitunter Antidepressiva eingesetzt werden. Mit alternativen Behandlungsmethoden werden ebenfalls Erfolge erzielt. Krankengymnastik und Akupunktur sind hier die häufigsten Anwendungen.