Bei einer Tonsillektomie handelt es sich um die vollständige Entfernung der Gaumenmandeln durch einen chirurgischen Eingriff. Der Lateinische Fachbegriff lautet: tonsilla palatina. Eine Indikation für diesen Eingriff (die Tonsillektomie) liegt vor wenn eine langzeitige Mandelentzündung (Angina) besteht und mit Antibiotika nur erfolglos behandelt werden konnte. Hervorgerufen wird eine Angina meist durch Streptokokken oder Staphylokokken. Doch auch Viren können der Auslöser sein.

Ein weiterer Indikator sind vergrößerte Mandeln wodurch es sogar zu Atemaussetzern kommen kann. Bei Kindern besteht in diesem Zusammenhang durch die vermehrte Mundatmung die Gefahr einer Fehlentwicklung des Kiefers und der Zahnstellung. Dies wiederum kann in der Folge zu Sprachstörungen führen.

Besteht der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung der Mandeln (der Tonsillen) wird gleichfalls die Tonsillektomie durchgeführt. Dies gilt auch dann, wenn ein chronischer Infektionsherd mit Streuwirkung festgestellt oder vermutet wird. Im Verdachtsfall wird von einer Focustheorie gesprochen.

Eine Tonsillektomie wird bei einer langzeitigen Mandelentzündung durchgeführt. (© Dan Race - Fotolia)

Eine Tonsillektomie wird bei einer langzeitigen Mandelentzündung durchgeführt. (© Dan Race – Fotolia)

Die Tonsillektomie erfolgt unter Vollnarkose und dauert durchschnittlich eine halbe Stunde. Weil die Gaumenmandeln (Tonsillen) sich seitlich der Zunge befinden können sie relativ einfach mit einer Spezialzange herausgezogen werden.

Die Risiken einer Tonsillektomie und Möglichkeiten der Beschwerdelinderung

Erkenntnissen der modernen Medizin folgend, wird ein solcher Eingriff nach strengen diagnostischen Maßstäben durchgeführt, weil feststeht, dass die Tonsillen ein Bestandteil des Immunsystems sind und eine wichtige Abwehrfunktion erfüllen. Diese geht bei vollständiger Entfernung der Gaumenmandeln verloren. Besonders bei Kindern, vor allem vor dem sechsten Lebensjahr, wird diese Erkenntnis berücksichtigt.

Es besteht darüber hinaus die Gefahr, dass sich durch eine Veränderung des Resonanzraumes die Stimmlage, der Stimmklang verändert. Dies kann vorübergehend aber auch dauerhaft der Fall sein.

Postoperativ können Nachblutungen auftreten. Entweder direkt nach der Operation oder auch erst Tage später. Ein stationärer Verbleib oder eine erneute stationäre Aufnahme ist nur in schweren Fällen erforderlich. Dies gilt auch für eine operative Blutstillung. Bei einer leichten Symptomatik hilft eine Eiskrawatte. Um Blutungskomplikationen möglichst zu vermeiden wird vor dem Eingriff eine ausführliche Anamnese erhoben.

Die Wundschmerzen werden sehr unterschiedlich von mittel bis sehr stark empfunden und dauern in der Regel ca. zwei Wochen an. Ein Ausstrahlen in die Bereich der Zunge, der Ohren und des Zahnbereiches ist häufig zu beobachten.

Weil körperliche Anstrengung den Blutdruck ansteigen lässt und damit auch die Blutungsneigung zunehmen kann, sollte postoperativ, also nach der Tonsillektomie, Ruhe eingehalten werden. Um Reizungen des frischen Operationsbereiches zu vermeiden sind saure, salzige, sehr süße aber auch harte Nahrungsmittel am besten zu meiden.

Was ist eine Angina tonsillaris?

Die Angina tonsillaris ist eine Infektion der Gaumenmandeln (Tonsillen). Sie ist schmerzhaft und geht meist mit einem schweren Krankheitsgefühl einher. Die Übertragung der Erkrankung erfolgt über Tröpfcheninfektion. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung (Inkubationszeit) beträgt 1-3 Tage.

Ursachen der Angina tonsillaris

In den meisten Fällen ist eine Infektion mit Streptokokken die Ursache. Dabei handelt es sich am häufigsten um die beta-hämolysierenden Streptokokkken. Aber auch andere Erreger, wie die Pneumokokkken, Staphylokokken, Haemophilus influenza und die Neisseria gonorrhoeae können eine Angina verursachen. Die meisten dieser Keime kommen als natürliche Flora im Mund und Rachenraum vor.

Bei einer geschwächten Abwehr können diese Erreger jedoch Abkömmlinge bilden, die dann eine Infektion auslösen. Die chronische Tonsillitis wird meist durch aerobe und anaerobe Erreger verursacht.

Symptome der Angina tonsillaris

Als vorrangige Symptome zeigen sich starke Schluckbeschwerden und hohes Fieber. Außerdem sind angeschwollene und gerötete Gaumenmandeln und der eitrige Belag Symptome. Es kommt auch zu Mundgeruch (Foetor ex ore), einer Lymphknotenschwellung am Unterkiefer, sowie einem bitteren Nachgeschmack nach dem Trinken und Essen.

Bei einer Scharlach-Angina zeigt sich zusätzlich ein Hautausschlag. Bei einer chronischen Erkrankung der Mandeln sind zerklüftete und geschwollene Tonsillen erkennbar.

Diagnosestellung der Angina tonsillaris

Bei einer Angina tonsillaris hat man starke Schluckbeschwerden. (© fotoliaxrender - Fotolia)

Bei einer Angina tonsillaris hat man starke Schluckbeschwerden. (© fotoliaxrender – Fotolia)

Anhand der klinischen Symptomatik erfolgt in der Regel die Diagnosestellung. Um den Erreger festzustellen, wird meist ein Streptokokken-Schnelltest durchgeführt. So lässt sich schnell feststellen, ob sie die Ursache der Entzündung sind. Eine weitere Möglichkeit des Erregernachweises ist eine Bakterienkultur aus dem Rachenabstrich. Aber auch die Antikörperbestimmung im Blut ist eine Möglichkeit. Sie ist allerdings nicht im Akutstadium geeignet, da sie erst nach Wochen ansteigen können.

Therapie der Angina tonsillaris

Sind Bakterien die Ursache, wird Penicillin V verabreicht. Besteht eine Allergie oder Unverträglichkeit gegen Penicillin werden Cephalosporine verordnet. Eine weitere Therapieoption ist die Schmerzlinderung mittels Analgetika.

Paracetamol und Ibuprofen wirken nicht nur schmerzstillend, sondern senken auch das Fieber. Zusätzlich wird mit Rachenspülungen zum Desinfizieren, Pinselungen mit Mandelscher Lösung, sowie Schleimhautantiseptika und Halswickeln behandelt. Bei der Mandelschen Lösung handelt es sich um ein Jod-Jodkali-Glycerin-Gemisch. Kann der Erkrankte die zusätzlichen Maßnahmen nicht selbst ausführen, sollte eine gründliche und regelmäßige Mundpflege durchgeführt werden.

Bei einer chronischen Mandelentzündung wird ebenfalls mit Antibiotika behandelt. Zusätzlich wird häufig eine Tonsillektomie durchgeführt. Dies befreit die Patienten von immer wiederkehrenden Entzündungen der Gaumenmandeln.

Ursachen Symptome Diagnose Therapie
-Beta-hämolysierende Streptokokken-Pneumokokken -Schluckbeschwerden-hohes Fieber-schlechter Allgemeinzustand -Streptokokken-Schnelltest -Penicillin V bei Streptokokken-Cephalosporine bei Allergie oder Unverträglichkeit gegen Penicillin
-Haemophilus influenza -geschwollene, gerötete Tonsillen-eitriger Belag -Bakterienkultur im Rachenabstrich -Analgetika-Rachenspülungen-Pinselungen mit Mandelscher Lösung-Schleimhautanti-Septika
-Neisseria gonorrhoeae -Mundgeruch-Lymphknoten-schwellung-bitterer Nachgeschmack nach Essen und Trinken -Antikörpernachweis im Blut -Halswickel-gründliche Mund-pflege

Mandelentzündung

Hinter starken Schluckbeschwerden und Halsschmerzen verbirgt sich oft eine Mandelentzündung, auch als Angina bezeichnet. Über Mund und Nase gelangen die Krankheitserreger in den Körper.

Auf diesen Wege kommen sie an den Mandeln beziehungsweise Tonsillen vorbei, die bei den seitlichen Gaumenbögen im Rachenraum liegen. Die Mandeln zählen zu einer Sorte besonderen Gewebes, deren Arbeit es ist, die oberen Atemwege gegen das Hineindringen von Viren zu schützen. Ist das Immunsystem gestört, können sich die Bakterien oder Viren mühelos im Rachenraum ausbreiten und sich extrem vermehren. Es kommt zum Anschwellen des Gewebes, zu Schluckbeschwerden und Halsschmerzen und somit liegt eine Mandelentzündung vor.

Eine akute Mandelentzündung nennt man auch „Angina tonisillaris“. Die Wortendung steht für eine sehr schmerzhafte Mandelentzündung.

Ursachen einer Mandelentzündung

Die chronische Form einer normalen Mandelentzündung wird allein durch Bakterien ausgelöst. Bakterielle Grundlagen haben auch diese Art von Erkrankungen:

  • Diphtherie-Angina
  • Seitenstrang-Angina und Zungengrund-Tonisillitis
  • Angina–Plaut-Vincent

Bei den Pfeifferischen Drüsenfieber sind Viren die Ursache. Die akute Mandelentzündung macht sich durch ein schweres Krankheitsgefühl bemerkbar, hinzu kommen Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Schluckschwierigkeiten.

Kinder und Jugendliche im Alter zwischen den fünften und fünfzehnten Lebensjahr infizieren sich sehr oft. Die Erkrankung einer chronischen Angina ist meist nicht so intensiv, wie bei der akuten Form. Es gibt natürlich auch andere Angina-Formen, die ganz eigene Symptome hervorrufen.

Wenn die Beschwerden einer Mandelentzündung stärker werden sollte man zum HNO Arzt gehen. (© Dan Race - Fotolia)

Wenn die Beschwerden einer Mandelentzündung stärker werden sollte man zum HNO Arzt gehen. (© Dan Race – Fotolia)

Um eine Diagnose zustellen, prüft der Arzt mit einen Endoskope, den Rachen und Nasenraum. Dazu kommt oft noch eine Mittelohrentzündung, dies wird durch eine Untersuchung des Trommelfells ebenfalls untersucht. Bluttests werden nur auf Verdacht auf eine chronische Tonisillitis angeordnet, um eine genaue Art des Erregers zu bestimmen.

Therapie einer Mandelentzündung

Eine leichte Form der Angina kann in den ersten Tagen noch sehr gut selbst behandelt werden. Vor allem Medikamente, die abschwellender und entzündungshemmender Wirkung haben, linder besonders gut die Halsschmerzen.

Kommt Fieber hinzu, sollte viel getrunken werden. Wenn die Beschwerden stärker werden und sich nicht augenscheinlich verbessern, ist es ratsam zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt zugehen. Bei einer bakteriellen Angina werden oft Antibiotika verschrieben. Auch durch eine Viren bedingte Angina sind Antibiotika ratsam, damit nicht zusätzlich eine bakterielle Infektion hinzu kommt.

Bei einer chronischen Tonisillitis mit Beschwerden werden die Mandeln operativ entfernt. Die vollständige chirurgische Entfernung der Mandeln nennt man auch Tonsillektomie. Die Mandeln werden aus ihrer Kapsel ausgeschält. In 50% aller operierten Fälle kommt es zu einer Erholung des lympathischen Gewebes, da Zellen aus den Seitenstrang in das Gewebe wandern.

Nach einer Tonsillektomie darf der Patient in den ersten Tagen nur sehr weiche Speisen verzerren, wie Eis, Suppen, püriertes Gemüse und Kartoffelbrei.

Tonsillensteine

Tonsillensteine, auch Mandelsteine genannt, sind winzig kleine weiß-graue Gebilde, die an den Gaumenmandeln gebildet werden können. Besonders Menschen mit sehr zerklüfteten Mandeln oder mit häufiger Angina, leiden darunter.

Die Tonsillensteine bestehen aus Speiseresten, abgestorbenen Zellen und anderen Partikeln. Bleiben diese Ablagerungen längere Zeit liegen, werden sie steinhart und bröcklig. Sie verursachen im allgemeinen keine Schmerzen, aber einen sehr penetranten Mundgeruch und einen üblen Geschmack im Mund.

Wie lassen sich Tonsillensteine am besten entfernen?

Mancher Tonsillenstein löst sich ganz von selbst und findet sich dann als kleines Bröckchen im Mund. Oft werden die wenige Millimeter kleinen Stücke auch einfach verschluckt oder aus gehustet.

Manchmal hilft es schon, die Kehle durch Heben des Kopfes zu dehnen und die Gaumenmandeln von außen zu massieren, um die Steine zu lockern. Sie können aber auch mit geeigneten Geräten, wie Zahnbürstenstielen, Spateln, Wattestäbchen und ähnlichen durch leichten Druck abgelöst werden. Allerdings löst diese Prozedur bei manchen empfindlichen Menschen heftige Würge-Reize aus und ist deshalb nur bedingt zu empfehlen.

Tonsillensteine können eine Ursache von Mundgeruch sein. (© Nagel's Blickwinkel)

Tonsillensteine können eine Ursache von Mundgeruch sein. (© Nagel’s Blickwinkel)

Eine andere Möglichkeit ist die Behandlung mit einer Munddusche und Salzwasserlösung. Damit lassen sich die Mandeln reinigen und Tonsillensteine können sich oft gar nicht bilden. Hierbei ist aber zu beachten, dass der Wasserstrahl nicht zu stark ist. Wer im Selbstversuch keinen Erfolg hat, sollte zur Entfernung der Tonsillensteine einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen. Er hat spezielle Geräte, zum Entfernen der Tonsillensteine und die notwendige Erfahrung.

In ganz extremen Fällen, bei denen sich die Tonsillensteine an sehr ungünstigen Stellen befinden oder die Mandeln besonders stark befallen sind, wird der Arzt eventuell sogar die Mandeln ganz entfernen. Allerdings sind Tonsillensteine in der Regel kein Grund für eine Tonsillektomie.

Beim Abwägen der Risiken und des Nutzens dieser Maßnahme muss bedacht werden, dass die Tonsillen als Teil des Immunsystems eine wichtige Bedeutung haben und die Tonsillensteine zwar sehr lästig, aber an sich nicht gefährlich sind.

Die Tonsillen

Die Tonsillen kennt man ebenfalls unter dem Begriff Mandeln. Sie zählen zu den lymphatischen Organen und befinden sich im Rachenbereich der Mundhöhle. Sie dienen dazu, Bakterien aller Art, zu lokalisieren.

Tonsillen bestehen ausschließlich aus Lymphgewebe und stellen gleichzeitig, eine Ansammlung von kleinen Lymphknoten dar. Durch den ständigen Kontakt mit Nahrungsmitteln aller Art, ist eine Erkrankung, wie die Tonsillitis, also eine Mandelentzündung, keine Seltenheit. Daraufhin werden diese, bei den meisten Menschen, frühzeitig entfernt, um eine Infektion, vorzubeugen.

Eine solche Entzündung kann Halsschmerzen und Fieber verursachen. Oftmals entstehen Wucherungen an den Tosillen, die man als Polypen bezeichnet. Diese werden häufiger entfernt, als die Mandeln selbst. Die Mandelentzündung selbst, wird ebenfalls als Angina tonsillaris bezeichnet. In solchen Fällen, muss ein Arzt entscheiden, ob ein chirurgischer Eingriff notwendig ist oder die Erkrankung vollständig heilbar ist, sodass die Tonsillen im Rachenraum, bleiben können.

Wissenswertes zur Entfernung

Die Tonsillen wurden damals bei fast allen Kindern, zur Vorsorge, entfernt. (© photophonie - Fotolia)

Die Tonsillen wurden damals bei fast allen Kindern, zur Vorsorge, entfernt. (© photophonie – Fotolia)

Bei einer Tonsillektomie, die vollständige Entferung aller Tonsillen, handelt es sich um einen operativen Eingriff, der im HNO-Bereich, durchgeführt wird. Eine solche Operation, gilt als eine der verbreitetsten, geplanten Operationen.

Hauptsächlich wird dieser Eingriff nur dann durchgeführt, wenn eine Mandelentzündung häufig auftritt und diese mit Antibiotika, nicht mehr behandelbar ist. Zudem kann eine Entfernung, auch bei Atemproblemen, durch vergrößerte Tonsillen, nötig sein und Abhilfe schaffen. Dieser Eingriff gilt, seit den 1960er Jahren, als Routineeingriff und wurde damals, bei fast allen Kindern, zur Vorsorge, durchgeführt.

In der heutigen Zeit, nehmen die Ärzte, mehrere Prüfungen vor, bevor eine Operation als notwendig angesehen wird. Die Durchführung erfolgt unter Vollnarkose und ist sehr häufig mit mehreren Tagen Krankenhausaufenthalt, verbunden. Somit geschieht die Entfernung der Tonsillen, stationär. Die Operation dauert durchschnittlich, eine halbe Stunde und wird mit Hilfe von speziellen Behandlungswerkzeugen, durchgeführt. Es sind zwar wenig Risiken vorhanden, aber dennoch ist die Nachblutung, sehr weit verbreitet.

Nach dem Eingriff halten die Schmerzen ca. zwei Wochen an und gelten als mittelstark bis sehr stark. Hierbei kann der gesamte Mundbereich schmerzen. Die Entfernung der Tonsillen, kann also großen Nutzen bringen.

Viele Menschen schwören darauf, dass ein solcher Eingriff, die Atemquälität verbessert und somit auch das Schnarchen unterbindet. Das Angina-Risiko wird ebenfalls gesenkt und Kinder leiden zudem seltener unter dem Bettnässen.