Bei der Trichterbrust handelt es sich um eine Einziehung, bzw. krankhafte Veränderung des Brustkorbs, welche trichterförmig ist. Der vordere Teil des Thorax sinkt ein, da sich die Knorpelverbindungen zwischen Rippen und Brustbein verändert haben. Die trichterförmige Delle entsteht, wenn sich die Rippen nach innen wölben und das Brustbein sich senkt. Maximal 0,3 Prozent der Neugeborenen leidet unter einer Trichterbrust, wobei die Jungen öfters betroffen sind als die Mädchen. In den meisten Fällen ist die Trichterbrust gleich nach der Geburt zu erkennen und sie prägt sich während der Pubertät richtig aus.

Ursachen für eine Trichterbrust

Die Ursache kann in erster Linie familienbedingt sein, das heißt, andere Familienmitglieder sind oder waren auch davon betroffen. Auch eine Fermentstoffwechselstörung des Rippenknorpels kann die Trichterbrust verursachen und in einigen Fällen tritt sie auch beim Marfan-Syndrom auf. Desweiteren ist oft auch starker Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft dafür verantwortlich und auch Vitamin D Mangel bei Kleinkindern kann eine Trichterbrust verursachen. In seltenen Fällen tritt sie nach operativen Eingriffen an Zwerchfell oder Brustwand auf.

Anzeichen und Symptome einer Trichterbrust

Im Normalfall kann man die Trichterbrust als harmlos bezeichnen, Schmerzen treten eher selten auf. Ein Anzeichen ist die Eindellung bzw. sichtbare Deformierung des Brustkorbs, die aber sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Durch die Eindellung des Brustkorbs kann es bei einigen Betroffenen zu einer gravierenden Verkleinerung des Innenraums kommen, was wiederum zur Folge hat, dass Lunge und Herz weniger Platz zur Verfügung haben. Dies kann zu einer Beeinträchtigung der Lungenfunktion führen und kann auch Herzrhythmusstörungen hervorrufen bis hin zur Herzschwäche.

Genauso kann auch eine körperliche Fehlhaltung auftreten, welche die Bandscheiben stark belastet, was wiederum Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule auslöst.

Diagnose und Verlauf

Bei der Trichterbrust reicht in der Regel eine Blickdiagnose, mit Hilfe eines Röntgenbildes wird der Abstand zwischen der Wirbelsäule und dem eingedellten Brustbein gemessen, woran ersichtlich ist, in wie weit der Innenraum des Brustkorbs eingeengt ist. Ob Herz und Lunge in Mitleidenschaft gezogen sind, kann durch ein EKG oder eine Ultraschalluntersuchung sowie durch Lungenfunktionsuntersuchung festgestellt werden. Um andere Krankheiten auszuschließen wird auch bei einigen Betroffenen die Wirbelsäule durch Röntgenaufnahmen untersucht.

Behandlung und Therapie einer Trichterbrust

Die Haltungsschäden können mittels Gymnastik und Muskeltraining verbessert werden, diese haben aber keinen Einfluss auf die Deformierung des Brustkorbs. Auch Konditionstraining und aktiver Sport beeinflussen die Haltungsschäden positiv. Eine nur gering ausgeprägte Trichterbrust wird mit Atemgymnastik behandelt, diese führt zur regelmäßigen Dehnung und Belüftung der Lunge.

Sind Herz und Lunge durch die Trichterbrust beeinträchtigt, ist eine kleine Operation sinnvoll. Hier werden Metallbügel seitlich in den Brustkorb geschoben, die unter dem Trichter platziert werden und diesen ausgleichen. Bei einer großen Operation wird das Brustbein von den Rippen abgetrennt, neu in Position gebracht und mit Metallpatten fixiert.

Nach jeder Operation ist eine physiotherapeutische Behandlung zwingend erforderlich. Ganz neu ist die Methode mit der Saugglocke, diese wird auf den Brustkorb gesetzt und durch den Unterdruck wird der Trichter immer flacher, Vorrausetzung hierfür ist regelmäßige Anwendung.

Vorbeugung & Medikamente gegen eine Trichterbrust

Da die Trichterbrust zumeist genetisch bedingt ist, kann nicht vorgebeugt werden. Physiotherapeutische Maßnahmen helfen, die Schädigung der Organe zu minimieren und hier insbesondere die Stärkung der Rücken- und Brustmuskulatur. Desweiteren muss in der Schwangerschaft auf übermäßigen Alkoholkonsum verzichtet werden, um eine Trichterbrust beim Neugeborenen zu vermeiden.

Spezifische Medikamente oder Hausmittel gibt es nicht, da es sich bei der Trichterbrust zumeist um ein ästhetisches Problem handelt, wobei die psychischen Belastungen nicht unterschätzt werden sollten.