Bei Typhus, auch typhoides Fieber genannt, handelt es sich um eine systemische Infektion, die sich vom Darm ausgehend in den ganzen Körper ausbreitet.

Typhus wird von dem Bakterium Salmonella typhi verursacht. Erfolgt eine Infektion mit dem Bakterium Salmonella paratyphi, kommt es zu einer leichten Verlaufsform des typhoiden Fiebers, dem Paratyphus. Typhus ist in Deutschland meldepflichtig und kann unbehandelt bis zum Tod führen. Weltweit gesehen ist Typhus eine sehr häufige Erkrankung, die jedes Jahr mit einer Million Todesfällen einhergeht.

Ursachen von Typhus

Die Ursache für eine Typhuserkrankung ist eine Infektion mit dem Bakterium Salmonella typhi bzw. paratyphi, welche nur den Menschen befallen. Die Typhus verursachenden Bakterien können lange Zeit außerhalb des Menschen, im Wasser, überleben. Die Salmonellen werden durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel oral aufgenommen und wandern in den Darm. Die Bakterien befallen den Darm, dringen in die Darmschleimhaut ein und vermehren sich. Vom Darm aus befallen sie auch andere Organe wie die Leber. Betroffene scheiden die Bakterien, auch wenn sie bereits wieder gesund sind, über den Stuhl aus, wodurch weitere Menschen infiziert werden können, wenn es zu einer fäkalen Verunreinigung von Wasser oder Lebensmitteln kommt. Mangelnde Hygiene ist eine Hauptursache für Typhuserkrankungen.

Symptome bzw. Anzeichen bei Typhus

Die Inkubationszeit ist bei Typhus mit einer Woche bis zu zwei Monaten sehr lang. Zunächst kommt es zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Husten und Muskelschmerzen. Typischerweise steigt das Fieber im weiteren Verlauf der Erkrankung treppenartig an. Bei vielen Betroffenen bildet sich ein Hautausschlag im Bereich von Bauch- und Brust. Betroffene leiden nicht selten unter sehr starken Kopfschmerzen und einem ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Nach etwa drei Wochen führt Typhus zu grün-gelblichem Durchfall bei erwachsenen Betroffenen und bei Kindern zu einer schweren Verstopfung. Betroffene leiden darüber hinaus unter Übelkeit und starken Bauchschmerzen. Wird Typhus nicht behandelt, kann dies zu Blutungen in den Intestinaltrakt führen. Schwere Verstopfungen können, wenn sie nicht behandelt werden, zu einer Darmperforation führen.

Diagnose und Verlauf bei Typhus

Bei der Diagnosestellung erhebt der behandelnde Arzt zuerst eine Anamnese. Da Typhus in Europa sehr selten auftritt, ist es wichtig, dass der Arzt nach etwaigen Auslandsaufenthalten in tropischen Ländern wie Indien, fragt. Darüber hinaus führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch, in dem er unter anderem den Bauch abtastet. Da Typhus besonders zu Beginn mit unspezifischen Symptomen einhergeht, ist eine Laboruntersuchung des Blutes zur exakten Diagnosestellung notwendig. Wird Typhus adäquat behandelt, ist die Prognose gut; die Krankheit heilt meist nach zwei bis drei Wochen vollständig aus. Ohne Behandlung können schwere Komplikationen auftreten, von denen besonders junge Menschen in Entwicklungsländern betroffen sind.

Behandlung bzw. Therapie von Typhus

Die Therapie von Typhus erfolgt vor allem über die Gabe von Antibiotika. Diese müssen über einen längeren Zeitraum, mindestens jedoch für zwei Wochen, eingenommen werden. Ein zu frühes Absetzen kann dazu führen, dass einige Erreger überleben und Betroffene erneut an Typhus erkranken. Neben der Antibiotikatherapie ist es wichtig, dass eine symptomatische Therapie erfolgt, da typhoides Fieber häufig mit starken Schmerzen einhergeht. Außerdem muss der Wasser- und Elektrolythaushalt von Betroffenen, die unter starken Durchfällen und Erbrechen leiden, ausgeglichen werden.

Typhus vorbeugen

Typhusimpfung bietet nur einen 60-70%igen Schutz

Die Typhusimpfung bietet nur einen 60-70%igen Schutz
(© Dan Race – Fotolia.com)

Eine sehr gute Prophylaxe, um sich gegen Typhus zu schützen, ist die Typhusimpfung. Diese Impfung kann als Schluck- oder Spritzimpfung erfolgen, allerdings bietet die Impfung nur einen 60-70%igen Schutz. Vor Reisen in Gebiete, wo Typhus häufig auftritt, wie Indien, Nepal oder Länder in Nordafrika, ist eine Impfung empfehlenswert. Neben der Impfung ist es auch wichtig auf Reisen in Risikogebiete bestimmte Hygienevorschriften einzuhalten. Es wird empfohlen Wasser nur aus industriell gefertigten Wasserflaschen zu trinken oder es abzukochen. Darüber hinaus sollte auf Reisen das Motto: „Cook it, boil it, peel it or forget it„, gelten. Auch das Händewaschen vor dem Essen sollte nicht vergessen werden.

Medikamente und Hausmittel gegen Typhus

Die Behandlung von Typhus erfolgt über die Gabe von Antibiotika wie Ciprofoxacin oder Ampicillin. Es besteht keine Alternative zur Antibiotikatherapie. Um Symptome der Erkrankung zu lindern, kann jedoch auch auf Hausmittel zurückgegriffen werden. So sollte darauf geachtet werden, dass Betroffene Bettruhe einhalten. Auch das Trinken von darmschonenden Kräutertees kann hilfreich sein.