Vaskulitis ist ein Oberbegriff, der verschiedene Autoimmunerkrankungen umfasst, die sich durch eine Entzündung von Blutgefäßen äußern. Unterschieden werden verschiedene Formen der Vaskulitis.

Die primäre oder eigenständige Vaskulitis: Drei Hauptgruppen von Gefäßentzündungen der großen, mittelgroßen und großen Blutgefäße, die sich bei verschiedenen Krankheitsbildern äußern. Die sekundäre Vaskulitis: Entzündungen von Blutgefäßen, die durch Nebenwirkungen von Medikamenten, durch Infektionserkrankungen oder weitere Autoimmunkrankheiten, Allergien, hervorgerufen werden.

Mit zwischen 10.000 bis 20.000 jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland ist die Arteriitis temporalis (Temporalarteriitis – Entzündung der Schläfenarterie) die am häufigsten diagnostizierte Vaskulitis.

Ursachen von Vaskulitis

Entsprechend der verschiedenen Krankheitsbilder der Vaskulitis sind auch die Ursachen sehr verschiedener Art. Die primäre Form der Erkrankung ist eine eigenständige Autoimmunkrankheit, die zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen gezählt wird. Hier sind die Ursachen weitestgehend ungeklärt.

Für die sekundären Formen der Erkrankung sind dagegen die Ursachen durch eingehende Diagnostik festzustellen. Ursachen sekundärer Vaskulitis können schwere Virusinfektionen, wie HIV oder Hepatitis, sein, Tumoren, die rheumatische Arthritis, systemischer Lupus Erythematodes (eine chronische Entzündung des Bindegewebes) oder bestimmte Medikamente.

Symptome von Vaskulitis

Im Anfangsstadium sind die Symptome der Vaskulitis nicht klar zuzuordnen, da sie auch bei anderen Krankheiten auftreten. Es kommt zu Fieber, Gelenkschmerzen, nächtlichem Schwitzen, schwindender Leistungsfähigkeit, Schweißausbrüchen. Im weiteren Verlauf zeigen sich typische Symptome je nach Form der Vaskulitis. Dazu können gehören: Hautrötungen, Hautgeschwüre, Augenentzündungen, Sehstörungen, Krampfanfälle, Depressionen, Schlaganfall, Nervenentzündungen mit Lähmung, Entzündungen der Lunge, der Nase, Hörsturz, Nierenfunktionsstörungen, Entzündungen am Herzen.

Die Symptome treten je nach Art der Erkrankung einzeln, in Gruppen und verschiedener Stärke auf, jedoch alle gleichzeitig.

Diagnose und Verlauf bei Vaskulitis

Aufgrund der verschiedenen Vaskulitis-Formen ist eine sehr eingehende Diagnostik erforderlich. Der Diagnose dienen Laborbefunde, wie die Werte der weißen Blutkörperchen, bestimmte Entzündungszeichen (c-reaktives Protein, CRP) Blutsenkungsgeschwindigkeit und etliche detaillierte Befunde, die auf die Erkrankungsform schließen lassen. Weitere Diagnosemittel sind Biopsie von Haut, Nieren, eventuell Lunge, Gefäßen, beispielsweise der Schläfenarterie. Weiteren Aufschluss gibt die Angiographie (Gefäßdarstellung mit Kontrastmittel im Röntgenbild).

Der Verlauf der Vaskulitis hängt von der Krankheitsform und vom individuellen Krankheitsbild ab. Bei früher Diagnose sind die Behandlungsergebnisse sehr gut. Schwere Verläufe gibt es eher bei den entzündlich-rheumatischen Formen bis hin zu lebensbedrohlichen Verläufen. Auch nach einer Ausheilung kann eine Vaskulitis auch nach langen Zeiträumen erneut auftreten.

Behandlung bzw. Therapie von Vaskulitis

Angesichts der vielen Formen und Verläufe der Vaskulitis wird die Therapie jeweils für den Einzelfall festgelegt. Da es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, werden Präparate eingesetzt, die das Immunsystem bremsen, die Immunsuppressiva. Bei schweren Krankheitsformen und lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen können auch bereits Therapien eingesetzt werden, die sich noch im Stadium der klinischen Studie befinden, jedoch bereits oft sehr erfolgreich sind. So wird teils auch besondere Chemotherapie eingesetzt oder Behandlung mit Stammzellen.

Etwa 80 % der Erkrankten können bei rechtzeitiger Diagnose und entsprechender Therapie allerdings während eines Jahres wieder beschwerdefrei sein.

Vaskulitis vorbeugen

Als eine Form der Autoimmunerkrankungen kann der Vaskulitis nicht vorbeugend entgegengewirkt werden. Patienten, die die Erkrankung bereits durchgemacht haben, sollten jedoch auf Symptome achten, die einen erneuten Ausbruch ankündigen könnten und sofort den Arzt aufsuchen.

Medikamente und Hausmittel gegen Vaskulitis

Als erfolgreich bewährt haben sich bei der Vaskulitis die Kortison und Cyclophosphamid, die auch gewöhnlich bei der Behandlung zum Einsatz kommen. Schwere Krankheitsverläufe sollten in einer Spezialklinik behandelt werden.

Von Hausmitteln ist bei einer Vaskulitis dringend abzuraten. Diese Erkrankungen gehören unbedingt in die ärztliche Diagnostik und Therapie. Allerdings sollten Patienten sich um gesunde Ernährung und Lebensweise bemühen, auf Alkohol und Nikotin verzichten.