Unter einer Venenentzündung versteht man eine erweitete und entzündlich veränderte Vene, entweder im Anschluss an Entzündungen in der Umgebung, infolge einer Bakterienansiedlung aus der Blutbahn oder allergisch- hyperergisch bedingt.

Die Venenentzündung, akute Thrombophlebitis, hat zwei ursächliche Möglichkeiten, die oft nicht auseinanderzuhalten sind: Die Phlebothrombose mit sekundärer Infektion und die primäre Entzündung mit sekundärer Thrombose. Am häufigsten gelangen die Erreger an einer umschriebenen Stelle in die Venenlichtung und erzeugen von hier aus die Phlebitis.

Ursachen einer Venenentzündung

Eine der Hauptursachen sind Krampfadern. Die Krampfaderbildung ruft eine erhebliche Verlangsamung des Blutrückflusses aus dem Bein und damit eine chronische Stauung hervor. Venenentzündungen können aber auch nach Venenoperationen und Thrombosen auftreten. Gefährdet sind auch jene Menschen die sich generell zu wenig bewegen, immer wieder lange sitzen, oder durch eine Krankheit für längere Zeit Bettruhe einhalten müssen. Wenn das Blut gerinnt, zum Beispiel durch Flüssigkeitsmangel oder bei Bluterkrankungen, besteht ebenfalls die Gefahr an einer Venenentzündung zu erkranken. Das Tragen von zu enger Kleidung begünstigt ebenfalls die Entstehung dieser Erkrankung.

Bei Krebserkrankungen kann auch eine Venenentzündung entstehen, ebenfalls durch das Eindringen von Bakterien in die Vene, wie etwa bei Verletzungen oder nach Infusionen und Injektionen.

Symptome bei einer Venenentzündung

Im Bereich der betroffenen Vene entsteht eine unscharf begrenzte Rötung, der Betroffene leidet unter einem Druck- und Spontanschmerz. Die Vene kann strangartig verdickt sein und es kommt zu einer lokalen Überwärmung. In wenigen Fällen kann Fieber auftreten. Wenn die Venenentzündung durch Bakterien verursacht wurde, können Abszesse und Geschwüre in diesem Bereich auftreten.

Diagnose und Verlauf bei Venenentzündungen

Es muss zwischen der oberflächlichen Thrombophlebitis und der tiefen Phlebothrombose unterschieden werden.

  • Bei der oberflächlichen Thrombophlebitis entsteht im Bereich einer oberflächigen Vene, meist einer Krampfader, ein schmerzhafter, geröteter, entzündlich infiltrierter Strang. Lungenembolien können bei dieser meist harmlos verlaufenden Krankheit nur auftreten, wenn der Oberschenkelanteil der Vena saphena magna betroffen ist
  • Im Gegensatz zur oberflächlichen Thrombophlebitis ist die tiefe Phlebothrombose ein ernsthaftes Leiden. Es bilden sich bei dieser Krankheit Gerinnsel in den tiefen Beinvenen, die sich unter Umständen ablösen können und dann in die Lunge verschleppt werden. Es besteht die Gefahr einer Lungenembolie. Eine weitere Komplikation einer tiefen Venenthrombose ist das spätere Auftreten eines postthrombotischen Syndroms, das heißt die Ausbildung einer chronisch venösen Insuffizienz mit sekundären Varizen

Behandlung & Therapie einer Venenentzündung

Bei Verdacht auf eine Venenentzündung muss auf jeden Fall der Arzt aufgesucht werden. Bei leichten Fällen reicht das Auftragen von kühlenden, abschwellenden und entzündungshemmenden Salben, wie die Heparinsalbe. Der Verlauf ist meist gut. Die Symptome klingen innerhalb weniger Wochen ab. In schwereren Fällen muss zusätzlich ein Kompressionsverband angelegt werden, alternativ können Stützstrümpfe getragen werden. Der Blutkreislauf muss angeregt werden, deshalb ist regelmäßige Bewegung unbedingt notwendig.

Bewährt haben sich auch kühlende Wickel mit Alkohol oder Essig. In schwereren Fällen ist eventuell eine medikamentöse Behandlung mit Antikoagulantien erforderlich. Trotz der Schmerzen soll zu langes Liegen oder Bettruhe vermieden werden. Um die Durchblutung der Beinvenen zu fördern, sollte man sich sehr viel bewegen.

Einer Venenentzündung vorbeugen

Mit ein paar kleinen Tipps kann man einer Venenetzündung sehr gut vorbeugen:

  • Langes Stehen und Gehen, teilweise berufsbedingt, soll vermieden werden, ebenso zu enge Beinkleidung
  • Regelmäßige Bewegung wirkt vorbeugend
  • Beim Sitzen die Beine hochlagern
  • Speziell im Sommer bei starker Hitze die Beine öfters am Tag kalt abduschen und kalte Kompressen auflegen

Medikamente & Hausmittel bei einer Venenentzündung

Bewährt haben sich gerade bei leichten oder wiederkehrenden Venenentzündungen Wickel mit Quark. Dem Quark wird eine abschwellende, entzündungshemmende Wirkung nachgesagt.

Update der Redaktion am 27.05.2014

Die Auswirkungen einer Venenentzündung

Als Venenentzündung, unter Medizinern auch als Phlebitis bekannt, bezeichnet man eine Entzündung der oberflächlichen Venen. Diese kann entweder aufgrund einer Gerinnselbildung entstehen oder mit einer solchen einhergehen. Die akute Phlebitis wird von einer Thrombose, die das tiefe Venensystem betrifft, der sogenannten Phlebothrombose, unterschieden. Häufig wird eine Entzündung der oberflächlichen Venen von einem Krampfaderleiden ausgelöst. Meist treten Entzündungen der Venen an den Beinen auf, können jedoch auch andere Körperregionen betreffen.

Verlangsamter Blutabfluss und Krampfadern sind die häufigsten Ursachen

Krampfadern verursachen meist einen verlangsamten Blutfluss. Dieser ist häufig die Ursache für Entzündungen der Venen. Auch eine Herzerkrankung, die den Blutkreislauf verlangsamt, kommt als Ursache infrage. Bettlägrigkeit kann ebenfalls eine Venenentzündungen begründen, da auch hier der Blutfluss gestört ist. Ebebso nach Operationen oder im Wochenbett, wenn die Gerinnungsbereitschaft des Blutes zusätzlich erhöht ist, können Entzündungen der Venen als Folge auftreten. Ein erhöhtes Risiko für Venenentzündungen besteht außerdem bei Tumorleiden, Erkrankungen mit entzündlichem Charakter oder bei Verletzungen der Venenwand. Bakterien, die durch kleinere Hautverletzungen in eine Vene eindringen, können ebenso Auslöser sein wie Erkrankungen oder Medikamente, die den Blutkreislauf beeinflussen.

Typische Symptome entzündeter Venen

Starke örtliche Erwärmung der Haut sowie starke Schmerzen, die insbesondere beim Anspannen der Muskeln auftreten, können erste Hinweise auf eine Entzündung der Venen sein. Auch Rötungen der Haut gehören zu den Symptomen, die häufig beobachtet werden. Die entzündete und meist stark gerötete Vene ist dann deutlich zu ertasten, wobei starker Druckschmerz auftritt. Wird die Entzündung durch eine bakterielle Infektion ausgelöst, tritt meist zusätzlich Fieber auf.

Akute Venenentzündungen erholen sich in der Regel nach einigen Tagen. In schweren Fällen kann der akute Zustand jedoch auch einige Wochen anhalten.

Die Formen der Venenentzündung

Entzündungen der Venen können in unterschiedlicher Form auftreten, die sich in ihren Symptomen unterscheiden.

  • Springende Venenentzündung: Hier treten etwa zwei Centimeter große Rötungen auf, die irgendwann verschwinden und sich nach und nach an verschiedenen Stellen wiederfinden. Hierfür sind in der Regel rheumatische Erkrankungen, Tumorkrankheiten oder Allergien verantwortlich
  • Wandernde Venenentzündung: Diese ähnelt in den Symptomen der springenden Venenentzündung. In diesem Fall verbreitet sich die Entzündung allerdings relativ schnell über das gesamte oberflächliche Venensystem
  • Strangförmige Venenentzündung: Verhärtungen, die bis zu 30 cm lang werden können und sich entlang der oberflächlichen Venen finden lassen
  • Infektiöse Venenentzündung: Diese wird durch Bakterien hervorgerufen, die in die betroffene Vene eindringen. Sie kann sich in Form örtlich auftretender Geschwüre oder Abszesse äußern

Eine medizinische Behandlung ist dringend angeraten

In jedem Fall sollte von einem Arzt festgestellt werden, ob es sich um eine Entzündung der tieferen oder der oberflächlichen Venen handelt. Sind die oberflächlichen Venen betroffen, werden in der Regel Salben mit entzündungshemmender Wirkung verschrieben und Kühlung der betroffenen Stellen empfohlen. Oft wird zusätzlich ein Kompressionsverband angelegt. Sofern aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht, sollte der Kreislauf etwa durch langsames Spazierengehen angeregt werden, um den Blutablauf zu verbessern. Schmerzmittel und Medikamente zur Entzündungs- und Gerinnungshemmung gehören ebenso zu den typischen Behandlungsschritten. Sofern die Ursache der Venenentzündung bei Krampfadern liegt, könnte auch eine Operation in Betracht kommen.

Sind Venenentzündungen mit einfachen hausärztlichen Mitteln nicht in den Griff zu bekommen, kann ein Venenexperte hinzugezogen werden.

Was sind die Folgen einer unbehandelten Venenentzündung?

Während einer Entzündung der Venen entstehen kleine Blutgerinnsel, die an der Innenseite der Venen haften. Werden Venenentzündungen nicht behandelt, können sich diese Blutgerinnsel nach und nach durch weitere Blutpfropfen bis in die tiefen Venen hinein ausweiten. In der Folge könnte die Vene komplett verschlossen und der Blutfluss gänzlich unterbrochen werden. Tritt dies ein, spricht man in der Medizin von einer Thrombose. Eine weitere mögliche Folge, wenn sich ein solcher Pfropfen gebildet hat, könnte das Ablösen dieses sogenannten Thrombus sein. Dieser könnte, nachdem er sich von der Venenwand abgelöst hat, im Blut bis zur Lunge wandern, wo er zur Ursache für eine Lungenembolie werden kann.