Windpocken gehören zu den Viruskrankheiten und sind sehr ansteckend. Sie werden in der Regel durch die Tröpfcheninfektion übertragen. Windpocken zeichnen sich durch einen Hautausschlag am ganzen Körper aus, der schubweise auftritt. Meistens sind Kinder im Kleinkindalter von Windpocken betroffen und die klassische Zeit dafür ist der Winter sowie der Frühling. Der Erreger der Windpocken verursacht bleibt viele Jahre im Körper, zunächst allerdings erst mal im Ruhestand. Mit der Zeit kann er wieder aktiv werden. Betroffene erhalten dann keine Windpocken, sondern eine Gürtelrose. Die Viruserkrankung tritt nur einmal ein und danach sind Kinder dagegen immun. Aus dem Grund gehören Windpocken auch zu den häufigsten Kinderkrankheiten.

Die Ursachen

Windpocken werden durch bestimmte Viren verursacht, nämlich die sogenannten Varizella-Zoster-Viren. Diese werden durch die Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen. Das bedeutet, dass die Krankheit durch Husten und Niesen weitergegeben wird sowie durch den direkten Kontakt zu dem Inhalt in den Bläschen. Kinder werden deshalb sehr schnell und einfach angesteckt, weil sie durch den Kindergarten im engen Kontakt mit anderen Kindern stehen, die eventuell infiziert sind. Auch Masern und Scharlach werden unter Kindern schnell verbreitet. Dabei reicht schon ein gemeinsamer Aufenthalt in einem Raum, Haushaltskontakt oder ein sehr enger Kontakt aus. Abwehrschwache Kinder und Erwachsene stecken sich schneller mit Windpocken an als gesunde Menschen. Grade Erwachsene sollten sich gegen Windpocken impfen lassen.

Windpocken zählen eigentlich zu den klassischen Kinderkrankheiten.

Windpocken zählen eigentlich zu den klassischen Kinderkrankheiten.

Die Symptome

Windpocken verursachen ganz klare Symptome, die etwa zehn Tage lang anhalten. Dabei gilt es zu beachten, dass meistens Kinder betroffen sind, jedoch Erwachsene ebenfalls gefährdet sind, wenn sie die Krankheit bisher nicht hatten. Erwachsene bekommen in der Regel mehr Bläschen und auch die Krankheit selber verläuft schwerwiegender als bei Kleinkindern. Nachfolgend die Symptome im Überblick.

  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Leichtes Fieber
  • Hautausschlag mit kleinen runden oder ovalen sowie roten Flecken
  • Hauterhebungen
  • Blasen und Schorf am Körper
  • Starker Juckreiz am ganzen Körper
  • Auch die Schleimhäute können betroffen sein (im Mund oder auf der behaarten Kopfhaut)

Die Behandlung

Bei der Therapie gegen Windpocken kommen meistens Methoden zum Einsatz, welche die Beschwerden lindern. Dabei wird in der Regel nicht die Viruskrankheit selber bekämpft, denn die heilt von alleine. Ziel ist es, den vorhandenen Juckreiz zu verringern und eine Infektion mit Bakterien zu vermeiden. Es kommen Juckreiz stillende Mittel zum Einsatz. Dazu gehören Medikamente und Lotionen sowie Tücher, die mit Kamillentee getränkt sind. Man sollte in der Zeit eine sorgfältige Hautpflege durchführen und luftige Kleidung tragen, damit der Juckreiz nicht verstärkt wird. Außerdem ist ebenfalls Bettruhe angesagt.

 

Die Masern

Die Masern sind eine Infektionskrankheit, die hoch ansteckend ist und vor allem Kinder befällt. Der Name leitet sich von dem lateinischen Wort „Morbus“ ab, was „Krankheit“ bedeutet.

Ursache

Die Ursache für Masern sind Viren. Diese Viren sind humanpathogen, das heißt, sie verursachen die Masern nur beim Menschen. Hauptsächlich befallen sie die Zellen des Immun- und Nervensystems. Dabei dauert es acht bis zehn Tage von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit. Wie Windpocken und Scharlach überträgt sich das Masernvirus durch Husten, Niesen und Sprechen, also durch Tröpfcheninfektion. Über die Schleimhäute von Mund und Atemwegen gelangt es dann in den Körper. Durch eine Impfung (genau wie bei der Windpocken Impfung) kann jedoch eine Immunisierung herbeigeführt werden.

Symptome

Bei den Masern unterscheidet man zwischen zwei Stadien, die jeweils verschiedene Symptome zeigen.

Initialstadium:

  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • leichtes Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Aufgedunsenes Gesicht
  • Empfindlichkeit gegenüber Licht
  • Bindehautinfektion
  • trockener, bellender Husten
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • Weißliche Beläge an der Wangenschleimhaut ab dem zweiten oder dritten Tag (Koplik-Flecken) sind möglich
  • Rötung der übrigen Mund- und Rachenschleimhaut am dritten Tag mit steigendem Fieber

Das Initialstadium endet mit dem Sinken der Temperatur auf Normalwerte.

Exanthemstadium:

  • Schleimhautrötung am weichen Gaumen, gefolgt von einem fleckigen Ausschlag, der typischerweise hinter den Ohren beginnt und sich innerhalb von 24 Stunden über den ganzen Körper ausbreitet
  • Zweiter Fieberanstieg
  • Lymphknotenschwellung

Nach der Erkrankung bleibt oft eine kleieförmige Schuppung zurück. Die Masern verlaufen bei Erwachsenen meist schwerer als bei Kindern. In manchen Fällen treten lebensbedrohliche Komplikationen auf (Lungenentzündung, Hirnentzündung).

Behandlung

Sind die Masern erst einmal ausgebrochen, gibt es keine antiviral wirkende Therapie dagegen. Bettruhe, Dunkelheit und die Verwendung von fiebersenkenden Medikamenten und Hustenmitteln ist zu empfehlen. Außerdem sollte viel getrunken werden. Bei anhaltendem hohen Fieber, Kurzatmigkeit, Atemnot, Ohrenschmerzen, starken Kopfschmerzen, steifem Hals, Nackenschmerzen und brennenden Augen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Kinder sollten erst ein bis zwei Wochen nach den Masern wieder in die Schule oder den Kindergarten gehen. Der Besuch von Menschenmengen sollte vermieden werden. Studien haben gezeigt, dass eine Gabe von Vitamin A positiven Einfluss auf die Komplikations- und Sterblichkeitsrate der Masern hat.

Windpockenimpfung – Nutzen und Risiken

Bereits seit vielen Jahren wird eine Windpocken Impfung vom Robert-Koch-Institut empfohlen, die allerdings von Anfang an und noch immer sehr umstritten ist. Eine Windpockenerkrankung zählt zu den normalen und gewöhnlichen Kinderkrankheiten, wie beispielsweise Masern und Scharlach es ebenfalls sind. Im Normalfall stecken sich Kinder bereits im Kindergarten- bzw. Grundschulalter damit an und sind nach einer Überstandenen Krankheit fast immer immun gegen eine erneute Erkrankung. Nur in seltenen Fällen kommt es vor, dass man sich noch ein weiteres Mal ansteckt, wie etwa bei einem nur leichten Krankheitsverlauf im Kindesalter.

Für wen sie sinnvoll ist

Nun stellt sich natürlich die Frage nach dem Zweck der Windpocken Impfung. Eine Infektion mit Windpocken ist meistens sehr harmlos, sodass erkrankte Kinder lediglich einen unangenehmen und juckenden Hautausschlag erleben und nur ein Risiko der Narbenbildung gegeben ist. Nur selten erleben Kinder einen wesentlich schwereren Krankheitsverlauf, bei dem auch Entzündungen und weitere Infektionen, wie etwa mit dem Herpes Zoster, auftreten. Aus diesem Grund ist es wenig sinnvoll, Kindern bereits in frühen Jahren eine Windpocken Impfung zu verabreichen. Ein Problem ist es allerdings, wenn Erwachsene als Kind nicht an Windpocken erkrankten. Hier ist die Wahrscheinlichkeit für einen sehr schweren Krankheitsverlauf wesentlich größer, sodass es sich als durchaus sinnvoll erweist, Erwachsenen eine Windpocken Impfung zu verabreichen. Auch Frauen, die planen, in absehbarer Zeit ein Kind zu bekommen und ebenfalls im Kindesalter keine Windpocken hatten, sollten sich dringend über eine Windpocken Impfung informieren, denn die Infektion während der Schwangerschaft und ein eventueller schwerer Verlauf der Krankheit sind sehr ernst zu nehmen und können für ein Ungeborenes nicht selten tödlich enden.

Eine Windpocken Impfung ist nicht für jeden Menschen sinnvoll.

Eine Windpocken Impfung ist nicht für jeden Menschen sinnvoll.

Mögliche Risiken

Wie jede Impfung ist auch die Windpocken Impfung mit einem Risiko verbunden. Da der Impfstoff (Varivax oder Varilrix) ein Lebendstoff ist, also abgeschwächte Krankheitserreger enthält, kann er bei der Impfung und in Kombination mit einem geschwächten Immunsystem eine Windpocken Erkrankung auslösen, aber auch andere Entzündungen wie eine Gürtelrose verursachen und auch Hirnhautentzündungen. Weiterhin erhöht die Windpocken Impfung das Risiko, im Alter an einer Gürtelrose zu erkranken, welche wesentlich ernster ist, als eine oftmals harmlose Windpockenerkrankung. Das liegt daran, dass durch die Impfung die Erkrankung zwar verhindert wird, sich das Virus allerdings auch in den Nervenknoten einnisten kann. Vor allen bei älteren Menschen, deren Immunsystem nicht mehr so stark ist, tritt dieses Problem auf. Deswegen wird eine Windpocken Impfung momentan nur in Kombination mit einer Impfung gegen Gürtelrose empfohlen.

Erneuerung

Insgesamt ist eine Windpocken Impfung für Erwachsene und Frauen mit Kinderwunsch, die im Kindesalter noch keine Windpocken hatten, durchaus sinnvoll. Dabei sollten natürlich die Risiken nicht außen vor gelassen werden und in jedem Fall auch beachtet werden, dass eine Windpocken Impfung und die damit verbundene Impfung gegen Gürtelrose regelmäßig erneuert werden müssen, um auch im voranschreitenden Alter optimal geschützt zu sein. Eine Abwägung von Aufwand und Nutzen ist Pflicht und sollte immer mit dem dazugehörigen Arzt durchgeführt werden. Kinder sollten in jedem Fall gegen Masern geimpft werden, wohingegen es gegen Scharlach noch keine Impfung gibt.

 

Kinderkrankheit Scharlach

Der Scharlach tritt besonders bei Kindern im Alter von 4 bis 6 Jahren auf und gehört zu den akuten Infektionskrankheiten. Scharlach wird durch Bakterien aus der Gruppe der Streptokokken (A-Streptokokken) verursacht und kann durch Tröpfchen- und Kontaktinfektion, aber auch über offene Wunden (Wundscharlach) übertragen werden. Im Gegensatz zu anderen typischen Kinderkrankheiten wie z. B. Masern oder Windpocken, die man aufgrund der erworbenen Immunität als Erwachsener nicht mehr bekommen kann, ist es bei Scharlach möglich, mehrfach daran zu erkranken. Also auch noch als Erwachsener. Grund dafür sind verschiedene Streptokokken-Typen, die auch verschiedene Arten von Scharlach auslösen, die sich bezüglich der Symptome voneinander unterscheiden können.

Symptome

Scharlach bricht nach einer Inkubationszeit von zwei bis vier Tagen aus und wird von typischen Symptomen begleitet:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Erbrechen
  • Rachenentzündung mit tiefrotem Rachen und geschwollenen Mandeln (Scharlach-Angina), was Schluckbeschwerden hervorruft
  • Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Himbeerzunge
  • Ausschlag mit leicht erhabenen, intensiv roten, kleinen Flecken, die dicht beieinander stehen. Oft treten sie nur an Leisten und Achseln auf, es kann aber auch der gesamte Körper betroffen sein.
  • Milchbart: Selbst wenn der gesamte Körper mit Ausschlag bedeckt ist, bleibt die Kinn-Mund-Partie dabei frei und sticht durch eine typische Blässe hervor, welche Milchbart genannt wird.
  • Schuppung der Haut an den Spitzen von Fingern und Zehen oder auch an den gesamten Hand- und Fußflächen etwa vierzehn Tagen nach Ausbruch der Krankheit

Behandlung

Im Gegensatz zu den Windpocken oder Masern, gegen die es inzwischen eine Impfung gibt, gibt es leider keine Impfung gegen Scharlach. Er kann jedoch sehr gut mit Penicillin behandelt werden, aber bei einer Penicillin-Allergie hilft auch ein Makrolidantibiotikum (z. B. Erythromycin, Clarithromycin). Da bei Scharlach bei unbehandeltem Verlauf schwere Komplikationen auftreten

Scharlach gehört zu den akuten Infektionskrankheiten.

Scharlach gehört zu den akuten Infektionskrankheiten.

können, ist eine Therapie mit diesen Medikamenten auch unbedingt anzuraten. Abgesehen von den Medikamenten sollten im besten Fall natürlich auch symptomatische Maßnahmen ergriffen werden wie z.B. Gurgeln zur Linderung bei Schluckbeschwerden, schmerzlindernde Lutschtabletten und Fiebersenkung.

Komplikationen

Bleibt Scharlach unbehandelt, kann es zu folgenden Komplikationen kommen:

  • Poststreptokokken-Glomerulonephritis
  • Rheumatisches Fieber mit rheumatischer Endokarditis
  • Neuropsychiatrische Autoimmunerkrankungen
  • Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrom

Außerdem sollten sich Menschen mit offenen Wunden oder mit durch Pilze geschwächter Haut von Patienten fernhalten, die mit dem Scharlachbakterium Streptococcus pyogenes infiziert sind, denn der Erreger kann das Erysipel hervorrufen, eine Infektion der Unterhaut (Subkutis).

 

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