In den letzten Jahren wurden die E-Zigaretten, auch vor dem Hintergrund vermehrt erlassener Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden und Unternehmen, immer populärer. Im Gegensatz zur normalen Zigarette wird in E-Zigaretten kein Tabak verbrannt. Es kommt zu überhaupt keiner Verbrennung, sondern zu einer Verdampfung von Liquiden. Diese Liquide können, müssen aber nicht, auch Nikotin enthalten. 

Wie „Gesund“ ist eine E-Zigarette?

Während in den Anfängen der E-Zigaretten noch keine oder nur sehr wenige Informationen zur gesundheitlichen Auswirkung auf die Nutzung im Verhältnis zur normalen Zigarette beziehungsweise auf die Gesundheit des oder der Raucherin vorlagen, bestehen heute eine ganze Anzahl verschiedener Studien dazu. Mehr Informationen über e-Zigaretten finden Sie hier. Vor dem Hintergrund, das E-Zigaretten in der Regel einen Ersatz für die normale Zigarette darstellen, zeigen unterschiedliche Studien zu den Inhalten der verschiedenen Liquide und ebenso den Inhalten der daraus entwickelten Dämpfe, das im allgemeinen die E-Zigaretten weniger schädlich als die normalen Zigaretten sind. Die Betonung liegt hier auf dem Begriff „Allgemein“, denn nach wie vor kommt in den meisten Liquiden auch Nikotin vor und ein weiterer Aspekt ist der, das der Körper einer Person individuell auf die Einnahme von Stoffen reagiert, wobei auch Dämpfe ihre Problematik besitzen. Dazu wurde im Jahr 2011 eine Studie durchgeführt, die sich mit den Auswirkungen einer 5-minütigen Inhalation eines E-Zigarettenaerosols beschäftigte, wobei in der Studie die Beeinträchtigung der Lungenfunktion untersucht wurde. Das Resultat war, das die Forscher zwar eine mögliche Lungenbeeinträchtigung in Betracht zogen, die Auswirkungen selbst aber so gering waren, das ihnen keine klinische Bedeutung beizumessen ist. In einer weiteren Studie aus dem Jahr 2012 zum Krebsrisiko durch E-Zigarettendampf, der nicht nur den Raucher selbst, sondern auch Menschen in unmittelbarer Umgebung betrifft, konnte keine Überschreitung der Risikogrenzwerte sowohl für Kinder wie auch Erwachsene festgestellt werden. Unter diesen Aspekten könnten E-Zigaretten als Gesünder dargestellt werden, allerdings kommt hier das Suchtverhalten von Rauchern zusätzlich zum tragen.

Kann mit einer E-Zigarette eine Rauchentwöhnung durchgeführt werden?

Eher nein oder nur in Zusammenhang mit einer ärztlich beaufsichtigten Therapie. Bei E-Zigaretten, in der nikotinhaltige Liquids verwendet werden, verhält es sich in Bezug auf die Verabreichung von Nikotin ähnlich einem Nikotinpflaster, wobei das Nikotinpflaster immer die gleiche Menge Nikotin abgibt. Bei E-Zigaretten steuert der Raucher, oft unbewusst, die Menge des inhalierten Nikotins aufgrund entsprechender Kombination der Liquids mit der Hardware beziehungsweise dem Modell der E-Zigaretten. An zwei amerikanischen Universitäten wurden dazu 16 Studien zu den Inhaltsstoffen der Liquids ausgewertet. Dabei wurden in den nikotinhaltigen Liquids Nitrosamine (TSNA) gefunden, deren durchschnittliche Menge der von Nikotinpflastern entspricht. Ein Raucher, der von der normalen Zigarette auf E-Zigaretten umsteigt, ohne dabei eine Rauchentwöhnung in Betracht zu ziehen, wird den niedrigeren Nikotingehalt der E-Zigaretten durch vermehrtes Rauchen kompensieren. Das normale Rauchen führt zu einer körperlichen Abhängigkeit. Nach einer Veröffentlichung aus dem Jahr 2007 besitzt das Nikotin in Verbindung mit weiteren Stoffen im Tabakzigarettenrauch eine ähnliche Suchtwirkung wie Alkohol bezüglich der menschlichen physis und eine Suchtwirkung wie Barbiturate im psychischen Bereich. Der Wechsel zu nikotinfreien E-Zigaretten kann zwar eine psychologische Hilfe zur Rauchentwöhnung darstellen, jedoch nicht zur körperlichen Sucht. Das Verlangen des Körpers nach Nikotin, im Besonderen durch das Dopaminsystem, bleibt gleich.

Wird der Raucher durch E-Zigaretten geschädigt?

Während die dazu bestehenden Studien darlegen, das „Mitraucher“ durch E-Zigaretten nicht geschädigt werden, da diese keinen Nebenstromrauch produzieren und der vom Raucher ausgeatmete Dampf keine schädigende Wirkung auf weitere Personen besitzt, kann der Raucher selbst durch das in den meisten Liquids vorhandene Nikotin durchaus geschädigt werden. Dabei ist der Raucher aber gezwungen, eine größere Menge des Liquids zu verdampfen, da der Nikotingehalt wesentlich geringer ist als in einer normalen Zigarette. Hier kommt wieder die unbewusste Steuerung im Suchtverhalten zum Tragen, das nur durch bewusstes Verhalten beeinflusst werden kann. In Bezug auf den Passivdampf sei hier noch erwähnt, dass das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung die Datenlage zum Passivrauchen, Stand 2012, noch für zu unübersichtlich hält und darum empfiehlt, auch die Nutzung von E-Zigaretten in Nichtraucherzonen zu untersagen.

Sind Schwangere und Kinder durch Passivrauchen der E-Zigaretten gefährdet?

Kinder, ältere Menschen und Schwangere besitzen ein meist labileres Immunsystem als der durchschnittliche Erwachsene und reagieren damit auf schädigende Umwelteinflüsse entsprechend empfindlicher. Zu den Auswirkungen eines möglichen Passivrauchens bei den E-Zigaretten wurden im Jahr 2012 mehrere Studien durchgeführt, die auch in Hinsicht auf Risikogruppen wie Schwangere, Kinder und ältere Personen kein erhöhtes Risiko sehen. In Vergleichsmessungen wurde teilweise sogar festgestellt, dass die normale Atemluft etwa in Großstädten wesentlich ungesünder ist als der Dampf von E-Zigaretten.

Können Kinder und Jugendliche E-Zigaretten kaufen und Rauchen?

Bisher ja. Da das Jugendschutzgesetz nur das Verbot von Tabakwaren beinhaltet, zu denen E-Zigaretten oder E-Shishas nicht gehören, sind sowohl die Liquids wie auch die Geräte selbst für jede Person frei käuflich zu erwerben, unabhängig vom Alter. Bereits heute greifen einer Studie zufolge in Deutschland über eine halbe Million Kinder und Jugendlicher regelmäßig zu E-Zigaretten oder E-Shishas. In einer Ankündigung vom 23. April 2015 erklärte die Familienministerin Manuela Schwesig ein Verbot von E-Zigaretten und E-Shishas zum Verkauf an Jugendliche und Kinder auf den Weg zu bringen. Das kommende Verbot soll sowohl die verschiedenen Geräte wie auch die Liquids beinhalten, gleich ob mit oder ohne Nikotingehalt. Der wichtigste Grund für die Verabschiedung eines E-Zigaretten-Verbots für Kinder und Jugendliche liegt in dem Suchtpotenzial bezüglich echter Zigaretten. Mit E-Zigaretten wird der oder die Jugendliche praktisch auf den Gebrauch echter Tabakwaren vorbereitet. Dieses Risiko ist tatsächlich gegeben, denn eine Untersuchung zeigte, das bei Erwachsenen praktisch keine Neueinsteiger im Gebrauch der E-Zigarette zu finden sind, sondern fast ausschließlich Personen, die vorher bereits Tabakwaren konsumierten. Die logische Schlussfolgerung daraus ist, dass ein Jugendlicher E-Zigaretten-Nutzer als Erwachsener eine wesentlich geringere Hemmschwelle zu echten Zigaretten oder anderen Tabakwaren besitzt als ein Jugendlicher, der keine E-Zigaretten konsumierte. Zudem bildet das Nikotin in den meisten der bisher frei verkäuflichen Liquids einen klar nachgewiesenen Gefahrenstoff, auch wenn bei der Verdampfung geringere Mengen anfallen. Die Sucht auslösende Wirkung bleibt die gleiche wie bei der Verbrennung in herkömmlichen Zigaretten.

 

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