Schluckauf ist in der Regel recht harmlos, jedoch äußerst unangenehm. In einigen Fällen kann es allerdings sein, dass Schluckauf chronisch wird und krankhafte Ursachen hat. Wer ständig Hicks-Geräusche von sich gibt, erhält nicht nur Mitleid, sondern manchmal auch unschöne Kommentare. Wenn der Schluckauf (Singultus) nur recht kurz andauert, ist er harmlos.

So kommt es zum Singultus:

Die Beschwerden vom Schluckauf haben ihre Ursachen im Zwerchfell. Hierbei handelt es sich um einen flachen Muskel, der die Brust- und Bauchhöhle voneinander trennt. Dieser Muskel ist bedeutend für die Zwerchfellatmung, die auch häufig als Bauchatmung bezeichnet wird. Das Zwerchfell zieht sich nach unten zusammen und dabei wird das Brustkorbvolumen vergrößert. So kommt es zu einem leichten Unterdruck. Dieser saugt durch die geöffnete Stimmritze Luft in die Lunge. Wenn sich das Zwerchfell dann wieder entspannt, fließt die Luft wieder aus der Lunge raus. Schluckauf entsteht also, wenn sich das Zwerchfell plötzlich verkrampft. Dann verschließt sich nämlich reflexartig die Stimmritze. Aus dem Grund kann die Luft in der Lunge nicht mehr entweichen. Die Luft haut gegen die geschlossenen Stimmbänder, wodurch ein enormer Druck entsteht. Dieser ist dann letztendlich für den unangenehmen Hicks verantwortlich. Für die Zwerchfellreflexe sind die Nerven im Gehirn zuständig.

Schluckauf hat man bereits, bevor man überhaupt auf die Welt kommt. Schon Babys im Mutterleib leiden häufig unter Schluckauf. Bei Babys tritt das relativ oft auf, gerade im ersten Lebensjahr. Es wird vermutet, dass es als Training für den Atemreflex bei Babys dient. Andere Theorien sagen, dass der Singultus bei Babys ein Reflex ist, der vermeiden soll, dass Flüssigkeiten in die Luftröhre gelangen. Singultus hat für Erwachsene Personen keine bedeutende Funktion. Wenn Schluckauf auftritt, ist häufig das Zwerchfell gereizt. Das kann durch zu hastiges Schlucken ausgelöst werden. Ebenfalls sind heiße und kalte Speisen für den Hicks verantwortlich. Auch Alkohol und Nikotin können den Reiz auslösen.

Das kann man gegen Singultus tun!

Jeder Mensch kennt verschiedene Hausmittel gegen Schluckauf. Die Populärsten sind dabei ein Glas Wasser trinken oder die Luft für einige Sekunden anhalten. Weitere Hilfsmittel, die oft angewendet werden, sind ein Stück Zucker das mit Zitronensaft getränkt ist oder ein Schluck Milch. Viele behaupten auch, dass der Schluckauf verschwindet, wenn der Betroffene erschreckt wird oder an sieben Männer mit Glatze denkt. Alle Tipps und Hausmittel helfen, auch wenn es nicht bei jedem gleich funktioniert. Dennoch haben alle Mittel den gleichen Zweck, und zwar lenken sie den Betroffenen vom Hicks ab. Das führt dazu, dass sich die Atmung entspannt und das Zwerchfell sich wieder beruhigt. Der Reflex verschwindet in der Regel innerhalb weniger Minuten. Es ist meistens harmlos und man braucht keine Therapie oder Sonstiges.

Chronischer Singultus:

Es kann leider auch passieren, dass Singultus chronisch wird. Man spricht von einer chronischen Erkrankung, wenn der Singultus länger als drei Tage anhält. Bedauernderweise gibt es hierfür keine feststellbaren Ursachen. Für Betroffene ist das sehr unangenehm und belastend zugleich. Wenn man unter chronischem Singultus leidet, fühlt man sich meistens müde und erschöpft. Bei einigen kann es zur Schlaflosigkeit führen, was im schlimmsten Fall Depressionen auslöst. Für chronischen Schluckauf gibt es zudem leider keine verlässliche Therapie. Zunächst können Atem- und Verhaltenstherapien äußerst hilfreich sein. Wenn das nicht hilft und der Singultus trotzdem vorhanden ist, bekommt man eine Kombination aus beruhigenden Medikamenten und Präparate, welche die Nerven stimulieren.

Krankhafte Gründe für Singultus:

Es gibt einige ernste Krankheiten, die Schluckauf auslösen. Dazu gehören eine Schilddrüsenunterfunktion, eine Leberentzündung und andere Krankheiten im Magen-Darm-Bereich. Ebenfalls können Krankheiten wie Schlaganfälle oder bösartige Tumore Schluckauf verursachen.

Man sollte einen Arzt aufsuchen, wenn der Singultus sehr oft auftritt. Auch wenn er häufiger als Früher vorkommt, sollte ein Arzt kontaktiert werden. Wenn sich Singultus über einen ganzen Tag hinzieht oder sogar noch länger muss das auf jeden Fall abgeklärt werden. Das Gleiche gilt, wenn zu dem häufigen Singultus noch weitere Symptome auftreten. Gefährliche Anzeichen sind unter anderem Sodbrennen, saures Aufstoßen und Bauchschmerzen. Auch bei hinzukommender Übelkeit sollte man achtsam sein. Weitere Warnzeichen sind unter anderem:

  • Müdigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Schwellungen im Halsbereich

Darüber hinaus sollte sofort ein Notarzt gerufen werden, wenn zum Schluckauf noch Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Lähmungserscheinungen hinzukommen. Auch wenn man unter Sprachstörungen oder Sehstörungen leidet. Das alles kann nämlich auf einen Schlaganfall hindeuten. Wenn man zur Aufklärung beim Hausarzt ist, geht er dem Ursprung des Singultus auf den Grund. Dafür stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Je nachdem um was es sich handelt, erhält man eine Überweisung zum Gastroenterologen, Neurologen oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt.

Weitere Ursachen von Singultus:

Schluckauf kann eine Folge von operativen Eingriffen sein. Wenn Behandlungsmaßnahmen an der Luftröhre oder bei einer Narkose vorgenommen werden, kann es zu Reizungen kommen. Diese können dann den Nervus Phrenikus treffen, was zum Singultus führt. Für Untersuchungsmethoden wie zum Beispiel eine Magenspiegelung gilt das Gleiche.

Auch bestimmte Medikamente können zum Singultus führen. Diese wirken dann auf das vegetative Nervensystem, den Stoffwechsel oder auf die Muskelfunktionen. Zu den verantwortlichen Arzneimitteln gehören unter anderem Barbiturate. Das setzen die Ärzte häufig als Narkosemittel oder Antiepileptika ein. Singultus kann außerdem von einigen Schlaf- und Beruhigungsmitteln ausgelöst werden. Hierbei handelt es sich meistens um Medikamente aus der Gruppe Benzodiazepine. Auch angstlösende Arzneimittel wie Buspiron können zum Singultus führen. Wenn man den Eindruck hat, dass man durch irgendwelche Arzneimittel vermehrt Singultus hat, sollte man mit seinem Arzt darüber sprechen. Wenn man die Medikamente einnehmen muss, darf man sie nicht von alleine absetzten oder die Dosis reduzieren.

Singultus kann außerdem durch psychische Ursachen ausgelöst werden. Dazu gehören zum Beispiel Krankheiten wie Depressionen oder krankhafte Ängste. Dissoziative Störungen können zwar auch zu Singultus führen, jedoch passiert das eher in den seltensten Fällen. Auch seelische Faktoren können Singultus hervorrufen. Dazu gehören unter anderem Erschrecken, Aufregung oder andere Angstgefühle. Wenn es keine ernsthafte Krankheit ist und nur chronisch dann helfen einfache Atemtechniken oder Reflex unterbrechende Methoden. Dazu gehört zum Beispiel das Gurgeln mit Wasser. Darüber hinaus sind Bauchmassagen oder kalte Auflagen auf den Oberbrauch wirkungsvoll. Sehr empfehlenswert sind Entspannungstherapien und die Umstellung der Essgewohnheiten.

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