Als ACE Hemmer werden Arzneistoffe bezeichnet, die hauptsächlich bei der Behandlung von Bluthochdruck Anwendung finden und bei dieser Erkrankung das Mittel der ersten Wahl darstellen.

Dabei wirken ACE Hemmer als Gegenspieler (Antagonist) zu körpereigenen blutdruckregulierenden Hormonen und Enzymen und wurden erstmals im Gift der Jararaca-Lanzenotter, einer brasilianischen Schlangenart, entdeckt.

ACE Hemmer – Wirkung und Nebenwirkungen

ACE Hemmer bewirken eine Blockade des Angiotensin-Converting-Enzyms, welches auch namensgebend für diese Medikamentengruppe ist. Das Angiotensin-Enzym bewirkt im Körper einen gefäßstraffenden Effekt und regt die Niere zur Produktion von Aldosteron an.

Aldosteron veranlasst wiederum den Körper dazu, weniger Wasser und Salz auszuscheiden. Diese Wirkungsweisen sind allerdings im Falle von Bluthochdruck unerwünscht und werden von ACE Hemmern blockiert bzw. abgeschwächt. Als direkte Folge ergibt sich eine Erweiterung der Gefäße und damit eine maßgebliche Entlastung für das Herz. Daher werden ACE Hemmer auch erfolgreich bei Herzinsuffizienz eingesetzt.

ACE-Hemmer sind Blutdrucksenker. © anmaro@fotolia.com

ACE-Hemmer sind Blutdrucksenker.
© anmaro@fotolia.com

In Deutschland werden folgende ACE Hemmer am häufigsten verschrieben, sei es als alleiniger Wirkstoff oder als Breitbandmedikament:

  • Captopril
  • Enalapril
  • Lisinopril
  • Quinapril
  • Benazepril
  • Ramipiril
  • Fosinopril

Dabei haben die verschiedenen Wirkstoffe eine ganze Fülle von verschiedenen Nebenwirkungen, die meisten aber treten in den seltensten Fällen wirklich auf. Die häufigste Nebenwirkung ist ein Reizhusten. Dieser kann bei 5-10 Prozent aller Patienten beobachtet werden. Allerdings tritt der Reizhusten oft erst nach mehreren Tagen oder Wochen auf. Wenn also während der Einnahme Reizhusten auftritt, sollte die Einnahme von ACE Hemmern als erste verdächtige Ursache dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden.

Des Weiteren sollten Wechselwirkungen mit anderen einzunehmenden Medikamenten geklärt werden. Die häufigste Wechselwirkung tritt im Umgang mit Ibuprofen (oft in Kopfschmerztabletten enthalten) auf, wobei es zu einer Ohnmacht kommen kann.

Richtiger Umgang mit ACE Hemmern und ärztliche Kontrolle

Durch die oben genannte Wirkung von ACE Hemmern ist ein bewusster Umgang mit dieser Medikamentengruppe von hoher Bedeutung.

Die Blockade des Angiotensins und Aldosterons stellt einen deutlichen Eingriff in die Selbstregulierung des Blutdrucksystems dar und sollte in jedem Fall unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Jede Änderung in der Einnahme oder auch den Lebensumständen sollte dem Arzt mitgeteilt werden, da z.B. sogar salzige Kost die Wirkung beeinflussen kann.

Dieser entscheidet auch die einzusetzenden Wirkstoffe, klärt mit dem Patienten eventuelle Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auf und kann so zu einem relativ sicheren Nutzen- und Risiko-Verhältnis der Medikamentengruppe beitragen.

Nebenwirkungen

ACE-Hemmer werden hauptsächlich zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt. Die Einnahme kann die Häufigkeit von Herzerkrankungen minimieren. Allerdings können Nebenwirkungen von ACE-Hemmern zu anderen Gesundheitsrisiken führen.

Nebenwirkungen von ACE-Hemmern sind nicht selten

Die Einnahme von ACE-Hemmern wird durch die zusätzliche Einnahme von anderen Medikamenten verstärkt. Zudem können auftretende Nebenwirkungen von ACE-Hemmern verhindert bzw. gelindert werden. Im Folgenden werden Ihnen die häufigsten Nebenwirkungen von ACE-Hemmern illustriert:

Reizhusten zählt zu den häufigsten Nebenwirkungen von ACE-Hemmern. © Klaus Eppele@fotolia.com

Reizhusten zählt zu den häufigsten Nebenwirkungen von ACE-Hemmern.
© Klaus Eppele@fotolia.com

  • Zu Beginn der Medikation kann es infolge der Blutdrucksenkung zu einem sanften Schwindel kommen. Daher wird zunächst eine geringe Einstiegsdosis empfohlen, welche im Laufe der Behandlung gesteigert werden kann. Sollte der Blutdruckabfall zu schnell eintreten, wird durch den behandelnden Arzt Flüssigkeit über die Vene gespritzt und die Beine werden hochgelagert. Dies ermöglicht das Zurückfließen des Blutes in den Oberkörper.
  • Sehr typische Nebenwirkungen von ACE-Hemmern sind ein unangenehmer trockener Reizhusten, der bei etwa 10-15 % der Patienten auftritt, und eine Veränderung des Blutbilds.
  • Besonders der Anstieg des Kalium im Blut wird verstärkt beobachtet.
  • Besonders unangenehm sind die Nebenwirkungen von ACE-Hemmern, wenn die Patienten anfällig im Bereich der Mundpartie sind. Es kann bei dieser Patientengruppe zu einem sog. angioneurotischen Ödem kommen, bei welchem die Lippen und die Mundschleimhaut anschwellen.
  • Seltenere Nebenwirkungen bei ACE-Hemmern sind allergische Reaktionen der Haut oder etwa eine Verminderung der roten und weißen Blutkörperchen.
  • Das Medikament wird durch den Harn aus dem Körper ausgespült. Dadurch kann es als Folge zu einer Nierenfehlfunktion kommen.

Konsultieren Sie vor der Einnahme Ihren Arzt

Um die Nebenwirkungen von ACE-Hemmern zu begrenzen, sollte der Patient vor der Einnahme seinen Arzt aufsuchen. Dieser sollte über alle Medikamente in Kenntnis gesetzt werden, welche der Patient eingenommen hat und gedenkt einzunehmen.

Der Arzt kann die Wirkung und Nebenwirkungen von ACE-Hemmern und die entstehenden Wechselwirkungen anderer Medikamente besser einschätzen als der Patient selbst. Die Einstellung der Medikamentendosis und die Freigabe der Einnahme sollte allein im Ermessen des Arztes liegen.

Trotz aller Nebenwirkungen kann die Einnahme von ACE-Hemmern die Rückbildung von Herzgefäßen nach einem Herzinfarkt entschleunigen und somit den Gesundheitszustand des Patienten auf ein normales Niveau zurückführen.

ACE-Hemmer bei Herzinsuffizienz

ACE-Hemmer bei Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche, Herzschwäche) gelten derzeit als Basismedikament und werden in Form von Lisinopril oder Enalpril verabreicht. Die Wirkung besteht in der Blockade von Angiotensin-Converting-Enzymen (ACE).

ACE-Hemmer bei Herzinsuffizienz bewirkten eine Verminderung des Risikos von Schlaganfällen, Vorhofflimmern, Herzinfarkten und krankhafter Herzvergrößerungen.

Atemnot bei Herzinsuffienz durch ACE-Hemmer lindern

ACE-Hemmer werden bei Herzinsuffizienz eingesetzt. © Birgit Reitz-Hofmann@fotolia.com

ACE-Hemmer werden bei Herzinsuffizienz eingesetzt.
© Birgit Reitz-Hofmann@fotolia.com

Patienten, die an einer Herzinsuffizienz leiden, können sich bei einer Behandlung mit ACE-Hemmern über eine Besserung der Beschwerden nach vier bis zehn Wochen freuen. ACE-Hemmer bei Herzinsuffizienz lindern vor allem die ständige Atemnot und Sie sind körperlich stärker belastbar.

Explizit bei chronisch anhaltenden Herzbeschwerden sind ACE-Hemmer bei Herzinsuffizienz ein fester Bestandteil der Behandlung.
Es werden ACE-Hemmer bei Herzinsuffizienz angewendet, um die Belastung des Herzens zu vermindern und die fortschreitende Vergrößerung zu verhindern. Durch ACE-Hemmer werden die Blutgefäße erweitert und der Blutdruck wird infolge dessen gesenkt.

Zudem verringern sie das Risiko von Salzablagerungen im Blut. Generell können ACE-Hemmer bei Herzinsuffizienz die Beschwerden mindern und die fortschreitende Krankheit stoppen.
Auf dem Gebiet der Herzforschung gibt es zahlreiche Studien, die sich auf die Behandlung von Herzinsuffizienzen beziehen. Generelle Erkenntnisse der Studien, welche bei Zehntausenden Patienten gemessen wurden, sind, dass insbesondere bei sehr starken Infarkten die Behandlungen zu einem deutlichen Erfolg führten.

Weitere Erkenntnisse haben wir für Sie herausgefiltert:

  • Die Arzneimittelbehörde Schwedens empfiehlt insbesondere bei eingeschränkter linksventrikulärer Herzfunktion (Fraktion des Auswurfs unter 40%) und/oder Zeichen einer Insuffizienz nach einem Herzinfarkt die Behandlung mit einem ACE-Hemmer (Captopril oder Ramipril). Besonders wichtig, wie die Studien erwiesen haben, ist dabei, dass der Einsatz der Medikamente erst beginnen darf, nachdem sich der Zustand des Patienten stabilisiert hat. In der Regel ist dies frühestens drei Tage nach einer OP bzw. des akuten Ereignisses möglich.
  • Die Zusatzbehandlung mit Ramipril (DELIX,VESDIL) oder Captopril (LOPIRIN,TENSOBON) senkt laut der Studien die Sterblichkeit von Herzinfarktpatienten mit Muskelschwäche der Herzregion. In Schweden wird die ergänzende Behandlung mit ACE-Hemmern nach einem überstandenen Infarkt bereits offiziell empfohlen.

Rezeptorblocker als Alternative zum ACE-Hemmer

Da in der Regel bei Herzerkrankungen mehrere Medikamente zum Einsatz kommen, können als Zusatzpräparat Rezeptorenblocker (Beta-Blocker) angewendet werden. Zudem können diese zum Einsatz kommen, wenn Patienten ACE-Hemmer nicht vertragen bzw. erhebliche Nebenwirkungen auftreten.

Beta-Blocker

Beta-Blocker sind Medikamente, welche die Beta-1-Rezeptoren und Beta-2-Rezeptoren blockieren oder stimulieren. Beta-Blocker für Typ-1-Rezeptoren wirken auf das Herz, Medikamente für Rezeptoren des Typs 2 auf die Lunge.

Beta-Blocker werden genauso wie ACE-Hemmer zur Therapie des Bluthochdrucks eingesetzt. Sie haben allerdings noch viele andere Wirkungsweisen und Anwendungsgebiete.

Beta-Blocker – ein vielseitig einsetzbares Medikament

Beta-Blocker werden auch bei Bluthochdruck eingesetzt. © Africa Studio@fotolia.com

Beta-Blocker werden auch bei Bluthochdruck eingesetzt.
© Africa Studio@fotolia.com

Durch die Volkskrankheiten Herzschwäche und Bluthochdruck, liegt die Zahl der ausgestellten Rezepte für Präparate, welche auf Beta-1-Rezeptoren wirken, relativ hoch, ebenso wie die der ACE-Hemmer. Sie senken die Stressbelastung des Herzens und verlangsamen dadurch die Anzahl der Herzschläge.

Aufgrund dieser Reduzierung muss das Herz nicht mehr soviel Kraft aufwenden, um genügend Blut durch den Körper zu pumpen. Die Anzahl der Medikamente deren Wirkstoff ein sogenannter Beta-1-Blocker ist, kann fast nicht überschaut werden. Doch gibt es einige Klassiker, die Ärzte gerne verschreiben. Sie sollten allerdings nicht mit einem ACE-Hemmer verwechselt werden. Zu den klassischen Beta-Blockern für Beta-1-Rezeptoren gehören:

  • Beloc
  • Lopresor
  • Concor

Beta-Blocker, welche auf Typ-2-Rezeptoren wirken und diese stimulieren, finden sich hauptsächlich in Sprays und haben nichts mit einem ACE-Hemmer gemein. Diese wirken nicht am Herzen, sondern auf die Lunge. Sie finden hauptsächlich bei Asthmatikern ihre Anwendung.

Durch die Einnahme von Beta-2-Blockern weiten sich die Bronchien und ein einfacheres Luftholen ist möglich. Deshalb gelten Beta-Blocker, welche auf die Lunge wirken, als Akutmedikament der Wahl, wenn ein Asthmaanfall auftritt. Allerdings können diese auch zur normalen Medikamentation gehören, um einem neuerlichen Anfall vorzubeugen. Bekannte Beta-Blocker dieses Typs sind unter anderem:

  • Berotec
  • Salbutamol

Leider haben Beta-Blocker bei einer überdosierten oder Langzeit-Einnahme auch unerwünschte Nebenwirkungen. Sie können eine Antriebslosigkeit des Patienten und eine Dauermüdigkeit hervorrufen. Es fehlt sozusagen die „Power“ im Leben.

Beta-Blocker und ACE-Hemmer – nützlich und gefährlich

Beta-Blocker haben genauso wie ACE-Hemmer eine sehr nützliche Wirkungsweise. Gerade bei Bluthochdruck zeigen Behandlungen mit diesen Medikamenten sehr gute Erfolge. Beta-2-Blocker gelten als das Dauermedikament zur Akuttherapie schlechthin, wenn es sich um Patienten mit Asthmaanfällen handelt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es chronisches oder allergisches Asthma ist.

Die Nebenwirkungen von einem Beta-Blocker oder ACE-Hemmer unterschätzen viele Patienten und auch einige Ärzte. Häufig werden diese nämlich nicht mit den eingenommenen Präparaten in Verbindung gebracht. Treten im Zusammenhang mit der Einnahme von Beta-Blockern Typ 1 oder Typ 2 Dauermüdigkeit oder Antriebslosigkeit auf, sollte der Hausarzt darüber informiert werden. Eventuell ist dann eine andere Dosierung oder der Umstieg auf ein anderes Medikament nötig.

ACE-Hemmer bei Bluthochdruck

Um einen Bluthochdruck zu regulieren, werden von Ärzten sehr häufig ACE Hemmer verschrieben. ACE Hemmer senken wirkungsvoll den Blutdruck, indem sie das Angiotensin-Converting-Enzym hemmen. Dieses Enzym ist an der Bildung von Angiotensin beteiligt, was einen Bluthochdruck verursacht.

ACE Hemmer gehören zur Medikamentengruppe der sogenannten Prile, das heißt, der Wirkstoffname endet immer auf -pril, also Ramipril, Captopril oder Enalapril.

ACE Hemmer helfen wirkungsvoll bei Bluthochdruck

ACE Hemmer werden bei Bluthochdruck eingesetzt. © Andrei Tsalko@fotolia.com

ACE Hemmer werden bei Bluthochdruck eingesetzt.
© Andrei Tsalko@fotolia.com

ACE Hemmer werden zur Monotherapie des Bluthochdrucks eingesetzt, aber auch zusammen mit anderen Medikamenten, vor allem mit Diuretika.

Die Wirkung der ACE Hemmer beruht auf der Hemmung des Angiotensin Converting Enzyms, dessen Aufgabe darin besteht, Angiotensin zu produzieren. Dieser Stoff ist mitverantwortlich für den Bluthochdruck. Da die Bildung dieses Stoffes durch das Angiotensin-Converting-Enzym vorangetrieben wird, sinkt durch eine Blockierung der Blutdruck ab.

Dieses Enzym hat daneben noch die Aufgabe, Bradykinin abzubauen. Dieses wird natürlich auch unterbunden, wodurch einige Nebenwirkungen entstehen.
Wie jedes wirksame Medikament haben auch ACE Hemmer Nebenwirkungen.

Diese sind:

  • Reizhusten Tritt vor allem in den ersten drei Monaten der Behandlung auf. Falls er Auftritt ist es günstig, den ACE Hemmer durch ein anderes Medikament zu ersetzen.
  • Durch die Anreicherung von Bradykinin kann es zur Nesselsucht, Exantheme und anderen Hautreaktionen kommen. Zu schweren Hautreaktionen kommt es allerdings nur ganz selten.
  • Manchmal kommt es auch zu einem starken Blutdruckabfall
  • Nach einer längeren Behandlung mit diesem Medikament kann die Kaliumkonzentration im Blut zunehmen.

Diese Nebenwirkungen können in einzelnen Fällen auftreten, müssen aber nicht. Im Großen und Ganzen wird das Medikament sehr gut vertragen. ACE Hemmer (wie auch Beta-Blocker) sind nicht in der Lage, Bluthochdruck zu heilen, das Medikament muss also ein Leben lang eingenommen werden.

Durch eine Blutdrucksenkung wird das Leben verlängert

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in den Industrienationen die Todesursache Nummer 1. Aus diesem Grund ist es für jeden Menschen wichtig, seinen persönlichen Blutdruck zu kennen und notfalls bei Bluthochdruck mit einem ACE Hemmer korrigierend einzugreifen.

Dieses Medikament muss normalerweise nur einmal am Tag genommen werden. Vereinzelt treten Nebenwirkungen auf, diese sind aber selten und werden oft nicht als besonders störend empfunden. Sollte das doch der Fall sein, dann gibt es natürlich noch andere Medikamente, die genau so wirken und weniger Nebenwirkungen haben.