Amiodaron (Cordarex) gehört zur dritten Klasse der Gruppe der Antiarhythmika nach der Vaughan Williams Klassifikation. Der Wirkstoff findet Verwendung sowohl in der Prophylaxe als auch in der Behandlung von Rhythmusstörungen in den Vorhöfen des Herzens. Die Hauptindikation ist ventrikuläre Arhythmie. Auch in Notfallsituationen ist es ein Medikament der ersten Wahl.

Das Medikament wirkt, indem es das Aktionspotential im Herzen verlängert, wodurch die Weiterleitung von Impulsen verlangsamt wird. Außerdem wird der Prozess der Repolarisation verlängert. Der Mechanismus beruht auf der Blockade von Kalium und Natrium Kanälen. Weitere Effekte sind die antisympathische Wirkung und ein verlangsamter Herzschlag.

Amiodaron dient zur Behandlung von Rhythmusstörungen in den Vorhöfen des Herzens. © Fotolia.com

Amiodaron dient zur Behandlung von Rhythmusstörungen in den Vorhöfen des Herzens.
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Ein anderer Wirkstoff der selben Klasse ist Flecainid. Amiodaron und Flecainid werden gleichermaßen zur Behandlung supraventrikulärer Arhythmien eingesetzt. Einer Studie des „Journal of the American College of Cardiology“ zufolge, ist Amiodaron in geringer Dosis besonders bei chronischen behandlungsreistenten Tachykardien längerfristig besser verträglich.

Ein weiteres Medikament, das zur Behandlung bei Tachykardien in den Vorhöfen verwendet wird, ist Ajmalin. Es ist ein Natriumkanalblocker und verlangsamt auch die Übertragung des Aktionspotentials. Speziell für Amiodaron ist allerdings, dass es nur bei supraventrikulären Rhythmusstörungen eingesetzt wird und die anderen genannten Medikamente in bestimmten Fällen auch bei ventrikulären Rhythmusveränderungen eingesetzt werden können.

Es ist wichtig die Toxität von Amiodaron zu beachten. Dabei sollte besonders die mögliche toxische Wirkung auf die Lunge beachtet werden, wo Lungenentzündungen im Zusammenhang mit der Einnahme von eben diesem auftreten können. Auch die Leber kann geschädigt werden bei verlängerter Einnahme.

Patienten, die zwischenzeitlich einen sehr langsamen arhythmischen Herzschlag aufweisen, sollten nicht mit Amiodaron behandelt werden. Die Einstellung auf das Medikament sollte im Krankenhaus erfolgen, weil sie die Arrhythmien in einigen Fällen verschlimmern können, was ärztlicher Observation bedarf. Die Einstellung auf Amiodaron bedarf normalerweise ein bis zwei Wochen.

Bei jeglicher Überempfindlichkeit zu Inhaltsstoffen von Amiodaron sollte auf ein alternatives Medikament umgestellt werde. Amiodaron kann sowohl perioral als auch intravenös verabreicht werden.

Da es verschiedene Arten supraventrikulärer Arhythmien gibt, werden bei der Differenzierung verschiedene Medikamente eingesetzt. Zur Feststellung von supraeventrikulären Tachykardien, kann Adenosin verwendet werden. In einigen Fällen können die Tachykardien mit der Gabe von Andenosin auch schon terminiert werden.

Ajmalin

Ajmalin ist ebenso wie Amiodaron (in Cordarex) oder Flecianid ein verschreibungspflichtiges Antiarrhytmikum, das zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt wird. Dabei handelt es sich um ein Alkaloid mit einer membranstabilisierenden Wirkung, Der Wirkstoff wird aus der Indischen Schlangenwurzel gewonnen

Applikation

Der Wirkstoff kann sowohl in Injektionen, Salben oder Tabletten enthalten sein. Eine intravenöse Injektion wird nur bei dringlicher Applikation oder zur Diagnostik verabreicht und erfolgt unter einer EKG-Kontrolle. In oraler Form dient Ajmalin vorrangig prophylaktisch.

Indikation

Ajmalin wird zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt. © Fotolia.com

Ajmalin wird zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt.
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Ajmalin ist das Mittel der Wahl bei Störungen des Herzrhythmus, wie z.B.

  • Ventrikluäre Tachykardien
  • Supraventrikuläre Tachykardien
  • Extrasystolien
  • Wolff-Parkinson-White-Syndrom

Dabei findet es den Einsatz sowohl bei der Behandlung bestehender Herzrhythmusstörungen als auch zur Prophylaxe von kardialen Arrhythmien. Neben Adenosin ist es auch bei einer AV-Reentry- Tachykardie indiziert.

Kontraindikation

Eine Behandlung mit Ajmalin darf nicht angewandt werden bei:

  • Herzinsuffizienz
  • Zustand nach Myokardinfarkt
  • Hypertrophe Kardiomyopathie
  • Niereninsuffizienz
  • Bluthochdruck
  • Störungen des Sinusknotens

Auch in der Stillzeit sollte auf eine Ajmalin-Behandlung verzichtet werden.

Wirkungsweise

Ajmalin sorgt dafür, dass das Einströmen von Natriumionen in den Herzmuskel verlangsamt wird. Dadurch wird die Erregungsausbreitung im Herzen und das Aktionspotenzial verlängert. Dies führt zu einer Stabilisierung der Hämodynamik. Daher eignet sich Ajmalin-Behandlung besonders gut für die Notfalltherapie akuter Herzrhythmusstörungen.

Seine Wirkung entfaltet es in der Leber. Rund 10% des Wirkstoffes werden anschließend mit dem Urin wieder ausgeschieden. Je nach Applikationsform liegt der Wirkungseintritt zwischen 1 bis 25 min. Die Wirkungsdauer kann bis zu 8 Stunden anhalten.

Nebenwirkungen

Je nach individueller Konstitution und Darreichungsform können bei der Behandlung mit Ajmalin verschiedene Nebenwirkungen auftreten.

  • Krampfanfall
  • Atemstillstand
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Veränderungen des Blutbildes (Mangel an Granulozyten und Blutplättchen)
  • Appetitlosigkeit
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Hautrötung
  • Akute Leberentzündung
  • Blutdruckabfall

Des Weiteren kann sich der Wirkstoff auf die Herzfunktion auswirken. Bei bestehender Herzmuskelschwäche kann sich diese verschlechtern und es kommt vermehrt zu Herzrhythmusstörungen bis hin zu einem Ausfall der Pumpbewegungen des Herzens.

Ajmalin-Test

Dieser Test dient vorrangig zur Sicherung der Diagnose beim bestehenden Verdacht auf das Brugada-Syndrom. Dabei wird Ajmalin unter permanenter EKG- Kontrolle über mehrere Minuten hinweg intravenös verabreicht. Typische Veränderungen des EKG´s können dadurch auf das Brugada-Syndrom hinweisen.

Amiodaron (in Cordarex) oder Flecianid sind ebenso wie Ajmalinein verschreibungspflichtiges Antiarrhytmikum, die zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden.

Cordarex

Cordarex ist ein wirksames Medikament in Tablettenform, welches gegen Herzrhythmusstörungen zur Anwendung kommt. Die betroffenen Menschen leiden unter einer unregelmäßigen Schlagfrequenz, was sich beispielsweise in Herzrasen äußern kann.

Herz- und Kreislauferkrankungen führen bei den Patienten auch zur Angst und einer inneren Unruhe sowie zu starken Schweißausbrüchen und Benommenheit. Schwere Fälle münden in Luftnot und Bewusstlosigkeit, wo an dessen Ende auch ein Schlaganfall oder Herzinfarkt stehen kann. Die Cordarex Tabletten sollen diese Beschwerden minimieren und verhindern, dass das Herz unregelmäßig schlägt. In den meisten Fällen werden mit den Tabletten sehr gute Erfolge erzielt, doch es gibt auch Patienten, bei welchen dieses Medikament nicht zur Anwendung kommen darf.

In erster Linie darf Personen mit einer Unverträglichkeit gegen diese Substanz das Medikament nicht verabreicht werden. Für Patienten mit verlangsamtem Herzschlag ist Cordarex völlig ungeeignet. Welche Unverträglichkeiten außerdem in dieses Raster gehören, wird bei den Voruntersuchungen der Facharzt feststellen.

Es gibt viele Tabletten gegen Herzrhytmusstörungen – Codarex gehört auch dazu. © Fotolia.com

Es gibt viele Tabletten gegen Herzrhytmusstörungen – Codarex gehört auch dazu.
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Die Cordarex Tabletten können zu unerwünschten Nebenwirkungen führen, welche in ausführlicher Form auf dem Beipackzettel zu finden sind. Häufige Nebenwirkungen sind beispielsweise Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Händezittern oder Bauchschmerzen. Treten diese oder andere Beschwerden bei Cordarex auf, so ist umgehend der Facharzt zu konsultieren.

Vielleicht kann auf das Medikament Amiodaron umgestellt werden, welches ebenfalls gegen Herzrhythmusstörungen wirkt, genau wie auch Ajmalin und Flecainid. Auf keinem Fall darf das Medikament selbstständig abgesetzt werden, sondern alle Maßnahmen sind immer mit dem Arzt abzusprechen. Auch Adenosin gehört so zu diesen Medikamenten.

Bei der Einnahme von Cordarex gibt es einige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Bei einer gleichzeitigen Einnahme von Herzglykosiden können die Wirkungen des Herzmedikamentes verstärkt werden, was sich dadurch äußert, dass sich der Herzschlag überdimensional verringert.

Andere Medikamente können die Wirkung des Herzmedikamentes aushebeln und unerwünschte Herzrhythmusstörungen auslösen oder den Blutdruck nach unten fallen lassen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass beim Arzt auch die Medikamente erwähnt werden, welche gegen andere Krankheiten zur Anwendung kommen. Besonders bei der Einnahme von mehreren Präparaten ist es für die Ärzte schwer, die entsprechenden Wechselwirkungen zu erkennen.

Die Cordarex Tabletten beeinträchtigen auch verschiedene Fähigkeiten. So wird die Reaktionszeit verlängert, was zur Gefahr im Straßenverkehr führen kann. Auch bei der Arbeit an Maschinen ist erhöhte Vorsicht geboten.

Besonders bei Beginn der Behandlung kann das Trinken von alkoholischen Getränken zu einer verstärkenden Wirkung führen. Nach einer gewissen Zeit hat sich der Körper an die Tabletten gewöhnt und die Folgen durch Alkohol sind weniger dramatisch.

In regelmäßigen Abständen sollten auch die Lunge, die Schilddrüse und die Leber vom Arzt kontrolliert werden.

Flecainid

Flecainid wird für die Behandlung einer spezifischen Form von Herzrhythmusstörungen mit lebensbedrohlichen Zuständen eingesetzt und ist verschreibungspflichtig. Es gehört wie Cordarex und Adenosin zur Gruppe der Antiarrhythmika Klasse eins a, die zur Senkung einer erhöhten Herzfrequenz und Behandlung von unregelmäßigem Herzschlag eingesetzt werden.

Hauptbestandteil ist der Wirkstoff Amiodaron. Diese drei Antiarrhythmika (Cordarex, Adenosin, Flecainid) können als Tabletten oder durch Injektionen verabreicht werden, während Ajmalin nur intravenös verabreicht wird.

Wann darf keine Behandlung mit Flecainid erfolgen

Hauptbestandteil von Flecainid ist der Wirkstoff Amiodaron. © Fotolia.com

Hauptbestandteil von Flecainid ist der Wirkstoff Amiodaron.
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Um die Wirkung von Flecainid kontrollieren zu können, sollte zu Beginn der Behandlung mit Flecainid und auch bei einer notwendigen Änderung der Dosierung sich der Patient in stationärer Behandlung befinden, dass eine ständige Plasmaspiegelkontrolle und EKG-Überwachung gewährleistet werden kann.

Flecainid darf nicht angewendet werden bei:

  • einer bekannten Überempfindlichkeit auf Flecainid,
  • drei Monate nach Auftreten eines Herzinfarktes,
  • einer vorhandenen SA-Blockierung,
  • bei eingeschränkter Herzleistung unter 35 %,
  • bei Kindern unter 12 Jahren,
  • bei einer ausgeprägten Herzinsuffizienz,
  • bei einer vorhandenen Einschränkung der Nierenfunktion und
  • nur unter ständiger Überwachung bei Patienten mit einer Leberinsuffizienz.

Mögliche Nebenwirkungen von Flecainid

Wie bei der Einnahme eines jeden anderen Medikamentes auch, können auch bei Flecainid Nebenwirkungen auftreten. Da ein jeder Mensch anders auf Flecainid reagiert, sind auch diese von Fall zu Fall sehr unterschiedlich oder Flecainid wird so gut vertragen, dass absolut keine Nebenwirkungen bemerkbar sind.

Als sehr häufig auftretene Nebenwirkungen gelten das vorübergehende Auftreten von Schwindel, eine vorübergehende Benommenheit, kurzzeitige Atembeschwerden, eine vorübergehende Verminderung der Sehfunktion und Müdigkeit.

Als häufig werden Magen-Darm-Beschwerden, Erbrechen und Übelkeit, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, plötzliche Schweißausbrüche, Ohrensausen, Fieber und Kopfschmerzen eingestuft.

Selten wurden bisher das Auftreten von allergischen Reaktionen, plötzlicher Haarausfall, Nervenstörungen in Beinen und Armen, spürbare Verwirrtheit, anhaltende Blähungen, unerklärliches Völlegefühl, die kurzfristige Erhöhung der Leberwerte und ein Mangel an weißen und roten Blutkörperchen beobachtet.

Als sehr seltene Nebenwirkung gilt der Anstieg verschiedener Antikörper im Blut.
Beim Auftreten von Nebenwirkungen sollte generell der behandelnde Arzt informiert werden, damit dieser die Dosierung gegebenenfalls ändert.

Adenosin

Das Nuklesid Adenosin ist aus der Nukleinbase Adenin und einer beta-D-Ribose zusammengesetzt und kommt natürlicherweise sowohl allein, als auch in Verbindung mit anderen Molekülen im menschlichen Körper vor. Aufgrund seiner vielfältigen Nutzung und Wirkung ist Adenosin eines der häufigsten Moleküle im menschlichen Körper.

Adenosin

Adenosin allein wirkt im menschlichen Körper schlafinduzierend und hemmt die aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Acetylcholin und Noradrenalin. Es senkt Herzfrequenz und Blutdruck und führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße. Im Extremfall kann die Verabreichung einer höheren Dosis zu einem vorübergehenden Herzstillstand führen.

Adenosin kann in einer höheren Dosis zu einem vorübergehenden Herzstillstand führen. © Fotolia.com

Adenosin kann in einer höheren Dosis zu einem vorübergehenden Herzstillstand führen.
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Da Adenosin aber innerhalb von wenigen Sekunden wieder abgebaut wird, hat dieser Herzstillstand in der Regel keine bleibenden Schäden zur Folge. Es wird daher zur Behebung von vorübergehenden Herzrasen (AV-Reentry-Tachykardie) eingesetzt.

Da aber wegen der kurzen Herzstillstandes eine Verabreichung von Adenosin nur unter intensivmedizinischen Bedingungen angemessen ist, wurden zur Behandlung von Herzrasen andere Medikamente wie Amiodaron, Cordarex, Flecainid und Ajmalin entwickelt, die helfen, ohne eine dauerhafte Schädigung des Herzens zu riskieren.

DNA/RNA

Die genetische Information der DNA setzt sich aus der Abfolge der vier Nukleinbasen Adenin, Guanin, Cytosin und Thymin zusammen. Diese sind über ein Gerüst aus einer Ribose und einem Phosphatrest miteinander verbunden. In der DNA-Doppelhelix sind immer Adenin und Thymin paarweise gebunden. Etwa 59 % der menschlichen DNA, das sind etwa 3 Milliarden Basen in jeder Zelle, besteht aus diesen AT-Paaren.

AMP/ADP/ATP

An Adenosin kann, wie in der DNA, ein Phosphatrest gebunden sein. In diesem Fall heißt dieses Molekül Adenosinmonophosphat (AMP). Werden weitere Phosphatreste gebunden, bilden sich Adenosindiphosphat (ADP) und Adenosintriphosphat (ATP). Die Bindung der Phosphatreste erfordert Energie, die bei der Trennung der Bindung wieder freigesetzt werden kann.

ATP dient daher im Körper als universeller Energiespeicher und -überträger und findet sich in großen Mengen in jeder Zelle des Körpers. Als cyclisches Adenosinmonophosphat spielt das Molekül auch noch eine wichtige Rolle als Second Messenger, also bei der zellulären Signalübertragung.