Das am meisten verwendete Verhütungsmittel ( engl. Contraceptives )ist die Babypille. Dieses Medikament bietet verlässlichen Schutz und ist außerdem sehr leicht anzuwenden. Dieses Hormonpräparat wird auch als „die Pille“ bezeichnet und enthält die weiblichen Hormone Östrogen sowie Gestagen. Wird die Babypille regelmäßig und richtig eingenommen, ist sie das sicherste Verhütungsmittel welches es gibt

Babypille oder Antibabypille

Von 1000 Frauen, welche mit der Babypille 12 Monate verhüten, werden lediglich 3 schwanger. Die Methodensicherheit hat somit einen Pearl-Index von 0.3. Frauen, welche keine Östrogen-Gestagen-Kombination zur Verhütung einsetzen wollen oder keine Östrogene aufgrund von Erkrankungen einnehmen dürfen, können zu Desogestrel greifen. Dieser Wirkstoff beeinflusst die Milchbildung nicht und kann während der Stillzeit eingenommen werden. Desogestrel wird meistens in der Form einer Minipille eingenommen. Erfunden wurde die Babypille vom Bulgarisch-amerikanisch-österreichischen Schriftsteller und Chemiker Carl Djerassi. Er wurde am 29. Oktober 1923 in Wien geboren und starb am 30. Januar 2015 in San Francisco. In seiner Autobiografie bezeichnet er sich selbst als „Mutter der Pille“, da er sich selbst lediglich als der Erfinder der Babypille sah.

Funktionsweise der Babypille

In der Pille sind künstlich hergestellte Geschlechtshormone enthalten. Diese führen zu relativ konstanten Hormonspiegeln. Besonders die Babypillen, welche Gestagene sowie Östrogene enthalten, unterdrücken die Steuerung durch übergeordnete Steuerhormone. Der LH-Wert steigt und die Eireifung findet nicht statt. Dadurch fällt normalerweise auch der Eisprung aus. Die Gestagene machen den Schleim am Muttermund für die Spermien unzugängiger und die Spermien können dadurch theoretisch nicht mehr in die Gebärmutter kommen. Findet doch ein Eisprung statt, dann wird die mögliche Befruchtung durch die quasi stillgelegten Eileiter erschwert. Das Ei kommt nicht vorwärts und die Gebärmutterschleimhaut bildet sich nicht mehr und ein doch befruchtetes Ei findet keinen Platz um sich einzunisten.

Einsatzmöglichkeiten

Die Antibabypille findet verschiedene Einsatzmöglichkeiten. Vorrangig wird sie als Verhütungsmittel gegen eine unbeabsichtigte Schwangerschaft verschrieben, außerdem hilft die Pille gegen stark ausgeprägte Menstruationsbeschwerden. Das in der Antibabypille enthaltene Östrogenpräparat lässt die Beschwerden der Monatsblutung wesentlich milder ausfallen. Die Pille wird auch verschrieben, wenn Frauen unter einer sehr unregelmäßig auftretenden Monatsblutung leiden. Zusätzlich wirkt die Antibabypille gegen übermäßig viel Körperbehaarung sowie bei Akne.

Nebenwirkungen

Es kann zu verschiedenen Nebenwirkungen durch die Einnahme der Babypille kommen. Dazu zählen:

  • Migräne
  • Migräne als Nebenwirkung der Einnahme der Babypille

    Migräne als Nebenwirkung der Einnahme der Babypille

  • Erbrechen
  • ein Spannungsgefühl in den Brüsten
  • Übelkeit

Eine weitere unerwünschte Nebenwirkung sind Stimmungsschwankungen. In den letzten Jahren haben einige Zivilisationskrankheiten zugenommen, bei welchen die Pille durchaus eine auslösende Funktion einnehmen kann. Darunter zählen Krankheitsbilder wie:

  • Herzinfarkt
  • Thrombosen
  • Vaginal-Mykosen
  • Brustkrebs
  • Depressionen

Besonders betroffen sind rauchende Frauen, bei ihnen besteht ein erhöhtest Risiko unter Herzinfarkt oder Thrombose zu leiden. Sehr viele Frauen bemerken eine Gewichtszunahme von etwa 3 Kilogramm, da aufgrund des Oestrogens bis zu drei Liter Wasser in das Gewebe eingelagert werden. Nach dem Absetzen der Pille wird dieses Wasser wieder ausgeschieden. Von dieser Nebenwirkung ist allerdings nur ein Bruchteil der Frauen betroffen.

Was ist, wenn die Pille vergessen wurde?

Hat sich das Nehmen der Babypille (Mikropille) über mehr als zwölf Stunden verschoben oder wenn sie gar nicht genommen wurde, ist der Schutz der Verhütung gefährdet. Wird die Pille mehr als einmal weggelassen besteht die Gefahr schwanger zu werden, da sie ihre Wirkung völlig verloren hat. Ob man noch geschützt ist nach dem einmaligen vergessen, hängt von der Babypille und von der Zeit des Vergessens ab. Außerdem spielt es eine Rolle wann der letzte Geschlechtsverkehr statt gefunden hat. In diesem Fall sollte der Rat vom Frauenarzt eingeholt werden. Es gibt die Pille danach, welche man inzwischen ohne ein Rezept zu benötigen in der Apotheke kaufen kann. Diese sollte dann möglichst zügig eingenommen werden.

Weitere Verhütungsmittel

Die heutige Medizin sowie Arznei wird immer besser in sehr vielen Einsatzgebieten. Das ist auch bei den Verhütungsmitteln nicht anders. Vor einigen Jahren gab es nur eine sehr kleine Auswahl, heute gibt es sehr viele Möglichkeiten eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Durch nichthormonelle sowie hormonelle Mittel kann jede Frau eine Verhütung durchführen, wie es für sie am besten ist. Die Verträglichkeit verschiedener Verhütungsmittel hat sich in den letzten Jahren auch erheblich gebessert.

Neben dem gängigsten Verhütungsm,ittel, der Babypille, gibt es noch weitere Möglichkeiten, sich vor der Schwangerschaft zu schützen

Neben dem gängigsten Verhütungsm,ittel, der Babypille, gibt es noch weitere Möglichkeiten, sich vor der Schwangerschaft zu schützen

  • Die Kombinationspille
    Kombinationspillen enthalten zwei voneinander verschiedene Hormone. Ein künstliches Gestagen sowie ein künstlichen Östrogen. Durch diese Kombinationspillen wird verhindert, dass der Hypothalamus (im Gehirn) das Hormon Gonadotropin bildet, welches den Eisprung bewirkt. Diese Weiterentwicklung der Babypille wird als Mikropille eingenommen.

 

  • Kondome
    Sehr beliebt ist auch das Kondom. Eine richtige Anwendung ist entscheiden, denn diese bestimmt die Sicherheit nicht schwanger zu werden. Besonders positiv ist bei einem Kondom, dass es nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft schützt sondern auch vor Geschlechtskrankheiten. Verkehrt man mit einem unbekannten Partner ist das Kondom vor allem am Anfang sehr empfehlenswert. Nicht ganz so verbreitet wie das Männerkondom ist in Deutschland das Frauenkondom. Es schützt aber genau wie das Männerkondom vor einer ungewollten Schwangerschaft sowie vor übertragbaren Geschlechtskrankheiten.

 

  • Die Minipille
    Durch die Minipille wird der Schleim im Gebärmutterhals von niedrig dosiertem Gestagen beeinflusst, und verhindert damit das Gelangen der Spermien in die Gebärmutter.

 

  • Depotspritze
    Wenn Frauen oft ihre Pille vergessen, ist eine Depotspritze eine sinnvolle Alternative. Dabei handelt es sich um eine Spritze, welche aller drei Monate aufgefrischt werden muss.

 

  • Der Verhütungsring
    Unter einem Verhütungsring versteht man einen flexiblen Vaginalring. Dieser gibt Hormone ab und kann einmal im Monat selbstständig ausgewechselt werden. Außerdem kann ein Hormonimplantat im Oberarm eingesetzt werden. Damit ist die Frau für 3 Jahre vor einer ungewollten Schwangerschaft geschützt.

 

  • Verhütungspflaster
    Eine weitere Methode zur Verhütung ist ein hormonhaltiges Verhütungspflaster. Dieses wirkt eine Woche und kann auch unter sehr enger Kleidung getragen werden, da es sehr dünn ist.

 

  • Die Spriale
    Eine Spirale können sich Frauen bei ihrem Frauenarzt einsetzen lassen. Dabei handelt es sich um einen teilweise mit Kupfer umwickelten Plastikkörper in T-Form, welcher zwischen 3 Jahren und 5 Jahren in der Gebärmutter bleibt.

 

  • Knaus-Ogino-Verhütungsmethode
    Eine ziemlich unsicher Variante ist die Knaus-Ogino-Verhütungsmethode. Diese Methode beruht auf der Protokollierung des Menstruationszyklus, bei welchem der voraussichtliche Eisprung grob abgeschätzt wird. Frauen welche diese Verhütungsmethode nutzen, verzichten dann in den von Ihnen errechneten fruchtbaren Tage auf ungeschützten Sex. Ein Verhütungscomputer kann durch Hormonbestimmung sowie Temperaturmessung im Urin die fruchtbaren Tage bestimmen.

 

  • Sterilisierung
    Frauen, welche mit der Familienplanung definitiv abgeschlossen haben, können sich sterilisieren lassen. Dieses gilt ebenso für den Mann, wenn er keine Kinder mehr bekommen möchte.

 

 

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