In Deutschland nehmen 10 bis 17 % aller Menschen mindestens einmal im Laufe ihres Lebens Beruhigungsmittel ein. Doch was sind Beruhigungsmittel? Wann werden sie eingesetzt und gibt es vielleicht Alternativen?

Was sind Beruhigungsmittel?

Tranquilizer, wie Beruhigungsmittel im Fachjargon genannt werden, sind Psychopharmaka, das heißt, sie fungieren im Gehirn. Ihre Wirkung ist vor allem beruhigend und angstlösend. Beruhigungsmittel hemmen einen bestimmten Neurotransmitter am Andocken an seine jeweiligen Rezeptoren. Durch die Blockade gelangen weniger Impulse weiter und das Aktivitätsniveau des Pateinten wird herabgesetzt. Sie ersetzen also keinen Botenstoff, sondern schwächen diesen in seiner Wirkung.

Krankheiten

Menschen, welche unter extremen Angstzuständen leiden, befürchten ständig das Eintreten einer Katastrophe. Durch die unumgängliche Auseinandersetzung mit der vermeintlich bedrohlichen Situation geraten sie in steten Stress. Tranquilizer werden verschrieben, um die Auswirkungen der Angst zu lindern: Das Gefühl der körperlichen Anspannung, wie Zittern, Schwitzen, Herzrasen, Atembeschwerden oder der Knoten im Magen werden durch die Einnahme von Beruhigungsmitteln abgeschwächt. Auch verschiedene psychische Funktionsstörungen wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Reizbarkeit können gelindert werden.

Beruhigungsmittel bewirken also eine gewisse Entspannung, ändern aber nichts an der Ursache der Angstzustände. Hier können nur Psychotherapie und zusätzlich ein Entspannungstraining für langfristige Entlastung sorgen.

Alternativen zu Beruhigungsmitteln

Neuroleptika sind in der heutigen Zeit eher als Antipsychotika bekannt. Sie werden in drei Gruppen aufgeteilt, wobei zwischen sedierender und antipsychotischer Wirkung unterschieden wird. Im Falle von Angststörungen können niederpotente Neuroleptika gegen Unruhe, Ängste und Erregungszustände Abhilfe schaffen. Da sie ein wesentlich geringeres Suchtpotenzial besitzen, werden sie unter den verordnenden Ärzten immer beliebter.

Antidepressiva finden im Rahmen der Behandlung gegen Angststörungen kaum Bedeutung, da sie bei der Aufnahme von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin wirken und dies keinerlei im ursächlichen Zusammenhang mit einer Angststörung steht.

Homöopathische Alternativen

Selbstverständlich finden sich in der homöopathischen Literatur ausreichend Hinweise auf Mittel gegen Angststörungen. Jedoch ist die Wirksamkeit der Homöopathie bis heute nicht wissenschaftlich bewiesen. Was jedoch nicht davon abhält, ergänzend zu schulmedizinischen Erkenntnissen auch naturheilkundliche Verfahren zu erproben: Die Einnahme von pflanzlichen Sedativa wie Johanniskraut, Baldrian, Hopfen oder Passionsblume steht in keinem Missverhältnis zu klassischen Tranquilizern und kann im Gegensatz dazu in einem nahezu unbegrenzten Zeitrahmen eingenommen werden.

Nebenwirkungen

Aufgrund der Blockade an den Transmitter-Rezeptoren können Beruhigungsmittel vor allem sehr schläfrig machen. Vom Autofahren sowie dem Führen von Maschinen wird daher abgeraten. Auch Gedächtnisstörungen und Muskelschwäche sind keine seltenen Nebeneffekte von Tranquilizern. Wegen der bekannten Suchtgefahr werden Beruhigungsmittel in der Regel nur kurzfristig, das heißt maximal vier Wochen, bei akuten Anlässen verschrieben, zum Beispiel in den Tagen vor oder nach einem real belastenden Ereignis. Auch darf die Einnahme nicht abrupt enden, da sonst die Gefahr von Entzugserscheinungen bzw. eines Rebound-Effektes droht. Die Dosis muss stattdessen unter ärztlicher Aufsicht reduziert werden.

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