Melperon ist ein Neuroleptikum. Das Medikament Melperon ist ein mittelpotentes Neuroleptikum und gehört zur Gruppe der Butyrophenone. Es wird bei Erregungszuständen und Unruhe bei spezifischen, geistig-seelischen Erkrankungen eingesetzt. Der Wirkstoff beeinflusst das Herz-Kreislauf-System nur wenig und hat eine minimale delir-induzierende Wirkung. Deshalb findet es häufig bei gerontopsychiatrischen Patienten Anwendung.

Neuroleptika werden in drei verschiedene Klassen unterteilt. Es gibt die hochpotenten Neuroleptika, wo beispielsweise das Haloperidol und das Risperidon dazu gehören. Zu den mittelpotenten Neuroleptika gehören das Melperon und das Quetiapin (Seroquel). In die Klasse der niedrigpotenten Neuroleptika gehören das Pipamperon und das Promethazin (Atosil).

Wann wird es verschrieben?

Melperon wird bei Schlafstörungen, Spannungs- und Erregungszuständen verschrieben. Verwirrtheitszustände und das alkoholbedingte Delir sind ebenfalls Indikationen. Geistig- seelische Erkrankungen, die gut auf Melperon ansprechen sind beispielsweise Demenz und Depressionen mit Ängsten.

Wie wird Melperon eingenommen?

Den Wirkstoff gibt es in Tablettenform, als Tropfen und als Saft. Bei Schlafstörungen werden 10- 100mg pro Tag oder zur Nacht eingenommen. Wird es bei Verwirrtheitszuständen und dem alkoholbedingten Delir eingesetzt, werden 50- 200mg pro Tag verabreicht. Bei Depressionen, die mit starken Ängsten und Schlafstörungen einhergehen, wird eine Dosis von 25- 75 mg pro Tag verschrieben.

Die Tagesdosis sollte auf mehrere Einnahmen verteilt werden. Zur Nacht wird meist eine höhere Dosis eingesetzt.

Gegen was soll es helfen?

Melperon wirkt beruhigend und wird bei Zuständen psychischer & physischer Unruhe eingesetzt. © Fotolia.com

Melperon wirkt beruhigend und wird bei Zuständen psychischer & physischer Unruhe eingesetzt.
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Das Medikament wirkt beruhigend und löst so Ängste auf. Die Schlaffördernde Wirkung erleichtert das Einschlafen und wirkt so Schlafstörungen entgegen. Unruhezustände und psychomotorische Unruhe wird durch die Dopaminhemmung im Limbischen System unterdrückt und eine gedrückte Stimmung bei Depressionen gehoben. Psychotische Symptome bei einem Delir werden ebenfalls gemindert.

Wie wirkt Melperon?

Melperon blockiert die Dopamin-Rezeptoren aufgrund der antidopaminergen Wirkung. Diese prä- und postsynaptischen Rezeptoren liegen im Limbischen System, welches für die Verarbeitung der Emotionen und das Triebverhalten verantwortlich ist. Das Limbische System schüttet außerdem körpereigene Opioide (Endorphine) aus. Hier wird die Entstehung von psychotischen Symptomen vermutet, da Antipsychotika hier ansetzten und diese Symptome unterdrücken.

Was muss beachtet werden?

Ältere Patienten sprechen meist auf eine geringere Dosis an, hier ist besonders auf Herz-Kreislauf-Symptome zu achten.

Es kann durch die Hemmung der Dopamin Synthese zu Nebenwirkungen kommen. Diese Störungen nennt man Extrapyramediales Syndrom. Dabei ist der Bewegungsablauf gestört, da die Muskeln eine erhöhte oder erniedrigte Spannung haben. Die extrapyramedialen Störungen können Stürze verursachen, da die Bewegungen nicht mehr genau koordiniert werden können.

Neuroleptika Klasse Stoffklasse Wirkstoff
Hochpotente Neuroleptika ButyrophenonBenzisoxazolderivat HaloperidolRisperidon
Mittelpotente Neuroleptika ButyrophenonDibenzothiazepin MelperonQuetiapin (Seroquel)
Niedrigpotente Neuroleptika ButyrophenonPhenothiazin PipamperonPromethazin (Atosil)

Wie wirkt Risperidon?

Die Anwendungsgebiete

Risperidon ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, welches in der Psychiatrie eingesetzt wird. Dieses Präparat gehört zu der Gruppe der Neuroleptika, wie Melperon oder Atosil. Der Einsatz von Risperidon erfolgt bei Psychosen mit einer Verkennung der Realität, Schizophrenie oder einer Demenz. Risperidon ist eines der Arzneimittel, welche die Ärzte in Deutschland sehr häufig verordnen. Wahnvorstellungen oder Halluzinationen werden mit Risperidon bekämpft, wobei die Erfolgsaussichten sehr unterschiedlich sein können. In den den meisten Fällen werden die Beschwerden erheblich gemindert und die Patienten können ein relativ normales Leben führen. Allerdings ist es manchmal erforderlich, dass die Betroffenen über eine längere Zeit unter ärztlicher Aufsicht bleiben müssen, damit bei Problemen sofort ein Arzt zur Stelle ist.

Anwendung nicht möglich

Es gibt auch Krankheitsbilder, wo Risperidon nicht angewendet werden darf. Hierbei handelt es sich um folgende Erkrankungen:

  • eingeschränkter Leberfunktion
  • gestörter Nierenfunktion
  • niedriger Blutdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • Parkinson

Anwendung bei Kindern

Risperidon darf schon bei Kindern ab 5 Jahren eingesetzt werden. Allerdings muss der behandelnde Arzt mit einer niedrigeren Dosis arbeiten. Eine Steigerung darf nur langsam und behutsam erfolgen. Bei einer Dauermedikation ist immer die niedrigste Menge zu wählen.

Die Nebenwirkungen

Wie bei jedem wirksamen Medikament gibt es auch bei Risperidon eine Reihe von Nebenwirkungen. Da jeder Körper auf das Medikament anders reagiert, können die unerwünschten Begleiterscheinungen sehr unterschiedlich ausfallen.

So können folgende Beschwerden auftreten:

Bei vielen der Patienten ist eine gute Verträglichkeit des Präparats zu beobachten, welches zu der Gruppe der Neuroleptika, wie Melperon oder Atosil, gehört.

Sollten die Beschwerden unerträgliche Ausmaße annehmen, so darf Risperidon nur in Absprache mit dem Arzt abgesetzt werden. Es wird sofort nach einem anderen Medikament gesucht, welches eine ähnliche heilende Wirkung hat. Zuerst muss geschaut werden, wie sich die Nebenwirkungen bei dem Patienten gestalten. Es besteht auch die Variante, die Form der Verabreichung zu ändern. Risperidon kann dem Patienten als Salbe, Spritze oder Tablette gegeben werden.

Genaue Einnahme beachten

Wichtig ist es, dass die Patienten während der Behandlung immer mit reichlich Flüssigkeit versorgt werden, denn der Mineralhaushalt muss immer ausgeglichen sein. Bei einer ambulanten Behandlung ist zu beachten, dass das Medikament nach der Einnahme die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt und es besteht eine erhöhte Gefahr, wenn an Maschinen gearbeitet wird. Sollten Schwindel und Bewusstseinstrübungen auftreten, so ist umgehend der Arzt zu konsultieren. Wie bei anderen Filmtabletten ist das Medikament in regelmäßigen Abständen einzunehmen. Diese Zeitintervalle sind gewissenhaft einzuhalten, da sonst das Präparat seine Wirkung nicht im vollen Umfang entfalten kann. Da das Medikament gezielt im Gehirn wirkt, ist es sehr wichtig, dass der Patient dem Arzt mitteilt, welche anderen Arzneimittel eingenommen werden. Auf diesem Weg können unerwünschte Wechselwirkungen ausgeschlossen werden.

Was genau ist Pipamperon?

Pipamperon ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff, der zu den Neuroleptika gezählt wird und der sedierende und antipsychotische Eigenschaften hat. Neuroleptika sind Arzneimittel, die im Zentralnervensystem über eine Blockade der Rezeptoren bestimmter Neurotransmitter (Botenstoffen im Gehirn) wirken. Diese Blockade hat einen psychotropen Effekt, d.h. es wird Einfluss auf die Psyche genommen. Zur Wirkstoffgruppe der Neuroleptika gehören beispielsweise auch Melperon, Quetiapin (Handelsname Seroquel®), Risperidon und Promethazin (Handelsname Atosil®)

Wann wird es verschrieben und wie wird es eingenommen?

Verordnet wird Pipamperon bei aggressiven psychotischen Zuständen und Schlafstörungen.
Die zugelassen Indikationen sind:

  • Schlaflosigkeit
  • andere Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Stimmungsschwankungen (übermäßige Gereiztheit, Antriebslosigkeit)
  • Verwirrtheit
  • Aggressivität
    Das Arzneimittel Pipamperon wird auch zur Beruhigung von Kindern mit auffällig aggressivem Verhalten angewendet. © Fotolia.com

    Das Arzneimittel Pipamperon wird auch zur Beruhigung von Kindern mit auffällig aggressivem Verhalten angewendet.
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In der Praxis verordnen Ärzte das Neuroleptikum meistens als leichtes Schlafmittel und als leichtes Beruhigungsmittel bei älteren Patienten. Nach gründlicher Abwägung von Nutzen und Risiko und unter sehr strenger ärztlicher Überwachung wird es auch zur Therapie von Kindern mit aggressivem Verhalten eingesetzt.

Der Wirkstoff ist in Tablettenform oder als Saft im Handel. Die Einnahme erfolgt oral. Besondere Einnahmevorschriften im Zusammenhang mit den Mahlzeiten sind nicht zu beachten. Der verschreibende Arzt muss die Dosierung langsam einschleichen und an jeden Patienten individuell anpassen. Ältere Patienten können zum Beispiel empfindlicher auf den Wirkstoff reagieren als jüngere Patienten. Auch das Absetzen des Medikaments muss langsam erfolgen, sonst kann es zu Schlafstörungen kommen. Es ist also besonders wichtig, dass sich der Patient an die vom Arzt verordnete Dosierung hält und diese keinesfalls selbstständig ändert.

Bei einigen Patientengruppen ist besondere ärztliche Kontrolle erforderlich. Bei Epileptikern kann es unter der Anwendung von Aperon zu Problemen kommen, da es die Krampfschwelle senkt. Auch Patienten mit Herzerkrankungen sollten besonders überwacht werden, da unter anderem Erregungsleitungsstörungen am Herz und Herzrhythmusstörungen zu den Nebenwirkungen von Pipamperon zählen.

Gegen was soll es helfen und wie wirkt es?

Pipamperon wirkt im Zentralnervensystem und hemmt dort die Dopaminwirkung. Durch diese Hemmung werden zu starke Nervenreaktionen gedämpft und der Patient wird sediert, d.h. er wird ruhiger und je nach Dosierung schläfrig.
Verglichen mit anderen Neuroleptika (wie z.B. Atosil, Seroquel) ist Pipamperon relativ gut verträglich.

Seroquel

Seroquel ist ein Neuroleptikum mit dem Wirkstoff Quetiapin. Neuroleptika oder Antipsychotika wirken beruhigend und hemmen den Realitätsverlust. Es gibt drei Sorten von klassischen Neuroleptika.

  • niederpotente Neuroleptika (Promethazin (Atosil), Pipamperon, Levomepromazin, Thioridazin, Promazin)
  • mittelpotente Neuroleptika (Chlorpromazin, Melperon, Quetiapin, Perazin, Zuclopenthixol
  • hochpotente Neuroleptika (Perphenazin, Risperidon, Fluphenazin, Haloperidol, Benperidol)

Da Menschen jedoch immer sehr individuell auf Medikamente reagieren, ist die Stärke eines Neuroleptikums nicht unbedingt aussagekräftig. Die Dosierung muss im Einzelfall angepasst werden.

Seroquel wird bei folgenden Krankheiten angewendet:

  • Bipolare Depression: Sie äußert sich in Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Schuldgefühlen, Kraftlosigkeit, Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit
  • Manie: Hier treten Aufgeregtheit auf, Hochstimmung, Enthusiasmus, Überaktivität, vermindertes Urteilsvermögen und Aggressiv
  • Schizophrenie: Der Patient hört und fühlt hier nicht vorhandene Dinge oder glaubt unwahre Dinge. Es treten Argwohn, Ängstlichkeit, Verwirrtheit, Schuldgefühle, Anspannung oder Niedergeschlagenheit auf.

Wie soll man Seroquel einnehmen?

Seroquel ist einmal täglich mit ausreichend Flüssigkeit einzunehmen. © Fotolia.com

Seroquel ist einmal täglich mit ausreichend Flüssigkeit einzunehmen.
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Eine Einnahme von Seroquel sollte immer nur nach Anweisung des Arztes erfolgen. Je nach Erkrankung und individuellem Bedarf beträgt die Erhaltungsdosis 150 mg bis 800 mg. Es gelten dabei folgende Grundsätze:

  • Die Tabletten werden einmal täglich eingenommen, entweder vor dem Schlafengehen oder verteilt auf zwei Einnahmen täglich.
  • Man schluckt die Tabletten unzerteilt mit ausreichend Flüssigkeit.
  • Man muss die Einnahme von Seroquel nicht mit Mahlzeiten abstimmen.
  • Man sollte keinen Grapefruitsaft trinken, während man Seroquel einnimmt, da er dessen Wirkung beeinflussen kann.
  • Man sollte die Einnahme der Tabletten nicht beenden, ohne zuvor den Arzt zu konsultieren.

Wie wirkt Seroquel?

Seroquel beeinflusst biochemische Signalprozesse im Nervensystem, indem es Rezeptoren hemmt, darunter Serotonin-5-HT2-Rezeptoren und Dopamin-D2-Rezeptoren. Die Blockade der Serotonin-5-HT2-Rezeptoren bewirkt, dass vermehrt Dopamin ausgeschüttet wird, ein „Glücksbotenstoff“. Die Blockade der Dopamin-D2-Rezeptoren führt dazu, dass diese die Nervenzellen nicht mehr hemmen können. Seroquel behindert in niedriger Dosierung auch Histamin-H1-Rezeptoren, wodurch am Tage vorübergehende Schläfrigkeit auftreten kann und sich der gestörte Schlaf-Nachtrhythmus bessert.

Atosil

Atosil ist ein antihistaminisches Neuroleptikum, ein Arzneimittel, das in erster Linie bei psychischen und psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt wird, die mit Unruhe-Zuständen und Erregung einhergehen. Da Atosil in erster Linie sedierend wirkt, zählt man es zu den Beruhigungsmitteln. Es wird heutzutage anstelle von Medikamenten aus der Valiumreihe gegeben, weil hier das Suchtpotential entfällt. Der Wirkstoff von Atosil ist Promethazin, ein Antihistaminikum.

Es kann auch bei allergischen Erkrankungen (z.B. Asthma) verschrieben werden und wird manchmal bei Erbrechen verordnet, wenn kein anderes Medikament hilft. Auch bei Einschlaf- und Durchschlafstörungen wird es gerne verschrieben sowie zur Beruhigung vor einer Narkose. Atosil setzt den zentralnervösen Grundtonus herab, beeinflußt das vegetative Nervensystem und hemmt die motorische Aktivität. Die Hauptangriffspunkte von Promethazin sind die Histamin-1-Rezeptoren der glatten Muskulatur. Atosil ist verschreibungspflichtig und als Tropfen und Filmtabletten erhältlich.
Die Dosierung ist abhängig von der Art und Schwere der Erkrankung. Der Anweisung des Arztes zur Einnahme sollte Folge geleistet werden.

Atosil ist gut zu dosieren und meist gut verträglich. Manche Patienten haben überhaut keine Nebenwirkungen, ihnen geht es einfach nur gut, andere dagegen haben mit Verschlimmerungen oder Nebenwirkungen zu kämpfen. Neben leichten Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwäche, Schlafstörungen kann es auch zu Benommenheit, Unruhe und Schwindel, sowie Bewegungsstörungen und Parkinsonsyndromen kommen. In seltenen Fällen kann es auch zu schwerwiegenderen Neben- bzw. Nachwirkungen kommen wie z.B. Agranulozytose.

Atosil wirkt angstlösend und findet unter anderem in psychatrischen Kliniken bei Patienten mit Panikanfällen Verwendung.

Atosil wirkt angstlösend und findet unter anderem in psychatrischen Kliniken bei Patienten mit Panikanfällen Verwendung.
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Ein anderes Medikament, das ebenfalls bei Unruhe, Schlafstörungen, Erregungszuständen und
Angst verordnet werden kann ist Pipamperon, ein niederpotentes Neuroleptikum.

Ein mittelpotentes Neuroleptikum ist Melperon. Melperon wirkt antipsychotisch durch den Wirkstoff Chlorpromazin. Es wirkt angstlösend und stimmungsaufhellend, wird bei Schlafstörungen eingesetzt und bei Verwirrtheitszuständen sowie zur Demenzbehandlung.

Je stärker der Grad der Erkrankung, desto hochpotenter wird die Medikation angesetzt.
Ein atypisches Neuroleptikum ist Seroquel mit dem Wirkstoff Quetiapin. Dies Medikament dient der Behandlung von Schizophrenie, bipolarer Erkrankung, Depression, Angststörungen und Sozialphobien.

Ein hochpotentes Neuroleptikum ist Risperdal mit dem Wirkstoff Risperidon.
Dieses Medikament ist als „Fluspi“- Spritze bekannt. Risperidon wird eingesetzt bei schwerer und chronischer Schizophrenie, bei Zwangserkrankungen, manischen Episoden, Angst- und Panikstörungen, schweren Psychosen mit Realitätsverkennung und auch bei Demenzerkrankungen. Risperidon wird auch gegeben, wenn bei einem Menschen „gar nichts mehr geht“ z.B. plötzlicher Tod eines nahen Angehörigen.

Atosil wird auch obligatorisch in Psychiatrischen Kliniken eingesetzt, weil es nicht süchtig macht und ein leichtes Neuroleptikum ist. Für Manche Patienten oft die Rettung, andere wiederum kommen mit den Nebenwirkungen nicht zurecht.