Bei dem Begriff Zäpfchen denken viele zunächst daran, dass es sich um ein Medikament der besonderen Art handelt. Suppositorien werden primär über den After eingeführt und dienen als Medikament, welches den Magen in keiner Weise belastet. Medikamente, die als Zäpfchen verabreicht werden, geben ihren Wirkstoff ab, wenn sie in einem warmen Milieu verabreicht werden. Das kann sowohl der After als auch die Scheide sein.

Zäpfchen geben ihre Wirkstoffe dort ab, wo sie eingeführt werden. Der Vorteil dieser Medikamentengabe liegt darin, dass der Magen nicht belastet wird. Aber nicht ausschließlich als Suppositorium sind Zäpfchen in der Medizin bekannt.

Zäpfchen als Teile des menschlichen Körpers

Das Zäpfchen gibt es als Körperteil und als Medikament. © Fotolia.com

Das Zäpfchen gibt es als Körperteil und als Medikament.
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Neben der Konsistenz von Arzneimitteln gibt es den Begriff Zäpfchen ebenfalls im Körper eines Menschen. Das Gaumenzäpfchen, welches unter dem Fachbegriff Uvula bekannt ist, hat nichts mit Medikamenten zu tun. Es handelt sich dabei um einen Körperteil, welcher für einige Funktionen verantwortlich ist.

Das Berühren des Gaumenzäpfchens führt bei den meisten Menschen unwillkürlich zu einem Würgereflex, den sie nicht selbst steuern können. Die Folge dieser Aktion führt in den meisten Fällen zum Erbrechen. Viele Menschen, die an Essstörungen leiden, kennen das Phänomen und machen sich dieses bei ihren Maßnahmen zur Reduktion einer Gewichtzunahme zu eigen.

Zäpfchen als Medikament schonen den Magen

Wer ständig auf hochwirksame Schmerzmittel angewiesen ist, der wird rasch die negativen Begleiterscheinungen zu spüren bekommen. Sowohl der Magen als auch der Darm melden sich spürbar, wenn Betroffene ihre Medizin oral, also über den Mund zu sich nehmen. Da alle Wirkstoffe erst im Darm ihre Wirkstoffe entfalten und dabei den Magen kaum belasten, kann die Verabreichung über dieses Organ nur von Vorteil für die Patienten sein. Das gilt in besonderer Weise für Kinder und Säuglinge.

Ein Beispiel für die Verabreichung von magenschonenden Wirkstoffen bietet das Medikamt Viburcol. Als Suppositorium verabreicht, hilft es selbst jüngsten Patienten, dass sie nahezu ohne Nebenwirkungen die Wirksamkeit des Schmerzstillers genießen können. Die Verabreichung ist schmerzlos und besonders für Patienten geeignet, die bei der Einnahme von Tabletten mit einem lästigen Würgereiz zu kämpfen haben.

Zäpfchen und Würgreiz

Der Würgereflex ist ein Schutzreflex innerhalb des Rachenraums, durch den das Eindringen eines Fremdkörpers in die Luftröhre vermieden wird – aus diesem Grund wird er auch als Fremdreflex bezeichnet. Dieser ist bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt und kann in einzelnen Fällen auch übermäßig stark ausgeprägt sein.

Wofür der Würgereflex notwendig ist

Der Würgereflex dient dazu, die Luftröhre vor Fremdkörpern, wie Nahrungsmittel oder Flüssigkeiten, zu schützen. Durch eine Kontraktion des Rachenraums werden diese von der Trachea weg nach vorne befördert. Hierdurch kommt ein Würgereiz zustande, der je nach Heftigkeit bis hin zu Erbrechen führen kann. Durch ein gezieltes Training kann der Würgereflex jedoch auch unterdrückt oder sogar intensiviert werden (vgl. Bulimie-Erkrankung). In der Regel jedoch kommt der Reflex unbeabsichtigt, so kann er auch bei einem Zahnarztbesuch oder durch die Untersuchung beim HNO-Arzt ausgelöst werden.

Wie der Würgereflex zustande kommt und was das Zäpfchen damit zu tun hat

Ein Würgereflex kann Erbrechen hervorrufen. © Fotolia.com

Ein Würgereflex kann Erbrechen hervorrufen.
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Zwei anatomische Bereiche sind für den Würgereflex zuständig. Hauptverantwortlich für den Reiz ist der weiche Gaumen, zu dem der Zungengrund und das Gaumenzäpfchen (auch: Uvula) gezählt werden. Diese erkennen, dass sich ein Fremdkörper in der Nähe der Luftröhre befindet und geben Signale an das Nervensystem im Gehirn. Dieses wiederum löst den eigentlichen Würgereflex aus und verschließt den Nasenrachenraum.

Da Luft- und Speiseröhre sehr nah beieinander liegen, ist durch das Zäpfchen ein Schutz gegen Verschlucken oder sogar Ersticken gegeben.

Der Würgereflex ist bei Säuglingen häufig höher ausgeprägt als bei Erwachsenen. In ausgeprägten Fällen kann hierdurch die gesamte Nahrungsaufnahme verhindert werden. Durch das Medikament Viburcol Zäpfchen kann die Reizempfindlichkeit jedoch herabgesetzt werden.

Würgereflex ohne Zäpfchen

Auch wenn der Würgereflex in Hauptsache durch das Zäpfchen am Gaumensegel ausgelöst wird, ist ein Schutz der Luftröhre auch ohne dieses möglich. Das hängt damit zusammen, dass der Reiz nicht nur durch das Zäpfchen, sondern durch den gesamten weichen Gaumen und den Zungengrund ausgelöst wird.

Eine Entfernung des Zäpfchens ist in der Regel aber nur bei medizinischer Notwendigkeit ratsam, so beispielsweise bei einer zu großen Länge, die beim Schlafen stört und zu Schnarchen führen kann.

Die Funktion des Gaumenzäpfchens

Das Gaumenzäpfchen (Uvula) gehört zum weichen Gaumen (Palatum molle) und befindet sich in der Mitte des Gaumensegels. Das Gaumenzäpfchen hat verschiedene Aufgaben, unter anderem ist es für die Lautbildung wichtig. Das Gaumensegel schließt sich an den harten Gaumen an. Das Gaumensegel wird auch als weicher Gaumen bezeichnet. Es befindet sich schräg herabhängend zur Zungenwurzel.

Anatomie des Gaumens

Das Gaumensegel

Auf der Seite der Mundhöhle besteht das Gaumensegel aus unverhorntem Plattenepithel. Die zum Nasenrachenraum (Nasopharynx) gewandte Seite ist mit respiratorischem Flimmerepithel ausgekleidet. Am unteren Ende des Gaumensegels befinden sich die Speicheldrüsen. Das Segel wird durch mehrere Muskeln bewegt.

Von den Seiten gehen zwei Doppelfalten aus, welche als Gaumenbogen bezeichnet werden. In der Mitte der Bögen befindet sich das Zäpfchen. Der IX und X Hirnnerv innervieren das Gaumensegel. Das Gaumensegel besitzt eine Ansatzlinie, welche auch „Ah-Linie“ genannt wird, sie wird beim Ah-Ton sichtbar. Bei der Herstellung von Zahnprothesen dient sie als Begrenzung.

Das Gaumenzäpfchen

Das Zäpfchen besteht aus einem Muskel, welcher für eine Verkürzung des Zäpfchens sorgt. Es enthält Fasern des Nervus vagus, des X. Hirnnervs. Bedeckt ist das Zäpfchen mit verschieblicher Mucosa. Da das Gaumenzäpfchen vom vegetativen Nervensystem innerviert wird, kann es bei Berührung zum Auslösen des Würgereflexes kommen.

Funktion des Gaumens

Das Gaumenzäpfchen gehört zum weichen Gaumen und befindet sich in der Mitte des Gaumensegels. © Fotolia.com

Das Gaumenzäpfchen gehört zum weichen Gaumen und befindet sich in der Mitte des Gaumensegels.
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Das Gaumensegel

Es grenzt den Rachen von der Mundhöhle ab und trennt den Luftweg vom Speiseweg. Der Schluckakt ist wesentlich von der Funktionsfähigkeit des Gaumensegels abhängig. Es wird beim Schlucken durch den oberen Schlundschnürmuskel an die Rachenwand gedrückt. Außerdem ist es wichtig für den Druckausgleich, während des Schluckens und Gähnens, zwischen dem Mittelohr und der Außenwelt.

Bei der Lautbildung hebt sich das Gaumensegel und trennt den Mund-Rachen-Raum vom Nasenraum. So wird die strömende Luft aus der Lunge nur durch den Mund und Rachen geleitet. Werden orale Laute gesprochen, hebt sich das Gaumensegel, die Luft durch den Mund und den Rachen. Bei nasalen Vokalen senkt es sich und fließt sie durch die Nase und den Mund.

Das Gaumenzäpfchen

Es wird zur Lautbildung benötigt, wenn r-Laute gebildet oder „Ach-Laute“ gesprochen werden. Ist das Gaumenzäpfchen zu lang, kann es zum Schnarchen kommen.

Erkrankungen des Gaumens

Erkrankungen des Gaumensegels

Bei der Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte ist das Gaumensegel getrennt. Je nach Spaltgröße kann zu Atembeschwerden, Trinkproblemen bei Neugeborenen, Sprechproblemen und Zahnfehlstellungen kommen. Nicht zuletzt leiden Betroffene oft unter den Folgen gesellschaftlicher Stigmata und Vorurteilen.

Erkrankungen des Gaumenzäpfchens

Bei Entzündungen oder mechanischen Irritationen kann es zum Ödem des Gaumenzäpfchens kommen. Dies kann auch durch Schnarchen verursacht werden. In der Regel ist das Uvulaödem nicht akut gefährlich, aber sehr unangenehm. Im Laufe des Tages bildet es sich spontan zurück.

Nach einem Hirnstamminfarkt, bei dem der Zungen-Rachen-Nerv betroffen ist, kommt es zur einseitigen Lähmung des Gaumenzäpfchens.

Das Zäpfchen wandert dann beim Sprechen zur gesunden Seite und der Würgereflex ist abgeschwächt.

Das Zäpfchen gibt es aber auch als Medikament. Für Kinder wird meist das Viburcol Zäpfchen verwendet.

Zäpfchen als Medikament

Zäpfchen, auch Suppositorium genannt, ist eine medikamentöse Darreichungsform, welche zum Einführen in Körperöffnungen wie den Mastdarm, Vagina, Gebärmutter oder selten auch Harnröhre gedacht ist.

Gründe für die Verwendung eines Zäpfchens

Der Vorteil eines Zäpfchens liegt darin, dass Sie auch angewandt werden können, wenn eine Einnahme eines Medikaments über den Mund bzw. den Magen-Darm-Trakt nicht möglich ist. Der Fall tritt häufig bei kleinen unwilligen Kindern, bei Personen mit einem empfindlichen Würgereflex oder Schluckbeschwerden und bewusstlosen Patienten auf.

Auch wirken Zäpfchen besser, als Medikamente die oral eingenommen werden, da so der sogenannte First-Pass-Effekt umgangen wird. Dabei wird der Wirkstoff des Medikamentes über die Leber geleitet, wo er zum Teil schon abgebaut wird, bevor das Medikament wirken kann.

Ein Zäpfchen gibt es aber auch als Körperteil, und zwar das Gaumenzäpfchen.

Anwendungsgebiete

Häufige Anwendungsgebiete für ein Zäpfchen sind zum Beispiel sogenannte Brecherkrankungen wie die Gastroenteritis. Die Resorption über die Schleimhaut erfolgt schnell, sodass selbst bei Durchfall eine ausreichende Menge des Wirkstoffes in die Blutbahn gelangen kann.

Auch bei Kleinkindern werden häufig Medikamente in Zäpfchenform verabreicht zur Fiebersenkung oder aber um Schmerzen zu mildern. Von Viburcol gibt es zum Beispiel ein Medikament in Zäpfchenform für Babys und Kleinkinder bei Fieber und Schmerzen. Auch Laxans können verordnet werden in Zäpfchenform, zur Entleerung des Darmes. Für den vaginalen Bereich werden Zäpfchen oft bei einer Pilzerkrankung angewandt oder aber auch zur Empfängnisverhütung.

Wie werden Zäpfchen verabreicht?

Am sinnvollsten ist es, die Zäpfchen nach dem Stuhlgang in den After einzuführen. Zur besseren Gleitfähigkeit kann man Sie kurz in der Hand erwärmen oder in Wasser tauchen. Da bei der Verwendung von Cremes oder Gel die Freisetzung des Wirkstoffes bei dem Medikament verändert werden kann, ist davon abzusehen.

Auch ist darauf zu achten, das Zäpfchen langsam und sachte einzuführen, um Verletzungen zu vermeiden. Daher sollte auch der Fingernagel des einzuführenden Fingers kurz geschnitten sein und keine scharfen Kanten haben.

Mit welcher Seite das Zäpfchen zuerst eingeführt werden soll, ist medizinisch nicht festgelegt, jedoch gibt es die Empfehlungen von Ärzten und Medizinern, die stumpfe Seite zuerst einzuführen, damit sich die Rektalschleimhaut an die Spitze anlegen kann und so das Zäpfchen weiter transportiert wird.

Wichtig ist, beim Einführen solcher Medikamente, sich vorher und nachher die Hände gründlich zu waschen.

Viburcol Zäpfchen für KInder

Viburcol Zäpfchen gehören zu den homöopathischen Arzneimitteln, welche für Kinder gedacht sind. Schon in jungen Jahren leiden viele Kleinkinder unter Unruhe und Erkältungskrankheiten. Die besonderen Inhaltsstoffe in den Viburcol Zäpfchen sollen die Schmerzen lindern und die Kinder zur schnellen Genesung verhelfen. Dies soll auf schonende Art und Weise geschehen, weshalb Viburcol Zäpfchen ein sehr leichtes und gleichzeitig wirksames Mittel ist.

Anwendung

Die Anwendung ist kinderleicht und lässt sich schnell durchführen. Die kleinen Zäpfchen werden langsam und behutsam durch das Poloch in den Mastdarm eingeführt, wo sie ihre Wirkung entfalten können. Pro Tag sollte nur ein Zäpfchen verabreicht werden.

Das Praktische an dieser Darreichungsform dürfte sein, dass die Kinder bei Husten und Erkältung das Medikament nicht schlucken müssen und somit ein Würgereflex verhindert werden kann. Viburcol Zäpfchen eignen sich somit vor allem bei kleinen Patienten, die größere Tabletten nicht schlucken können oder wollen. Das Zäpfchen kann auch in der Nacht, wenn das Kind schon eingeschlafen ist, ruhig eingeführt werden. Bei der Anwendung sollte jedoch immer darauf geachtet werden, dass die Hände vor und nach der Medikation gründlich gewaschen werden, um so zu vermeiden, dass Bakterien in oder aus dem Mastdarm gelangen.

Wirkung

Viburcol Zäpfchen für Kinder helfen ihnen wieder besser zu schlafen. © Fotolia.com

Viburcol Zäpfchen für Kinder helfen ihnen wieder besser zu schlafen.
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Der Vorteil bei Viburcol Zäpfchen liegt vor allem bei der Wirkung, denn im Gegensatz zu oralen Medikamenten, die über den Magen- und Dünndarm aufgenommen werden und somit schnell von der Leber abgebaut werden, führt der Enddarm sein Blut nur teilweise durch die Leber, weshalb das Medikament sicher und schneller wirken kann.

Ein weiterer Vorteil der Viburcol Zäpfchen ist die länger anhaltende Depotwirkung, die durch die Anwendung im Rektum entsteht. Das Mittel schüttet kontinuierlich seine Wirkstoffe aus, die zu einer schnelleren Linderung und Heilung führen. Das Kind wird nach kurzer Zeit schon ruhiger und kann so trotz Erkältung besser einschlafen.

Das Mittel wirkt auch im Rachenraum und kann so vor allem den Reizhusten stoppen, der häufig zu Schmerzen im Brustbereich führt. Die Gaumenzäpfchen schwellen bei Erkältungen an und entzünden sich gerne. Hiergegen gehen die Viburcol Zäpfchen ebenfalls vor, indem sie den Bakterien ihre Grundlage entziehen und so der körperliche Heilungsprozess schneller einsetzen kann. Schleim wird zuverlässig abtransportiert und später ausgeschieden.

Die Nebenwirkungen halten sich in Grenzen. In seltenen Fällen kann es zu Durchfall und Hautreizungen kommen, ansonsten sind die Viburcol Zäpfchen jedoch sehr schonend und werden vom Kind so gut wie kaum wahrgenommen.